Andonstar AD246S-M Linsensuche

Begonnen von Marzipanik, Februar 10, 2026, 19:13:32 NACHMITTAGS

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Marzipanik

Hallo, ihr Lieben.

Ich bin komplett neu im Mikroskopiebereich und hab absolut keine Ahnung, was ihr mache.  ;D Ich hoffe, hier kann mir der ein oder andere weiterhelfen.
Ich habe mir als Einstieg und auch mehr zum Spaß das Andonstar AD246S-M Mikroskop gekauft. Mehr hat mein Budget auch nicht hergegeben. Das Mikroskop wurde mit 3 separaten Linsen geliefert. (A,D und L)
Danach habe ich mir noch auf Ebay einen Objektivhalter mit der Linse C gekauft. Jetzt wollte ich noch meine Linse D in der Größe zum Einschrauben in den Objektivhalter kaufen. Aber das gestaltet sich irgendwie unmöglich. Wenn ich "Linse D Andonstar" suche, kommt nur das komplette Mikroskop. Die Linsen selbst gibt es nicht einzeln zu kaufen. Und von anderen Herstellern finde ich nur komische Angaben. Ich komme mit diesem A C D L und so weiter nicht zurecht und bräuchte da bitte Hilfe, was die richtige Größe wäre. Andonstar arbeitet ja anscheinend nur mit Abständen. 3-4mm, 4-5mm usw. Es ist ein C Mount, soviel hab ich schon herausgefunden. Im Anhang habe ich euch mal die Linsen gezeigt, die dabei waren, sie sind halt jedes Mal mit 2 Schrauben links und rechts zu befestigen. Das nervt auf Dauer schon etwas. Und das andere Bild zeigt den Objekthalter, den ich jetzt gekauft habe. Und dafür suche ich die D Linse oder etwas vergleichbares. Ich wollte einfach nur Tardigraden beobachten  oder mal ein Glas Wasser aus dem See untersuchen.
Es wäre lieb, wenn man mich nicht in der Luft zerreißt, weil ich vielleicht ein blödes Mikroskop gekauft hab.

Lieben Dank

Peggy

Lupus

Hallo Peggy,

wo ist das Problem. Soviel ich verstanden habe gibt es drei Objektive, die nach Beschreibung unterschiedliche Vergrößerungsbereiche abdecken (folgende Werte ohne digitale Zusatzvergrößerung):
Objektiv A 6-240x, Objektabstandsbereich 12-320 mm
Objektiv L 90-300x, Objektabstandsbereich 90-300 mm
Objektiv D 600-680x, Objektabstandbereich 4-5 mm

Danach sollten die Objektive A und L meist ausreichen. Für kleinere Wasserorganismen das Objektiv D. Wozu ein Objektiv C sein soll wird nirgends beschrieben. Teste doch einfach mal das vorhandene Mikroskop an deinen gewünschten Objekten, ohne zu viel vorher am Gerät zu basteln.
Hier ein Testbericht zu dem Mikroskop: https://www.youtube.com/watch?v=lqwxi9NFFME

Hubert

           

Marzipanik

Hallo Hubert, das Problem ist, dass ich die einzeln mitgelieferte D Linse gern noch einmal extra kaufen würde. Und zwar in der Größe, in der sie in den großen Objekthalter passt ohne dass ich ständig beim Wechseln einzelne Linsen rausschrauben und wieder einsetzen muss. 

Nochnmikroskop

Hallo Peggy,

diese Mikroskope sind z.B. Baugleich mit Tomlov.
Ggf. kann man dort so ein einzelnes Objektiv als Ersatzteil kaufen, es gibt auf der Homepage von Tomlov die Möglichkeit in Kontakt zu treten.
https://tomlov.com/de/pages/contact-us
Manchmal verhökert Am.... auch Retourenware, ein Blick könnte sich lohnen.

Ich nutze am Tomlov 602 ausschließlich das Objektiv A. Das deckt praktisch alle Anwendungsfälle ab (wie Hubert schon geschrieben hat) und hat eine recht gute Detailauflösung bei kürzester Entfernung zum Objekt von ca. 250 LP/mm. Es kann gut für Auflicht und Durchlicht verwendet werden. Bei Auflicht reichen die seitlichen LED oder ein Ringlicht gut aus. Damit konnte ich gut kleine Tiere in Tümpelproben (Petrischale) oder auch im Moos verfolgen.
Das Objektiv D ist im Prinzip nur für Durchlicht verwendbar und hat eine noch geringere Schärfentiefe (Auflösung ca. 400-450 LP/mm). Da muss man andauernd nachfokussieren, was bei der Vergrößerung und dem labilen Gerät schon eine Herausforderung ist. Bewegte Objekte sind damit m.M.n. schwierig zu verfolgen.

Es gab mal einen Anbieter, der ein 3D gedrucktes Ringlicht samt Linseneinsatz bei eBay verkauft hat, der hat aber keine Aktivität mehr.

LG Frank

Meistens Auflicht, alle Themenbereiche
Zeiss Axiolab, Leitz Orthoplan, Keyence VHX, Olympus SZX16, Canon EOS 700D, Panasonic G9, Touptek u.a.
keine KI

Spectrum

#4
Hallo Peggy,
Dein digitales Mikroskop wird in verschiedenen Versionen verkauft. Einmal mit den Einzelobjektiven die man einzeln wechseln kann. Bei jedem Wechsel ist das mit der von dir beschriebenen Schrauberei verbunden.
In einer anderen Variante gibt es dann auch noch einen Objektiv-Revolver für bis zu 3 Objektive.
Den hast du dir ja bei Ebay nachgekauft.
Was die Beschreibung und auch die Beschriftung der dazugehörigen Objektive angeht ist Andonstar aber nicht gerade sehr übersichtlich.
Die Angabe der Vergrößerungen werden nicht wie üblich auf die reine (optische) Vergrößerung bezogen, sondern da wird auch gleich zusätzlich noch die Vergrößerung durch den Monitor mit "reingerechnet".
Im Kleingedruckten einer Anzeige zu der Upgrade-Version mit drei Objektiven in dem Revolver steht:

"On the microscope screen, with 3x digital Zoom:
Lens A: 4,5-180x, Lens L: 15-60x
Lens B: 390-510x, Lens C: 690-1020,
Lens M: 3600-5100x :o
Output to a 28inch Monitor, with 3xdigital Zoom:
Lens A: 18-720x, Lens L: 60-240x
Lens B:1560-2040x, Lens C: 2760-4080x

Das sind dann verglichen mit der tatsächlichen (optisch) erreichbaren tatsächlichen Vergrößerung natürlich irrwitzig hohe Werte.

Das sollte man aber bezüglich der Bildqualität (Details), zumindest bei höheren Vergrößerungen, naja, sagen wir mal vorsichtig ausgedrückt, nicht allzuviel erwarten.
Ansonsten hast du da aber ein universelles Werkzeug um auf Enddeckungsreise in die Mikrowelt zu gehen.

Um nochmal auf die gesuchten Objektive zurückzukommen.
An einer Stelle habe ich deinen Objektivrevolver mit den 3Gewinden auf der Website von Andonstar gefunden. Dort steht das es sich um ein RMS-Gewinde handelt.
Das hätte einen Durchmesser von ca 20mm. Ein C-mount Gewinde ist knapp 25mm groß.
Mess das doch mal genau bei deinem Revolver aus (Innendurchmesser des Lochs) oder an deinem Objektiv (Aussendurchmesser an der Stelle wo die Rillen des Gewindes sind) ob es nicht doch um den RMS Anschluss handelt.

RMS ist ein sehr häufig verwendetes Gewinde für Mikroskop-Objektive.
Ich vermute stark, dass Andonstar hier einfache "klassische" Norm RMS Optik verwendet.
Die könnte man für deine Zwecke dann für wenig Geld nachkaufen.

Mein Tipp:
Such doch mal nach
"Mikroskopobjektiv Achromat RMS 4fach"
Da findest du zahlreiche Versionen günstiger neuer Objektive (<20€).
Ausserdem sollte eine 160 und eine 0,1 (nicht 0,17) auf dem Objektiv aufgedruckt sein.
Das dürft, wenn ich mich nicht täusche dann mehr oder weniger dem Objektiv B von Andonstar entsprechen.
High-End Ergebnisse kannst du aber wohl nicht erwarten. Aber für  brauchbare Ergebnisse bei vertretbaren Bildqualität bei dieser Vergrößerung sollte es reichen.
Im schlimmsten Fall hast du dann 15-20€ in den Sand gesetzt.
Das Objektiv mit der höchsten Vergrößerung ("Lens M"), was dann wohl einem einfachen 40er entspricht, würde ich allein schon aus den Gründen die Frank aufgeführt hat, zum austesten erstmal nicht nachkaufen.

Alternativ könntest du auch mal über die Webseite von Andonstar nachfragen, ob sie dir ihre Original Objektive auch einzeln verkaufen, vielleicht machen die das ja.

Und nicht falsch verstehen. Du hast da für ein kleines Budget einen Aparillo erstanden, mit dem man schon so einiges machen und entdecken kann. Gerade mit den kleineren Vergrößerungen (Lens A) kann man bestimmt schon ansehnliche Bilder von Insekten/Pflanzen etc. machen.
Die Auflichtfunktion ist cool!
Wie man deine gesuchten Bärtierchen finden kann, weißt du?
Falls nicht, einfach fragen.
LG Holger

P.s.: Hier noch die Bedienungsanleitung von dem Apparillo:
https://cdn.shopify.com/s/files/1/0404/8319/2994/files/266S_269S_Users_Manual.pdf?v=1718864455
Holger
Duzen und meine Bilder (auch ungefragt)  bearbeiten, mit eigenen Aufnahmen ergänzen und weitergeben erwünscht!

Marzipanik

Hallo ihr Lieben!

Erstmal vielen Dank für die ausführlichen Antworten, das hat mir schonmal sehr weitergeholfen. Und ja, es ist kein C-Mount, da hatte ich etwas verwechselt. Es steht auf den Abdeckungen des Objektiv-Revolvers, dass der Durchmesser 20.2mm ist. Mein Fehler.  :-[ 
Ich bin halt ehrlich gesagt etwas blauäugig an die Sache herangegangen und hatte nur im Kopf: "Ich muss jetzt ein Mikroskop haben!" Mit einem Freund hab ich dann durch diverse Videos und Foreneinträge gesehen, dass für den Preis wohl dieses Andonstar eine sehr gute Wahl ist. Nun sitz ich hier und schau rein wie das Schwein ins Uhrwerk. Aber Bärtierchen habe ich schon gefunden und auch Videos und Bilder gemacht. Wenn auch nicht in der Qualität wie sie hätten sein können. Ich übe noch.  ;D 

Was ist bei dem "Achromat RMS 4fach" Objektiv eigentlich der Unterschied zwischen 0.1 und 0.17? Ich hab hier eins gefunden, aber auf dem sind sowohl 0.1 als auch 0.17 aufgedruckt. :D Für mich ist das gerade Neuland  :D

Liebe Grüße,
Peggy

Peter V.

#6
Hallo Peggy,

0.1 ist die "Nurmerische Apertur", die etwas über den Öffnungsiwnkel und damit über die Auflösung des Obejktivs aussagt. Das ist stets die Zahl, die hinter dem Vergrößerungsmaßstab steht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Numerische_Apertur

0.17 bedeutet, dass das Objektiv für Präparate mit einem Deckglas mit der Standarddicke von 0.17 mm gerechnet ist.

https://light-microscope.net/wp-content/uploads/2015/05/Beschriftung-Mikroskop-Objektiv.jpg

Holger (Spectrum) hat schon viel Richtiges geschrieben. Diese Digitalmikroskope (in dieser (Preis-)Klasse) sind ein nettes "Spielzeug", die oft Erstaunliches für ihr Geld leisten. Grauenvoll ist leider oft die Mechanik des Stativs. Freude macht mit diessen Mikroskopen aber trotzdem insbeondere das Erkunden der Mikrowelt im AUFlicht. Selbst ich als Mikroskopiker mit Mikroskopen, die man durchaus der Highend-Klasse zurechnen kann, habe dennoch ein ähnliches kleines Digitalmikroskop von Tomlov,das allerdings inzwischen eine Modifikation erfahren hat, insbesondere ein vernünftiges Stativ.

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=51443.msg375189#msg375189

Und es macht durchaus Freude, damit alle möglichen Oberflächen von Gegenständen, Pflanzen, Ineskten etc. zu untersuchen.

Für die Untersuchung von Wasserproben im DURCHlicht ist es aber - ehrlich gesagt - nicht unbedingt das Mikroskop der Wahl. Vielleicht magst Du Dir ja irgendwann nochmal ein "normales" Durchlichtmikroskop zulegen; gebraucht bekommst Du ein normales Durchlichtmikroskop mit einfacher Optik auch schon für das geld, das Du für dieses Digitalmikroskop ausgegeben hast.

Auf jeden Fall wünsche ich zunächst einmal viel Freude bei Deinen ersten Schritten in die Mikrowelt mit dem Andonstar.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Gerd Schmahl

Hallo Peggy,
bei dieser Objektivvergrößerung (4x) kannst Du sicher auch Objekte ohne Deckglas gut betrachten, auch wenn das Objektiv für den Einsatz eines Deckglases gerechnet und optimiert ist. Bei dieser geringen nummerischen Apertur von 0,1 ist die Toleranz recht groß. Bei höheren Vergrößerungen und Aperturen sollte dann statt 0,17 entweder eine "0" oder ein "-" stehen (für unbedeckte Objekte).
LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Marzipanik

Danke ihr Lieben!
Ich sitz halt hier wie ein kleines Kind und freu mich über meine ersten Bilder. :D Ich mach sowohl mit Auflicht als auch Durchlicht die Aufnahmen. Alle Aufnahmen hab ich bisher ohne Deckgläser gemacht, womit ich auch eigentlich ganz gut zurecht komme. Nebenbei lerne ich zur Zeit auch wie man verschiedene Bearbeitungsprogramme nutzt wie DaVinci Resolve und Affinity, um danach noch etwas mehr aus den Aufnahmen herauszuholen. Aber bin auch nicht mehr die Jüngste und alles braucht seine Zeit. :D

Gerd und ich sind ja fast Nachbarn. Liebe Grüße nach Dresden aus Riesa. :)

Gerd Schmahl

#9
Hallo Peggy,
die Sächsischen Mikroskopiker treffen sich das nächste Mal am 06. März ab 19:00 Uhr in Freiberg. Thema: "Was lebt(e) denn da im Vogelnest". Wir werden Vogelnester nach ihren Untermietern untersuchen. Bärtierchen sind übrigens auch hier wahrscheinlich, weil mehrere Nester viel Moos enthalten.

Bei der Gelegenheit könntest Du auch verschiedene Objektive mit RMS-Gewinde ausprobieren. Da sind bestimmt einige an dem Abend anwesend. An den Schulmikroskopen habe ich schon mal mindestens 6 verschiedene anzubieten (zum Ausprobieren -  nicht zum Verkaufen).

Wenn Du Interesse hast dabei zu sein, schicke mir einfach eine persönliche Mitteilung (PM - die Sprechblase unter meinem Bild anklicken)oder eine E-Mail (Briefumschlag unter meinem Bild), dann schreibe ich Dir Näheres. Wir freuen uns auch nach wie vor "wie die Kinder", wenn wir was sehen, was wir zuvor noch nicht gesehen haben. Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit!

LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Nochnmikroskop

Hallo Peggy und Tippgeber,

ein "normales" Mikroskop-Objektiv braucht einen längeren Tubus zur Schärfeebene und zu einem Okular. 
Das im Post Nr. 5 gezeigte 4x Objektiv benötigt 160 mm Tubus (Vgl. Aufschrift 160/0.17).

Beim Objektiv A sind es bis zur Schutzlinse im Tubus-Gehäuse gerade einmal ca. 25 mm. Der eigentliche Chip wandert dann variabel im Innern des Tubus, wenn an dem Rändelrad gedreht = fokussiert wird. Das ist übrigens bei allen "Zigarren"-USB Teilen so.

Ich schätze, dass auch durch den Objektiv-Revolver, die Tubuslänge verändert wird und somit weniger / mehr Vergrößerung und oder Arbeitsabstand vorliegt.
Im Objektiv A ist eine einschraubbares Linsensystem mit annähernd 12 mm Gewindedurchmesser. Dieses Maß ist scheinbar bei allen Objektiven gleich, nur die Linsendurchmesser variieren. Das kann man am ersten Post erkennen.

Ich fürchte ohne "Ersatz-Objektiv" vom Hersteller, welches zum Objektiv-Revolver passt, ist das System in einer Sackgasse.

LG Frank

Tomlov 602 Objektiv A abgebaut
1112026211811.jpg

1112026211723.jpg

Tomlov "Standard-Objektiv" mit 12 mm Gewinde
Objektiv-Tomlov 12mm Durchmesser.jpg
Meistens Auflicht, alle Themenbereiche
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keine KI