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Sind das Kupferkristalle??

Begonnen von ChristianS, Februar 14, 2026, 17:21:35 NACHMITTAGS

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ChristianS

Hallo!

ich habe heute Kupfer geätzt und mikroskopiert. Als Basis habe ich einige Cent-Münzen genommen und zunächst in Zitronensäure gereinigt. Anschließend habe ich eine Lösung angesetzt, mit der ich ätzen konnte: 4 Teile Wasser, 2 Teile Wasserstoffperoxid, 2 Teile Salzsäure

Dann habe ich mir Sicherheitshandschuhe angezogen und eine Maske + Schutzbrille aufgesetzt. Die Flüssigkeit war (im Freien!) beim Ätzen der Münzen zunächst farblos, dann gelb, später bläulich. Laut wikipedia entsteht da eine Art Kupferchlorid-Komplex.

Die Münzen habe ich anschließend gewaschen und mir dann im Auflicht-Dunkelfeld angesehen. Ich denke, dass die scheinbar kleinen Dreiecke (ca. 3-5µm groß - falscher Maßstab sorry!) elementare Kupferkeime oder Keime von Kupfer-Kristallen sein könnten. Was meint die community dazu?

Und überhaupt mal die Frage: Warum sieht man da bei Kupfer (ich glaube auch bei Gold) solche Dreiecke?

Christian
Verwendete Geräte:

Leitz Orthoplan

Kameras:

Canon Eos 650d
Nikon Z5

Heiko

Hallo Christian,
da die Experten schweigen, musst Du mit meiner Amateur-Meinung vorlieb nehmen ...
So Du ordentlich abgespült hast, wie Du schreibst, fällt mir keine Ausrede ein, die gegen Kupfer-Kristall-Flächen spricht.
Kupfer kristallisiert kubisch. Unterstellen wir oktaedrische Kristallformen, sind dreieckige Kristallflächen zu sehen.
Viele Grüße,
Heiko

Werner

Kupfermünzen bestehen NICHT aus Reinkupfer, sondern sind aus schwach legiertem Kupfer für größere Härte.
Reinkupfer (Elektrolytkupfer) kann man in Kupferkabeln finden. Nach Ausglühen kann man das zu Blech hämmern. Damit kannst Du den Versuch wiederholen, ob das genauso reagiert.

Gruß - Werner

ChristianS

#3
Ja danke. Stimmt, Kupferdraht ist weich man könnte ihn hämmern und den Versuch wiederholen.

Interessant, dass in den Cent-Münzen kein reines Kupfer verwendet wird. Das wusste ich nicht, bisher kannte ich nur den magnetischen Metallkern.

Da ich weder Kristallograf noch Mineraloge bin frage ich. Ich versuch es demnächst mal mit dem Ätzen von Gold und Platin, das hab ich bereits. Ich brauche an der Schule nur einen Abzug und ein paar ml Königswasser.

Allerdings ist hier gerade Fasnet und Ausnahmezustand, da geht in den nächsten Tagen also erst mal nix.
Verwendete Geräte:

Leitz Orthoplan

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Canon Eos 650d
Nikon Z5

Florian D.

Ich hätte eher auf Kupfer(I)oxid, Cu2O, Cuprit getippt.

Viele Grüsse
Florian

Gerd Schmahl

Hallo Christian,
träufele mal ein paar Tropfen essig auf ein Centstück. Da wachsen sehr schöne blau-grüne Kupferacetatkristalle. Die sind sehr sehenswert.
LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

witweb

Hallo Christian,

wenn du nicht mit deinem Gold und Platin bis Aschermittwoch warten willst, folge am besten Gerds Rat: Kupferacetat. Da hast du praktisch eine Gelinggarantie, auch wenn es nicht immer Zwillinge werden.
Ich habe das auch schon gemacht: Grünspan

Viele Grüße
Michael
Dieser Post wurde aus recycelten Elektronen erstellt
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Leitz Orthoplan
Zeiss Standard 18 mit Fluoreszenz-Auflichtkondensor IV FL
Lomo Biolam, Motic SMZ-168
Canon EOS 750D
https://mikrokristalle.net
https://www.youtube.com/@Mikrokristalle

Peter V.

#7
Hallo,

mit etwas Essig auf einer Kupfermünze kann man in der Tat schöne Kristalle erzeugen. Ich habe gestern noch eine solche Münze hervorgeholt, um das Tomlov Digitalmikroskop zu testen (meine Aufnahmen mit den 200 EUR Digitalmikroskop sind natürlich nicht mit Witwebs Bilder am Orthoplan vergleichbar!!  ;) Und Gerds schönen Zwilling habe ich tatsächlich erst jetzt entdeckt!). Aber die Gelinggarantie kann ich bestätigen.

Hezrliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

ChristianS

#8
Sorry, ich hab ja gar nicht mehr geantwortet. Ja, danke für die Beiträge. Da habe ich ja in der Tat unzählige Möglichkeiten die mich inspirieren.

Nächste Woche herrscht hier wieder normaler Schulbetrieb, mal sehen ob ich mir da etwas Königswasser unter dem Abzug brauen kann.

Falls es mir gelingen sollte berichte ich davon!
Verwendete Geräte:

Leitz Orthoplan

Kameras:

Canon Eos 650d
Nikon Z5

jochen53

Hallo Christian,
wozu denn gleich Königswasser und dessen fürchterlicher und äußerst giftiger Gestank (Chlor, Nitrosylchlorid und nitrose Gase)? Metallisches Kupfer kannst Du auch bereits in konz. Salpetersäure (ca. 65 %) vollständig auflösen, Cu2O löst sich bereits in verdünnten Säuren und Ammoniak. 
Hier einige interessante Daten Zu Cu2O (Cuprit): https://www.mindat.org/min-1172.html
Viele Grüße, Jochen

ChristianS

#10
Also Gold kann man wohl nur mit Königswasser ätzen. Ist aber auch egal. Ich bin jetzt mal den Rat vom Gerd und Peter V. gefolgt und habe Kupfer mit Essig versehen. Das geht wirklich einfach und ist zum Glück reproduzierbar und deshalb nicht so frustrierend!

Allerdings hätte ich hier eine Frage zum Bild: Wie kann es sein, dass die Kamera die Kristalle blau wahrnimmt und nicht grün so wie ich sie durchs Okular sehe?Auch die Farbhistogramme zeigen einen niedrigen Grünanteil, komisch. Sollte doch eigentlich nicht so sein....Nachbearbeiten lässt sich das schwer.

Bei dem Gemisch aus Wasserstoffperoxid und Salzsäure sieht das Ergebnis nicht so toll aus. Ich habe dem Rat folgend hochreines Kupfer geätzt. Die zu Beginn erwähnten "Kupferkristalle" konnte ich leider nicht reproduzieren.

Spaßig war's trotzdem! Wissenschaft ist manchmal eben "trial and error"
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Canon Eos 650d
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ChristianS

Hmm zu den Farben hätte ich eine Idee: Man könnte mit Filtern so lange rumspielen bis das angezeigte Bild am PC stimmt. Trotzdem habe ich solch große Unterschiede zwischen der Kamera und dem Bild, dass ich durchs Okular beobachten kann noch nicht gesehen  ???
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Leitz Orthoplan

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Canon Eos 650d
Nikon Z5

Heiko

Hallo Christian,
die Substanz ist dichroitisch - drehe die Probe oder die Lampe.
Gruß, Heiko