Die Video-Anpassung von Zeiss-West für die Anpassung moderner Systemkameras

Begonnen von Jürgen Boschert, Februar 15, 2026, 20:17:30 NACHMITTAGS

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Lupus

Hallo,

ich habe die Diskussion nur flüchtig verfolgt. Habe ich es richtig verstanden dass es darum geht, am Zeiss-Endlichsystem eine Kamera mit Hilfe eines Video-Adapters am Fotoausgang für 2/3" Sensoren anzupassen, der die Bildlage wenig verändert aber die Restfehler korrigiert? Und dass diese Optik im Adapter eine Brennweite von etwa -1000 mm hat?

Hubert

Jürgen Boschert

Hallo Hubert,

zur Brennweite kann ich nichts sagen habe keine Messmöglichkeit, aber Jürgen (junio aus Hagen) hat das so gemessen).
Mir war aufgefallen, dass man mit einer APS-C-Kamera mit diesem Zeiss-West-Adapter, der ursprünglich für
2/3´´ Fernsehkameras und Videorekorder angeboten wurde, ein sehr großes Bildfeld praktisch völlig farbfehler- und verzeichnungsfrei mit nur geringer Vignettierung ablichten kann. Das Ganze noch geradezu unverschämt einfach und schnell: Alles aufs Mikroskop klemmen, Kamera anschließen fertig; und alles ist mit dem Beobachtungstubus parfokal und das bei einer Bauhöhe von ca.13cm samt Kamera.
Später hatte ich dann noch nachgefragt wie groß die Brennweite einer Zusatzlinse etwa sein müsste, damit man den Beschnitt auch noch wegbekäme.
Beste Grüße !

JB

Lupus

Hallo Jürgen,

es ging mir bei der Frage auch darum ob die Optik den Restfehler wie sonst das Okular korrigiert, das wurde wohl in der Diskussion angedeutet. Dann kann es sich nicht um eine einfache dünne Linse mit negativer Brennweite handeln.

Hubert

Jürgen Boschert

Hallo Hubert,

das ist sicher keine dünne Linse (Christoph hatte von einem Glasklotz gesprochen). Ich hatte die schon einmal ausgebaut (geht nicht bei allen!). Es ist ein Doublet oder ein Triplett, das konnte ich nicht erkennen. Und ja, das Teil korrigiert sehr gut die Restfehler.
Beste Grüße !

JB

Lupus

Hallo Jürgen,

Jürgen (junio) hatte überlegt ob man den Videotubus kürzen könnte und die Optik (die wohl ziemlich am Ende sitzt) weiter nach innen verlegen für eine bessere Kamerazugänglichkeit. Das dürfte aber trotz der geringen Gesamtbrechkraft nicht gehen weil das Korrektursystem für die aktuelle Position ausgelegt ist. Wenn dieses nahe der Bildebene liegt muss dieser "Glasklotz" relativ stark intern brechen um einen Effekt zu erzielen, und der ist dann unvorhersehbar positionsabhängig.

Hubert

Peter_le

Zitat von: Jürgen Boschert in Februar 18, 2026, 22:16:24 NACHMITTAGSHallo Peter,
danke, dass Du meinem Tonabnehmer wieder in die richtige Spur geholfen hast!
Gerne helfe ich deinem Plattenspieler ;) Ich hatte mal ein ähnliches Problem als ich mir kurz mal nicht vorstellen konnte wie denn bitte Kollektoren eine Punktlichtquelle kollimieren können.


Zitat von: Jürgen Boschert in Heute um 16:26:08 NACHMITTAGSHallo Michael,

das habe ich tatsächlich vergessen in die PDF mit zu übernehmen: Mit einem KPL W 12,5 (Optovar 1,25, kleiner geht ja an den Großgeräten nicht, kein Weitfeldrevolver) sehe ich im Durchmesser 520µm mit demselben Objektiv, über die Videoanpassung 560µm für die Langseite des 16:9-Formates, also ca. 107%! Auf den KPl W steht keine SFZ: in Kurt Michels Heft aus dieser Zeit Mikroskopieren von Anfang an wird für diese Okulare eine SFZ von 18 angegeben; wenn man das anhand meiner Zahlen ausrechnet 520:(25x1,25) kommt man auf 16,64 (bevor jetzt ein Zeiss-Bashing beginnt: Ich habe ein Leitz Periplan 10x/18 ebenfalls gemessen und kam auf einen noch kleineren realen Wert). Nur um das gleich zu klären: Das Zeiss-Bashing bezieht sich nicht auf Dich, das kommt gewöhnlich aus anderen Ecken.

Also, meiner Erfahrung nach sind die Sehfeldblenden exakt 18,0 oder 20,0 mm im Durchmesser. Im Sehfeld mit Objektmikrometer sind sie minimal kleiner (Fehler können aus Tubuslängenänderung z.B. Dioptrienkorrektur, Toleranzen im Objektiv, Okular, Telansystemen kommen.) Minimal kleiner heißt Sehfeld 17,8 mm. Also zwischen 1 und 2% "Fehler". In Optical Systems hat Zeiss glaube ich mal angegeben, dass die Massstabszahlen nur sehr gering im einstelligen %-Bereich abweichen.

Es kann! sogar sein, dass der scheinbare Sehwinkel, falls der Fehler durch das Okular kommt, leicht erhöht wird ;)

Zitat von: Jürgen Boschert in Heute um 16:26:08 NACHMITTAGSanhand meiner Zahlen ausrechnet 520:(25x1,25) [...]
Die Mathematik stellte mir hier auch schonmal Probleme (als Florian D. mal was zum 1,25x Revolver des Orthoplans fragte), daher hatte ich mir was überlegt, ich hoffe es stimmt:

Maßstabszahl.beobachtet = SFZ [mm] / Sehfelddurchmesser
Maßstabszahl.beobachtet = 18 mm / 0,56 mm = 32

Maßstabszahl.beobachtet * (1 - Tubusfaktor) = Maßstabszahl
32 * (1 - 1,25) = 24
(Wenn Tubusfaktor größer >1)

Wenn Tubusf. kleiner <1:
M.b*(1-Tubusf.+1)=M

Keine Sorge, das KPL-W 12,5 hat SFZ ~ 18. Ich hatte mal ein altes und habe ein neues.

Grüße
Peter

Jürgen Boschert

Hallo Hubert und Peter,

@ Hubert: ich hatte ja auch schon in der Richtung etwas rumgepröbelt, wie das Jürgen/junio vorhat. Man kann die Optikfassung in dem Zeiss-C-Mount-Adapter ja etwas herausdrehen (= Verkürzen der Videotubuslänge) oder die Kamera einige Millimeter höher setzen (Verlängerung der Kameralänge); dabei kommt es nicht nur zu einer Defokussierung und dem Verlust der Parfokalität am Revolver, sondern auch zu grausigsten Farbfehlern. Das gleiche, bei meinen Versuchen mit den mir zur Verfügung stehenden Negativlinsen.

@ Peter: Danke für die Erklärung. Die Okularblende habe ich noch nicht nachgemessen und da denke ich auch , dass die schon dem Nonimalwert entsprechen. Und es ist natürlich so wie Du sagst: Es gibt da viele Faktoren, die auch bei geringen Einzelabweichungen sich schon mal auch aufaddieren können (Objektiv, Optovar, Telansysteme, die Okularoptik, die Tubuslänge. Die KPl 12,5 W oder mit SFZ 18 oder 20 (die sind aber nicht selten delaminiert) mag ich wegen des recht großen Sehwinkels und der etwas höheren Vergrößerung bei alternden Augen ganz gern, habe alle meine Mikros damit ausgestattet (konnte sogar vor ein paar Jahren zwei Pärchen Pol mit SFZ 20 ergattern, noch die älteren mit Vollmetallfassungen).

Beste Grüße !

JB

M59

Hallo Jürgen,

besten Dank, ich habe jetzt meine Kalibrieraufnahmen durchgesehen und mit dem normalen Revolver, zeigt das C-Mount setup etwa 20% mehr als mit meiner Kombi von S-KPL und 40mm Relaisoptik (an Nikon z30/APS-C). Das ist schon ein deutlicher Vorteil!
Mit dem Grossfeldrevolver erhalte ich dann erwartungsgemäß einen größeren Bildausschnitt.

Leider sind diese Linsen oder diese kompletten TV adapter selten zu bekommen.

Grüße,

Michael/M59