Bitte um Hilfe: Antikes Messing-Mikroskop

Begonnen von Klmund, Heute um 13:24:26 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Klmund

Hallo zusammen,
Ich bin Klaus und neu hier im Forum.
Ich habe einige Fragen zu meinem Dachbodenfund.
Ich habe ein altes Messing-Minroskop, welches von meinem Vater stammt. Ich vermute aufgrund der verschiedenen Goldschmiedezubehörteile, welche ich im selben Karton gefunden habe, dass mein Vater es von einem Goldschmied erworben hat. Er hatte mir einmal erzählt, dass er einige Artikel von einem solchen einmal gekauft habe.
Ich habe das Mikroskop gründlich nach Gravierungen (zu Hersteller u.Ä.) untersucht. Leider konnte ich absolut keine Hinweise zum Hersteller oder andere Informationen finden, die mich das Mikroskop einordnen lassen. Lediglich auf der Linse ist eine ,,4" eingraviert.
Hat von euch jemand vielleicht eine Idee, in welche Zeit sich das Mikroskop einordnen lassen kann und wie ich weitere Informationen hierzu erhalten kann?
Gibt es ansonsten besondere Pflegegebote, die ich bei einer Reinigung beachten sollte?
Besten Dank im Voraus und liebe Grüße
Klaus

Thomas Böder

Hauptmikroskope: Leitz Panphot, Ortholux, Zeiss Nf u. Technival u. Citoval 2, Reichert Zetopan
Kleinmikroskope: reichlich...

Gerd Schmahl

#2
Hallo Klaus,
willkommen im Forum!
ZitatGibt es ansonsten besondere Pflegegebote, die ich bei einer Reinigung beachten sollte?
Ja, gibt es: Nur so viel wie nötig und so wenig wie möglich putzen. Diese alten Teile beziehen einen Großteil ihres "Wertes" aus ihrer Patina, die zeigt, dass sie alt sind. Auf keinen Fall mit Elterglanz oder ähnlichen Poliermitteln Messingputz betreiben! Das Gerät ist mit einem sehr speziellen alkohollöslichen Lack versehen (Zaponlack), der ihm die goldene Farbe verleiht und das Messing vor Korrosion schützt. Alkohol oder andere Lösungsmittel scheiden deshalb auch aus zur Reinigung. Ich würde da nur Staubwischen, höchstens mit feuchtem Lappen etwas abreiben, wenn ein grober Schmutz darauf ist.

Natürlich will man durchgucken, auch wenn das natürlich eher was zum Angucken ist. Die Optiken kannst Du reinigen, indem Du die folgenden Schritte ausführst. Auch hier gilt wieder: Nur so viel wie nötig.
1. wichtigster Schritt: Linsen zunächst abblasen (Blasebalg) oder mit Optikpinsel abpinseln. Keinesfalls als Erstes mit irgendwas-auch-immer drüberwischen. Der Staub kann harte Partikel enthalten, die die Optiken zerkratzen.
2. Mit Aqua dest. und einem Wattestäbchen von innen nach Außen in kreisenden Bewegungen sauber wischen. Wenn Du auf die Glaser hauchst, ist das kondensierende Wasser auch Aqua dest.
3. Wenn 2. nicht reicht: Mit warmen Wasser und einem tropfen Spüli und wieder einem Wattetupfer in gleicher Weise. Sehr alter Dreck muss manchmal etwas aufweichen, bevor er sich bequemt zu weichen. Also ruhig 2..3 Mal wiederholen. Zum Schluss nochmal Aqua dest.
4. Nur bei ganz harten Fällen (Fett, Wimperntusche) mit Wundbenzin aus der Apotheke und dem Wattestab - na, Du weißt schon! Zum Schluss, na klar: Aqua dest.

Wir sprachen von Linsen, nicht von Spiegeln! Falls das Ding noch irgendwo einen Spiegel für Durchlichtbeleuchtung hat: nur Abpinseln. Oft sind das sehr empfindliche Oberflächenspiegel. Nur wenn die Spiegelschicht hinter dem Glas ist, kannst Du wie bei den Linsen putzen. Aufpassen, dass kein Wasser irgendwo einsickert und die Rückseite ruiniert (nur feucht, nicht nass arbeiten)

Hast Du das Mikroskop mal mit dem Rädchen vorsichtig hoch und runter gedreht? Das Opjektiv (unten am Tubus und auf den Bildern größtenteils verdeckt) könnte vielleicht doch noch einen Hinweis liefern.

Viel Freude mit dem schicken Teil wünscht
Gerd

Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Jürgen Boschert

Hallo Klaus,

Gerds Ratschläge sind wirklich Gold wert. Und auch mit den Wattestächen auf keinen Fall Druck ausüben, nur zart streicheln!
Beste Grüße !

JB