Graphitpulver für Irislamellen ?

Begonnen von AlexS, März 19, 2026, 19:13:21 NACHMITTAGS

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AlexS

hallo,
in einem amerikanischen Forum wurde empfohlen Graphitpulver als Trockenschmierstoff für Lamellen zu verwenden.
Ist das zu empfehlen ? Ich würde mein ü 70 Jahre altes Leitz gerne etwas pflegen ...
vG Alex

Rawfoto

Hallo Alex,

in der Materialkunde wird Graphit zur Erhöhung der Leitfähigkeit verwendet, und dann kenne ich noch die Anwendung zur Trockenschmierung. Das könnte also funktionieren.

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Jürgen Boschert

Lieber Alex,

das würde ich intuitiv nicht machen. Machst sicher Spaß, wenn die Graphitschmiere auf evtl. darunter gelegene Optik trifft. Die Lamellen sollten trocken gehalten werden. Ganz, ganz wenig werden allenfalls die Stifte geschmiert
Beste Grüße !

JB

Aljoscha

HAllo ALex,

Lass das lieber bleiben, außer Du stehst auf Dreck im Mikroskop.

Viele Grüße

Alexander

AlexS


jochen53

Hallo Alex,
ich würde auch davon abraten, weil sich Graphit-Partikel lösen könnten und sich irgendwo wieder finden, wo sie nicht hingehören. Die Blendenlamellen aus Stahl sind schwarz brüniert und laufen bei Blenden, die nicht sehr schnell betätigt werden müssen wie z.B. die "autoamtische Springblende" in SLR-Objektiven, ohne Schmierung. Manchmal sind sie allerdings so stark mit altem, verharztem Fett verklebt (nach dem Motto: "Viel hilft viel"), daß sie sich kaum noch betätigen lassen. Da hilft nur ein Vollbad in Benzin.
Schnell und sehr häufig betätigte Blenden für Objektive wurden/werden mit einem speziellen Einbrenn-Gleitlack lackiert, der gleichzeitig möglichst schwarz und totmatt sein soll, um Reflexionen zu reduzieren. Dieser Lack ist nicht im Handel erhältlich. Durch den flächigen Kontakt der Blendenlamellen führen selbst kleine Reste von Öl oder Fett auf den Lamellen zu Adhäsion und einer Behinderung der Beweglichkeit. Dies ist bei alten Fotoobjektiven (z.B. dem optisch hervorragenden 1:2,8/55 mm Micro-Nikkor) neben einem verharzten oder trocken laufenden Fokustrieb die häufigste Alterungserscheinung.
Wenn man trocken mit Graphit oder Molybdändisulfid schmieren möchte, dann ist es sehr vorteilhaft, das Pulver gut in die zu schmierende Oberfläche einzumassieren, z.B. mit einem weichen Leder. Der Überschuß kann dann entfernt werden. Komplizierte mechanische Konstruktionen, wie z.B. Compur-Verschlüsse, kann man mit einer Suspension von Graphit oder MoS2 in Benzin behandeln. Nach Verdunsten des Benzins bleibt der Festschmierstoff zurück.
Viele Grüße, Jochen

Jürgen Boschert

Hallo Alex,

noch ein Tipp: Ich spare mir, wenn immer möglich, das komplette Zerlegen einer Irisblende. Zunächst bau ich die Einheit aus und lege sie ganz in ein nicht so flüchtiges Benzin ein (z.B. Campingbenzin); das löst verbackenes Fett besser. Immer wieder die Blende im Bad öffnen und schließen. Das Ganze so lange, bis man meint den Dreck herauszuhaben. Zum Schluss kommt die Blende in Wundbenzin und wird hier "beständig" geöffnet und geschlossen, bis man auf den geschlossenen Lamellen nach dem Abdunsten keine Beläge und Schlieren mehr sieht. Ggf. muss das Benzin wdh. gewechselt werden. Mit einem mit Feinöl benetzten Wattestäbchen werden die sichtbaren Stifte der Lamellen betupft, das reicht als Schmierung in aller Regel.
Beste Grüße !

JB

AlexS

danke, das sind gute hilfreiche Tipps und Waschbenzin hab ich auch noch da ....

jochen53

Denk bitte daran, das das Benzin feuergefährlich ist.
Jochen

liftboy

Tja Ihr Lieben... dann habt Ihr noch keine richtige "Ratte" auf dem Tisch gehabt!
Der ich mich nun um die alten Schätzchen kümmer, die ihr Leben in einer Garage, Scheune oder einem Keller beendet haben, finde da oft total verrostete Lamellen vor. Da hilft dann wirklich nur ein Bad in Benzin. Nach Reinigung der ausgebauten Lamellen mit einem Polierschwamm werden die Lamellen dann mit Fett eingelegt (ist einfacher), dann nochmals zur Entfettungskur ins Benzin und nach abtrocknen ein wohltuendes Ölbad. Überschüssiges Öl wird dann mit einem Tempotuch weggeputzt. Hätte ich ein altes Mofa, könnte ich dann das Benzin/Öl-Gemisch als Treibstoff verbraten; wäre dann Recycling :-)

Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

Wutsdorff Peter

Guten Abend Alex,
ich schließe mich der Methode von  Jürgen an.
Auf keinen Fall die Blende zerlegen !
Gruß vom Inschenör  peter W