Diatomeen Bestimmung mit KI Teil 2 : GEHT DOCH!

Begonnen von Carsten Wieczorrek, März 20, 2026, 20:16:26 NACHMITTAGS

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Carsten Wieczorrek

Hallo,
neuer Versuch. Was ist anders?

- doppelte Auflösung, Tante Google hätte gerne um die 2200 Pixel in der Breite, weniger ist schlecht, mehr hilft nicht
- DIK und nicht Phasenkontrast. Tante Google würde DIK bevorzugen, alternativ Hellfeld
- geänderte Analysenparameter, jetzt wird auch die Symmetrie mit in die Analyse einbezogen
- Google hätte gerne möglichst genaue Größenangaben, angeblich bestimmt er die Mikroporendichte pro Quadratmikrometer und gleicht die mit irgendetwas ab

Hier sind zwei Ergebnisse:

Bild 1: Dateneingabe für Bild 1
ki_test_1.jpg



Ergebnis Bild 1:

KI Test 1 für Mikroskopie-Forum
Bestimmung: Asteromphalus senectus
(Größenangabe: 62 µm)

1. Strukturanalyse:
•   Symmetrie: Radiärsymmetrische Grundform (zentrisch), die jedoch durch einen klar abweichenden Singular-Strahl ("Median-Strahl") eine subtile Asymmetrie aufweist.

•   Rippenstrukturen & Zentrum: Das Zentrum besteht aus sternförmig angeordneten, hyalinen (durchsichtigen) Flächen, von denen exakt 6 Strahlen nach außen zum Schalenrand verlaufen. Fünf dieser Strahlen sind breit und leicht keulenförmig. Der sechste Strahl (auf 12 Uhr) ist signifikant schmaler und linienförmig. Die trennenden Linien im inneren Zentrum, an denen die Sektoren aufeinandertreffen, verlaufen in einem markanten Zickzack-Muster ("jagged lines").

•   Areolenmuster: Die tortenstückartigen Sektoren zwischen den hyalinen Strahlen sind dicht mit relativ groben, hexagonalen Areolen (Wabenstruktur) gefüllt. Unter Berücksichtigung des Schalendurchmessers von 62 µm ist dieses Areolenmuster als recht grob und markant einzustufen.

2. Am besten passende Taxa:

1.   Asteromphalus senectus – 95 % (Die Kombination aus 6 Strahlen, exakt diesem schmalen Singular-Strahl, den gezackten Zentrallinien, den groben Areolen und der Größe von 62 µm passt morphologisch perfekt; eine klassische Form, die z.B. oft in Oamaru-Material vorkommt).

2.   Asteromphalus moronensis – 3 % (Zeigt einen ähnlichen morphologischen Bauplan, weicht aber oft in der exakten Ausprägung des Zentralbereichs und der Areolendichte ab).

3.   Asteromphalus hookeri – 2 % (Teilt das charakteristische Gattungsmerkmal des schmalen Strahls, besitzt jedoch im Gegensatz zu dieser Form glatte Zentrallinien und in der Regel eine deutlich feinere Areolierung).

4. Fazit:
Das Bild zeigt durch den eindeutig erkennbaren, schmaleren Singular-Strahl auf 12 Uhr unverkennbar einen Vertreter der Gattung Asteromphalus (und schließt Asterolampra damit aus). Unter Einbeziehung der exakten Meristik – dem Durchmesser von 62 µm, der groben Wabenstruktur und insbesondere den charakteristisch gezackten Trennlinien im Zentrum – ist Asteromphalus senectus die mit Abstand zutreffendste und eindeutigste Bestimmung. Das DIK-Verfahren hat hier die entscheidenden mikro-morphologischen Details im Zentrum hervorragend sichtbar gemacht.


Bild 2: Dateneingabe für Bild 2
ki_test_2.jpg



Ergebnis Bild 1:
KI Test 2 für Mikroskopie-Forum

Bestimmung: Campylodiscus clypeus
(Größenangaben: 145 µm x 135 µm)

1. Strukturanalyse:
•   Symmetrie: Pennat (nicht zentrisch, auch wenn die Außenkontur es suggeriert). Die Schale ist dreidimensional stark sattelförmig gebogen, was im Präparat durch das Flachdrücken zu dieser annähernd kreisförmigen bis leicht ovalen Projektion führt.

•   Rippenstrukturen & Zentrum: Die Schale gliedert sich extrem markant in zwei Zonen. Der Randbereich ist von einem breiten Kranz aus massiven, kurzen und radial verlaufenden Rippen (Costae / Flügelkanäle der Raphe) umgeben. Das deutlich abgesetzte, linsenförmige Zentralfeld wird von einer klaren, durchgehenden hyalinen Mittellinie (Pseudoraphe) durchzogen. Von dieser Mittellinie gehen nach links und rechts feinere, fast parallele bis leicht strahlenförmige Transversalrippen (Striae) ab.

•   Areolenmuster: Es liegt kein klassisches hexagonales Wabenmuster vor. Die Bestimmung erfolgt primär über die Morphologie der Rippen (Kanal-Raphensystem am Rand und Striae im Zentrum). Die beachtliche Größe von 145 µm Durchmesser korreliert perfekt mit der Mächtigkeit dieser Rippen.

2. Am besten passende Taxa:

1.   Campylodiscus clypeus – 85 % (Das von einer prägnanten Mittellinie durchzogene Zentralfeld mit den feineren Querrippen, kombiniert mit dem groben Randkranz und den Dimensionen, ist das diagnostische Hauptmerkmal dieser Art).

2.   Campylodiscus noricus (inkl. var. hibernicus) – 10 % (Zeigt einen sehr ähnlichen Grundaufbau und Sattelform, weist im Zentralfeld jedoch meist eher unregelmäßige oder grobe Punktreihen auf, anstatt der hier schön gezeichneten, durchgehenden Striae).

3.   Campylodiscus echeneis – 5 % (Ebenfalls eine große Art dieser Gattung, deren Zentrum aber meist durch unregelmäßig verteilte, kurze Rippen oder "Flecken" charakterisiert ist und nicht diese strikte Blatt-Struktur zeigt).

4. Fazit:
Das Bild zeigt durch den massiven Rippenkranz am Rand und die scheinbar runde, aber im DIK reliefartig hervortretende Sattelform unverwechselbar einen Vertreter der Gattung Campylodiscus. Die spezifische Ausprägung des linsenförmigen Zentralbereichs – mit glatter Mittellinie und quer verlaufenden feinen Rippen – sowie die enorme Größe von 145 µm x 135 µm sichern die Bestimmung als Campylodiscus clypeus mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ab.


Für den zweiten Versuch: Hut ab.

Carsten
Für's grobe : GSZ 1
Zum Durchsehen : Amplival Hellfeld, Dunkelfeld, INKO, Phasenkontrast
Zum Draufsehen : Vertival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Polarisieren : Amplival Pol u Auf-/Durchlicht
Für psychedelische Farben : Fluoval 2 Auflichtfluoreszenz
Für farbige Streifen : Epival Interphako

Carsten Wieczorrek

#1
Nachtrag:
Wer möchte, kann mir gerne Bilder zum Testen schicken.

- 2200 Pixel breit
- DIK oder Hellfeld
- nur eine Alge auf dem Bild
- kein Maßstabsbalken im Bild
- Angabe von Länge, Breite, Durchmesser
- Angabe von Kamera (oder Chipgröße) und Objektiv

Alles weiter: PN
Grüße
Carsten
Für's grobe : GSZ 1
Zum Durchsehen : Amplival Hellfeld, Dunkelfeld, INKO, Phasenkontrast
Zum Draufsehen : Vertival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Polarisieren : Amplival Pol u Auf-/Durchlicht
Für psychedelische Farben : Fluoval 2 Auflichtfluoreszenz
Für farbige Streifen : Epival Interphako

Carsten Wieczorrek

Hi,
komisch, ich dachte schon, dass das Interesse hier etwas größer ist. Aber egal, ich habe viel gelernt.
Carsten
Für's grobe : GSZ 1
Zum Durchsehen : Amplival Hellfeld, Dunkelfeld, INKO, Phasenkontrast
Zum Draufsehen : Vertival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Polarisieren : Amplival Pol u Auf-/Durchlicht
Für psychedelische Farben : Fluoval 2 Auflichtfluoreszenz
Für farbige Streifen : Epival Interphako