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Rändel reinigen

Begonnen von Peter_le, April 18, 2026, 15:35:42 NACHMITTAGS

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Peter_le

Liebe Foristen,

ich suche eine oder mehrere Methode(n), Rändel zu reinigen, insbesondere von Hautschuppen. Ich bin mir sicher, dass es geeignetere Methoden gibt als nur den Zahnstocher und Aceton.

Interessant sind für mich vor allem Rändel auf verchromten Messing, wie u.a. von Zeiss-West verwendet.

(Rändel auf Kunststoffen und lackiertem Messing ist interessant, aber Kunststoffe und Lacke gibt es ja verschiedene)

Gelesen hatte ich schon: Eisenbürsten wegen Rost vermeiden, aber es gab noch einen anderen Beitrag mit Glasfaser den finde ich nicht mehr.

Grüße
Peter

Rawfoto

Hallo Peter

Je nach Größe mit einer harten Zahnbürste oder einer Handbürste, jeweils mit Waschbenzin aus dem Baumarkt.

Die Drahtbürste macht Kratzer,Messingbürsten sind bei harten Metallen o.k.


Lieber testen ...

Zu meiner Lehrzeit gab's nur Metall, zu Kunststoff kann ich keine Flüssigkeit empfehlen, da habe ich keine Erfahrung.

Liebe Grüße aus der Werkstatt

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Jürgen Boschert

Hallo Peter,

wo immer möglich bau ich den entsprechenden Drehknopf ab und reinige ihn mit einem Haushaltsreiniger/Spülmittel unter fließendem Wasser mit einer Zahnbürste; bei empfindlicheren Oberflächen mit einer Kinderzahnbürste. Auch bei hartverchromten Teilen würde ich niemals eine Metallbürste verwenden!
Beste Grüße !

JB

Mart

Hallo Peter,

man kann die Borsten der Zahnbürste mit einer Schere etwas kürzen um hartnäckige Stellen sauber zu kriegen.

Freundlicher Gruss,

Gregor

DieterS.

#4
Hallo Peter,

zur  Reinigung solcher metallischer Rändel wäre es sicher gut, wenn Du diese zunächst für eine längeren Zeitraum

in ein tensidhaltiges oder seifenhaltiges Wasser einlegst, damit das anhaftende Material quellen kann. Danach

wäre ein Ultraschallbad die Methode der Wahl, aber auch eine elektrische Zahnbürste kann gute Dienste leisten.

Bei Kunststoffrändeln muss auch Aufgeweicht werden; hier würde ich aber nicht mit dem Ultraschallbad behandeln,

sondern auch auf die Zahnbürste oder Watte zurückgreifen. Bei Kunststoff keine Essigsäure verwenden, da bei

einer solchen Behandlung Quellungsrisse entstehen.

Viel Erfolg!

Dieter


Hugo Halfmann

Hallo Peter,

für hartnäckigen Dreck, der mit den Eskalationsstufen Neutralseife - Uhrenreiniger - Waschbenzin nicht abgeht nehme ich so einen Glasfaserradierer

Wenn's Chrom abgeht, wird halt entchromt und neu verchromt.
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

Luxo F.

Meine Methode ist:

  • das gerändelte Teil möglichst abbauen. Falls das absolut nicht geht, muß man halt höllisch aufpassen, daß man kein Reinigungsmittel in irgendwelche Fugen sickern läßt...
  • Beim üblichen Fall (Dreck von Jahrzehnten der Benutzung, also Hautschuppen, Fett und Creme) weiche ich das Teil erstmal mit "Bref gegen Fett" eine Weile ein, das löst die Bescherung...
  • ... und rücke ihm dann mit einer Zahnbürste (mit mehr Bref, Zahnpasta ist zu abrasiv) zu Leibe. Bei nicht abgeschraubten Teilen rein von Hand und immer so, daß ich von den Anschlußfugen weg bürste, bei abgeschraubten auch gern mit einer elektrischen. Wie beim Zähneputzen gilt hier auch: nicht zu viel Druck ausüben, wenn es richtig sauber werden soll.
  • Danach unter fließend Wasser oder mit einem Mikrofasertuch gründlich abputzen. Eventuell wiederholen.
  • Für (seltene) hartnäckige Reste kommt folgende Reihenfolge dran: Nochmal Bürste -> Fingernagel -> Zahnstocher -> ein passend scharf geschliffener, aber mit abgerundeten Ecken versehener kleiner Uhrmacherschraubendreher, den ich mit mäßigem Druck entlang der Rändelfuge ziehe, um den Schmodder durch Druck von oben aufzubrechen und dann wegbürsten zu können -> eine Stecknadel als rabiate Lösung, wenn mir der Kragen platzt

Viele Grüße
Florian

Werner

#7
Kunststoffe kann man problemlos im Ultraschallbad reinigen, das schadet dem Kunststoff nicht.
Der meiste Dreck ist schon nach 1 Minute weggestäubt, länger als 3 Minuten braucht es meist sowieso nicht.
Für Reinigung in Benzin, Aceton usw. verwendet man ein Schraubglas, das ins Wasser gestellt wird. Immer auf mindestens minimale Füllhöhe in der Wanne auffüllen, sonst schadet es dem unten angebrachten Schwinger, der zerbröselt ohne Wasserlast allmählich.

Gruß - Werner

Peter_le

Abend Gerhard, Jürgen, Gregor, Dieter, Holger, Florian, Werner,

Danke schonmal für die Beiträge.

In der Tat ist es so, dass ich ein Objektiv nicht "baden" will.

Aber ich nehme trotzdem einige Ratschläge mit, die Zahnbürstenborsten kürzer zu schneiden (die Fläche verkleinern, darauf bin ich selbst gekommen), Verzicht auf Metallbürsten, Bref gegen Fett, das Ultraschall nicht zerstören.

Beherrschte Eskalationsstufen bei Wartungsarbeiten finde ich immer gut.

Eine Idee für Chromoberflächen habe ich selber: Irgendwo habe ich eine Dose mit Klebereste-Entferner, eine Vaselineartige Masse aus Lösungsmitteln und Kohlenwasserstoffen. Auftragen (Achtung, fängt vielleicht an zu fließen), einwirken lassen und je nach Objekt Zahnbürsten oder Zahnstochern.

Auf Metall habe ich mit Nagellackentferner bessere Erfahrungen gesammelt als mit Waschbenzin.

Kleber (Klebeband) auftragen und abziehen kann ich mir auch vorstellen. Statt den Lackabdruck, den Dreckabzug ;D

Grüße
Peter


Luxo F.

Hallo, Peter,

ein Objektivrändel habe ich nach der von mir oben umschriebenen Methode kürzlich gereinigt, indem ich das Objektiv mit der Verschraubung nach unten auf ein (zwischendurch ständig gewechseltes, damit auch ja keine Soße ins Innere läuft oder verdampft) Tuch gestellt und dann das Bref mit einem Wattestäbchen ringsum aufgetupft und immer wieder nachgewischt habe, daß das Rändel feucht blieb. Eine nervige Arbeit, aber nach gut 10min ließ sich der Dreck bereits schön aus dem Rändel herausbürsten - das Objektiv habe ich dazu mit dem Tuch an die Tischkante geschoben, auf den Tisch gedrückt und nach unten gebürstet. Danach Tischkante und Boden putzen nicht vergessen...

Die Frontlinse habe ich mit einem zurechtgeschnittenen Plastik-Frühstücksbeutel (falls Du einen Vakuumierer im Haus hast: der macht auch aus großen Beuteln kleine) und einem als Gummiband mißbrauchten O-Ring aus der Grabbelkiste während der Aktion vor Fingern und Spritzern geschützt.

Bei dem so behandelten Leitz-Objektiv ist zwar auch eine Fuge an der Unterkante des Rändels, aber die betreffende Hülse bekam ich leicht los und konnte nach erfolgter Reinigung dann einmal schön mit einem sanfteren Mittel das bißchen hereingezogene Bref wieder aus dem Gewinde über und unter dem Rändel holen. (Bei mir erst AquaDest mit Wattestäbchen, dann mit einem sauberen Brillenputztuch abwischen, ggf. wiederholen, abschließend dasselbe mit Optical Wonder).

Falls jemand für diese Fälle ein Patentrezept gegen die Kapillarwirkung hat, dann her damit  ;)
Viele Grüße
Florian

Jürgen Boschert

Hallo zusammen,

Bref hatte ich mich nicht getraut zu erwähnen, sehe aber nun, dass es auch andere gerne verwenden. Für mich ist es für solche Reinigungsarbeiten fast schon zum Allheilmittel geworden. Macht übrigens dunkel gewordenes Messing auch wieder schön hell. Bei Kunststoffen muss man vorsichtig sein, insbesondere Bakelit. In Gravuren eingelassene Farbe löst es heraus!

Objektivrändel reinige ich praktisch genauso, wie von Florian beschrieben. Mit entsprechender Modifikation kann man auch Triebköpfe reinigen, die man nicht abbekommt oder nicht abschrauben will. Dabei um mögliche Eindringrillen ein Stück zusammengerolltes Küchentuchwickeln und ggf. wdh. tauschen.
Beste Grüße !

JB

Luxo F.

#11
Hallo zusammen,

@Jürgen Boschert: mit Farbe und Bref hatte ich bisher nur dann Probleme, wenn die Farbe bereits von Fett unterwandert war. Die Farbe selbst hat das Mittel bei mir noch nie angegriffen. Daher aus Interesse: hast Du das mal genauer angeguckt, wenn Dir so eine Lackeinlage entgegenkam? Falls die Farbe selbst gelöst wird, müßte die ja auf einem Lappen farbig schmieren. Wenn sie in Bröckchenform bleibt, würde ich eher auf eine Unterwanderung tippen. (Im Endeffekt bleibt "weg" in beiden Fällen "weg", daher ist das auf den ersten Blick akademisch - aber unterwanderte Lackeinlagen fallen einem früher oder später eh entgegen. Man beschleunigt das also nur etwas.)

Bei Bakelit und ähnlichen Kunststoffen muß man zwischen Reinigung und Aufarbeitung trennen - sauberes, aber verwittertes Material sieht meist schlimmer als als verschmutztes, weswegen man dann erstmal panisch jegliche Reinigungsversuche einstellt. Diese Lernkurve habe ich ebenfalls durchlaufen...

Hier lohnt sich ein Blick zu Röhrenradios und Telefonen, die ja genau dasselbe Problem haben. Dieser alte Thread im Radiomuseumsforum enthält viele hilfreiche Tips dazu: https://www.radiomuseum.org/forum/bakelit_reinigung_und_reparatur_von_bakelit.html

Und wenn man mattem Bakelit wieder zu neuem Glanz verhelfen möchte, hilft dieser alte und nur noch im Internet Archive verfügbare Text vom deutschen Kunststoff-Museum: https://web.archive.org/web/20031213191501/http://www.deutsches-kunststoff-museum.de/public/wwwboard/messages/205.htm
Viele Grüße
Florian

Peter_le

Zitat von: Luxo F. in April 19, 2026, 01:26:54 VORMITTAGBei dem so behandelten Leitz-Objektiv ist zwar auch eine Fuge an der Unterkante des Rändels, aber die betreffende Hülse bekam ich leicht los und konnte nach erfolgter Reinigung dann einmal schön mit einem sanfteren Mittel das bißchen hereingezogene Bref wieder aus dem Gewinde über und unter dem Rändel holen. (Bei mir erst AquaDest mit Wattestäbchen, dann mit einem sauberen Brillenputztuch abwischen, ggf. wiederholen, abschließend dasselbe mit Optical Wonder).

Falls jemand für diese Fälle ein Patentrezept gegen die Kapillarwirkung hat, dann her damit  ;)

Ja, Schutzvorkehrungen treffe ich auch gerne. Bei gefederten Leitz Objektiven 170mm lassen sich die Linsenpakete sehr gut entfernen. Bei Zeiss-West Objektiven ist das bei Immersionsobjekiven wegen des Lackrings (wenn dieser intakt ist) am Frontspiegel zumindest nicht von vorne gut 'auszuweiden'. Okularseitig geht das bei intaktem Lack auch nicht. Sicherlich ein Vorteil um die Objektive vor eindringendem Immersionsöl zu schützen. Falls jemand Tipps bezüglich dieses Lackes hat, gerne ::), insbesondere zum Neulackieren. Zum Abdichten werde ich mit Schellack experimentieren. Schellack ist löslich in Alkoholen, aber beständig gegenüber Benzin, Wasser und vermutlich auch gegen Immersionsöl.

Bei den gefederten, trockenen Zeiss-West Objektiven ist nach meiner Erfahrung der gravierte Mantel häufig viel schwieriger zu entfernen (bislang nur mit Fahrradschlauch und Handkraft ausprobiert, bei mindestens einem Objektiv hatte es nicht geklappt) als bei Leitz, da hatte es bislang immer geklappt.

Zum temporären Abdichten wäre vielleicht Vaseline oder ein Optik-Schmierfett einen Versuch wert (mit ausgeweideten Objektiv). Eine Kapillare ist nämlich keine Kapillare mehr, wenn es keinen "Spalt" mehr gibt.


Grüße
Peter

Jürgen Boschert

Hallo Florian,

die Schriften lösen sich mit Bref tatsächlich, d.h., der Lappen nimmt die Farbe auf; ist ja nicht schlimm, man muss es halt wissen. Soweit die Schriften graviert sind, kann man das ja einfach richten.

Bei Bakelit-Fokusknöpfen von Zeiss funktioniert das mit dem Paraffin oder Vaseline nur bedingt; da nehme ich dann Kunststofffarbe aus dem Autobedarf, werden damit wie neu.
Beste Grüße !

JB

Luxo F.

#14
Zitat von: Jürgen Boschert in April 19, 2026, 17:01:35 NACHMITTAGS... die Schriften lösen sich mit Bref tatsächlich, d.h., der Lappen nimmt die Farbe auf...

Oha - danke für die Information! Da hatte ich bisher also immer Glück. Aber ja, sowohl  Monoethanolamin als auch Propylenglycolmonobutylether sind Lösungsmittel - und im Sicherheitsdatenblatt von Bref aufgeführt.

Aber ja, Gravuren auslegen ist zum Glück nicht allzu kompliziert.
Viele Grüße
Florian