Hauptmenü

Jenamed 2 aus Kanada

Begonnen von Luette, April 20, 2026, 16:01:59 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Luette

Liebes Forum,

ich habe kürzlich ein Jenamed 2 aus Kanada erworben. Es kommt mit dem Steckertyp B. Im Mikroskop sind träge Feinsicherungen für 250V mit 400mA (sahen noch aus wie die Originalen), die bei Anschluß an unser Netz nach 3 Sekunden geflogen sind, wobei die LED kurz leuchtete. Brauche ich zum Betrieb am deutschen Netz einen Spannungswandler oder deutet es auf einen fehlerhaften Kontakt irgendwo im Gerät hin?

LG, Andreas   

Peter Reil

Hallo Andreas,

bist du sicher, dass das Mikroskop für 220 V Anschluss ist und nicht vielleicht für 110 V?

Gruß
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

Kay Hoerster

Hallo Andreas, ich denke, Peter hat den Punkt gefunden. Die Spannungsversorgung in Kanada ist ausschließlich 110V / 60 Hz, Du kannst ja mal am Mikroskop schauen, ob der interne Trafo unten am Boden auf andere Spannungen einstellbar ist. Ansonsten z.B. sowas hier...

Viele Grüße Kay
Mit freundlichen Grüßen
Kay

Gerd Schmahl

Hallo Andreas,
Zitatwobei die LED kurz leuchtete.
Wenn das original sein sollte, dann sicher mit Halogen-Lampe und nicht mit LED.
LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Peter V.

Hallo,

aus der Bedienungsanleitung:

ZitatFolgende Netzspannungen sind durch Umstellen der
Einbauelektrik möglich.
Netzspannung: 110 V /127 V / 220 V / 240 V + 10 %
- 15 %
Netzfrequenz: 50 / 60 Hz
Schutzklasse I
IEC 348
Die vom Werk eingestellte Netzspannung ist an der
Rückseite des Stativs kenntlich gemacht.
Achtung! Vor Inbetriebnahme sind Anschlußbedingungen zu
überprüfen.

Wo man allerdings diese Umstellung vornehmen kann, weiß ich nicht. Ich habe hier am Platz gerade kein Jenamed. Es kann aber sein, dass es keinen für den Benutzer vorgesehenen Schalter zur Umstellung der Eingangsspannung am Gerät gibt, sondern das irgendwo auf der Platine eingestellt werden muss. Ich kann später mal nachschauen.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Luette

Hallo,

erstmal vielen Dank für die Antworten.

@Peter: Genau die Angaben sind hinten auf dem Mikroskop zu finden, was mich der Annahme veranlasst hat, dass es grundsätzlich für diverse Netzspannungen ausgelegt sein muss.
Wenn Du nachschauen würdest, darüber würde ich mich sehr freuen.

Vielen lieben Dank   

Peter Reil

Zitat von: Luette in April 20, 2026, 20:05:26 NACHMITTAGS@Peter: Genau die Angaben sind hinten auf dem Mikroskop zu finden, was mich der Annahme veranlasst hat, dass es grundsätzlich für diverse Netzspannungen ausgelegt sein muss.
Wenn Du nachschauen würdest, darüber würde ich mich sehr freuen.

Hallo Andreas,

wenn du ein Foto von diesen Angaben auf deinem Mikroskop machen würdest, könnte man den Fehler vielleicht eingrenzen. Da müsste die eingestellte Netzspannung sichtbar sein.

Gruß
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

Luette

Hallo Peter,

anbei das Foto.

LG, Andreas

Peter V.

#8
Hallo Andreas,

die eingestellte Netzspannung sieht man nicht (mehr), weil die seinerzeit von Zeiss mit einem kleinen Aufkleber markiert wurde. Darüber hat wohl jemand später offenbar einen fetten Inventarisierungsaufkleber gepappt und bei der Entfernung desselben hat sich auch diese Markierung abgelöst. Aber wenn es aus Kanada kommt, wird schon auf 110 V eingestellt gewesen sein.

Leider kommt man nicht so leicht an die Platine. Man muss das ganze Oberteil des Jenamed abnehmen, dann die Knöpfe vom Poti und der Tischhöhenverstellung entfernen, zwei Schrauben oben lösen und kann erst dann das Gehäuseblech abnehmen. Darunter sieht es so aus - ehrlich gesagt, nur bedingt vertrauenserweckend.  ;) Die Elektronik ist eben auch ca. 40 Jahre alt...
Wo man allerdings die Eingangsspannung anpassen kann, erschließt sich mir nicht. Eine "einfache" Umstellmöglichkeit war jedenfalls offenbar nicht vorgesehen.

Mein Rat wäre, das Mikroskop auf LED umzubauen. Das ist beim Jenamed noch relativ einfach, weil man den ganzen Lampeneinschub herausziehen und dann LEDisieren kann.

Und ob nach dem Anlegen von 220 V die Elektronik überhaupt noch in Ordnung ist, sei dahingestellt.

Hezrliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Peter Reil

Hallo Andreas,

ich schließe mich der Meinung von Peter V. an. Die Eingangsspannung wird bestimmt ab Werk eingestellt. Da wurden wahrscheinlich die passenden Anschlüsse der Trafos abgegegriffen oder vielleicht sogar ganz andere Trafos verbaut. Es ist dann gar nicht vorgesehen, dass man das leicht ändern könnte.

Ohne entsprechenden Anschlussplan würde ich da nichts machen. Und das Rumprobieren an alter Elektrik mit 220 V ist keinesfalls zu empfehlen. Das Risiko ist nicht ohne.

Es wird ein Umbau auf LED nicht zu umgehen sein.

Gruß
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

Peter V.

Hallo Andres,

so sieht ein Umbau auf LED aus.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Markus Hirt

Hallo,
verbaut waren ja 400mA Sicherungen, also ist der Trafo ziemlich sicher auf  110V oder 127V verdrahtet - vergleiche die Beschriftung auf Img8215. Auf dem Photo meine ich zu erkennen, dass der Trafo 2 Primärspulen besitzt, die parallel (110V, 127V) oder in Reihe (220V, 240V) geschaltet werden können. Dies geschieht durch entsprechendes Verlöten der Anschlüsse. Das kann ein Fachmann (!) leicht erledigen und wird dann auch gleich die elektrische Sicherheit testen. Also HiFi/Fernsehtechniker, Elektriker - oder fachkundiger Pensionär in lokalem Reparaturcafe.

Bis auf letzteres wird das dann aber teurer als ein schon angesprochener Vorschalttrafo.

Und dass der LED-Umbau ggf. sinnvoller und nachhaltiger ist, bleibt unbenommen.

Mit Pech ist beim Fliegen der Sicherung auch gleich die Elektronik (die Halbleiter) mit beschädigt worden.

MfG
Markus

Peter V.

#12
Hallo,

ZitatMit Pech ist beim Fliegen der Sicherung auch gleich die Elektronik (die Halbleiter) mit beschädigt worden.

das befürchte ich ja.

Fakt ist, dass ein LED Umbau so oder so die wirtschaftlichste Lösung ist. Zudem kann einem auch nach einer aktuell durchgeführten Reparatur früher oder später diese 80er-Jahre Elektronik "um die Ohren fliegen" (wie ich aus mehrfacher eigener Erfahrung weiß!!)

Herzliche Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Gerd Schmahl

#13
Hallo Andreas,
die Spannung wird, wie von Marcus schon geschrieben, durch Verlöten an den richtigen Anschlüssen des Travos voreingestellt. Vom Jenamed habe ich den Schaltplan nicht gefunden, die primäre Stromversorgung dürfte aber wie beim JENAVAL sein (siehe Anhang). Da ist auch eine Anschlusstabelle zu sehen, für die verschiedenen Spannungen und die erforderlichen Sicherungen. Demnach ist die T400 Sicherung, die  Du in dem Gerät gefunden hast, für 127 V vorgesehen. 110V bräuchte T500 und 240V T200. Das macht auch Sinn, weil in Kanada 120V/60Hz (nicht 110V!) verteilt werden. Da ist 127 wohl am nächsten dran. Siehe Spannungsübersicht
LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Peter Reil

Ich kann nur vor Experimenten an dieser alten Schaltung warnen. Wenn da 220 Volt für 3 Sekunden "freien Zugang hatten",  wird nicht nur die LED defekt sein.
Aber jeder wie er mag.

Ich habe selbst heute ein Mikroskop bekommen wo es hieß: "Wahrscheinlich nur die LED ist kaputt." Die auf 6 Volt ausgerichtete Schaltung wurde aus Versehen mit einem 12 Volt Netzteil betrieben. Das klappte sogar ca. 2 Minuten, bis sich nichts mehr tat und leichter Kunststoffgeruch wahrgenommen wurde.
Defekt sind nun nicht nur die LED, sondern zudem der Transistor der Ansteuerung.
Es wird nun ein Neuaufbau werden. Sicher ist sicher.

Gruß
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom