Zeiss Junior vs Wild M12

Begonnen von aga_peter, Mai 09, 2026, 17:47:30 NACHMITTAGS

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aga_peter

Hallo zusammen, ich bin zufälligerweise in den Besitz von einem Wild M12 Mikroskop gekommen. Ausgestattet mit drei Wild PL Fluotar Objektiven: 6x/0.20, 20x/0.45, 40x/0.65.
Zu Hause hatte ich schon lange ein Zeiss Junior mit 4 Objektiven: Plan 2.5x/0.08, 10x/0.22, 40x/0.65, 63x/0.80.
Da ich nicht zwei ähnliche Mikroskope brauche, überlege ich nun, welches ich behalten soll.
Wenn ich richtig liege, sind die Wild Objektive aus der PL Fluotar Reihe den Zeiss Objektiven überlegen. Ev könnte man Objektive zwischen den Modellen wechseln - irgendwo stand, dass eines von beiden Mikroskopen das Bild im Tubus bei 9mm erstellt und das andere bei 10mm, was vernachlässigt werden kann.
Der Junior wäre übrigens ein Mono- und das Wild Doppelokular.
Mir geht es aber hier primär um die Bildqualität.
Oder gibt es noch andere Faktoren, die eine grössere Rolle spielen?

Gruss
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Nikon SMZ-1B & SMZ-2T, Zeiss Junior & Axiovert 10, Wild M12, Leitz Laborlux D, Reichert Polyvar

Peter Reil

Hallo Peter,

eigentlich ist die Entscheidung ganz leicht: Nimm ein Präparat, das dir am Herzen liegt (z. B. Diatomeen-Testpräparat) und probiere beide Mikroskope abwechselnd aus. Du darfst dabei auch ganz freudig die Objektive untereinander tauschen.
Da wo du selbst das Gefühl hast, es gibt ein besseres Bild und es macht dir mehr Spaß, dieses Mikroskop behältst du. Fertig.  :)

Falls du zu keinem Ergebnis kommst, auch kein Problem. Dann behältst du beide.
Hier im Forum soll es Leute geben, die haben mehr als eines..... ::)

Gruß
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

aga_peter

Hallo Peter
Danke für Deinen Input, ein guter Vorschlag 🤓
Ich befürchte ich gehöre zu dem Kreis der Personen, von denen Du sprichst.
😎 Meine Frau hat bei mir aufgegört die Mikroskope zu zählen, sie kriegt eine Krise, sabald ich ein neues Teil nach hause schleppe. Da ich aber schon zwei Grossmikroskope habe und hauptsächlich das Axiovert benutze, macht es für mich wenig Sinn beide zu behalten. Das Zeiss habe ich vor knapp 30 Jahren an meiner Uni am Institut für Botanik erworben, weil Mikroskope ausgemustert wurden, daher war ich mit dem Zeiss emotional verbunden, aber ich versuche mich aus meiner Sammelwut zu befreien und nur Sachen zu behalten, die ich brauche.
Meine Arbeitsgeräte: Nikon SMZ-1B & SMZ-2T, Zeiss Junior & Axiovert 10, Wild M12, Leitz Laborlux D, Reichert Polyvar

rhamvossen

#3
Hallo Peter,

ZitatAusgestattet mit drei Wild PL Fluotar Objektiven: 6x/0.20, 20x/0.45, 40x/0.65.

Falls du Tümpler bist, das 20/0.45 ist ein sehr schönes Objektiv dafür. Das 40er ist ein Achromat, Fluotar sollte N.A. 0.75 haben.

ZitatWenn ich richtig liege, sind die Wild Objektive aus der PL Fluotar Reihe den Zeiss Objektiven überlegen.

Stimmt.

ZitatEv könnte man Objektive zwischen den Modellen wechseln

Die Wild Objektive sind aber zu kurz für das Zeiss Junior, die haben nicht 45mm Abgleichlänge.

ZitatMir geht es aber hier primär um die Bildqualität.

Nur visuell oder auch fotografisch? Wenn es auch fotografisch sein muss, für das Junior is ziemlich einfach ein gerader Tubus zu bekommen, ein Tubus ohne Optik, das ist für die Fotografie das beste. Und visuell, du kannst mal schauen wie sauber die Prismen/Innenglasflächen von beide Mikroskope sind. Vor kurze seit kam Jemand mit einem Bino Wild M12 zu mir. Die Prismen waren ziemlich schmutzig/schimmlig und man konnte da nicht dran kommen um das sauber zu machen. Die Bildqualität war nicht so toll. Und Peter hat natürlich recht: welches Mikroskop gibt dir die meiste Freude, das ist sehr wichtig.

Beste Grüsse,

Rolf



aga_peter

Hallo Rolf,

Besten Dank.
Zu Deiner Info, es sind alles PL Fluotare, siehe Bilder!

Für das M12 hätte ich sogar noch ein spezielles Monokular, mit einem Tubus mit 0 Grad (geht senkrecht nach oben), mit einem innenliegenden Auszugsrohr mit Abstandsmarkierungen, vermutlich ist es für Mikrofotografie gedacht. Ich konnte es noch nicht in Betrieb nehmen, da ich zuerst noch die Beleuchtung prüfen / herrichten muss.

Ach so ja, zur Frage wie ich das Mikroskop verwenden will. Also primär visuell und wenn eine Kameraadaptation einfach sein sollte, dann später auch fotografisch.

Vg
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Nikon SMZ-1B & SMZ-2T, Zeiss Junior & Axiovert 10, Wild M12, Leitz Laborlux D, Reichert Polyvar

Peter_le

Hallo,

Ein "geerbtes" Junior ist natürlich kein übliches. Ein übliches Junior mit Achromaten ist in Deutschland wesentlich häufiger als Durchlicht-Mikroskope von Wild-Heerbrugg.

das nicht Plangeebnete Fluotar hat 40/0,75.
Ein Fluoritsystem oder ein Apochromat hat zwar oft, aber nicht immer eine höhere Apertur.
Ein anderes Beispiel ist das Leitz Planapo 40/0,75 und das Lomo Planapo 40/0,65, ich weiß gerade nicht ob das eine Zeiss-Jena-Kopie war.
Leitz hatte mal ein NPL Fluotar 25/0,55 und später ein Pl Fluotar 25/0,60.


Leider habe ich gehört, dass die Wild-Heerbrugg Fluotare nicht selten delaminiert sind. (Ich hatte mal ein Fluotar 50/1,0 Oel mit Hungerblase).

Zubehör ist nicht einfach zu bekommen, und bringt häufig einen Tubusfaktor mit sich, leider habe ich keinen neueren Katalog. Vielleicht sind auch deshalb die Wild Fluotare so hochaperturig, z.B. das 20/0,60, das müsste viele Jahre das aperturstärkste 20er Serien-Objektiv gewesen sein. Interessante Firma.

Grüße
Peter

aga_peter

Hallo Peter

Du hast mich mit der Delaminierung etwas beunruhigt. Die Objektive sind sehr gut erhalten und ich erkenne keine Probleme in der Optik, was ja aber theoretisch jederzeit passieren könnte. Gut, das könnte beim Zeiss auch der Fall sein.
Ob man dafür später Ersatzteile bekommt, spielt für mich keine Rolle. Wie gesagt ich benutze zum Tümpeln mein Axiovert, da ist die optische Qualität für mich einfach nur super. Eigentlich bräuchte ich weder das M12 noch das Junior, aber vorerst würde ich noch eines von beiden behalten.
Meine Arbeitsgeräte: Nikon SMZ-1B & SMZ-2T, Zeiss Junior & Axiovert 10, Wild M12, Leitz Laborlux D, Reichert Polyvar

A. Büschlen

Hallo,

Wild Heerbrugg baute für ihre Durchlicht Mikroskope zum einen die eigentlichen Achromate für Durchlicht / Hellfeld und mit der Bezeichnung Ph auch für Phasenkontrast. Diese Objektive trugen nie farbige Ringe, sondern schwarze. Die Ph Objektive zusätzlich eine gewellte schwarze Linie.
Dann die Plan Fluotare: Diese werden von Wild Heerbrugg als Fluotare bezeichnet, sie tragen farbige Ringe, haben aber gegenüber den eigentlichen Achromaten keine höhere Apertur, mit Ausnahme vom 100er. Dies hat ein Apertur von 1,30.
Die Fluotare tragen farbige Ringe, sind nicht plan, haben aber gegenüber den eigentlichen Achromaten eine höhere Apertur.
Die Fluotare werden von Wild Heerbrugg als Semi-Apochromate bezeichnet.

Dass an den Objektiven von Wild Heerbrugg "Delamination nicht selten sei", ist mir völlig fremd.

Wild Heerbrugg Fluotare waren und sind in ihrer Abildungsleistung kaum zu toppen. 

Grüsse Arnold Büschlen
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Jürgen Boschert

Hallo Arnold,

auf den Objektiven steht aber Pl Fluotar drauf, also doch Plan-Fluotare?!
Beste Grüße !

JB

A. Büschlen

#9
Hallo Jürgen,

dein nachfragen ist berechtigt.

Ich habe vor mir die Schrift: M3 210d-I. 72 mit dem Titel : " Mikroskop Optik: Aufbau und Korrektion, Prüfmethoden, Objektivtypen, Okulartypen" von Wild-Heerbrugg.
Darin werden in den Abschnitten a) Achromate (z.B. Wild-Achromate), unter b) Semi-Apochromate (z.B. Wild-Fluotare) und unter d) Plan-Objektive (z.B. Wild Plan-Fluotare) beschrieben.
So wohl in der oben genannten Schrift, als auch in zwei anderen Schriften aus dem Hause Wild-Heerbrugg: Die optischen Grundlagen der Mikroskopie als auch in Prüfung mikroskopischer Objektive wird nicht darauf hingewiesen, dass die Wild-Heerbrugg Plan-Fluotare keine Semi-Apochromate sind.

Grüsse Arnold

Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Peter_le

Zitat von: A. Büschlen in Mai 10, 2026, 21:06:50 NACHMITTAGSDass an den Objektiven von Wild Heerbrugg "Delamination nicht selten sei", ist mir völlig fremd.
Grüsse Arnold Büschlen

Abend Arnold,


Umso besser, dass da etwas entgegengesetzt wird!

Ich denke, dass die apochromatische Korrektur nur einen kleinen Vorteil gegenüber der semiapochromatischen Farbkorrektur bringt. In den Katalogen etc. ist mir kein Apochromat für Durchlicht von Wild begegnet, Dir? (Ich habe bis auf mein Fluotar leider keine persönliche Erfahrung mit Wild.)

Grüße
Peter

aga_peter

Mir ist noch ein kleiner Detail bei der Beschriftung aufgefallen, zuerst dachte ich, das käme von Kratzern, ist aber nicht so. Und zwar steht bei den ersten zwei Obkektiven Pl. und beim 40er PL in Grossbuchstaben und ohne Punkt. Vermutlich hat man bei Wild irgendwann die Schreibweise verändert, oder aber ist Pl. <> PL ???
Meine Arbeitsgeräte: Nikon SMZ-1B & SMZ-2T, Zeiss Junior & Axiovert 10, Wild M12, Leitz Laborlux D, Reichert Polyvar

Peter_le

Hallo Peter,

meine Antwort habe ich vergessen abzuschicken.

Ich wollte dich nicht beunruhigen. Ich bin überzeugt, dass Delamination sich bei guter Handhabung vermeiden lässt.

Grüße
P

aga_peter

Besten Dank für alle Beiträge. Ich melde mich nochmal sobald ich die ersten Tests durchgeführt habe.

Meine Arbeitsgeräte: Nikon SMZ-1B & SMZ-2T, Zeiss Junior & Axiovert 10, Wild M12, Leitz Laborlux D, Reichert Polyvar

aga_peter

Ich habe zusammen mit einem Wild M12-95870 zwei Binokulare bekommen: 19698 und 29137.
Visuell sehen sie gleich aus. Kennt jemand den Unterschied? Bei beiden ist das Licht im Okular ein klein wenig dezentriert, sodass ich die beiden Zentrierschrauben fast bis zum Anschlag reindrehen muss. Entweder ist das so, oder es braucht ein anderes Binokular Teil.
Meine Arbeitsgeräte: Nikon SMZ-1B & SMZ-2T, Zeiss Junior & Axiovert 10, Wild M12, Leitz Laborlux D, Reichert Polyvar