Selbstbau-Projekt: Rotierbarer Polarisator als 6×20 mm Mikroskop-Schieber

Begonnen von Wes, Heute um 20:28:43 NACHMITTAGS

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Wes

Hallo zusammen!

Ich tüftle gerade an einem kleinen Selbstbauprojekt und würde mich riesig über euren Input freuen. Konkret möchte ich einen rotierbaren Polarisator als 6×20 mm Schieber (DIN-artiger Mikroskop-Slot) bauen — also einen Einsatz, bei dem ein linearer Polarisator in einer Halterung sitzt und sich über ein kleines Rädchen oder Zahnrad am herausragenden Ende von Hand drehen lässt, während der Schieber im Strahlengang steckt. Idealerweise mit Winkelskala und vielleicht sogar Rastpositionen.

Der Hintergrund: Ich arbeite an einem Zeiss Axiovert 100, und der 6×20er Slot sitzt bei mir so günstig, dass der Polarisator zwischen Fluoreszenzanregungsstrahl und Probe zu liegen kommt. Damit möchte ich untersuchen, wie sich die Emission fluoreszierender Kristalle in Abhängigkeit vom Polarisationswinkel der Anregung verändert. Der physikalische Kern ist die Kopplung zwischen dem Übergangsdipolmoment des Fluorophors und dem elektrischen Feldvektor der einfallenden Welle — die Absorptionswahrscheinlichkeit skaliert mit cos²θ zwischen den beiden, und bei kristallin geordneten Emittern sollte sich das in einer klaren Winkelabhängigkeit der Emissionsintensität zeigen. Genau das möchte ich sichtbar (und idealerweise messbar) machen.

Jetzt zum Knackpunkt: Ich habe null formale Erfahrung im Design oder Druck von 3D-Teilen — bin aber absolut lernwillig und finde es eine super Gelegenheit, da reinzukommen. Deshalb meine offene Frage an euch: Welche allgemeinen Design-Überlegungen würdet ihr mir mit auf den Weg geben? Worauf sollte ich bei so einem dünnen (6 mm!) Schieber mit beweglichen Teilen achten — Material (PETG, Resin, ABS?), Toleranzen, Lagerung der drehbaren Polarisator-Aufnahme, sinnvolle Antriebsmechanik (Zahnrad, Reibrad, Schneckengetriebe?), Streulichtunterdrückung, etc.? Auch grundsätzliche Tipps für jemanden, der gerade erst anfängt mit FDM/SLA, nehme ich super gerne. Bin offen für alles — verrückte Ideen ausdrücklich willkommen! 🙂

Vielen Dank schon mal!
Wes

Peter_le

Abend Wes,

Hast du bedacht, dass viele Folienpolarisatoren im UV-Bereich nicht nennenswert Polarisieren?
Es gibt natürlich teure die das können.


Je länger, je weniger breit der Schlitz, desto mehr Zahnräder/Reibräder werden benötigt.

Über das Streulicht würde ich mir nicht soviele Gedanken machen.

Eher über Vignettierung.

Grüße
Peter

Wes

Hallo Peter und vielen Dank für den Input!

Sehr guter Punkt mit den Folienpolarisatoren im UV-Bereich — das ist tatsächlich ein wichtiger Hinweis, an den viele (mich eingeschlossen am Anfang) nicht sofort denken. Genau aus dem Grund werde ich mich bei meinen Experimenten auf Anregungswellenlängen im sichtbaren Bereich beschränken (also typischerweise ab ~400 nm aufwärts, eher Richtung Blau/Grün). Da funktionieren auch die günstigen Linearpolarisatoren aus HN-Folie noch zuverlässig mit ordentlichem Extinktionsverhältnis. Echte UV-taugliche Polarisatoren (z.B. Glan-Taylor oder spezielle Dichroit-Folien) sprengen tatsächlich schnell jedes Hobbybudget.

Der Hinweis mit Länge vs. Schlitzbreite und Anzahl Zahn-/Reibräder ist sehr hilfreich — daran hatte ich in der Form noch nicht gedacht. Wenn das Drehrad weit außerhalb sitzt und die Polarisator-Aufnahme tief im Schlitz, braucht man entweder eine längere Welle (die in dem dünnen 6 mm Profil leicht durchbiegt) oder eben mehrere Zwischenräder. Ich werde mal überlegen, ob ich die Polarisator-Position eher näher ans Bedienende lege, um die Übersetzung möglichst kurz und kompakt zu halten.

Beim Streulicht beruhigt mich dein Kommentar — gut zu wissen, dass das in der Praxis kein großes Thema ist. Dann spare ich mir aufwendige Schwärzung im Inneren.

Vignettierung dagegen werde ich definitiv im Auge behalten — die freie Apertur sollte auf jeden Fall großzügig dimensioniert sein (mindestens Ø16 mm, eher mehr), damit nichts vom Strahlengang abgeschnitten wird. Hast du da eine Faustregel, wie viel Reserve man bei so einem Slot-Einsatz typischerweise einplanen sollte?

Danke nochmal — sehr wertvolles Feedback!
Wes