Probenkarussell - Eigenbau für's Stereomikroskop

Begonnen von Gerd Schmahl, August 17, 2026, 20:06:25 NACHMITTAGS

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Alfons Renz

#15
Lieber Gerd,

"was wäre an einer Metallplatte unpraktisch?"


=> Meiner Meinung und Erfahrung nach wirklich Vieles, auch wenn man anfangs - auch wir... an eine mechanisch grundsolide Konstruktion denkt.

- Ein Metallteller ist aufwendig in der Konstruktion, schwer und sehr flach. Die Döschen hängen nach unten durch, so dass man eine Unterkonstruktion/Abstandshalter am Mikroskop und für den Transport (ich nehme dazu eine flache Kuchenform) benötigt. Auch beim Drehen des Tellers besteht Gefahr, die Döschen nach oben zu drücken.

- Die Döschen brauchen eine optimalen Durchmesser, der dem Blickfeld bei schwacher Vergrößerung entspricht und eine gewisse Bauhöhe, damit man den Deckel leicht aufschrauben kann. Die Plastikdöschen (Durchmesser 3 cm, Höhe 3,2 cm) gibt es für wenig Geld im Laborhandel und der weiße Deckel lässt sich leicht beschriften. Wichtig, denn nach der Veranstaltung wird dann immer hektisch aufgeräumt (wie kann ich Dir helfen??) und da reicht dann: Schraub bitte die Deckel auf die zugehörigen Döschen! . Bei 20 Präparaten dauert das schon einige Zeit. Aber dann sind Teller und Döschen sicher verstaut.

- Die Sache mit dem Fokussieren ist wirklich wichtig, denn man bräuchte eigentlich drei Hände zur Bedienung: Zum Drehen, Fokussieren und Zoomen. Und man muss bei hoher Vergrößerung möglichst auch das Präparat seitlich verschieben können, um alle Details zu sehen. Dazu hat unsere Konstruktion eine seitliche Verschiebebahn - was sich aber in der Praxis als gar nicht so wichtig erwiesen hat, wenn man die Objekte vorher in den Döschen so orientiert, dass das wichtigste Detail in der Mitte liegt.

- Und nun der Clou: Der Stryrodurteller hat natürlich nicht die mechanische Präzision einer Metallplatte, die sogar, wie bei Dir, auf einem hochpräzisen Drehtisch sitzt. Das heisst, man muss ständig mit dem Höhentrieb fokussieren. Der 'wabbelige' Styrodurteller hat da den überraschenden Vorteil, dass man ihn mit der Drehhand leicht heben und senken kann. D.h. man fokussiert federleicht mit der rechten Hand am Teller. Der Teller selbst dreht in einer definierten Ebene, lässt sich aber aufgrund des Spiels im Lager (einer einfachen Metallstange) seitlich um ein paar Millimeter heben oder senken. Das hat sich in der Praxis sehr bewährt!

- und letztendlich fühlt sich der 3 cm dicke Stryodurteller (am Rand rund geschliffen und mit wasserlöslicher Deckfarbe gestrichen) sehr angenehm an; haptisch ein warmer Handschmeichler, kein kalter Stahl. Auch wichtig beim Betrieb im Freien.

Probier einfach die verschiedenen Varianten aus. Und Du wirst vermutlich auch zum Schluss kommen, dass die Einfachste die Beste ist.

Viel Erfolg,

Alfons

rlu

#16
Hallo,

Aufschrauben oder Durchfokussieren
Schraubt ihr die Dosen auf?
Wie hoch müsste die Dose sein, damit der Deckel geschlossen bleiben kann und man trotzdem durch ihn hindurch auf das Objekt fokussieren kann? Voraussetzung wäre, dass der Deckel möglichst plan und optisch klar ist und das zu betrachtende Objekt weit genug vom Deckel entfernt liegt, damit die Fokussierung durch den Deckel hindurch möglich ist.


Münzkapseln oder wo bekommt man die Gläschen her?
Würden auch Münzkapseln funktionieren? Die sind ja sehr flach.
Welche Quelle habt ihr für die Dosen?


Das Anheben des Tellers offenbart die Schwäche einer normalen Stereolupe.
Das Drehen des Fokusrads an einer Stereolupe ist verbesserungswürdig.
Man muss teilweise ziemlich viel Kraft aufwenden, um den Mikroskopkörper rauf- und runterzufahren.
Für Kinder ist das ein Problem. Die Lösung: den Teller einfach anheben oder absenken.
Grrrr...Genial...Windig....Genial...hmm


Präparat mit Infotext verbinden
Mein erster Gedanke war, dass dafür eine Positionierung benötigt wird, bei der der Drehteiler am Präparat einrastet.
Die Frage ist, ob das wirklich nötig ist.
Begeistert hat mich bei dem Tübinger Patent die Möglichkeit, einen Infotext zum Präparat auf einem Monitor anzuzeigen.
So muss man nicht jedem Besucher das Gleiche schallplattenartig erzählen.
(Für manche liegt aber genau darin der Reiz einer Ausstellung, um mit den Besuchern in Kontakt zu kommen, vielleicht für den Verein Werbung zu machen)
Dazu müsste man die Position auslesen und mit einem Arduino an den PC schicken. Wie macht ihr das?
Mit Kontakten, einem QR-Code, einem Widerstandsdraht oder einem Drehgeber oder...?


Baumarktplatte
Ist das eine PVC-Hartschaumplatte?
Welche oben und unten eine Papierlaminierung hat?
Wie kommen die Löcher rein? Ausstanzen oder Forsterbohrer?
Sackloch oder Bohrung mit Unterlegplatte?


Ich würde grundsätzlich auch zu einer solideren Lösung wie vom Gerd tendieren
Vielleicht denkt er da an den harten Alltag der Inneneinrichtung im Schulbetrieb.


Liebe Grüße
Rudolf

Alfons Renz

Lieber Rudolph,

Deine Fragen führen doch weit weg von Gerds Mikroskop.

Ich gehe gerne darauf im separaten Beitrag ein und kann unser Mikroskop (es gibt mehrere Versionen) auch am Sonntag in unserem ZOOM-Treff vorstellen.

Herzliche Grüße,

Alfons