Botanik: Hänge-Birke (Betula pendula)

Begonnen von Hans-Jürgen Koch, Oktober 13, 2026, 10:26:54 VORMITTAG

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Hans-Jürgen Koch

Die Hänge-Birke  (Betula pendula) war Baum des Jahres 2000.

Sie ist in ganz Europa, mit Ausnahme von Nordskandinavien, in Nordamerika und Westasien (bis etwa 65 Breitengrad) beheimatet. In Deutschland kommt sie vom Norddeutschen Tiefland bis zu den Alpen vor, dort bis in 1900 Meter Höhe.
Die Hänge-Birke (Betula pendula) ist ein heimischer Laubbaum, der durch seine leuchtend weiße Rinde und die grazilen, herabhängenden Zweige sofort auffällt.

Die Sand-Birke, auch Hänge-Birke genannt, benötigt viel Licht und ist eine Pionierbaumart, die vor den meisten anderen Bäumen Brach-, Trümmer- und Kahlflächen besiedeln kann. An den Boden stellt sie kaum Ansprüche, meidet aber reine Kalkböden. Sie wächst überwiegend auf trockenen Standorten, hat aber einen hohen Wasserverbrauch. Aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit ist sie auch auf Moorböden und anderen Extremstandorten zu finden, wird auf zu nassen Böden aber durch die Moor-Birke ersetzt.

Wie bereits Plinius feststellte. ,,Gaudet frigidis betula" bedeutet übersetzt: ,,Die Birke liebt die Kälte"
Es handelt sich um ein verkürztes Zitat des römischen Gelehrten Plinius dem Älteren aus seiner Naturalis historia (Buch XVI, 30).

Bild 01 Habitus, Hänge-Birke (Betula pendula)

Foto: H.-J_Koch

Feine Zweige hängen besonders bei älteren Bäumen deutlich herab.
Als sogenannte Lichtbaumart, benötigt die Betula pendula sonnige Standorte.
In verschiedenen Kulturen hat die Birke eine besondere symbolische Bedeutung.
In der keltischen Kultur galt sie als Symbol für Erneuerung und Reinheit. Da die Birke oft zu den ersten Bäumen gehört, die in geschädigten oder verbrannten Gebieten wachsen, wurde sie als Zeichen der Wiedergeburt betrachtet.

Germanische Stämme sahen die Birke als heiligen Baum, der Schutz bot. Sie fertigten aus Birkenholz magische Gegenstände für ihre Rituale. Im mittelalterlichen Europa stand die Birke für Fruchtbarkeit, Schutz und weibliche Kraft.
Pfahlgötzen: Grob aus Holz geschnitzte, oft menschenähnliche Figuren (anthropomorphe Holzidole). Sie repräsentierten Gottheiten oder Schutzgeister und wurden an Kultplätzen, in Mooren oder auf Hügeln aufgestellt.

Bild 02 Habitus, Hänge-Birke (Betula pendula)


Foto: H.-J_Koch

Die Hänge-Birke, ist ein schnell wachsendes Gehölz mit hellem Stamm und locker überhängenden Zweigspitzen. Sie eignet sich für große Gärten, freie Rasenflächen und naturnahe Pflanzungen, wenn ausreichend Raum eingeplant wird.
Für uns ist der Baum ein Schattenspender.

Bild 03  Stamm, Hänge-Birke (Betula pendula)

Foto: H.-J_Koch
Ein langer, durchgehender Stamm, der 80 bis 90 Zentimeter dick werden kann. Die Hänge-Birke erreicht ein Alter von 90-120 Jahren.

Die Rinde junger Bäume ist strahlend weiß. 
Im fortschreitenden Alter des Baumes löst diese sich in schmalen, papierartigen Streifen ab. Die Rindenoberfläche platzt nach und nach borkig auf. Dabei ersetzt sich das Weiß durch dunkelbraune bis schwarze Horizontalrisse.

Heller Stamm: Die papierdünne Rinde ist durch den Inhaltsstoff Betulin leuchtend weiß. Sie schützt den Baum vor starker Sonneneinstrahlung und hält Wasser zurück.
Moos wächst besonders gerne auf der Borke von Birken, weil die Rinde Feuchtigkeit gut speichert und eine optimale Oberfläche bietet.
Oft wächst es verstärkt auf der Nordseite, da diese schattiger und feuchter bleibt – das macht den Baum sogar zu einem natürlichen Kompass.

Betulin ist ein kristallines Terpen, das in den äußeren Schichten der Rinde eingelagert ist und das Sonnenlicht fast vollständig reflektiert.
Die Terpene sind  eine große Gruppe natürlicher organischer Verbindungen, die als flüchtige Geruchs- und Aromastoffe den charakteristischen Duft von Pflanzen prägen.
Das helle Holz ist elastisch; aus der Rinde wurde früher traditionell Birkenpech gewonnen, das früher als universelles Klebemittel diente.
Birkenholz ist als Bauholz weniger geeignet, als Furnierholz dagegen schon. Es wird für den Möbel- und Innenausbau verwendet, aus ihm werden außerdem Faserplatten, Zellstoff oder Furniere hergestellt .


Bild 04  Blattoberseite, Hänge-Birke (Betula pendula)

Quelle: BaumschuleVan IJmeren B.V. JR Opheusden (NL)

Blätter: Vier bis sieben Zentimeter lange, wechselständige Laubblätter. Sie sind dreieckig bis rautenförmig, mit langer Spitze und doppelt gesägtem Rand. Im Herbst färben sie sich leuchtend goldgelb.
Die Blätter der Hängebirke sind schraubig angeordnet.  Oberseits ist das Blatt etwas dunkler grün als auf der Unterseite. Es ist keine Blattbehaarung vorhanden.

Die Birke ist so lichtbedürftig, dass ihre Blätter eine Doppelstruktur haben, also ein doppeltes Schwamm  - Parremchym  mit den Stomata und einem dazwischenliegendem Palisaden  - Parenchym.
Darüber hinaus ist die Birke ein Ölbaum: im Herbst werden Amide und Zucker in fette Öle umgewandelt, die im Stamm gespeichert werden.

Bild 05 Blattunterseite, Hänge-Birke (Betula pendula)

Foto: H.-J_Koch

Bild 06 Blätter und männliches  Blütenkätzchen, Hänge-Birke (Betula pendula)

Quelle:https://www.waldwissen.net/de/lebensraum-wald/baeume-und-waldpflanzen/laubbaeume/die-haengebirke-betula-pendula
Foto: Ulrich Wasem
Männliche Blüten werden bereits im Herbst angelegt und überwintern an den Zweigen und verlängern sich während der Blüte. Die kleineren weiblichen Kätzchen stehen zunächst aufrecht und hängen später mit zunehmender Fruchtreife herab. Aus ihnen entwickeln sich zahlreiche kleine, geflügelte Nussfrüchte, die vom Wind verbreitet werden.

Die Blütezeit ist von März bis Mai.

Einhäusigkeit (Monözie):
Männliche und weibliche Blüten finden sich beide in hängenden Kätzchen auf einem Baum. Die männlichen, gelborangenen Kätzchen hängen dabei an den Enden älterer Triebe, die weiblichen, braunen Kätzchen an den Spitzen junger Kurztriebe.
Die Hänge-Birke (Betula pendula) ist  eine zweikeimblättrig (dikotyle) Pflanze.
Sie gehört zur Familie der Birkengewächse (Betulaceae) innerhalb der echten Zweikeimblättrigen Pflanzen ( Eudikotyledonen).
Die Wuchshöhe  der Hänge-Birke liegt zwischen 18  -25 Meter.

Bild 07 Hänge-Birke in Form der Blattdroge (Betulae folium)

Autor: Rillke

In der Volksmedizin vieler europäischer und asiatischer Kulturen spielt die Birke eine wichtige Rolle. Auch in der modernen Naturheilkunde ist sie wegen ihrer vielseitigen Wirkung noch immer beliebt. Produkte aus Birke, wie Birkenblatttee, Tinkturen und ätherische Öle, werden häufig als natürliche Mittel zur Unterstützung der Gesundheit verwendet.
Die Blätter finden wegen ihrer entwässernden und entzündungshemmenden Wirkung.
Die Blätter werden im Frühjahr gesammelt und getrocknet-
Anwendung in der Pflanzenheilkunde. Birkensaft ist unter der Bezeichnung Birkenwasser ein altes Hausmittel gegen Haarausfall. Birkenrinde wirkt entzündungshemmend, blutreinigend und harntreibend.

Besonderheiten:
Die Blätter der Hängebirke dienen als Heilmittel und wirken als Teeaufguss gegen verschiedene Krankheiten. Junge Blätter kann man auch in Form eines Salates genießen.

Birkensaft – Gewinnung:
Birkenwasser wird im Frühjahr vor dem Austrieb der Blätter gewonnen. Zu diesem Zeitpunkt hat die Birke schon mit dem Druckaufbau für den anstehenden Blattaustrieb begonnen. Um an den Birkensaft zu gelangen, wird ein Ast angebohrt und ein Rohr eingelegt; der austretende Saft mit einem Gefäß (Eimer) aufgefangen. Es könne zwei bis drei Liter am 1. Tag zusammenkommen. In den folgenden Tagen wird die Ausbeute immer geringer, da die Wunde sich selbstständig verschließt. Der Saft der Birke ist trinkbar und schmeckt etwas süßlich.

Hauptinhaltsstoffe:

Blätter: Flavonoide, Saponine, Gerbstoffe (4 – 15 %) Vitamin C, ätherische Öle.
Rinde: Terpene (Betulin, Betulinsäure, Lupeol

Ganzdroge:  Betulae folium (Birkenblätter), Betulae cortex (Birkenrinde)

Bild 08 Illustration: Hänge-Birke (Betula pendula)

Quelle: Dieses Werk ist gemeinfrei.
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9591
A: Zweig mit männlichen Blütenkätzchen, B: Zweig mit knospigen weiblichen Blütenkätzchen, 1 + 2: männliche Blüten, 3; Staubblatt (tief gespalten) 4; weibliches Blütenkätzchen mit bestäubungsbereiten Blüten. 5 + 6: weibliche Blütenstände mit jeweils 3 Blüten 7: Nussfrucht (mit häutigen Flügeln) 8: Tragblatt der Nussfrucht.

Systematik:
Ordnung:  Buchenartige (Fagales)
Familie:    Birkengewächse (Betulaceae)
Unterfamilie:    Betuloideae
Gattung:    Birken (Betula)
Art:    Hänge-Birke
Wissenschaftlicher Name: Betula pendula
Syn.: Betula alba, Betula verrucosa
Trivialnamen: Englische Bezeichnung: Gemeine Birke,Hänge-Birke Sandbirke, Weißbirke oder Warzenbirke
Englische Bezeichnung: Silver birch, Weeping birch

Der Name ,,pendula" lat. =  hängend.

Die Pflanzenproben habe ich im Juli 2026 im  Harz gesammelt. Lagerung im  AFE- Gemisch.

• Alkohol (Ethanol)
• Formol (Formaldehyd)
• Eisessig (Essigsäure)
http://www.aeisner.de/rezepte/fixant2.html
   
Wurzelsystem:
Die Hängebirke hat ein flaches Herzwurzelsystem mit Ectomycorrhiza.
Ektomykorrhiza ist eine Lebensgemeinschaft aus Pilzen und den Wurzeln von Holzpflanzen, bei der die Pilzzellen nicht in die Pflanzenwurzelzellen eindringen.

Teil 1
Spross, Querschnitt
25  Mikrometer

Bild 09 Schnittstellen,Spross mir Drüsenwarzen, Hänge-Birke (Betula pendula)

Foto: H.-J_Koch

Junge Triebe tragen zahlreiche kleine Harzdrüsen, wodurch sie sich von den behaarten jungen Trieben der Moor-Birke unterscheiden lassen.

Bild 10 Übersicht, ungefärbter Schnitt, Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 11 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Hänge-Birke (Betula pendula)

Zerstreutporiges Holz mit deutlichen Jahresringgrenzen.

Bild 12  Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 13  Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 14  Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Hänge-Birke (Betula pendula)

Apotracheales Parenchym

In der Holzanatomie beschreibt das apotracheale Parenchym eine bestimmte räumliche Anordnung von lebenden Speicherzellen (dem axialen Längsparenchym) im Holz von Laubbäumen.
Das entscheidende Merkmal ist, dass diese Parenchymzellen keinen direkten Kontakt zu den wasserleitenden Gefäßen (Tracheen) haben. Sie liegen stattdessen isoliert oder in Gruppen eingebettet zwischen den Holzfasern.

Bild 15 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Hänge-Birke (Betula pendula)

LED Modul 455 nm
Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485

Bild 16 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 17 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 18 Detailaufnahme, ungefärbter Schnitt, Autofluoreszenz, Hänge-Birke (Betula pendula)


W-3A-Färbung nach Wacker (Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)

Arbeitsablauf:
1.Pflanzenprobe liegt in 30 % Ethanol.
2. Aqua dest. 3x wechseln je 1 Minute.
3. Vorfärbung Acridinrotlösung 7 Minuten
4. 1x auswaschen mit Aqua dest. .
5. Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen - Lupenkontrolle) ca.15 Sekunden !!
6. 2 x auswaschen mit Aqua dest..
7. Nachfärbung Astrablaulösung 1 Minuten
Bei der Nachfärbung mit Astrablau eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3 : 1 verwendet (blau + gelb = grün).

Tipp:
Eine schöne Variante erhält man, wenn man in der letzten Färbestufe eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 3:1 verwendet. (3 Tropfen Astrablau und 1 Tropfen Acriflavin separat ansetzen und Gemisch mit der Pipette übertragen.
8. Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste verbleiben.
9. Entwässern mit 3x gewechseltem Isopropylalkohol (99,9 %)
10. Einschluss in Euparal.

Ergebnis:
Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot, Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb, Zellwände der innenliegenden Hypodermis tiefrot.
Bei der Betrachtung wird eine Kontrastverbesserung bei Verwendung eines BG 38 Filters (blaugrün, 3 mm dick) erreicht.
Fotos: Nikon D5000, Sony Alpha 6000

Bild 19 Übersicht, Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 20 Detailaufnahme mit Beschriftung, Hänge-Birke (Betula pendula)

MP = Markparenchym, PHD = Phelloderm, PHG = Phellogen, PH = Phellem, P = Phloem, XY = Xylem, K = Kambium, RP = Rindenparenchxm. J = Jahresringgrenze

Während junge, grüne Birkenzweige anfangs elastische Festigungsgewebe (Kollenchyme) nutzen, bilden sich mit dem sekundären Dickenwachstum und dem Übergang zur Rinden- und Borkenbildung im äußeren Bereich des Sprosses (sekundäres Phloem/Rindenparenchym) Nester oder Ringe aus stark verholzten Steinzellen.

Bild 21 Detailaufnahme, Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 22 Phasenkontrast, Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 23 Detailaufnahme, Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 24  Markparenchym, Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 25 Detailaufnahme, Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 26 Dunkelfeld, Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 27 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 28 Detailaufnahme Hänge-Birke (Betula pendula)

Reflektormodul FL mit Filtersatz 67
Erregerfilter: BP 470 nm
Strahlenteiler: FT 477 nm
Emission (Sperrfilter): LP 485

Teil 2
Sprossgabel, Längsschnitt
25 Mikrometer

W-3A-Färbung nach Wacker (Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)

Bild 29 Gabel auf einen kleinen Holzklotz geklebt, Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 30 Übersicht, Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 31 Detailaufnahme, Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 32 Detailaufnahme, Hänge-Birke (Betula pendula


Bild 33 Übersicht, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz,  Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 34 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz, Hänge-Birke (Betula pendula)


Teil 3
Blatt  Querschnitt
25  Mikrometer

W-3A-Färbung nach Wacker (Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)

Bild 35 Detailaufnahme,  Hänge-Birke (Betula pendula)


Die Blattmittelrippe (Hauptnerv) der Hänge-Birke (Betula pendula) bildet das mechanische und physiologische Rückgrat des Blattes. In ihrem Inneren verläuft das zentrale Leitbündel, welches für die Verteilung von Wasser und Nährstoffen verantwortlich ist,  typischer, kollateraler Aufbau.

Bild 36 Mittelrippe, Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 37 Detailaufnahme, Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 38 Detailaufnahme, Hänge-Birke (Betula pendula)


Teil 4
Blattstiel, Querschnitt
20 Mikrometer

Dieser Blattstiel  hat einen Durchmesser von 1 mm.

W-3A-Färbung nach Wacker (Acridinrot-Acriflavin-Astrablau)

Bild 39 Übersicht,  Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 40 Übersicht, Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 41 Übersicht, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz,Hänge-Birke (Betula pendula) Hänge-Birke (Betula pendula)


Bild 42 Detailaufnahme, Auflichtbeleuchtung Fluoreszenz ,Hänge-Birke (Betula pendula)



Unter anderem wurden folgende Bücher benutzt:

Wikipedia; Freie Enzyklopädie

Dietrich Böhlmann  ,,Gehölzbiologie", OSBN: 978-3-494-01547-7

Bernd Miggel ,,Holzbestimmung mit dem Mikroskop", ISBN: 978-930167-81-4

Walter Eschrich ,,Pulver-Atlas der Drogen", ISBN: 3-7692-2505-8

Ulrich Hecker ,,Bäume und Sträucher". ISBN: 978-3-8354-002

Holm ,,Botanik und Drogenkunde", ISBM: 978-3-7692-9240-8

Ulrich Hrcker ,, Einheimische Laubblätter", ISBN: 378-3-494-01442-5

Manfrd Jäger ,, Die moderne Natur – Heilkunde", ISBN: 3-8819-057-7

E. Löbenberg ,,Drogenkunde mit mikroskopischen Übungen ISBN: 3-7741-0125-6

Spohn ,,Kosmos Baumführer Europa", ISBN: 978-3-4440-44741-5

Hans Jürgen Pfänder ,,Farbatlas der Drogenkunde", ISBN: 3-437-00627-4

Hans Jürgen Pfänder ,,Farbatlas der Drogenkunde", ISGN: 3-437-00627-4

Andreas Hase ,,Bäume"  ISBN: 978-3-440-15869-2

P. Schütt ,,Lexikon der Bäume und Straucharten", ISBN: 978-3-86820-123-9

P. Schmidt, U. Hecker ,,Die wildwachsenden und kultivierten Laub- und Nadelgehölze Mitteleuropas, ISBN: 978-3-494-01800-3

Schmeil ,,Leitfaden der Pflanzenkunde", 1952

Günther Throm ,,Grundlagen der Biologie", ISBN:978-3-93737872-61-2

,,Botanica" Das Abc der Pflanzen, ISBN: 3-8290-0868-6

,,Heilpflanzen und ihre Kräfte",1985

,,Die große Enzyklopädie der Arzneipflanzen und Drogen", ISBN: 978-3-89996-508-7

,,Welcher Baum ist das?", ISBN: 978-3-440-16449-5

,,Der Kosmos Baumführer", ISBN: 93-440-06140-X

,,Das große illustrierte Pflanzenbuch", 1966

Meine Recherche gleicht einer Entdeckungsreise, bei der ein Fakt oft zu weiterführenden Zusammenhängen führt.
Ich folge dem Schneeballprinzip:
Beim Verknüpfen der Informationen stoße ich kontinuierlich auf neue, spannende Aspekte.
Ich exploriere das Thema intensiv und erschließe mir fortlaufend neue Informationsquellen.
Ich arrangiere Informationen aus Büchern und Internet, um sie zu einer in sich geschlossenen Darstellung zu fusionieren.
Ich freue mich über Rückmeldungen jeglicher Art, sei es Lob oder konstruktive Anregungen.

Hans-Jürgen
Plants are the true rulers - Pflanzen sind die wahren Herrscher.

<a href="http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=2650.0" target="_blank">Hier geht es zur Vorstellung</a>

Gerne per "Du"

Horst Wörmann

Hallo Hans-Jürgen,

prächtig wie alle Deine Beiträge!
Kann man das Betulin als kristallinen Einlagerungsstoff in der Rinde erkennen? Hast Du das mal probiert?

Viele Grüße
Horst

Wutsdorff Peter

Grüß´ Dich Hans-Jürgen,
ich schließe mich den lobenden Worten von Horst an.
Gratulation zu diesem Beitrag!
Ich bewundere Dein Künste zur Herstellung der Schnitte!
Wieder viel gelernt
Gruß  Peter W

Hans-Jürgen Koch

Lieber Horst,
danke für dein Lob, ich habe mich sehr gefreut.

Dünnschichtchromatographie (DC) – Der klassische Labor-Nachweis, ist nichts für Anfänger.

Diesen  einfachen Küchen-Reagenztest (Vanillin-Zitronensäure) sollte ich einmal testen.

Was du brauchst:

• Deine Probe: Ein paar Tropfen deines Birkenrinden-Auszugs (alkoholische Tinktur).
• Das Reagenz: 1 Päckchen Vanillinzucker und reine Zitronensäure (Pulver aus der Drogerie/Supermarkt).
• Ein Gefäß: Ein kleines, hitzebeständiges Schnapsglas oder Reagenzglas.
• Wärmequelle: Ein Topf mit heißem Wasser (Wasserbad) oder ein Haartrockner auf heißester Stufe.

Durchführung:

1. Probe eintrocknen lassen: Gib 5 bis 10 Tropfen deines Extrakts in das Glas. Lass den Alkohol vollständig verdunsten (z. B. auf der warmen Heizung oder im sanften Luftstrom des Föhns), bis am Boden nur ein trockener, hellbrauner bis weißer Harz-Rückstand bleibt.
2. Mischung herstellen: Löse einen halben Teelöffel Zitronensäure-Pulver und eine Prise Vanillinzucker in ganz wenig klarem Alkohol (z. B. Weingeist oder hochprozentiger Wodka) auf, sodass eine konzentrierte, klare Flüssigkeit entsteht.
3. Reaktion starten: Gib ein paar Tropfen dieser Vanillin-Säure-Mischung direkt auf deinen getrockneten Proben-Rückstand.
4. Erwärmen: Stelle das Glas für einige Minuten in ein heißes Wasserbad (ca. 70–80 °C) oder föhne es von unten warm an.

Das Ergebnis:

Sobald die Mischung warm wird, reagiert das Vanillin in Gegenwart der Säure mit dem Betulin. Der zuvor farblose oder bräunliche Rückstand verfärbt sich deutlich intensiv rötlich-violett bis hin zu einem tiefen Violett-Blau.

Warum funktioniert das?

Betulin gehört chemisch zur Gruppe der Triterpene. Diese Moleküle besitzen eine ganz bestimmte Ringstruktur, die sich unter Hitze und Säureeinwirkung mit aromatischen Aldehyden (wie dem Vanillin) zu Farbstoffen verknüpft. Andere Stoffe aus der Rinde (wie Gerbstoffe) färben sich bei diesem Test meist nur braun oder gelblich – das tiefe Violett ist der typische Fingerabdruck des Betulins.

Grüß´ Dich Peter,

danke für deine Worte.
Kunst ist zu hoch gegriffen. Ich denke, mit dem Mikrotom zu arbeiten ist eine reine Übungssache.

Gruß
Hans-Jürgen
Plants are the true rulers - Pflanzen sind die wahren Herrscher.

<a href="http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=2650.0" target="_blank">Hier geht es zur Vorstellung</a>

Gerne per "Du"

Horst Wörmann

Hallo Hans-Jürgen,

da haben wir uns mißverstanden. Es ging mir nicht um den chemischen Nachweis. Es heißt: "Betulin ist ein kristallines Terpen...Einlagerungsstoff in der Rinde" und ursächlich für die Reflexion. Wenn dieses reflektiert, dann nur als Feststoff. Folglich müßte man doch Kristalle erkennen können?

Viele Grüße
Horst