Fustrated Total Internal Refexion (FTIR) Bilder

Begonnen von Carsten Wieczorrek, Oktober 27, 2026, 21:03:09 NACHMITTAGS

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Carsten Wieczorrek

Hallo,
irgendwie haben mich Ramons Bilder von Anfang an begeistert. Ich stehe schon lange in Kontakt mit ihm  und er hat mir freundlicher Weise eines seiner "DIMOMOS" zur Verfügung gestellt. Damit experimentiere ich schon eine Weile und es wird Zeit, ein paar Ergebnisse zu zeigen.

Zuerst, was ist FTIR?
Bei der klassischen FTIR wird Licht unter dem Winkel der Totalreflexion auf das Objekt gestrahlt. Dabei ist das Objekt extrem nah an dem theoretischen Reflexpunkt. Da Licht keine Teilchen sind, sondern den Wellengesetzen gehorchen, sind die Lichtwellen in der Lage, etwas über den Punkt der Totalreflexion hinaus in  Richtung Objekt zu "tunneln". Wenn das Objekt dabei in irgendeiner Weise mit der Welle interagiert, kann sie nicht "zurück-tunneln". Die Totalreflexion wird "frustriert". Es gelangt Licht zum Objekt und dann ins Mikroskop, das eigentlich durch Totalreflexion gar nicht da sein dürfte. Die Eindringtiefe liegt dabei bei etwa 100 bis 200 nm.
Aber das macht Ramon ja gar nicht. Da er Öl oder ein anderes Immersionsmedium nutzt, um sein "DIMOMO" an den Objektträger zu koppeln, findet bei seinem Verfahren ja gar keine Totalreflexion statt. Und die Dicke eines Objektträgers ist auch viel größer als 200 nm. Für mich ist das eigentlich "nur" ein neues Dunkelfeldverfahren, mit zugegeben extrem flachen Einfallswinkeln.

Es handelt sich ja auch noch um einen Prototyen mit viel Bastelpotential. Zur Zeit erzeugt es leider noch recht viel Streulicht. Je höher die Objektivapertur, um so flauer wird das Bild. Zumindest ab einer bestimmten Aperturgröße und bei meinen Experimenten.

Bei meinen Experimenten habe ich ein LED-Band, Baumarktqualität, ohne Linsen, 12 V 150 mA verwendet. Ich habe sie nicht gezählt, aber das sind bestimmt 40 LEDs, die in den Lichtsammler einstrahlen. Dieses LED-Band habe ich auf einen Ring aus Lochblech (Gartenbedarf) geklebt, der das DIMOMO komplett umschließt. Das ist noch etwas wackelig, hat aber folgenden Vorteil: ich habe noch einen Ring mit blauen LEDs und violetten LEDs...

Alle Bilder sind nur mit dem weißen LED Band erstellt worden. Die Objektträger (oder der Chip im Auflicht) wurde immer mit Immersionsöl an das DIMOMO gekoppelt. Alle HI-Objektive sind natürlich immergiert gewesen. Alle Bilder sind nicht gestackt.

So, und jetzt viel Spaß beim Betrachten, Kommentare und vor allem Verbesserungsvorschläge sind erwünscht. Und Fragen nicht verboten :-)



Carsten

Habt etwas Gedult, es geht noch weiter.


Fangen wir technisch an:


carbonatitoel_25.jpg
Bild 1: Dünnschliff eines Kaiserstuhl-Carbonatits, Durchlicht, Planachromat HI 25x


chip_oel_12_5.jpg
Bild 2: Ein Chip aus meiner Sammlung, Auflicht, PlanApo 12,5

Anmerkung: Gegenwärtig ist Ramoms System bei Auflicht extrem eingeschränkt, da das DIMOMO AUF dem Objekt liegt und das Objektiv durch 2,8 mm Kunststoff sehen muss.
Für's grobe : GSZ 1
Zum Durchsehen : Amplival Hellfeld, Dunkelfeld, INKO, Phasenkontrast
Zum Draufsehen : Vertival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Polarisieren : Amplival Pol u Auf-/Durchlicht
Für psychedelische Farben : Fluoval 2 Auflichtfluoreszenz
Für farbige Streifen : Epival Interphako

Carsten Wieczorrek

So, weiter geht es.

Die nächsten Bilder sind Diatomeen aus meiner historischen Sammlung. Das Präparat "The super slide".


diatom_oel_25.jpg
Bild 3 : Diatomeen, Planachromat HI 25x


diatom21_nooel_25.jpg
Bild 4 : Diatomee 1, Planachromat HI 25x


diatoms2_nooel_25.jpg
Bild 5 : Diatomee 2, Planachromat HI 25x


diatom_oel_100.jpg
Bild 8 : Diatomee 2, Planapochromat HI 100x

Es geht noch weiter.
Für's grobe : GSZ 1
Zum Durchsehen : Amplival Hellfeld, Dunkelfeld, INKO, Phasenkontrast
Zum Draufsehen : Vertival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Polarisieren : Amplival Pol u Auf-/Durchlicht
Für psychedelische Farben : Fluoval 2 Auflichtfluoreszenz
Für farbige Streifen : Epival Interphako

Carsten Wieczorrek

So, weiter geht es.

Die nächsten Bilder sind alle biologischen Ursprungs. Die Planzenschnitte sind gefärbt und bestimmt 6 Jahre alt. Die Epithelzellen sind frisch präpariert und in Wasser eingedeckt. Achtung, wer es nachmachen möchte: bei Hizefixierung sind die Zellen in dem Verfahrne unsichtbar.


epithel_50.jpg
Bild 7 : Epithelzellen in Wasser, Planachromat HI 25x


epithel_hi_25.jpg
Bild 8 : Epithelzellen in Wasser, Planapochromat 50x


plantcut_stained_white_light_hi25.jpg
Bild 9 : Pflanzenschnitt, Planachromat HI 25x


plantcut_stained_white_light_hi25_2.jpg
Bild 10 : Pflanzenschnitt, Planachromat HI 25x



Gute Nacht
Carsten
Für's grobe : GSZ 1
Zum Durchsehen : Amplival Hellfeld, Dunkelfeld, INKO, Phasenkontrast
Zum Draufsehen : Vertival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Polarisieren : Amplival Pol u Auf-/Durchlicht
Für psychedelische Farben : Fluoval 2 Auflichtfluoreszenz
Für farbige Streifen : Epival Interphako

Spectrum

#3
Hallo Carsten,
In deinen Diatomeen-Aufnahmen, sieht man erneut diesen mysteriösen Grünstich.
Ich denke inzwischen, dass bereits das Licht auf der Beleuchtungsseite des Strahlengangs diese Farbe annimmt.
Also irgendwo auf dem Weg zwischen der LED und dem Objekt (in diesem Fall der ja eigentlich "farbneutralen" Diatomee).

Was denkst du?
Grüße Holger
Holger
Duzen und meine Bilder (auch ungefragt)  bearbeiten, mit eigenen Aufnahmen ergänzen und weitergeben erwünscht!