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Ciliaten aus dem Teich

Begonnen von Monsti, April 10, 2010, 19:41:18 NACHMITTAGS

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Monsti

Servus allerseits,

mit diesen drei Kandidaten kann ich nichts anfangen:



Dieses mehrfach gefundene Tier erinnert an ein Glockentier und hat eine auffällig lange Bewimperung. Am Untergrund scheint es nur per Gallertfaden angeheftet zu sein. Ich konnte aber nie einen erkennen, schließe es aber daraus, dass sich der Detritus bei jeder Bewegung des Tiers mitbewegte, auch wenn er ca. 80-100 µm entfernt war.



Dieses Tier ist anscheinend ein Grün- und Kieselalgenfresser.



Vollständig bewimpert, was man auf dem Foto leider kaum erkennt (Stack aus 7 Fotos). Dieses Tier ist ortsfest.

Vielleicht ist ja wenigstens eine grobe Bestimmung möglich.

Dankeschön und liebe Grüße
Angie

Martin Kreutz

Hi Angie,

Bild 1 zeigt wahrscheinlich Strobilidium caudatum. Die anderen hast Du ganz schön massakriert ;)! Nichts mehr zu machen!

Das Bild unten zeigt den Faden, an dem das Vieh hängt!

Martin


Monsti

Hallo Martin,

auch hier herzlichen Dank für Deine Hilfe! Was meinst Du denn mit massakriert? Wassermenge unter dem Deckglas zu gering? Es stimmt, die Wassermenge war ausnahmsweise mal direkt nach "Vorschrift", d.h. sehr dünn. Vielleicht sollte ich doch wieder meine Abstandshalter benutzen ...

Liebe Grüße
Angie

Martin Kreutz

Hallo Angie,

damit meinte ich, dass die Ciliaten etwas "erlebt" haben, was ihnen nicht bekommen ist. Sie kugeln sich dann ab oder platzen. Z.B. mögen es viele Ciliaten nicht zu lange unter dem Deckglas, auch wenn die Schichtdicke ausreichend ist. Dann hört manchmal die KV auf zu arbeiten und die Cilaten quellen auf. Auch das hochsaugen mit der Pipette ist Stress für die Viecher wegen den Scherkräften. Das untere Foto könnte mal Lacrymaria gewesen sein. Mit Extrusomenen bewaffnete Ciliaten stoßen diese bei Stress oft aus und fangen vom Vorderende her an aufzuplatzen. Ich propagiere hier ja immer die geringe Schichtdicke zum erreichen der optimalen Auflösung des Mikroskops und um die Details im Zellinneren zu erkennen. Um die natürliche Form des Ciliaten festzuhalten, sollte er aber noch ungehindert schwimmen können, aber natürlich auch bei der Schichtdicke, wo dies gerade noch geht. Das muss man bei jedem Fund etwas probieren. Meist sind ja mehrere Exemplare verfügbar. Schwieirig wird es dann, wenn man nur ein Exemplar findet. Dann darf natürlich nichts mehr schief gehen. Du bist ja schon auf gutem Wege zu diesem Ziel!

Martin

Monsti

Hallo Martin,

dankeschön! Beim Ciliaten Nr. 2 dachte ich mir auch schon, dass mit dem etwas nicht stimmt. Beim dritten Tierchen wäre ich auf diese Idee aber nicht gekommen. Es saß die ganze Zeit an Ort und Stelle am Deckglasrand, drehte sich strudelnd im Kreis sowie auf und ab, weshalb ich stacken musste. Die KV scheint sich im Zentrum zu befinden (der etwas unscharfe Bereich), die permanent in Bewegung war. Die Mundöffnung befindet sich links. Was man rechts sieht, ist der Ausläufer einer größeren Algenwatte. Während der Bewegungen sah man, dass die Körperoberfläche des Viechs leicht gerillt war. Auf dem Foto kann man es oben erahnen. Übrigens befanden sich die Tierchen wegen der geringen Wasserschicht nicht länger als 5 min. auf dem Objektträger. Na, vielleicht finde ich diesen Ciliaten ja noch einmal ...

Tümpelbegeisterte Grüße von
Angie