Autor Thema: Noch ein Moos: Scapania aspera (Lebermoos)  (Gelesen 2822 mal)

Monsti

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Noch ein Moos: Scapania aspera (Lebermoos)
« am: Mai 17, 2010, 15:26:50 Nachmittag »
Liebe Moos-Kenner,

auch dieses Pflänzchen wartet noch auf eine Benamsung. Es wächst gemeinsam mit dem nachgefragten Laubmoos auf kalkreichem Untergrund:



Die Blättchen sind durchschnittlich 1-2 mm lang/breit, immer mit Unterblatt






Vielleicht habe ich ja Glück ...

Liebe Grüße
Angie
« Letzte Änderung: Mai 17, 2010, 16:30:24 Nachmittag von Monsti »

Bernhard Kaiser

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Re: Noch ein Moos
« Antwort #1 am: Mai 17, 2010, 16:13:48 Nachmittag »
Hallo Angie,

ein Lebermoos, schöne Aufnahmen. Scapania aspera.

Freundliche Grüße
Bernhard Kaiser

Monsti

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Re: Noch ein Moos: Scapania aspera (Lebermoos)
« Antwort #2 am: Mai 17, 2010, 16:39:16 Nachmittag »
Hallo Bernhard,

hab' vielen Dank für die Bestimmung. Außerdem freue ich mich, dass Dir die Bilder gefallen. Als blutiger Anfängerin fällt es mir noch schwer, die bestimmungsrelevanten Pflanzenteile zu fotografieren.

Liebe Grüße
Angie

Bernhard Kaiser

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Re: Noch ein Moos: Scapania aspera (Lebermoos)
« Antwort #3 am: Mai 18, 2010, 06:14:03 Vormittag »
Liebe Angie,

Zitat
Als blutiger Anfängerin fällt es mir noch schwer, die bestimmungsrelevanten Pflanzenteile zu fotografieren.

das ist doch selbstverständlich. Alle Spezialisten haben so angefangen!

Um dieses Lebermoos (Scapania aspera) bestimmen zu können, muß man den Gesamthabitus der Gattung Scapania kennen.
An beiden Seiten des Stengels sitzt je 1 Blattreihe. Jedes Blatt besitzt einen (größeren) Unterlappen und einen (kleineren) Oberlappen.

Scapania aspera:
Der Oberlappen greift deutlich über das Stämmchen.
Der obere Rand des Oberlappens ist vom Betrachter abgewandt.
Die Blattränder sind deutlich grob gezähnt.
Die Pflanzen wachsen auf kalkhaltigem Substrat.

Wäre der obere Rand des Oberlappens dem Betrachter zugewandt, und wären die Blattränder nicht oder nur wenig gezähnt, dann hätten wir Scapania aequiloba vor uns.

Scapania äquiloba ist in aller Regel kleiner und zarter als Sc. aspera. Dies ist aber alleine kein signifikantes Merkmal. Ein kräftig gewachsenes Sc.äquiloba und ein schwach gewachsenes Sc. aspera würden die Größenunterschiede verschwinden lassen.

Du kennst jetzt in etwa den Bauplan von Scapania. Die meisten Vertreter dieser äußerst schwierigen und teilweise noch unklaren Gattung wachsen auf saurem Untergrund. Auf Kalk nur die hier besprochenen Arten und noch Scapania calcicola. Letztere ist wirklich klein und die Blattoberlappen reichen nicht über den Stengel hinüber.

Dieser Exkurs nur zur Ergänzung zur vorliegenden Bestimmung.

Liebe Grüße
Bernhard Kaiser

Monsti

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Re: Noch ein Moos: Scapania aspera (Lebermoos)
« Antwort #4 am: Mai 18, 2010, 20:31:01 Nachmittag »
Servus Bernhard,

hab vielen Dank für diesen interessanten Exkurs. Ich hoffe, die Infos werden mir bei weiteren Funden helfen. Dies ist übrigens das Lebermoos, welches Du bei Ditrichum flexicaule so interessant fandest.

Liebe Grüße
Angie