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Euplotes in Kiel-Ansicht

Begonnen von Wolfgang Bettighofer, Dezember 03, 2008, 22:48:47 NACHMITTAGS

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Wolfgang Bettighofer

Liebes Forum,

zur Beobachtung von Ciliaten, die es gewohnt sind, zu Fuß zu gehen, liefert das inverse Mikroskop immer wieder interessante Einblicke. Aktuell kann ich dort nicht blitzen, die meisten meiner Ciliatenbeobachtungen sind (noch) nicht fotografierbar. Der schnelle Euplotes daidaleos gehört selbstverständlich auch dazu. Trotzdem wage ich, ein Bild herzuzeigen, welches mein aktuelles Technikproblem offen legt. Aber das Objekt ist wegen der Symbionten interessant, und ein wenig ist sogar von den Laufcirren zu sehen. Cirren sind Cilienbündel, die aber, wie die Ultrastukturforschung zeigt, nicht mechanisch gebündelt oder verklebt sind. Hier ist zu sehen, dass einzelne Cirren an der Spitze aufgefächert sind. Die Cytopyge, das ist die Stelle, wo die Ciliaten unverdauliche Reste ausscheiden, liegt am Hinterende links versetzt, im Bild bei NW. Ich konnte mehrfach beobachten, dass die hintere gabelförmige Cirre nach der Ausscheidung in diese Region geschwenkt wurde, quasi als Rechen, um den Ausstoß von größeren festen Bestandteilen (das Lösen vom Körper) zu unterstützen.




Tschüß, Wolfgang Bettighofer
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Klaus Herrmann

Mensch Wolfgang,

nicht nur für "nicht geblitzt" ein tolles Bild! Aber besonders gefällt mir Deine sprachliche Assimilation an den Noooaden: die Richtungsangabe : NW  :-*

Eine Frage: bist Du als Augsburger eigentlich Ostschwabe oder Westbajuware? Gunther sollte da ja präzise Auskunft geben können.

Aber wer weis: villeicht kippt der gerade Joghurtbecher aus, statt hier zur Volksbildung beizutragen.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Gunther Chmela

Zitat von: Klaus Herrmann in Dezember 03, 2008, 23:33:03 NACHMITTAGS
Eine Frage: bist Du als Augsburger eigentlich Ostschwabe oder Westbajuware? Gunther sollte da ja präzise Auskunft geben können.

Lieber Klaus,

ich werde mich hüten, diese Frage zu beantworten! Das muss Wolfgang schon selber machen. Und überhaupt: Augsburg - das ist sowieso ein absoluter Grenzfall! Und dann lebt der liebe Wolfgang noch in Kiel (und das schon ziemlich lang). Nein, endgültig: Ich halt mich da raus!

Grüße!
Gunther

bewie

Hallo Wolfgang,

das Bild ist doch eindrucksvoll und wirkt plastischer als jeder Stack! Könntest Du noch ein bisschen mehr zu den Details der Technik verraten?

Schöne Grüße nach N
Bernd

Wolfgang Bettighofer

Hallo Bernd,

ganz kurz, weil ich gerade reingesehen haben, aber auch gleich weg muss: Es ist ein Stack (Du solltest mich ja kennen...). Später mehr, auch zur Volksstamm-Philosophie...

Tschüß, Wolfgang
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bewie

Hallo Wolfgang,

jetzt bin aber so platt, dass ich mich erst mal wieder stacken muss ...

Wie hast Du so ein ruheloses Tierchen stillgelegt? Bin gespannt, was Du sonst noch alles erzähltst, wenn Du wieder Zeit hast!

Schöne Grüße
Bernd

Wolfgang Bettighofer

#6
Hallo Bernd,

ich bin seit gestern leider auch etwas platt, aber da man ja nicht die ganze Zeit im Bett herumliegen kann, bin ich mal kurz an den PC gegangen.
Was das Stacken anbelangt, hatte ich eine ca. einjährige Phase, in welcher ich diverse Programme (u. a. auch Dein MicroPicS) zu bändigen versuchte. Seit einem Jahr nutze ich ganz einfach Coral Photopaint und stacke von Hand. Da ist es nicht so problematisch, wenn sich das Objekt verschiebt. So eine Bearbeitung kann dann schon mal 3 oder 4h dauern.

Also: Es gab keine Trick, das Viech hüpfte wie bekannt, hatte aber auch seine ruhigen Sekunden. Das Fotoshooting dauerte auch etwas, ich war eben hartnäckiger als der Wasserfloh  ;D ;D

Schönes Wochenende, Wolfgang

PS: Wie ich eben sah, hast Du einen sehr instruktives Euplotes-Posting beigesteuert. Vielen Dank. Zu bemerken ist noch, dass nicht alle Cirren an den Spitzen aufgefächert sein müssen, dass wohl aber alle Cirren aus Cilienbündel bestehen.
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bewie

Lieber Wolfgang,

ZitatPS: Wie ich eben sah, hast Du einen sehr instruktives Euplotes-Posting beigesteuert. Vielen Dank. Zu bemerken ist noch, dass nicht alle Cirren an den Spitzen aufgefächert sein müssen, dass wohl aber alle Cirren aus Cilienbündel bestehen.

Das ist jetzt zu viel der Ehre. Der andere Euplotes mit den zerfächerten Füßen stammt nicht von mir, sondern von Bernd Laber.

Die Auffächerung der Cirren hängt übrigens auch vom Gesundheitszustand des Tierchens ab. Wenn er kurz vorm Exitus steht oder schon ins Jenseits gegangen ist, dann lösen sich oft auch die Cirren stärker auf.

Gute Besserung!
Bernd

Wolfgang Bettighofer

#8
Hallo Bernd,

vielen Dank für die guten Wünsche. Aktuell bin ich in einem Zustand, der mich schmerzfrei sitzen lässt (immerhin!), so dass ich mich am PC austoben kann. :D
Ja, wenn sie verschieden sind, dann zerfasern die Zirren immer. Ob der Rückschluss, dass teil-zerfaserte Zirren grundsätzlich auf's Zipperlein hinweisen, gerechtfertigt ist, würde ich erst mal in Frage stellen. Auf Hiddensee traf ich einen Epiclintes mit bestens zerfranzten AZM-Zirren. Prof. Hausmann sagte dazu, dass dies ein Merkmal von Epiclintes sei.
NB zu meinem Euplotes: Ich beobachtete ihn im IM, er hatte mindestens 2mm Wassersäule über sich, war also nicht in Kreutz'scher Weise flachgelegt...

Tschüß, Wolfgang

PS: Dass bei "verschieden" kein Missverständnis aufkommt, ein Witz aus dem Rheinland. Sagt eine ältere Dame zu ihre Kaffee-Kränzchen-Genossinnen: " Ach, alle Männer sind verschieden, nur meiner leider noch nicht..."
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