Autor Thema: Botanik: (Tanacetum vulgare) von der Wurzel bis zum Blattstiel *  (Gelesen 12717 mal)

Hans-Jürgen Koch

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Botanik: (Tanacetum vulgare) von der Wurzel bis zum Blattstiel *
« am: November 04, 2010, 13:34:13 Nachmittag »
Liebe Pflanzenfreunde,

jetzt im November findet man noch wenige Rainfarnpflanzen mit gelben
„ Soldatenknöpfen". Ich habe ein Individuum ausgegraben und es mir genauer angesehen.

Rainfarn  (Tanacetum vulgare)
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Gattung: Tanacetum
Art: Rainfarn
 Wissenschaftlicher Name : Tanacetum vulgare

Volksnamen: Wurmkraut, Drusenkrud, Dreifuß, Jesuswurz, Kraftkraut, Matkraut, Milchkraut, Muttergottesrute, Peerknöppe, Pompelblume, Pressblume, Rainfeldblume, Regenfan, Rehfarn, Revierblume, Revierkraut, Rainfart, Sauersaat, Tannkraut, Weinwermut, Wurmkraut, Wurmsamen .

Bild 1 Illustration  (Tanacetum vulgare)

Quelle: Original book source: Prof. Dr. Otto Wilhelm Thomé Flora von Deutschland, Österreich und der Schweiz 1885, Gera, Germany

Der Rainfarn ist in ganz Mitteleuropa weit verbreitet und kommt häufig vor. Er ist oft an Weg- oder Feldrändern, Ruderalflächen (nicht mehr vom Menschen genutzten Flächen )zu beobachten. Der Rainfarn erreicht eine Wuchshöhe von 80 – 120 cm. Die gelben, ca. 1 cm großen, scheibenartigen Blütenköpfe sind zu Doldenrispen angeordnet. Auf dem aufrechten, kantigen Stängel trägt er gelbe, knopfartige Blütenköpfchen- im Volksmund „Soldatenknöpfe“ genannt, die trugdoldenförmig angeordnet sind. Die Blüten sind halbkugelig und oben abgeflacht; die Kronblätter fehlen. Alle Blüten sind röhrenförmig. Die Hüllblätter sind hellgrün und kahl. Die Achänen sind ca. 1 - 2 mm lang. Der Blütenboden besitzt keine Spreublätter. Der Fruchtknoten ist unterständig. 5 Staubblätter; die Staubbeutel sind miteinander verklebt. Die Randblüten haben eine kurze gelbe Zunge.
Die doppelt gefiederten Laubblätter sitzen wechselständig am Stängel und können im unteren Bereich ca. 25, nach oben hin nur 10 cm lang werden. An jeder Seite der Blätter sitzen 7 – 12 Fiedern. Der Blattrand ist gesägt. Der aufrechte, nach oben verzweigte Stängel ist nur wenig behaart und sehr dicht beblättert. Die Blätter riechen leicht herb-aromatisch (campferartiger, aromatischer Geruch).
Volkstümlich wurde der Rainfarn früher als Mittel gegen Würmer verwendet. Er wurde äußerlich auch gegen Flöhe, Läuse und Krätze eingesetzt. Die Pflanze vertreibt, getrocknet als Strauß im Zimmer aufgehangen lästige Insekten, in ein Kissen eingenäht unter das Katzen- oder Hundekissen gelegt verjagt es Flöhe. Auch Schädlinge auf Pflanzen können mit einem Absud aus Rainfarn erfolgreich bekämpft werden.
Wegen der großen Vergiftungsgefahr wird die Pflanze heute allerdings kaum noch verwendet. Diese Vergiftungsgefahr besteht übrigens auch schon bei bloßem Hautkontakt.
Auch Hautallergien können durch ihn ausgelöst werden. Er enthält u.a.  etherische Öle und einige Bitterstoffe.
Sie blüht von Juli bis September. In dieser Zeit können die Blüten gesammelt werden, von Juli bis Oktober kann das Kraut gesammelt werden.
In Russland nutzte man schon vor langer Zeit den Rainfarn als Hopfenersatz bei der Bierherstellung.
Eine erste Erwähnung des Rainfarn findet sich bereits im 9. Jahrhundert in der Landgüterverordnung - Capitulare - Karls des Großen. Mehr als 200 Jahre später schreibt die Äbtissin Hildegard von Bingen in ihrer "Physica" über den Rainfarn und empfiehlt ihn zur Behandlung von Schnupfen. "Der Rainfarn ist warm und etwas feucht, und er ist gut gegen alle überfließenden und ausfließenden Säfte. Denn wer den Schnupfen hat und dadurch hustet, der esse Rainfarn, entweder in Suppen oder in Kuchen oder mit Fleisch oder auf irgendeine Weise. Er unterdrückt die Säfte, dass sie in ihm nicht überhandnehmen, und so werden sie weniger. Und wer trockenen Husten hat, der bereite mit feinem Mehl und Rainfarn Suppen und esse sie oft, und so werden die Trockenheit und die inneren Geschwüre seines Hustens gelöst, so dass jener Mensch, der Auswurf hat, diesen ausspeit, und es wird ihm besser gehen.
-   Wegen des Giftes ist von Selbstversuchen aber dringend abzuraten  -
Im Spätmittelalter schreibt Hieronymus Bock in seinem "New Kreuterbuch" über den Rainfarn:
"Der Samen von dem Rainfarn ist ins geschrei kommen, daß er mit Honig und Wein eingedruncken die würmer sol außtreiben, den bauchschmerz stillen und den Schweiß austreiben. Andere krafft und vermögen des Rainfarns seindt wie der Chamillenblumen und Metterkraut."
Neben dieser recht sachlichen Beschreibung zur nützlichen Anwendung des Rainfarns, wurde dem Rainfarn, im vom Hexenwahn und Aberglauben geprägten Spätmittelalter, auch ein anderer Ruhm zu Teil. Aus den Gerichtsakten der Hexenprozesse erfährt man, dass aus Rainfarn, Nießwurz, Haselwurz, Ei und Butter eine Salbe bereitet worden wäre, mit der sich die Hexen die Fußsohlen einrieben, um der Buhlschaft mit dem Teufel fröhnen zu können.
Rainfarn enthält in großen Mengen das Nervengift Thujon.
Kneipp empfahl den Rainfarn -Tee in Verbindung mit Heidelbeerblättern bei Diabetes.

Arbeitsanleitung:
Original Färberezept siehe Seite von Herrn Armin Eisner   http://www.aeisner.de/

W-3A-Färbung nach Wacker (Acridinrot-Acriflavin-Astrablau) modifiziert

Arbeitsablauf :
1. (Querschnitte 45 µm) mit 70 % Ethanol
2. Fixieren in 70 % Ethanol  24 Stunden
3.  Alkoholreihe bis zum 30%igen Ethanol
4. Wasser entmin. 3x wechseln je 1 Minute
5.  Vorfärbung  Acridinrotlösung      10 Min.
6. 1x auswaschen mit Aqua dest. .
7.  Acriflavinlösung (differenzieren bis gerade keine Farbwolken mehr abgehen- Lupenkontrolle)    ca. 30 Sekunden.
8.  2 x auswaschen mit Aqua dest..  
9. Nachfärbung  Astrablaulösung    40 Sek.
       Bei der Nachfärbung mit Astrablau eine Mischung aus Astrablau und Acriflavin im Verhältnis 5:1  verwendet.
10.  Auswaschen mit Aqua dest. bis keine Farbstoffreste auf dem Objektträger verbleiben
11.  Entwässern mit 2x  gewechseltem Isopropylalkohol   ( 99,9 % )
12.  Als letzte Stufe vor dem Eindecken Xylol einsetzen
13.  Einschluss in Entellan  
 
Ergebnis :
Zellwände blaugrün bis grün, verholzte Zellwände leuchtend rot. Zellwände der äußeren Hypodermis orangerot, Cuticula gelb. Zellwände der innenliegenden Hypodermis  tiefrot, Suberin  hellrosa.

Fotos erstellt mit Nikon D5000.
Die Übersichtsaufnahmen wurden mit „MagniFlash“ erstellt.

Bild 2 (Tanacetum vulgare) Schnittstelle Wurzel


Bild 3 (Tanacetum vulgare) Übersicht Wurzel

Querschnitt 45 µm

Bild 4 (Tanacetum vulgare) Vergrößerung Wurzel


Bild 5 (Tanacetum vulgare)  Schnittstelle Stängel


Bild 6 (Tanacetum vulgare) Übersicht Stängel

Querschnitt 45 µm

Bild 7 (Tanacetum vulgare) Vergrößerung Stängel


Bild 8 (Tanacetum vulgare)  Schnittstelle Blattstiel


Bild 9 (Tanacetum vulgare) Übersicht Blattstiel

Querschnitt 45 µm. Da der Blattstiel eine feine eigentümliche Form hat, hatte ich Probleme beim Schneiden. Zum Einsatz kam die Glycerinseife. Umschließungsmittel (= Ersatzstoff für "Möhren).


Bild 10 (Tanacetum vulgare) Vergrößerung  Blattstiel


Bild 11 (Tanacetum vulgare) Leitbündel  Blattstiel



Bild 12 Beschreibung Leitbündel Blattstiel

Das Bild zeigt ein Leitbündel eines Blattstiels.
Beschreibung:
SkL   Sklerenchymatische Leitbündelscheide
Ph   Phloem
Xy   Xylem
T   Trachee
P   Protoxylem
Blattstiele haben kein Kambium.

Danke an Detlef, für die Hilfe bei der Beschreibung des Leitbündels.

Bild 13  Übersicht  –  Von der Wurzel bis zum Blattstiel


Freundliche Grüße
Hans-Jürgen
« Letzte Änderung: Oktober 30, 2014, 13:07:39 Nachmittag von Fahrenheit »
Menschen mit einer neuen Idee gelten so lange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat.

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Ronald Schulte

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Re: (Tanacetum vulgare) von der Wurzel bis zum Blattstiel
« Antwort #1 am: November 04, 2010, 13:56:48 Nachmittag »
Hans-Jürgen,

Meine Meinung sehr gute Darstellung. Ich begreife nichts von Pflanzen aber liebe es wenn Theorie und Histologie-Daten/Arbeitslaufe zugefügt wird.
Die Färbung sieht auch sehr scharf differenziert aus. So einfach ist das noch nicht um es so schön zu bekommen.
Nur war ich nach einige zeit sehr erschrocken was den Entellan hat ausgerichtet bei meine Histologische Schnitte,
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=1587.0

Vielleicht ist Entellan jetzt verbessert aber lese mal meine (schlechte) Erfahrungen.

Grüße Ronald
Mikroskope:
Leitz Orthoplan (DL, AL-Fluoreszenz und Diskussionseinrichtung).
Leica/Wild M715 Stereomikroskop.
Mikrotome:
A&O 820 Rotationsmikrotom.
LKB 2218 Historange Rotationsmikrotom.

Jan Kros

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Re: (Tanacetum vulgare) von der Wurzel bis zum Blattstiel
« Antwort #2 am: November 04, 2010, 14:30:44 Nachmittag »
Hallo Hans Jürgen

Schöne Schnitte, ich habe mir das ganze ausgedruckt.
Herzlichen Gruss
Jan

Holger Adelmann

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Re: (Tanacetum vulgare) von der Wurzel bis zum Blattstiel
« Antwort #3 am: November 04, 2010, 16:30:58 Nachmittag »
Lieber Hans Juergen,

sehr schön dokumentiert und schöne Schnitte !

Es ist schade, dass - nach zwischenzeitlich besseren Ergebnissen an die ich mich erinnere - die Fotoqualität wieder deutlich schlechter wird.
Was ist das Problem?? Ich vermute eine suboptimale Adaptation und wuerde Dir gerne helfen, denn Deine Schnitte sind einfach gut.

Herzliche Gruesse
Holger


Klaus Herrmann

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Re: (Tanacetum vulgare) von der Wurzel bis zum Blattstiel
« Antwort #4 am: November 04, 2010, 20:08:59 Nachmittag »
Lieber Hans-Jürgen,

 eine wirklich gelungene "Ganzdarstellung" einer Pflanze. Schnitte sind - wie auch die Färbung - wirklich gut!

Wenn man von Bild 3 nach 4 geht fällt der Umschlag des Farbons von grün nach blau auf. Liegt das am Weißabgleich?

# Holger
Zitat
die Fotoqualität wieder deutlich schlechter wird.

muss man vielleich etwas differenzierter betrachten: die Übersichten sind wirklich "suboptimal". Aber das Scharfstellen bei kleinen Vergrößerungen ist auch nicht ganz einfach. Am besten stackt man! Und so traumhafte Stichergebnisse aus 180 Bildern mit hochaperturigen Objektiven, wie wir sie hier schon gesehen haben sind halt auch ganz schön aufwendig! ;)

Vielleich sollte man es wie in der Mode machen: einer kreiert tolle Kleider (die sich keiner leisten kann und keine tragen kann, weil normale Frauen sich nicht nur von einer Scheibe Knäckebrot pro Woche ernähren) und ein anderer macht schöne Fotos davon! Und ein dritter den wissenschaftlichen Text dazu! ;)
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Hans-Jürgen Koch

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Re: (Tanacetum vulgare) von der Wurzel bis zum Blattstiel
« Antwort #5 am: November 04, 2010, 20:13:03 Nachmittag »
Hallo Ronald,
danke für Dein Lob. Ich habe meine alten Dauerpräparate durchgesehen.
Keine Probleme mit „ Entellan“.
Gruß
Hans-Jürgen

Hallo Jan,
danke für Deine lieben Worte.
Gruß
Hans-Jürgen
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Hans-Jürgen Koch

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Re: (Tanacetum vulgare) von der Wurzel bis zum Blattstiel
« Antwort #6 am: November 04, 2010, 20:17:43 Nachmittag »
Guten Abend Holger,

danke für Dein Lob zu den Schnitten.
Die Übersichtsaufnahmen habe ich mit „MagniFlash“ erstellt.
Korona-Diffusblitzführung und Konverter-Objektiv 40 dpt.



Bei meinen früheren Übersichtsaufnahmen habe ich das Konverter-Objektiv 20 dpt benutzt. Sollte die kleiner Linse bessere Bilder machen ?

Alle übrigen Fotos mit dieser Nikon-Adaption:



Die Konstruktion ist etwas instabil. Bei der Fotoauslösung dreht sich das System leicht auf dem Fototubus.

Ich werde wieder zu meiner alten Adaption zurückkehren.


Gruß
Hans-Jürgen


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Fahrenheit

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Re: (Tanacetum vulgare) von der Wurzel bis zum Blattstiel
« Antwort #7 am: November 04, 2010, 22:42:09 Nachmittag »
Lieber Hans-Jürgen,

vielen Dank für die schöne und lehrreiche Darstellung des Rainfarns!

Herzliche Grüße
Jörg
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beamish

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Re: (Tanacetum vulgare) von der Wurzel bis zum Blattstiel
« Antwort #8 am: November 04, 2010, 23:30:37 Nachmittag »
Hallo Hans-Jürgen,

Die Übersicht von der Wurzel zum Blattstiel finde ich wunderbar! Zusammen mit der umfassenden Einführung ein Beitrag, den man wirklich genießen kann!
Als im Rheinland (Bonn) aufgewachsener erinnere ich mich noch an eine weitere Bezeichnung der Pflanze: Reevensknöpp. Vielleicht kann das einer der hier doch zahlreichen Bonner bestätigen...

Herzlich

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
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beide mit Canon EOS 500D

Hans-Jürgen Koch

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Re: (Tanacetum vulgare) von der Wurzel bis zum Blattstiel
« Antwort #9 am: November 05, 2010, 08:39:49 Vormittag »
Hallo Klaus, Jörg und Martin,

schön, dass Euch mein Beitrag gefallen hat.

@Klaus
bei den Übersichtsaufnahmen habe ich leider keinen Weißabgleich gemacht.

@ Martin,
interessant die Bezeichnung der Pflanze "Reevensknöpp" im Bonner Raum.

Gruß

Hans-Jürgen
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Mila

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Re: (Tanacetum vulgare) von der Wurzel bis zum Blattstiel
« Antwort #10 am: November 07, 2010, 20:06:06 Nachmittag »
Lieber Hans-Jürgen,

eine schöne Idee, von einer Pflanze verschiedene Stellen zu schneiden und zu präsentieren.

Lieber Martin,

ich habe zum Begriff 'Reevensknöpp' recherchiert, aber leider bisher ergebnislos.
'Knöpp' sind natürlich Knöpfe, so sehen die Blütenstände ja auch aus.

Ich werde weiter nachforschen, das will ich wissen... ;)

Viele Grüße
Mila

Fahrenheit

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    • Mikroskopisches Kollegium Bonn
Re: (Tanacetum vulgare) von der Wurzel bis zum Blattstiel
« Antwort #11 am: November 07, 2010, 20:53:14 Nachmittag »
Liebe Mila, lieber Hans-Jürgen, lieber Martin,

im Kölschen oder Bönnschen bin ich auch nicht fündig geworden. Als gebürtiger Koblenzer kenne ich den Namen Reevensknöpp nicht.

Knöpp ist, wie Mila schon schrieb, eindeutig und findet sich ja auch in einigen Anderen lokalen Namen des Rainfarns wieder.

Reeve ist im Altenglischen der Vogt. Aus dem shire reeve (Verwalter, Richter und Ankläger) ist dann später der Sheriff geworden. Der portreeve (Hafenkapitän) ist in Südengland heute noch in Gebrauch.

Eventuell ist aus dem Angelsächsischen was in der alten Hansestadt Köln hängen geblieben ...

Herzliche Grüße
Jörg
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beamish

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Re: (Tanacetum vulgare) von der Wurzel bis zum Blattstiel
« Antwort #12 am: November 07, 2010, 21:31:54 Nachmittag »
Hallo Mila und Jörg,

"Reevensknöpp" habe ich nur mit zwei "e"s geschrieben, damit es lang ausgesprochen wird und nicht englisch als "ie". Ich weiß, daß es sowas wie einen Rheinischen Sprachatlas gibt oder ein Rheinisches Wörterbuch. Ich habe darin vor gefühlten 100 Jahren nachgeschlagen (im Bonner Institut für Volkskunde, falls es das noch gibt), als ich nach den volkstümlichen Bezeichnungen für die Stachelbeere hinterher war: "Grünschele".

Herzlich

Martin
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Mila

  • Gast
Re: (Tanacetum vulgare) von der Wurzel bis zum Blattstiel
« Antwort #13 am: November 07, 2010, 21:36:56 Nachmittag »
Hallo Martin,

als "eschte Bönnsche" bin ich durchaus mit meiner Sprache vertraut ;)

aber auch hier fand ich die Knöppe leider nicht:

http://ksh.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Houpsigk

http://www.koelsch-woerterbuch.de/

http://www.mitmachwoerterbuch.lvr.de/liste.php

und auch in meinem Büchern nicht.
Aber ich werde weiter nachforschen, versprochen :)

Viele Grüße
Mila