Autor Thema: HAGA Mikrotomumbau  (Gelesen 6961 mal)

Segu

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HAGA Mikrotomumbau
« am: Dezember 15, 2008, 21:24:54 Nachmittag »
Da ich seit dem einstellen meiner beiden Wettbewerbsbilder mehrfach auf meinen Mikrotomumbau angeschrieben wurde, habe ich gedacht, es sei das Beste mein Vorgehen hier zu dokumentieren.

Das relativ günstige Tisch-Mikrotom von HAGA fand ich im ersten Moment recht gut. Nach mehrmaligem benutzen stellte ich fest, dass die dünnen Rasierklingen nicht optimal sind. Später beim Schneiden von in PEG eingebetteten Präparaten war dann Schluss mit lustig. Die Rasierklinge wurde nun dermassen in das Material gezogen, dass man gar nicht mehr von Schnitten sprechen konnte. Also musste Abhilfe geschaffen werden.

Nach langem testen und tüfteln versuchte ich es mit NT Cutter A-170 Klingen. Das Ergebnis ist sehr gut wie ich finde. Und die Klingen sind nun auch steif genug. Unbedingt darauf schauen, dass es sich um geschliffene und abgezogene Klingen handelt (sieht man an der schmalen glänzenden Schneide)

Weiter störte mich nun die Vorrichtung um die Präparate im Mikrotom einzuspannen. Der komische Hebel, der zuoberst gegen das Material drück ist ein völliger Käse, denn er quetscht das gesamte Material zusammen, so dass die Blöcke immer zerdrückt werden. Des weitern ist die Klemmung im Fuss der Vorschubeinrichtung nicht sehr ausgereift, so dass ein sauberer Vorschub nicht gewährt ist, da das Material immer nach unten wegrutschen kann. Ich habe dann mit 8mm Dübelhölzern und einem Magnet das Loch von unten verschlossen und es war besser. Doch zufrieden war ich noch lange nicht. Der von mir ausser Betrieb gesetzte Quetschhebel konnte nun das Material beim Schneiden nicht mehr fixieren und das Material wedelte beim Schneiden wie ein Lämmerschwanz in der Abendsonne  :'(

Jetzt musste eine brauchbare Lösung her! Also geschaut, was ein vernünftiges Rotationsmikrotom kostet,... 

... als ich dann wieder zu mir kann und ich mir den Preis noch einmal vorsichtig anschaute war mir klar das ich im Moment nur ein Auto in der Garage und nicht ein zweites im Labor leisten kann ;D

Also ging das Tüfteln und pröbeln von neuem los und das ist dabei rausgekommen.

Das zerlegte und verpackte "neue" Mikrotom immer noch in der guten alten Holzkiste.



Explosionsfoto ; D am bestehenden Mikrotom wurde der Quetschhebel und die Spannvorrichtung im Sockel entfernt. Der Aluguss -Grundkörper mit montierter VA Deckplatte wurde mit der Reibahle auf H15 gerieben (durchgehend).

Der Sockel wurde oben beim Gewinde innen angefast, 45°.



Neu dazugekommen ist die Spannvorrichtung (Spannzange mit Ausstosser)





Hier mit eingesetztem PEG Blöckchen (gegossen in 2ml Röhrchen)



Zusammengebaut und in Betrieb



Geändert wird noch die viel zu lahme Feder, die den Sockel nach oben pressen sollte, da helfe ich im Moment noch mit der Hand nach.
mit freundlichen Grüssen

Michel Siegrist

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luxikon

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Re: HAGA Mikrotomumbau
« Antwort #1 am: Februar 07, 2016, 09:27:03 Vormittag »
Hallo Michael,

ich bin neu hier im Forum und habe Deinen Beitrag erst gestern gefunden.
Ich bekomme in den nächsten Tagen ein HAGA Mikrotom und würde es auch gerne umbauen.
Leider fehlen inzwischen hier im Forum die Bilder zu Deiner Anleitung. Ohne die Bilder fällt es mir schwer Deine Schritte in die Praxis umzusetzen.
Würdest Du mich beim Umbau beraten?

Beste Grüße
Klaus
Herzliche Grüße
Klaus

Peter V.

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Re: HAGA Mikrotomumbau
« Antwort #2 am: Februar 07, 2016, 20:03:41 Nachmittag »
Hallo Klaus,

ich als Moderator sehe was, was Du nicht siehst  :P:

"Segu" hat sich das letzte Mal vor einem halben Jahr in unser Forum eingeloggt. Es ist also eher unwahsrscheinlich, dass er Dein Posting in Kürze liest. Wenn Du Fragen hast, solltest Du ihn per PN kontaktieren, in der Hoffnung, dass er PNs liest oder als Mail bekommt.

Herzliche Grüße
Peter
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