Leitz ORTHOLUX ll, Renovierung und Auf- Umbau, HILFE!

Begonnen von Arthur, Januar 13, 2011, 15:14:13 NACHMITTAGS

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rhamvossen

Hallo Olaf,

ZitatEben! Man schraubt doch auch keinen Trabbi 2-Takter in eine Ferrari-Karosse 

Du wurdest überrascht sein wit gut die beleuchting sein kan mit gebrauch einer gute Matscheibe. Grüsse,

Rolf

olaf.med

Hallo Rolf,

ich glaube aber, dass das richtige Lampenhaus, starr mit dem Stativ verbunden und damit die Lampenwendel zwangsgeführt an der geometrisch richtigen Stelle, einer Schreibtischlampe, die man immer wieder neu positionieren muß, weit überlegen ist. Außerdem verfügt das Original-Lampenhaus über einen Hohlspiegel und eine Justierung, damit man einen "verdoppelten" Leuchtfleck erzeugen kann und einen verstellbaren Kollektor.

Man kann auch mit einem Spiegel, Sonnenlicht und der Schusterkugel arbeiten, und viele bahnbrechenden Entdeckungen sind so gemacht worden, aber ich würde doch die optisch korrekte Lösung vorziehen, wenn sie so einfach wie im vorliegenden Fall zu realisieren ist.

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

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... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

Arthur

Hi Olaf,
Nochmals von ganzem Herzen alles Gute, Gute Besserung!
Das du mir trotz deiner Hand OP schreibst weiß ich wirklich sehr zu schätzen, 1000 Dank!

Meine Freude über dein Qualitätsurteil kannst du dir vorstellen, grüße von Wolke 7.

Gebrauchsanweisungen in englisch habe ich schon aus dem Netz heruntergeladen, eine deutsche Version wäre natürlich ein Traum. Ich sende dir Umgehend eine email.

Objektive müssen ∞ sein, OK. Bezeichnungen wie PLAN etc. brauchen mich erst mal nicht stören?
Du schreibst es kommen nur Leitz Objektive in Frage, schließt das auch Leica aus?
Die Indischen habe ich, nach deinem Alarm, natürlich nicht bestellt. Klar, ein TATA Motor hat in meinem Ferari auch nichts verloren, lol.

Lieber Wolfgang,
VIELEN Danke für deine Umfangreiche Antwort, mit den klaren Ausführungen und den vielen direkten Beispielen!

War heute bei IKEA und hab gleich 2 Jansjö Lämpchen ausgefasst, reiner Notnagel. Ziel für die Zukunft, ganz klar, die perfekte Beleuchtung.

Deine positive Bestätigung bezüglich meiner Wahl hat mich natürlich auch sehr glücklich gemacht, wandle seither wie auf Watte umher.

Was bedeutet DIK? Welche Vorteile bringt DIK? Kann ich mit den Langen Objektiven auch ein DIK aufbauen oder geht das nur mit den kurzen?


Ich möchte an der Stelle das gesamte Mikro Forum grüßen und mich bedanken. Niemand in meinem Bekanntenkreis hat auch nur die leiseste Ahnung von Mikroskopie. Die Möglichkeit über diese Plattform mit den absoluten cracks in Kontakt treten zu können macht mir wirklich sehr viel Freude!

Herzliche Grüße
Arthur

olaf.med

Hallo Arthur,

die gleiche Erfahrung habe ich auch gemacht, als ich vor etwa einem Jahr in diese Gemeinschaft aufgenommen wurde: "man wird geholfen".... :) :) :)

ZitatObjektive müssen ∞ sein, OK. Bezeichnungen wie PLAN etc. brauchen mich erst mal nicht stören?
Du schreibst es kommen nur Leitz Objektive in Frage

Ich habe Dir aus der Leitz-Bibel aus der Zeit Deines Mikroskops (Abbildende und beleuchtende Optik des Mikroskops) die in Frage kommenden Objektiv-Reihen eingescannt und maile sie Dir als pdf zu, sobald ich Deine email-Adresse habe. Wie Du aber bemerkt hast ist Wolfgang der Insider, der sich auch bestens auf dem Markt auskennt. Mit seiner Hilfe sollte es schnell und preiswert gelingen, einen guten Satz preiswert zusammenzustellen - aber bitte keine Kompromisse ;D

In diesem Zusammenhang verstehe ich den Elch-Hype auch nicht so richtig. Es ist unproblematisch möglich Dein Lampenhaus zu komplettieren oder eine komplette Einrichtung zu einem akzeptablen Preis zu kaufen. Die schwedische Verlegenheitslösung wandert eh bald in die Tonne weil eben nicht optimal....

DIC ist eine Abkürzung für Differentieller Interferenz-Kontrast. Die physikalischen Grundlagen würden hier zu weit führen, aber schau doch einfach einmal bei der phantastischen Seite unseres Gurus Christian Linkenheld nach:

http://www.mikroskopie.de/pfad/pol_interferenz/main.html

Für Auflicht gibt es zwar kein Bildbeispiel, aber das Prinzip wird klar. Im Interferenzkontrast-R (R wie reflektiertes Licht), werden Höhendifferenzen in der Probe, also auch Kratzer, plastisch wirkend kontrastiert, und das ist genau das, was Du für Deine Aufgabenstellung brauchst.

So long,

Olaf

Gerne per Du!

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Klaus Herrmann

Hallo Olaf,

hier noch ein Beispiel Auflicht-DIC einer verkratzten Metallprobe:

Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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olaf.med

Hallo Klaus,

...entschuldige, aber die Probe müßte dringend überpoliert werden ;D ;D ;D. Die Farbeffekte sind korrosionsbedingte Oxidschichten (auf gut deutsch: ROST) und überlagern den DIC-Effekt, der sonst hervorragend sichtbar wäre. Trotzdem herzlichen Dank für das Beispiel.

Ich korrespondiere jetzt weiter mit meiner Flasche Primitivo (gehört zu meinem Rekonvaleszenz-Programm  :D)

Gruß, Olaf
Gerne per Du!

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ortholux

Lieber Klaus,

das darf doch nicht wahr sein! Kaum mach ich mich dran, mein DIK mal wieder sauber zu justieren und en paar Beispielbilder zu machen, kommst Du mir zuvor  ;) Und auch noch mit einem sehr schönen Bild.

Lieber Arthur,

ich habe hier mal einen Vergleich zusammengestellt. Auflicht-Hellfeld, DIK, und den ollen Auflicht-Phasenkontrast, den es nur bei Leitz gab, und der letztendlich vom DIK verdrängt wurde. Als Probe siehst Du einen Tesastreifen der auf einer Kunststoffoberfläche pappt. Die organischen Gebilde sind Luftblasen. Das Hellfeld kann nur Helligkeitsunterschiede darstellen. DIK und Phasenkontrast dagegen Brechzahldifferenzen und Phasenverschiebungen. Dies resultiert beim DIK in reliefartigen Strukturen. Die Konturen dieser Strukturen sind aber nicht immer durch Dickenunterschiede geprägt, sondern auch durch Brechzahlunterschiede aneinandergrenzender Medien. Deshalb mit Vorsicht zu interpretieren.

Hellfeld



DIK



Phasenkontrast




Jürgen Boschert

Hallo Wolfgang,

Zitat... den ollen Auflicht-Phasenkontrast, den es nur bei Leitz gab, ...

nuer der Korrektheit halber: gab´s bei Zeiss (West und Ost) auch.

Beste Grüße !

JB
Beste Grüße !

JB

ortholux

Zitat von: Jürgen Boschert in Januar 16, 2011, 15:15:50 NACHMITTAGS
Hallo Wolfgang,

Zitat... den ollen Auflicht-Phasenkontrast, den es nur bei Leitz gab, ...

nuer der Korrektheit halber: gab´s bei Zeiss (West und Ost) auch.

Echt? Auflicht? Bin bei Zeiss nicht so im Thema. Aber freut mich für Euch, die Ihr ja doch eher sehr Zeiss-affin seid.

Klaus Herrmann

Hallo Wolfgang,

das war eines der wenigen Bilder von Metallschliffen mit DIC, das ich im Speicher hatte und es ist - wie Olaf richtig bemerkt - von einer vergammelten Probe - das war der Grund warum ich es aufgenommen hatte.

Aber Deine Beispiele sind klassisch schön und durch den Vergleich mit dem eher exotischen PH-Kontrast auch noch sehr instruktiv!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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olaf.med

Hallo Wolfgang,

hier muß ich Einspruch einlegen, Euer Ehren!

Wir reden doch über Interferenzkontrast-R, und der bildet im Idealfall bei opaken Proben nur Höhendifferenzen ab. Brechungsindex-Unterschiede werden nur bei Transmission Interferenz-wirksam, also beim Jamin-Lebedeff z.B.!

Klaus' Probe war schon prima, aber eben nur versaut (Probe von einer nichtgenannten süddeutschen Nobelkarosse ??? ??? ;D ;D)

Leider bin ich z,Zt. nicht in der Lage gute Bildbeispiele für DIC-R zu erzeugen, aber später, wenn es denn dann noch relevant sein sollte, hole ich das gerne nach.

Gruß, Olaf
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ortholux

Ahhlsooo.....

Olaf, da hast Du natürlich recht. Aber doch nur wenn wir wirklich von opaken Proben sprechen, oder?

Ich überlege gerade, wie es sich hier verhält. Die Unterlage ist eine spiegelnde CD, darauf klebt der Tesastreifen. Das heißt, die vom DIK dargestellten Strukturen dürften nur von der Oberfläche des Tesafilms kommen. Also die kleinen Berge und Krater. Alle anderen Strukuren (vor allem die gelben) sind Interfernzfarben und wären auch ohne Wolaston-Prisma sichtbar?

Ich geh jetzt mal zum Laufen. Vielleicht fällt mir noch was ein. Primitovo am Nachmittag kann ich mir nicht leisten  ;)

Wolfgang


Klaus Herrmann

ZitatPrimitovo am Nachmittag kann ich mir nicht leisten 

Du hast auch keine hinne Pfote. Olaf hat den auf Rezept - zahlt die Kasse! ;D

# Olaf
ZitatProbe von einer nichtgenannten süddeutschen Nobelkarosse

natürlich nicht, sondern von einem in der Eingangskontrolle durchgefallenen Teil ;)
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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olaf.med

Hallo Wolfgang,

ZitatPrimitovo am Nachmittag kann ich mir nicht leisten  Zwinkernd

Das ist die Gnade der frühen Geburt: ich kann ihn mir schon Mittags leisten - besonders Sonntags zu unseren traditionellen italienischen Gerichten... :D

Was Du siehst sind "Dreckeffekte", die den Innenreflexen im normalen Auflicht entsprechen. Das Licht tut bei transparenten Objekten nicht das, was es eigentlich tun sollte, es geht (partiell) durch die erste Grenzfläche hindurch und wird an inneren Grenzflächen reflektiert. Hierdurch entstehen auch Phasenverschiebungen, die zu Interferenzen führen, aber das ist nicht der typische Effekt des Interferenzkontrast-R. Ich schau mal ob ich etwas zum Einscannen finde, wenn ich schon kein Fotoobjekt zuhause habe.

ZitatIch geh jetzt mal zum Laufen.

Verlauf' Dich nicht,

Olaf

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ortholux

So langsam verselbstständigt sich das Thema....

Also Olaf: Du willst es ja so  ;)

Ich hab mich nochmal dran gesetzt und einen Fluoritkristall unters Mikroskop gelegt. Schön sieht man die aufgewachsenen (?, oder Spalt-) kleinen Tetraederchen. ISt das jetzt ein "echtes" DIK-Bild?

Hellfeld:


DIK


Muß jetz Tatort kucken.
Wolfgang