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Schwankende Farbtemperatur

Begonnen von Stefan_O, Februar 17, 2011, 20:37:28 NACHMITTAGS

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Stefan_O

Hallo Zusammen,

ich brauche nochmal eure Hilfe. Ich habe auf mein Orthoplan Pol Auflicht nun eine CCD Kamera gesetzt. Die Beleuchtung entspricht dem Original, also Lampenhaus Type 307-107.015 (100W Halogen) mit Netzteil Leica Z 050-262. Das Netzteil ist für 110 V ausgelegt, daher ist ein Trafo vorgeschaltet. Das Netzteil selbst besteht aus einem Regeltrafo mit nachgeschalteten normalen Trafo. Es ist also ein unstabilisiertes Wechselspannungsnetzteil.

Die CCD Kamera zeigt nun eine schwankende Farbtemperatur, erkenntlich an der rhythmischen Änderung des Histogramms und der Farbe des Bildes. Frequenz des Farbwechsel liegt so bei gefühlten 2-4 Hz. An der Kamera scheint es nicht zu liegen, da eine improvisierte Beleuchtung mit einer starken Taschenlampe ein ruhiges Bild bringt. Belichtungszeit war 4 ms, bei längeren Belichtungszeiten bei heruntergedrehter Lampe ist der Effekt kaum zu sehen, lediglich die Amplitude im Histogramm schwankt etwas.

Was ist die Ursache sein? Sehe ich da einen Ausschnitt aus der Netzfrequenz? Sollte die Trägheit der Halogenlampe nicht eine gewisse Pufferwirkung haben? Leider habe ich kein stromfestes geregeltes Gleichspannungs-Netzteil um das auszutesten.

Vermutlich ist die Anwort trivial, aber dümmer als eine Frage ist schliesslich keine Frage.

Liebe Grüsse,
Stefan

Nomarski

Hallo Stefan,

Wechselspannung heißt, daß die Spannung 50x in der Sekunde wechselt, also umgepolt wird. Da sie sinusförmig verläuft, wechselt auch die Intensität, bei entsprechend kurzer Verschlußzeit wird das mit der Kamera sichtbar.
Also hilft entweder, die Belichtungszeit zu verlängern, was du mit deiner Runterregelung schon bewirkt hast oder die Lampe mit stabilisierter Gleichspannung zu betreiben.
Aber zuerst würde ich mal prüfen, ob sich der Leitz Regeltrafo nicht auf 220V oder 240V umstellen läßt, um diesen dusseligen Vorschalttransformator einzusparen.

Viele Grüße
Bernd

liftboy

Hallo Stefan, hallo Bernd,
das Problem ist bekannt; hatte ich an meiner Analogkamera. die typischen, wanderndern 50Hz Streifen.
Aus diesem Grunde habe ich alle Netzteile auf Gleichstrom umgestellt; nicht kompliziert, nicht teuer und lohnt sich!
Gruß
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
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Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

Stefan_O

Hallo Zusammen,

danke für eure Antworten. Nein, den Trafo kann man nicht umstellen, dass war natürlich auch mein erster Gedanke. Der Regeltrafo geht nur von 0-120 V. Lösen würde es das Problem ohnehin nicht. Längere Belichtungszeiten haben ihre eigenen Nachteile und bei niedriger Spannung ist die Farbtemperatur ganz daneben. Das war definitiv nur zum Testen gedacht. Ich sehe also zu, dass ich die Lampe mit sauber geregelter Gleichspannung betreibe.

Ich hatte eigentlich gedacht, dass der Intensitätswechsel durch das "Nachglühen" nicht so drastisch ist. Bei der Gelegenheit könnte ich die 6V Halogenlampe gleich gegen eine 12 oder 24 V Lampe austauschen, dann müssen nicht übermässige Ströme fliessen.

Gruss,
Stefan

Nomarski

Hallo Stefan,

ZitatBei der Gelegenheit könnte ich die 6V Halogenlampe gleich gegen eine 12 oder 24 V Lampe austauschen, dann müssen nicht übermässige Ströme fliessen.

Im Prinzip schon, wenn es dann noch mit der Größe und der Lage der Wendel hinhaut.
12V wäre halt am günstigsten, da dafür das Angebot an Gleichstormnetzteilen am größten ist.

Viele Grüße
Bernd

reblaus

Hallo -
diese Effekte traten bei mir mit der Lampe 6V/15W (Zeiss) bei live-view Canon ebenfalls auf - obwohl ich eigentlich gedacht hatte bei dieser Niedervoltlampe mit dicker Wendel sollte dies nicht der Fall sein.
Gruß
Rolf

Stefan_O

OK, prima, dann liegt die Lösung auf der Hand, ich werde mir mal ein Labornetzteil organisieren.

Ob mein Wedel im Augenblick auf der Wunschposition liegt, kann ich nicht sagen. Eine Idee wäre, dass System mal mit einem Laser durchzuschiessen und zu sehen, wo er wieder herauskommt (über die Kamera natürlich, nicht über die Okulare). Leider habe ich in keiner Dokumentation bei Leitz gefunden, wie man die Lampen/Spiegelposition für Auflicht richtig einstellt, die Beschreibungen beziehen sich alle auf Durchlicht. Und da natürlich auf die Originalbirnen, nicht auf Ersatzexemplare mit anderer Spannung und Wendelgrösse/geometrie.

Ist schon ein bisschen nervig, ich habe das Mik ja zum Arbeiten angeschafft, nicht zum Basteln. War wohl etwas naiv.  ;)

Gruss,
Stefan

Nomarski

Den Lampenwendel müßtest du bei Auflicht aber auch über die Brennebene sehen, genauso wie es beim Durchlicht geht.
Natürlch ist dabei die Intensität entsprechend zu drosseln und die Streuscheibe sollte dabei auch ausgeklappt werden.
Oftmals reicht der Blick in den leeren Okularstutzen.

Gruß
Bernd

Stefan_O

Hi Bernd,

bei Durchlicht wird die Beleuchtung beim Orthoplan auf eine Hilfsmattscheibe scharfgestellt und zentriert, die es bei Durchlicht nicht gibt. Auf welcher Ebene muss dort der Wendel scharfgestellt sein?

Gruss,
Stefan

peter-h

Liebe Halogenfreunde,

wer kann mir die großen Vorteil im Jahr 2011 von Halogenleuchten erklären? Ich habe schon lange Zeit diese Technik verlassen, denn ohne großen Aufwand, wie stab. Gleichspannungs-Netzteil, oder hochfrequent getaktetes Netzteil für 100 Watt Halogenleuchten wird man mit digitalen Kameras am Mikroskop nicht froh. Ganz gleich wie dick die Wendel sind wird man die Helligkeitsmodulation bei Belichtungszeiten < 1/100s im Bild immer erkennen.
Dazu nochmal 2 ältere Bilder.
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=7034.msg48458#msg48458

Leuchtende Grüße  ;D
Peter H.

Nomarski

Hallo Stefan,

Zitatbei Durchlicht wird die Beleuchtung beim Orthoplan auf eine Hilfsmattscheibe scharfgestellt und zentriert, die es bei Durchlicht nicht gibt. Auf welcher Ebene muss dort der Wendel scharfgestellt sein?

Ich nehme an, du meinst Auflicht.
Auch bei Auflicht gibt es eine Aperturblendenebene wie beim Durchlicht, die man mit dem Hilfsmikroskop sehen kann. Vielleicht ist dein Orthoplan sogar mit einer Irisblende dort ausgestattet, die du dann sehen kannst. Dorthin wird auch mittels Lampenkollektor die Lampenwendel abgebildet. Wenn sich kein Mattglas im Strahlengang befindet, kannst du die Windungen der Lampenwendel zählen. Ansonnsten sollte der Lichtfleck dort möglichst homogen ausleuchten.

VG
Bernd

Stefan_O

@Peter:

hier Ich! Ich kann's erklären:

- erstmal ist die Halogenlampe die native Lichtquelle für das Orthoplan. Plug-and-Play sozusagen, ich hatte ja schon mal anklingen lassen, dass ich das Mikroskop zum Benutzen gekauft habe, nicht zum endlosen Basteln.
- eine heutige 100W Halogenlampe erreicht 3600 lm (Bsp Osram HLX 64625). Schön hell beim Pol Auflicht, die Alternativen zur Halogenlampe schaffen das nicht
- wenn das Netzteil keine konstante Spannung liefert, geben auch alle anderen Lichtquellen keinen konstanten Lichtstrom ab. Die Spannungsquelle muss also ohnehin tauglich sein.

Was heisst grosser Aufwand? Für mich ist es kein Aufwand, ein stabilisiertes Netzteil zu bestellen. Das Herumgebastele mit LEDs in meinem Lampenhaus schon, bei letzterem sicher mit unklarem Ausgang. Alles andere macht nur Sinn für mich, wenn ich es betriebsbereit bestellen kann. (Natürlich: Lebensdauer, Temperatur etc ist mir klar, es hat natürlich Vorteile. Nur Zeit eben nicht....)

@Bernd

ja, sorry, dass zweite "Durchlicht" muss "Auflicht" heissen

Gruss,
Stefan

peter-h

Ich habe es verstanden. Wenn es eine 100 Watt Halogen sein muß, dann hilft nur ein kräftiges Gleichspannungs oder ein getaktetes Netzteil.

Gruß
Peter H.

Ronald Schulte

Allen,

Mein 50HZ Problem sah am Orthoplan und Cmos-Kamera so aus wie in Bild1:




Die Lösung war wie in Bild2 (absolut 'top'):
Bis zu 10A ist wohl notwendig.




Grusse Ronald
Mikroskope:
Leitz Orthoplan (DL, AL-Fluoreszenz und Diskussionseinrichtung).
Leica/Wild M715 Stereomikroskop.
Mikrotom:
LKB 2218 Historange Rotationsmikrotom.

Peter V.

Hallo!

Es bedarf doch aber eines "stabilisierten" Gleichspannungsnetzteils, sonst hat man doch ebenfalls die Schwankungen, wenn die negative Halbwelle einfach nur durch den Gleichrichter umgepolt wird - oder?

Herzliche Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.