Hallo liebes Forum,
hier ein paar Tips zum Holundermark, der umweltfreundlichen, klingenschonenden und kostenlosen Alternative zum Hartschaum.

Da gerade keinerlei Blätter die Sicht behindern und sich schon viele gut durchgetrocknete Holunderzweige finden lassen, ist jetzt eine gute Gelegenheit, den Vorrat an Holundermark aufzustocken.
Zumal der leichte Frost den Schlamm etwas in Schach hält, das minimiert den Putzaufwand - nicht an den Holunderstangen, aber an den Schuhen

.
Am besten geeignet sind die abgestorbenen Schösslinge aus dem letzten Frühjahr. Sie sind nicht verholzt und das Mark ist nur von einer dünnen Gewebeschicht umgeben, die sich leicht entfernen läßt.
Bild 1: Holunderäste

Von links nach rechts:
- frischer Ast aus dem vergangenen Jahr, schon etwas verholzt. Geht noch, ist aber aufwändig,
da das Mark sich noch nicht vom umgebenden Gewebe gelöst hat.
- abgestorbener, trockener Ast aus dem vergangenen Jahr, ebenfalls verholzt. Nicht optimal, aber das Mark ist
einfacher auszulösen
- abgestorbener, trockener Schössling vom vergangenen Frühling, man sieht deutlich die vergleichsweise dünne
'Rinde' um das Mark, hier lässt sich unser gesuchtes Einbettungsmaterial am leichtesten gewinnen.
Die Rinde und das darunterliegende Material nun vorsichtig vom Mark trennen. Dies geht mit etwas Übung ganz leicht mit der Hand.
Eventuell angefressene Stellen großzügig rausschneiden, damit sich vielleicht noch vorhandene Bewohner später nicht am gesamten Vorrat gütlich tun.
Dann ab auf die Heizung zum Durchtrocknen - fertig. Bitte kühl und trocken lagern.

Bild 2: das Ergebnis - Holundermark unterschiedlicher Qualität, aber ausschließlich von einjährigen Trieben

Je nach Zustand der Äste ist das Mark schon etwas angegriffen, das schadet aber nicht. Der Durchmesser reicht hier von 13 bis 8 mm.
Erweiterung: was wir nicht wollen:
Bild 3: Fraßstellen

Bild 4: Kein Pilz. Bei den 'Fäden' handelt es sich um Tracheen aus den Leitbündeln des Schösslings, die beim Trocknen und Schrumpfen herausgerissen wurden. Wegen der anhaftenden Faserreste ist das Markstück nur bedingt brauchbar.

Bild 5: leicht zersetzte Oberfläche, war wohl schon mal feucht, der Kern ist aber noch OK - vielleicht ein alter Schössling, Holundermark wird ja nicht regelmäßig geerntet


Bild 6: angefressen, schimmelig und noch ein paar Algen. Gar nicht gut.

Viel Spaß beim Sammeln wünscht
Jörg