Wer kennt dieses Zeiss-Objektiv?

Begonnen von TPL, März 26, 2011, 00:18:30 VORMITTAG

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TPL

Hallo Zeiss-Kenner,
ich habe diesen "Erlkönig" letztes Jahr ersteigert, um am gleichen Revolver möglichst viele abgeglichene Immersionen zu haben. Da mir das Kleingeld für die (wahrscheinlich auch nicht schlechten) Plan-Neofluare gerade fehlte, habe ich mich für Achromaten entschieden.




Dieses hier habe ich aber noch in keiner Liste entdeckt. Kann mir jemand etwas über Baujahr, Bestellnummer und vielleicht auch die Gründe sagen, warum es davon nicht mehr gab?

Danke und beste Grüße, Thomas

Apochromat

#1
Hallo TPL,

es handelt sich um ein sehr seltenes Objektiv Achromat 16/0.40 (46 15 06). Es war von Dr. Michel ursprünglich für für Fluoreszenz entwickelt und erprobt worden. Manchmal wurde es, da es gut spannungarm und sehr kontrastreich ist, auch für Polarisationsmikroskopie großer Mineralkörner benutzt. Das Objektiv wurde nur für etwa 2 Jahre, von 1959 - 1961 gebaut. Später gab es für die Fluoreszenzapplikation das Objektiv Achromat 40/ 0.85 Oil (als 46 17 06 und 46 17 08).  Ich dachte immer, es hat dieses schöne Objektiv außer mir keiner mehr.
Derjenige, welcher herausfindet und nachweisen kann, in welcher CARL ZEISS (Oberkochen)-Druckschrift dieses Objektiv publiziert wurde, bekommt von mir eine Kleinigkeit zugesandt.

Gruss

M. Zölffel

TPL

#2
Zitat von: Apochromat in April 04, 2011, 17:22:48 NACHMITTAGSes handelt sich um ein sehr seltenes Objektiv Achromat 16/0.40 (46 15 06). Es war von Dr. Michel ursprünglich für für Fluoreszenz entwickelt und erprobt worden. Manchmal wurde es, da es gut spannungarm und sehr kontrastreich ist, auch für Polarisationsmikroskopie großer Mineralkörner benutzt. Das Objektiv wurde nur für etwa 2 Jahre, von 1959 - 1961 gebaut. Später gab es für die Fluoreszenzapplikation das Objektiv Achromat 40/ 0.85 Oil (als 46 17 06) und 46 17 0).  Ich dachte immer, es hat dieses schöne Objektiv außer mir keiner mehr.
Derjenige, welcher herausfindet und nachweisen kann, in welcher CARL ZEISS (Oberkochen)-Druckschrift dieses Objektiv publiziert wurde, bekommt von mir eine Kleinigkeit zugesandt.

Guten Abend, Herr Zölffel!
Herzlichen Dank für die detaillierte und überraschende Auskunft. Ich könnte mich darüber richtig freuen, wenn das Objektiv nicht auf den inneren Linsenflächen stark ölverschmiert wäre. Vielleicht eine Fehlbenutzung? Das Objektiv ist ansonsten ja praktisch funkelnagelneu, aber der Kontrast ist erbärmlich. Selbst mit der Unterstützung eines versierten Zeiss-Kenners und Mechanikus ist es uns leider bisher nicht gelungen, das Öl aus dem Inneren wieder herauszubekommen. Tipps sind erwünscht...

Die nächste Frage ergibt sich nun aber gleich durch Ihren Hinweis auf den Achromat 40/ 0.85 Oil. Ich nutze dieses Objektiv, allerdings in einer Ausführung, die älter sein muss, als das oben genannte 16/o,40 Oel. Es ist graviert: 40/0,85 Oel (mit "e") 160/-  Zeiss-Winkel Rech. 382 und hat einen roten Lackpunt auf dem Schwarzen Tubusteil.

Es ist übrigens ein ungewöhnlich gutes Objektiv!

Die Suche nach der Druckschrift mit dem Hinweis auf das 16er läst mir jetzt keine Ruhe mehr. Ich habe aus dieser Zeit ja eine Menge zusammen gesammelt...

Beste Grüße, Thomas (TPL)

beamish

Hallo Herr Zölffel,

das Achromat 40/ 0.85 Oil (46 17 06-9904), also mit ganz schwarzem Korpus, ist inzwischen mein Lieblingsobjektiv (nicht nur, weil man da vom 100er wieder runterschalten kann). Ich wußte gar nicht, daß es eigentlich für Fluoreszenzmikroskopie gedacht war. Ich mißbrauche es für Pilze....  ;D

Mit herzlichen Grüßen

Martin.B.
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Apochromat

Hallo,
ZEISS hat alle Ölimmersionen der 160mm Optik mit "Oel" und nicht mit "Oil" graviert. Anhand der Schriftart der Gravur erkennt man, dass es ein frühes Objektiv, vor etwa 1963/64 ist (vergleichen Sie einmal die aufgravierte "4" mit einer gravierten "4" anderer Objektive). Zeiss-Winkel - Rech. 382 heißt Versuchsobjektiv/ Prototypmit Rechnung Nr. 382 von ZEISS-WINKEL. Es kann auch noch das Rechnungsdatum aufgraviert sein (z.B. "v. 13.8.1962"). Solche Objektive tauchen immer einmal wieder auf, sie waren nicht für den Verkauf bestimmt, dienten der Erprobung durch unseren Mathematiker, Herrn Dr. Johannes Flügge und natürlich der Applikation, vor allem Dr. Michel und seinen Kollegen.
Ein Punkt, Minus oder Kreuz bedeutet, dass das Objektiv während der Herstellung oder bevor es das erste Mal in den Verkauf gelangte, optisch nachgearbeitet und damit verbessert wurde. Meist sind solche Objektive optisch besser als ihre "normalen" Geschwister.

Gruss

MZ