Autor Thema: Histologie: Kopfhaut quer / Nasenflügel  (Gelesen 14640 mal)

Harald

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Histologie: Kopfhaut quer / Nasenflügel
« am: Juni 02, 2011, 11:18:21 Vormittag »
Guten Morgen!

Längsschnitte der Kopfhaut sind ja eher häufig anzutreffen, heute möchte ich einen Querschnitt (bzw. Schrägschnitt) zeigen.
Selbst gemacht habe ich den Schnitt jedoch nicht, wohl aber selbst fotografiert ;)



Färbung: Azan
Zeiss Photomikroskop III
Canon EOS 1000D

Die größere Version ist hier zu sehen: http://images.histo.org/kopfhaut_mensch_quer_azan.jpg

Liebe Grüße
Harald
« Letzte Änderung: Juni 02, 2011, 13:25:07 Nachmittag von Harald »

Klaus Herrmann

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Re: Histologie: Kopfhaut quer
« Antwort #1 am: Juni 02, 2011, 11:47:53 Vormittag »
Hallo Harald,

ein schönes Bild eines schönen Schnitts! Könnte fast ein Heidenhainsches Präparat sein.

So wie die Haare im Querschnitt liegen muss das ja ein ganz flacher "Tangentialschnitt" sein, weil man da auch noch die Epidermis drauf sieht.
Im Sobotta ist er fast identisch abgebildet (in der 2. Auflage Seite 185)
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


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Harald

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Re: Histologie: Kopfhaut quer
« Antwort #2 am: Juni 02, 2011, 11:55:06 Vormittag »
Hallo Klaus!

Ich denke Du liegst mit Deiner Einschätzung nicht falsch, das Präparat stammt aus Tübingen, im Kasten sind fast nur Azan und Eisenhämatoxylinfärbungen und viele der Schnitte sind auf Glimmer aufgezogen.
100% sicher bin ich mir jedoch nicht!

Liebe Grüße
Harald

Klaus Herrmann

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Re: Histologie: Kopfhaut quer
« Antwort #3 am: Juni 02, 2011, 12:00:04 Nachmittag »
Hallo Harald,

Zitat
viele der Schnitte sind auf Glimmer aufgezogen.

dann können wir mal zu 99,3%  ;) sicher sein!

 Steht auf dem Kasten auch noch Erbe das war der Haus & Hoflieferant für Laborzubehör in Tübingen.

Dann hast Du ein Schätzchen! Gibt es eine Jahreszahl?
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


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Harald

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Re: Histologie: Kopfhaut quer
« Antwort #4 am: Juni 02, 2011, 12:04:20 Nachmittag »
Hallo Klaus!

Leider nein, deswegen bin ich unsicher. Im Kasten steht nur ein schwer lesbarer Name (Sütterlin in feinster Sauklaue ;)) und Tübingen. Kein Datum, kein "Erbe".
Ich zeige aber gern noch weitere Präparate aus dem Kasten falls das zur Identifizierung hilft!

Liebe Grüße
Harald

Dieter Stoffels

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Re: Histologie: Kopfhaut quer
« Antwort #5 am: Juni 02, 2011, 12:46:24 Nachmittag »
Hallo Harald,

vielen Dank für das Zeigen dieses Schnittes. Bezogen auf einen Querschnitt durch die Haut würde ich die Schnittebene als schräg verlaufenden Horizontalschnitt klassifizieren. Ein derartiger Schnittverlauf resultiert häufig, wenn das zu fixierende Hautstück nicht bis zum Intermedium mit Nadeln auf Holz gespannt war. Im Unterschied zu Quer- und Sagitalschnitten werden Horizontalschnitte seltener hergestellt, vermutlich weil angenommen wird, dass der Informationsgehalt geringer ist als bei den beiden zuvor genannten Schnittebenen. An der Qualtität des Schnittes hätte ich eher auf einen Kunststoffschnitt getippt. Vielleicht hast Du noch die Möglichkeit eine Detailaufnahme eines Haarfolikels mit anliegender Talgdrüse zu zeigen.

Nochmals vielen Dank für das Zeigen dieses schönen Schnittes!

Dieter

Alfons Renz

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Re: Histologie: Kopfhaut quer
« Antwort #6 am: Juni 02, 2011, 12:58:42 Nachmittag »
Hallo Harald,

Im Histologie Kurs 1942 (ca.) der Tübinger Anatomie (Prof. Heidenhain) wurde ein solches Präparat ausgeteilt. Ich möchte nicht beschwören, dass das mir vorliegende Präparat (Nr "61 Kopfhaut Haare quer AZAN") vom selben Block stammt, aber gut möglich wäre es. Daneben gab es: Haut der Achsel Nr 59, Kopfhaut quer Nr 60, und Nasenflügel, Nr. 62 - dieses Präparat habe ich hier im Forum schon mal gezeigt, wegen der Demodex-Milben drin!

Interessant wäre, ob die selben Präparate auch in Ihrem Kasten zu finden sind.

Mit herzlichen Grüßen aus Tübingen,

Alfons

Harald

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Re: Histologie: Kopfhaut quer
« Antwort #7 am: Juni 02, 2011, 13:07:24 Nachmittag »
Hallo Herr Renz,

die Präparate habe ich, jedoch nicht in der Nummerierung! Hier einmal der Nasenflügel als Übersichtsaufnahme:



Ich gehe jetzt gleich einmal mögliche Milben suchen!

Liebe Grüße
Harald

Alfons Renz

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Re: Histologie: Kopfhaut quer / Nasenflügel
« Antwort #8 am: Juni 02, 2011, 15:03:30 Nachmittag »
Hallo Harald,

Da ist sie schon, die Demodex-Milbe im Nasenflügel (Talgdrüse), ob brevis oder folliculorum, ist schwer zu entscheiden:



Wobei mein Präparat (wohl aus einer späteren Serie, es trägt die Präparate-Nr. 39) offenbar von einem anderen Block stammt. Es weist kaum Knorpel auf und wirkt viel gedrungener.

Die Milben sitzen in den Haarfollikeln und den Ausführungsgängen der Tagdrüsen. In Schnitten sind sie nicht so leicht zu erkennen.
In Ihrem Schnitt würde ich ev. eine Milbe im Haarbalg oben rechts (genau unter dem 'a" von "Datum") vermuten.

Viel Erfolg bei der Suche!

Alfons

p.s. Ihre Mikrophotographien sind ja ganz prächtige Übersichtsaufnahmen. Bei mir habe ich da Probleme mit der gleichmäßigen Ausleuchtung. Deshalb würde mich - und sicher Andere - die verwendete Mikroskopausrüstung interessieren. Dass es ein Phomi III ist, haben Sie ja schon geschrieben. Aber mit welchem Objektiv und Kondensor?
« Letzte Änderung: Juni 02, 2011, 15:21:20 Nachmittag von Alfons Renz »

Harald

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Re: Histologie: Kopfhaut quer / Nasenflügel
« Antwort #9 am: Juni 02, 2011, 16:01:30 Nachmittag »
Hallo Herr Renz!

Milben habe ich jetzt auf den ersten Blick keine gefunden, ich werde mich aber noch mal intensiver damit beschäftigen!

Ich fotografiere am Phomi III und habe hauptsächliche Neofluare dran.  Die Übersichtsaufnahmen mache ich mit einem 2,5er Plan-Objektiv und bemühe anschließend Photoshop um aus einer Serie von Einzelaufnahmen das Gesamtbild zu stitchen.
Mein Kondensor ist ein normaler Klappkondensor (1,3) von Zeiss, wobei ich die schlechte Ausleuchtung (bedingt durch den "Schatten", den die zur Seite geklappte Linse wirft) behebe, indem ich den Kondensor möglichst weit absenke.

Trotzdem fällt so manch ein Bild der schlechten Ausleuchtung zum Opfer, in dem Fall greife ich zum 6,3er Neofluar. Das bedeutet dann mehr Bilder und eine erhöhte Rechenleistung beim Stitchen, dafür eine deutlich bessere Bildqualität (wobei das Ganze natürlich wesentlich zeitaufwändiger ist!)


Detailaufnahmen zu den Haarfollikeln und Talgdrüsen und auch von Milben - sofern ich welche finde - mache ich am Wochenende!

Liebe Grüße
Harald

Alfons Renz

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Re: Histologie: Kopfhaut quer / Nasenflügel
« Antwort #10 am: Juni 02, 2011, 16:42:36 Nachmittag »
Hallo Harald,

Hier 'mein' Nasenflügel - ich habe doch noch einen Schnitt gefunden und eingeskannt, der sehr ähnlich aussieht:



Er stammt aus der Sammlung des Anatomischen Instituts. Ich habe ihn dort für meinen Studentenkurs ausgeliehen. Leider beschränkt sich die Beschriftung auf ein Minimum, eine mit Diamant eingravierte "39". Bei Gelegenheit werde ich mich erkundigen, welches System sich hinter diesen Zahlen verbirgt. Ich vermute, jedes Organ, jede Färbung oder jeder Gewebe-Block hatte seine eigene Nummer.

Der blaue Kringel markiert den Sitz einer Milbe:



etwas deutlicher bei stärkerer Vergrößerung:



Man erkennt das Podosoma mit den Ansätzen der Extremitäten der Milbe und die eingeschrumpfte Cuticula ihres Hinterleibs.

Mit herzlichen Grüßen,

Alfons

p.s. Der Skan wurde mit einem Epson-Durchlichtskanner (uralt) aufgenommen, die beiden Photos mit der Tucsen 3.0 durch ein Orthoplan (mit sehr viel Glas!). Die Qualität der Bilder liesse sich sicher gewaltig steigern: Die Einstellung der Tucsen erfordert viel Geduld!
« Letzte Änderung: Juni 02, 2011, 21:45:57 Nachmittag von Alfons Renz »

Ronald Schulte

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Re: Histologie: Kopfhaut quer / Nasenflügel
« Antwort #11 am: Juni 02, 2011, 20:55:15 Nachmittag »
Harald,

Ein sehr schönen Schnitt und ich finde sehr gut Fotografiert. So einfach ist es meistens nicht um ein relatives Größen Coupe gut ausgeleuchtet zu Stitchen.
Wie Alfons schon erwähnte
Zitat
Bei mir habe ich da Probleme mit der gleichmäßigen Ausleuchtung.

Bild 1: Meine Ersten Aufnahmen, mit ein Coolpix 4500 und Periplan am Leitz Orthoplan, sahen auch gefleckt aus;
Bild 2: Wird das Objektiv zu groß ausgewählt dann sieht den stitch so aus;
Bild 3,4 und 5: So sieht es jetzt aus mit ein Moticam 2300 und Leitz 0,63x Optik. Das macht schließlich den unterschied.











Grüße Ronald

« Letzte Änderung: Juni 02, 2011, 21:04:47 Nachmittag von Ronald Schulte »
Mikroskope:
Leitz Orthoplan (DL, AL-Fluoreszenz und Diskussionseinrichtung).
Leica/Wild M715 Stereomikroskop.
Mikrotome:
A&O 820 Rotationsmikrotom.
LKB 2218 Historange Rotationsmikrotom.

Holger Adelmann

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Re: Histologie: Kopfhaut quer / Nasenflügel
« Antwort #12 am: Juni 03, 2011, 08:30:31 Vormittag »
Sehr schöner Vergleich, lieber Ronald.

Hast Du die Maus von Bild 3 auch als ganzes gestitcht ?

Herzliche Grüsse
Holger

Ronald Schulte

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Re: Histologie: Kopfhaut quer / Nasenflügel
« Antwort #13 am: Juni 03, 2011, 09:27:54 Vormittag »
Holger,

Ich finde das in diesen treat schöne Histologie gezeigt wird.

Das stimmt. Ich weis zwar nicht mehr wieviel es waren aber meistens gebrauche ich ein 10x Objektiv für kleine Objekte und ein 2,5x Objektiv für z.B diesen MausKopf. Da müssen meist so 50 bis 100 Bilder gemacht werden die ich dann mit das Programm 'autostitch' zusammenfüge. Wichtig ist auch das die Bilder sich genügend 'überlappen', wie im Bild gezeigt. So kann das Programm sich die besten stellen aussuchen.



Grüße Ronald
« Letzte Änderung: Juni 03, 2011, 09:37:21 Vormittag von Ronald Schulte »
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