Frage zu altem Leitz-Trafo

Begonnen von Peter V., Juni 02, 2011, 23:09:40 NACHMITTAGS

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Peter V.

Hallo!

ich habe einen alten Leitz-Trafo bekommen, der über zwei Drehknöpfe auf einer Achse verfügt.
Der größere hintere Drehknopf schaltet den Trafo ein und bedient den Ausgang auf der ( von vorn gesehen ) rechten Seite, der vordere Knopf bedient die Ausgänge auf der linken Seite.
Der Ausgang rechts ist mit "6 V" und links mit "8 V" beschriftet.
Seltsamerweise liefert der Trafo aber rechts eine Spannung von 4 - 13 Volt und ist nicht auf weiter als auf 4 V heruntrregelbar, linls liefert er - wie angegeben - 0 bis knapp 8 V.

Seltsam ist auch die Beschriftung auf dem Typenschild: Wenn ich die richtig interpretiere, müsste der links Ausgang 3 - 10 V liefern und der rechte 0 - 8V. Insofern stimmten also die Angaben auf dem Typenschild ( wenn sie denn auch die Seiten so bezeichnen ) nicht mit den Bakelitschildern an den Seiten überein.


Also:

                              linker Ausgang         rechter Ausagng

Typenschild vorn:          3 - 10 V                   0 - 8 V

Typenschilder Seite:         8 V                           6 V

tatsächl. Spannung:       0 - 8 V                    4 - 13 V


Nun meine Frage:

Hat hier noch jemand einen identischen Trafo und kann mir sagen, wie es bei ihm aussieht?

Ist mein Trafo defekt oder gehört das zu den Merkwürdigkeiten der E-Technik aus dieser Zeit?





Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Nomarski

Hallo Peter,

hast du die Spannungen unter Last gemessen (mit Glühlampe) oder im Leerlauf mit einem hochohmigen Multimeter?

Ich hatte solche ähnlichen Trafos, bei denen man nur den rechten Ausgang regeln kann, aus dem linken Ausgang kam eine Festspannung von ca. 8V. Diese Ausgänge waren nicht so belastbar, enstprechend durften als Verbraucher nur schwache Lämpchen angeschlossen werden. Es könnte sein, daß es bei deinem Trafo auch so ist.
Wenn man hineinschaut, sieht man es schon an den dünnen Drähten.

VG
Bernd

Peter V.

Hallo Bernd,

sowohl als auch.....
Zudem ist mir gerade erst aufgefallen, dass bei den linkenn Ausgängen das Zeigeramperemeter nicht funktioniert, nur bei dem rechten Ausgang. Ob das so sein soll.....  ???  ???  ???

Herzliche Grüße
Peter
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Frank D.

#3
Hallo Peter,

unter Last oder im Leerlauf gemessen?
Die abweichende Primärspannung von 220V auf eventuell mögliche 240V kann nicht so einen Anstieg der Sekundärspannung verursachen.
Und das dann nur auf einer Seite!

Ähnliches hatte ich mit einem schwarzen Leitz-Trafo (Bernd erinnert sich bestimmt).
Da standen 8V (stellbar) drauf und unter Volllast konnte ich ca. 12V messen.
Die 6V-Festspannungsseite war nicht betroffen.


MfG
Frank

Habe den Beitrag von Bernd nicht gelesen!

Peter V.

Hallo Frank,

unter Leerlauf und unter Last!

Herzliche Grüße
Peter
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Frank D.

#5
Ich war auch etwas irritiert.
Um die Sache einfach zu beheben, hatte ich einen Kunststoffwinkel auf den Spulenkern geklebt und so dem Stellarm eine Grenze gesetzt.
Funktioniert heute noch, oder Rainer?  ;D



MfG
Frank

Peter V.

Hallo!

Was ich auch seltsam finde, ist, dass er rechts  4 Volt als niedrigste Spannung ausgibt....

Herzliche Grüße
Peter
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Frank D.

Habe mich vertan, es war bei mir die regelbare 6V/5A Seite, der ich über längere Zeit 12V/5A entnehmen konnte; ohne eine nennenswerte Erwärmung.

MfG
Frank

Ragin

Zitat von: Frank D. in Juni 02, 2011, 23:52:53 NACHMITTAGS
Ich war auch etwas irritiert.
Um die Sache einfach zu beheben, hatte ich einen Kunststoffwinkel auf den Spulenkern geklebt und so dem Stellarm eine Grenze gesetzt.
Funktioniert heute noch, oder Rainer?  ;D



MfG
Frank
Hallo Frank, ja, der geht noch bestens, wusste gar nicht, dass man den noch tunen könnte..
Muss gestehen, dass mir die damit betriebene Auflichtbeleuchtung am Laboval mit Pol meistens etwas zu dunkel ist. Ich betreibe damit aber gelegentlich mein Panphot, die Lampe schraub ich vom Laboval ab und stecke die in´s obere Lampenhaus, geht gut und so ist wenigstens ein Leitztraffo im Spiel ;D
Ich pflege das bayrische Du, von Mensch zu Mensch

Robert Götz


Bei meinem Trafo ist der linke Ausgang mit 8V, der rechte mit 5...18V beschriftet.

Gruß
Robert

Nomarski

#10
Zitat von: Peter V. in Juni 02, 2011, 23:42:59 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,

sowohl als auch.....
Zudem ist mir gerade erst aufgefallen, dass bei den linkenn Ausgängen das Zeigeramperemeter nicht funktioniert, nur bei dem rechten Ausgang. Ob das so sein soll.....  ???  ???  ???

Herzliche Grüße
Peter


Hallo Peter,

soll es. Der Trafo hat mehrere Ausgänge an der Sekundärseite. Man kann das Amperemeter aber nur in einem Kreis schalten und das ist in dem stark belastbaren auf der rechten Seite.
Auf der linken Seite müßten die Anschlußbuchsen etwas anders sein, so bei meinen Modellen. Das verhindert, daß dort die falschen Lampen angeschlossen werden können, da der Abstand der Buchsenlöcher und der Lochdurchmesser für die Kontaktstifte anders ist.

Man muß eben Spannung und Leistung der Lampe kennen, daraus läßt sich der Strom errechnen, welcher als Maximalwert nach dem Anzeigeinstrument einzuregeln ist. Für die 6V/30W-Lampen ist das dort sogar gekennzeichnet.

VG
Bernd

Wolfram Weisshuhn

Hallo allerseits,

dieser Trafo (spätere Bezeichnung REDYX ) wurde von Leitz in zeitlicher Folge in verschiedenen Varianten gebaut. Die neuere Version hat nur einen Drehknopf für Netz ein-aus und für die Sekundärspannung 2 bis 10 V, 6A. Mit diesem Ausgang wurden damals ausschließlich die weitverbreiteten Kugellampen 6V 5A gespeist. Und mit dem Drehknopf konnte man die Helligkeit dieser Lampen regeln. Mit zuviel Strom gingen die Lampen schnell kaputt, deshalb beginnt der kritische (rote) Bereich auf dem Amperemeter bei 5 A. Außerdem gab es die gleichen Frühausfälle, wenn man bei der Einstellung >5 A den Netzschalter einschaltete.

Das Amperemeter ist ein Dreheiseninstrument (also für Wechselstrom geeignet) es hat eine Prüfspannung von 2kV, hat eine Genauigkeit von 2 % bei senkrechter Gebrauchslage.

Für den zweiten Ausgang 8 V 0,6 A kenne ich keine Anwendung und es hat offenbar auch nie eine reale Anwendung gegeben.

Da ich in der Zwischenzeit o.g. Kugellampen durch geometrisch nachgebildete Drehkörper mit LEDs mit Ansteuerung ersetzt habe, haben für mich die REDYX Trafos an Bedeutung/Wertigkeit verloren. Man kann sie nur noch in die Vitrine zu den gleichaltrigen Mikroskopen stellen. (das sind dann Nostalgie REDYX Geräte) Und so die Vitrine beleuchten.

viele Grüße

Wolfram Weisshuhn

Peter V.

#12
Hallo!

Welchen tieferen Sinn hatte es denn, die Trafos mit einer Ausgangsspannung bis 10 V für den Betrieb von 6 V Kugellampen zu konstruieren?
Da ist doch frühes Ableben der Leuchtmittel durch Fehhlbedienung vorprogrammiert!  ???

Herzliche Grüße
Peter
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Nomarski

#13
Hallo,

ZitatAußerdem gab es die gleichen Frühausfälle, wenn man bei der Einstellung >5 A den Netzschalter einschaltete.

Wie soll denn das gehen, wenn der Netzschalter im Linksanschlag des Drehkopfes wirkt?  ???

Man schaltet ein und regelt die Spannung und den Strom von unten nach oben hoch. Zum Ausschalten wir auch wieder runtergeregelt, es sei denn man schaltet den Trafo mittels Ziehen des Netzsteckers aus.

Da die Glühlampe direkt am Sekundärausgang des Trafos hängt, hat man keine Stabilisierung, deswegen geht Spannung je nach Last entsprechend in die Knie.
Bei Trafos, die mit einem Voltmeter ausgestattet sind, kann man das gut beobachten.

Die Lampen halten länger, wenn sie durch Dimmen in die Betriebsspannung eingeregelt werden.

Und leider ist es so, daß die Lampe vorzeitig durchbrennt, wenn man den Regelknopf unbedacht bis zum Anschlag dreht. Um dem entgegenzuwirken, muß man entweder unter Kontrolle des Instrumentes die Spannung hochdrehen oder einen passenden Vorwiderstand in die Leitung setzen, der den Strom begrenzt und somit das Durchbrennen der Lampe durch Überspannung verhindert.

Viele Grüße
Bernd

Peter V.

Hallo!

gestern erhielt ich eine Private Nachricht von Klaus Henkel, der erfreulicherweise das Rätsel der "Überspannung" dieser Trafo-Schätzchen aufklären konnte.
Dafür noch einmal vielen Dank an Herrn Henkel!

ZitatDie Möglichkeit der erhöhten Spannung wurde für die Mikrofotografen geschaffen, damit sie - zum ersten - ausreichend Licht für die Belichtung bekamen und weil - zum zweiten - die erhöhte Spannung den hohen Rotanteil des Glühlampenlichts dämpfte, so daß 3100 bis 3200 ° Kelvin resultierten, genau richtig für die damals neuen DIA-Kunstlichtfilme. Die Farbtemperatur des Glühlampemlichts betrug bei Nennspannung lediglich 2600 bis 2750 ° Kelvin, was einen fürchterlichen Rotstich verursachte.

Konversionsfilter, die das auch hätten bewirken können gab es in dieser Stärke für die Nomalfotografie seinerzeit nicht. Die Schottfilter für die Mikrofotografie wiederum waren 3mm dick und nahmen deshalb viel zu viel Licht weg.

Man drehte den Traforegler immer kurz vor der Belichtung hoch, danach gleich wieder runter.

Die Methode war schon in der Schwarzweiß-Zeit gebräuchlich. Es wurden zur Hervorhebung bestimmter Farbtöne bei gefärbten Präparaten oft recht dichte Farbfilter verwendet, um Hell/Dunkel-Unterschiede zu erzeugen, was die Belichtungszeiten enorm verlängerte. Die Methode Versuch und Irrtum verbot sich aber bei Glasplatten und später bei Planfilm, weil einfach zu teuer und dann auch bei Rollfilm, weil man auf einen Film nur 9 bis 12 Aufnahmen bekam.

Es ist manchmal erstaunlich, wie lange sich solche Methoden noch nach Jahrzehnten in technischen Ausrüstungen widerspiegeln, obwohl die früheren Anlässe nicht mehr gegeben sind. Die Trafos mit "Überspannungs-Regelung" wurden ja noch bis in die jüngste Zeit so gebaut.

Einen schönen Gruß!
KH

Herzliche Grüße
Peter
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