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Welche Schalenamöbe?

Begonnen von Klaus, August 04, 2011, 19:42:40 NACHMITTAGS

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Klaus

Liebe Tümpler,

diese Amöbe hebe ich in einem Waldtümpel im Norden Hamburgs gefunden. Ich dachte zunächst, dass es sich um eine "zerbrochene" Arcella handeln könnte, die Amöbe machte jedoch einen sehr lebendigen Eindruck, so dass ich dann an Cochliopodium dachte, die ich allerdings noch nie vorher gesehen habe.  Aufnahme mit CZJ 25/0,65 DIK.



Weiß jemand weiter?

Gruß

Klaus

Ferry

Hallo Klaus,

Es ist schwierig auf Grund eines Bild deine Amöbe zu bestimmen. Hast Du nicht mehr Photos? Ein Cochliopodium wird sich sicher fortbewegen und ist dann besser zu bestimmen.

Herzliche Grüße,

Ferry
www.arcella.nl
www.natuurfotografie.info

Klaus

Hallo Ferry,

von dieser Amöbe habe ich noch viele Bilder, jedoch bewegte sich das Tier ca.10 Minuten lang als Ganzes nicht, nur die Scheinfüßchen änderten sich dramatisch.

Gruß

Klaus

Ferry

Hallo Klaus,

Tja... schade! Es sieht sehr interessant aus, diese Amöbe. Nächtes Mal besser...


Herzliche Grüße,

Ferry
www.arcella.nl
www.natuurfotografie.info

Martin Kreutz

Hallo Klaus,

ich erlaube mir, noch meine Meinung zu Deinem Fund zum Besten zu geben. Ich glaube, dass es sich hier um Phryganella nidulus handelt. Die Zuordnung beruht auf der Größe, der Zusammensetzung der Schale und der typischen Form der Pseudopodien. Tatsächlich hat Penard diese Amöbe mit unten geschlossener Schale gezeichnet. Laut Ralf Meisterfeld müssten die Pseudopodien auch spitzer zulaufen. In einer persönlichen Mitteilung schrieb er mir zu unten stehenden Bildern: "Für Phryganella gilt,
daß sie ektoplasmatisch und oft zugespitzt sind. Man findet auch Anasthomosen zwischen einzelnen ,,Fingern". Die abweichende Morphologie kann aber auch durch die Quetschung der Schale kommen." Deshalb bleibt eine gewisse Unsicherheit, aber ich fand keine Alternative. Meine Bilder sind mit Deinen praktisch identisch, weshalb hier sicher der selbe Fund vorliegt. Du darfst davon ausgehen, dass es von diesem Vieh nur ein paar Bilder auf der Welt gibt. Außer unseren 3 habe ich jedenfalls noch keines gesehen!

Schönen Abend!

Martin




Klaus

Hallo Martin,

das ist ja spannend. Vielen Dank für Deine Hilfe, ich werde auf Basis Deines Kommentars auch versuchen mehr zu erfahren.....

Gruß

Klaus

Ferry

Hallo Martin,

Das kann doch nicht Phryganella nidulus sein. Sehe die Originalbeschreibung Penards hierunter. Diese Amöbe ist sehr groß (165-220 um) und hat eine Schale mit eine deutliche Mund.



Herzliche Grüße,

Ferry
www.arcella.nl
www.natuurfotografie.info

Martin Kreutz

Hallo Ferry,

vielen Dank für Deinen Beitrag! Ich stimme Dir zu, es kann bzgl. der fehlenden Mundöffnung eigentlich nicht Phryganella sein, jedoch passen andere Merkmale. Ich habe soeben in meinen Fotoprotokollen nachgeschaut, um den Maßstrich einfügen zu können. Die damalige Aufnahme wurde mit dem 20X Objektiv aufgenommen. Da landet man dann bei 217 µm Durchmesser. Leider habe ich damals versäumt die Amöbe zu zerquetschen und die Zellkerne zu zählen. Es sollen bei Phryganella mehrere sein (Unterschied zu Difflugia). Ich habe auch an eine beschädigte Difflugia gedacht, die ihr Gehäuse wieder aufbaut. Aber das Bilder von Klaus und mir sehen sich zu ähnlich. Das kann kein Zufall sein. Ich glaube, man muss auf ein Wiedersehen warten, um den Fall zu klären. Ich bin jedenfalls einer "Re-Identifizierung" aufgeschlossen.

Bis bald und schönen Abend!

Martin



Klaus

Ferry und Martin,

ich melde mich, wenn ich die Amöbe wieder finde, vielleicht kommen wir dann weiter. Die Ähnlichkeit der Aufnahmen von Martin und mir ist frappierend.

Gruß

Klaus