Autor Thema: Sterile Werkbank selbst bauen.  (Gelesen 16013 mal)

Hyperion

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Re: Sterile Werkbank selbst bauen.
« Antwort #15 am: August 06, 2011, 19:59:46 Nachmittag »
Zitat
Anstelle eines Dampfdruckkochtopfs müsste es ja auch gehen die Zahnstocher im backofen bei 150°C zu sterilisieren.

Anstelle von Wattestäbchen aus dem Laborbedarf könnte ich ja auch modifizierte Ohrenstäbchen benutzen.
Plastikstil rausziehen und Stahlstab reinstecken.
so kannn ich dei dannn auch Heißluft Sterilisieren.

Jein, das Problem ist, das Heißluft wegen des fehlenden Wassers nicht so gut geht, sodass man sehr lange sterilisieren muss und meist auch noch bei mehr als 150 °C.
Cellulose und Holz solange im Backofen wird meist einfach nur braun bis schwarz oder verschmort. Backofen geht nur für Metall und Glas gut.

Du brauchst so oder so einen Schnelkochtopf für die Medien. Vergiss das mit dem Tyndallisieren (wiederholtes Abkochen) und hol dir einfach einen günstigen irgendwoher. Die gibts schon für 50 Euro... Gebraucht oft noch weniger.

Hast du dir schon eines der Bücher besorgt (besonders den Eckhard Bast, den es bald in neuer Auflage gibt) die ich dir mal empfahl?
Zitat
Kann ich Bazillen eigentlich "aufbewahren" indem ich warte bis sie Sporen bilden und diese einfriere?

Ja, in Flüssigkultur bilden Bacillus sp. automatisch sporen wenn die Nährstoffe knapp werden oder der Sauerstoff zuneige geht.

Ich ziehe für den Zweck immer die Bakterien in Reagenzgläsern mit Medium, lasse dann 1 Woche stehen und sauge das Medium mit einer Glaspipette ab, lasse steril trocknen und schmelze dann das Glas mit dem Brenner zu, so halten sich die Sporen Jahre.

Bei Bedarf Ampulle ansägen (gibt extra sägen dafür) und mit den Sporen neues Medium beimpfen. Statt Reagenzgläsern kann man auch diese 15 ml Falcon Tubes benutzen (die werden dann nat. nicht zugeschmolzen sondern nur zugedreht).
Einfach ein Falcontube mit 1 ml Kultur mit aufgesetztem Deckel in den Exsikkator (oder einen Farbeimer mit Calciumchlorid [Luftentfeuchtergranulat] vom Baumarkt und dichtem Decken) stellen und wenn es komplett eingetrocknet ist (ggü. oben hat man hier auch noch Mediumbestandteile drin, aber die stören meist nicht) zudrehen und so lagern. WOhlgemerkt geht das nur mit Sporenbildnern. Alle anderen habe ich in der Tiefkühltruhe in einem sog. Glycerinstock auf.

Bei Pilzen geht es noch besser da trockne ich die ganze Agar Platte nachdem sie voll mit Conidiosporen ist und dann kommt Parafilmrum und das Isolat wird aufgehoben.
« Letzte Änderung: August 06, 2011, 20:08:31 Nachmittag von Hyperion »

crabtack

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Re: Sterile Werkbank selbst bauen.
« Antwort #16 am: August 06, 2011, 21:00:48 Nachmittag »
Schade, dann musss ich mir wohl einen Gasbrenner kaufen.

Hmm, nun gut dannn guck ich mal bei ebay nach nem Kochtopf.

Jup, Eckhard Bast´s Buch habe ich tatsächlich in der städtichen Bibliothek bekommen.
Verdünnungsausstrich und Nährboden herstellen und Autoklyvieren kannn ich jetzt (theoretisch).

Hmm, einfach ein glasrohr zuschmelzen, gute Idee.
Danke für die Erklärung.

Gruß
Olaf

crabtack

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Re: Sterile Werkbank selbst bauen.
« Antwort #17 am: August 06, 2011, 21:33:07 Nachmittag »
Danke, werde ich mal nachsehen, wenn ich 15 Euro habe. ;D