Hallo Erdlinge,
Aus aktuellem Anlass der Marslandung von "Curiosity" weise ich hier mal auf "MAHLI" (Mars Hand Lens Imager) hin, der am Roboterarm von Curiosity sitzt. Er kann bis zu 15 Mikrometer pro Pixel auflösen, wobei mir nicht ganz klar ist, ob man dieses Auflösungsvermögen einfach mit unserem "gewohnten" Auflösungsvermögen gleichsetzen kann.
Er soll Gestein und Boden anschauen und vielleicht Spuren von Mikroorganismen finden - wir können ja wetten, ob er in dieser Richtung etwas findet...
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/99959_34668321.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/99959_12115022.jpg)
http://de.wikipedia.org/wiki/Mars_Science_Laboratory#Mars_Hand_Lens_Imager_.28MAHLI.29
Vielleicht können wir in Zukunft hier interessante Bilder davon posten - wobei mich die Steine nicht ganz so interessieren und ich bei der Wette eher auf der "Der findet nix Lebendiges"-Seite liege.
Abgespacete Grüße
Sebastian
Hallo Sebastian,
solltest Du nicht Recht behalten und es gibt doch Leben auf dem Mars, dann
--- ein tolles Gastgeschenk, das Schweizer Messer!!! ---
Herzliche Grüße
Dieter
Zitat von: Dieter S. in August 06, 2012, 13:18:05 NACHMITTAGS
--- ein tolles Gastgeschenk, das Schweizer Messer!!! ---
:D Haha! Je nach Intelligenzquotient der Beschenkten benutzen Sie es entweder, um damit in der Nase (?) zu bohren, oder sie wälzen sich vor Lachen im Marssand!
Sebastian
Zitat von: Oecoprotonucli in August 06, 2012, 12:14:21 NACHMITTAGSVielleicht können wir in Zukunft hier interessante Bilder davon posten - wobei mich die Steine nicht ganz so interessieren und ich bei der Wette eher auf der "Der findet nix Lebendiges"-Seite liege.
Hallo Sebastian,
wenn - ab etwa 2100 - endlich die Turbinium-Produktion aufgenommen wird, wäre es doch verdammt lästig, sich indigener, mit inzwischen tausendfach geklonten Schweizermessern bewaffneter martialischer Lebensformen erwehren zu müssen ::).
Aber im Ernst: vielleicht sollte man - bei aller Euphorie und Medienwirksamkeit eines vermeintlichen oder tatsächlichen Lebens auf dem Mars - nicht aus dem (Mikro-Kamera-) Auge verlieren, dass die Untersuchung der dortigen "Steine" die Hauptaufgabe dieser Rover ist...
Völlig geerdete Grüße
Thomas
Zitat"Der findet nix Lebendiges"
Hallo Sebastian,
ich wette, das Ergebnis wird vorläufig der Deutungshoheit unterliegen.
Gruß - EFH
Zitat von: Eckhard F. H. Nowack in August 07, 2012, 08:18:05 VORMITTAG
ich wette, das Ergebnis wird vorläufig der Deutungshoheit unterliegen.
Hallo Eckhard,
wie soll man das verstehen? Die verstecken die Proben, so wie sie das abgestürzte UFO schnell in ihre Garage gerollt haben?
Naja - im Ernst: Gefunden werden könnten ja wohl am realistischsten irgendwelche Verbindungen, die auf (ehemals) organisches Leben hinweisen, wobei dann sicher viel Interpretationsspielraum für wissenschaftliche (und religiöse? verschwörungstheoretische?) Streitereien besteht.
Besten Gruß
Sebastian
Hallo Sebastian,
mir ging es mit Eckhards Einwurf ähnlich, aber das hängt sicher mit seiner berüchtigten Weitschweifigkeit zusammen ;).
Zitat von: Oecoprotonucli in August 07, 2012, 11:39:05 VORMITTAG
Naja - im Ernst: Gefunden werden könnten ja wohl am realistischsten irgendwelche Verbindungen, die auf (ehemals) organisches Leben hinweisen, wobei dann sicher viel Interpretationsspielraum für wissenschaftliche (und religiöse? verschwörungstheoretische?) Streitereien besteht.
Zu Deinem Nachsatz: Gefunden werden ja wohl am realistischsten irgendwelche
anorganischen Verbindungen! Ist das
soooo wahnsinnig uninteressant, dass man sich in der Öffentlichkeit fast ausschließlich den höchst unrealistischen und schwer zweifelsfrei nachweisbaren Zeugen ehemaligen organischen Lebens widmet?
Schönen Gruß
Thomas
PS: um es überspitzt zu formulieren: darf man wirklich ungestraft so viel Geld für Marsforschung ausgeben (und gleichzeitig einige der erfolgreichsten Programme der Erdforschung kappen!), wenn die Öffentlichkeit nur mit dieser - völlig unwahrscheinlichen - Aussicht auf einen vormals besiedelten Nachbarplaneten dazu gelockt wird? Ich halte es für eine Täuschung, ein Programm mit kostspieligster Anorganik-Messtechnik auszustatten, das in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit der Erkundung unbekannter Lebensformen dienen soll. Keine böswillige Täuschung, versteht sich.
Ach Thomas,
ZitatPS: um es überspitzt zu formulieren: darf man wirklich ungestraft so viel Geld für Marsforschung ausgeben (und gleichzeitig einige der erfolgreichsten Programme der Erdforschung kappen!), wenn die Öffentlichkeit nur mit dieser - völlig unwahrscheinlichen - Aussicht auf einen vormals besiedelten Nachbarplaneten dazu gelockt wird? Ich halte es für eine Täuschung, ein Programm mit kostspieligster Anorganik-Messtechnik auszustatten, das in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit der Erkundung unbekannter Lebensformen dienen soll. Keine böswillige Täuschung, versteht sich.
...schlappe 2,5 Milliarden Dollar! Was sind heute schon Milliarden? Gerade mal die kleinste Recheneinheit, wenn es um Euro-Rettung, Bankenkrisen etc. geht. Diese Summen verbrennen ein paar Investmentbanker locker im Vorbeigehen. Und Du wirst doch wohl nicht so ein realitätsferner Gutmensch sein, dass Du jetzt womöglich noch damit kommst, wieviele Schulen man davon hätten bauen.....wieviel US-Bürgern eine Krankeversicheurng....wievielen Obdachlosen ein Dach über dem Kopf....na ja, Du weißt schon, all diese nebensächlichen Dinge halt!
Also: Laß die Jungs mal machen. Und denk daran: Ohne Mondlandung keine Teflonpfanne! ;)
Herzliche Grüße
Peter
Zitat von: Peter V. in August 07, 2012, 14:26:52 NACHMITTAGS
Also: Laß die Jungs mal machen. Und denk daran: Ohne Mondlandung keine Teflonpfanne! ;)
...jaja: ohne GRÖFAZ keine Autobahn und ohne Bandsäge...
Ach Peter!
was wären wir ohne die Segnung einer Lupenkamera (= hand lens imager) auf fahrendem Untersatz? So gesehen sind die Kosten dieser "Mission" ein echtes Schnäppchen ::).
Herzliche Grüße
Thomas
Hallo zusammen,
pro und kontra liegen hier, wie sonst meist auch, enger beisammen als es scheint. Unterm Strich ist es sinnlos, Erkenntnisse anzustreben, die ohne Konsequenz bleiben. Was nützt die Diagnose einer Krankheit, die eh unheilbar ist. Z.B. erkannten Menschen schon in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Schädlichkeit von Autoabgasen für die Luft und kreierten den Slogan: "Von der Straße auf die Schiene." Was ist daraus geworden?
Gruß - EFH
Hallo!
Einerseits bin ich schon so ein Geizkragen (oder armer Schlucker), der sich fragt: "Was hätte man davon nicht alles "Sinnvolleres" kaufen können!?"
Andererseits kommt mir dann auch die Assoziation von den Milliarden, die durch irgendwelche Wirtschaftsjonglagen oder ineffiziente Verwaltungen etc. einfach so verdampfen, und da schneidet dann "MAHLI" schon mal besser ab in meinem Ansehen.
Auch der ökologisch auf der Erde haftende "Oecoprotonucli" (was immer ich mit meinem Namen wohl gemeint habe...) findet, dass es HIER einige wichtigere Probleme gibt.
Aber schließlich kommt dann auch der "träumende", "kreative", "fortschrittliche" und das heißt auch "grenzenlose" Forscher in mir durch. Das heißt, ich habe doch eine gewisse Begeisterung und Sympathie für solche Projekte, der Mensch muß einfach wachsen und im wahrsten Sinne des Worte "nach oben" streben dürfen. (Wie gesagt: spart lieber erst mal bei NOCH unsinnigeren Geschichten). Und auch das Argument "nützt uns ja doch nichts" finde ich nicht ganz gerechtfertigt - es mag zunächst und vielleicht in unserer Lebensspanne noch nichts bringen, aber man kann die Effekte oder eben Nicht-Effekte von Entdeckungen, die man noch gar nicht kennt, nicht vorhersagen (weder positiv noch negativ). Daher heißt das Motto: Einfach erst mal drauflosforschen!
Gruß
Sebastian
P.S.: Ob es den Marsforschern immer selbst gefällt, die "Suche nach Leben" so in den Vordergrund zu stellen, auch wenn es hier noch mehr um Anorganik gehen könnte, ist auch fraglich. Jedoch haben sie wahrscheinlich gar keine andere Wahl, ihr Vorhaben in der Öffentlichkeit und vor einer ätzenden Presse möglichst gut zu verkaufen (Marketing)...
Hallo,
ich frage mich selbst immer, wieso die letzten Sondenexpeditionen der NASA (ähnlich wie die Jagd nach immer kleineren Teilchen) bei mir so wenig echte Begeisterung auslösen können - ja, mir eigentlich völlig gleichgültig sind. Hat nicht die Mondlandung seierzeit fast die ganze Weltbevölkerung in Atem gehalten?
Nun, ich denke, es liegt daran, dass mit der Mondlandung etwas wirklich grundlegend "Neues" stattfand, erstmals in der Menschheitsgeschichte betrat der Mensch einen anderen Himmelskörper, wir sahen Neil Armstrong und seine Nachfolger über die Oberfläche hüpfen. Das war zwar nicht im wahrsten Wortsinne "begreifbar", aber mit unseren Sinnen noch erfahrbar. Aber solche für den Menschen mit normalem Verständnis erfaßbare, sichtbare "Erfolge" sind nicht mehr zu erwarten. Zu erwarten sind abstrakte Meßgergebnisse, die allenfalls absolute Spezialisten in Verzückung versetzen können. Mal unabhängig davon, ob es nun um "Leben" oder letztlich doch nur anorganische Analysen geht: Würde es mich faszinieren, wenn irgendeine Analyse den Befund erbrächte, dass es auf dem Mars irgendwann einmal Strukturen/Moleküle gegeben hat (oder gibt), die auf Leben im weitesten Sinne (und seien es nur sich selbst organiserende, vermehrende Moleküle, Prionen ähnlich) hindeuten würden? Mich würde das nicht in Aufregung versetzen. Ich würde es nur zur Kenntnis nehmen. Genau so, wie mich das soeben entdeckte "Gottesteilchen" eher kalt läßt. Ich sage bewußt "mich" und akzeptiere natürlich, dass es viele Leute gibt, die das ganz anders sehen. Allerdings sind wir meines Erachtens an einem Punkt angelangt, an dem diese extrem abstrakte Grundlagenforschung ohne auch nur ansatzweise erkennbaren Nutzen mit so hohem Preis erkauft werden muss, dass man sich fragen mnuss, ob da die Relation zwischen Aufwand, Kosten und Erkenntnisgewinn noch gewahrt sind.
Aber darüber kann man zweifelsohne trefflich streiten.
Herzliche Grüße
Peter
Zitat von: Oecoprotonucli in August 07, 2012, 17:14:32 NACHMITTAGSAber schließlich kommt dann auch der "träumende", "kreative", "fortschrittliche" und das heißt auch "grenzenlose" Forscher in mir durch. Das heißt, ich habe doch eine gewisse Begeisterung und Sympathie für solche Projekte, der Mensch muß einfach wachsen und im wahrsten Sinne des Worte "nach oben" streben dürfen. (Wie gesagt: spart lieber erst mal bei NOCH unsinnigeren Geschichten). Und auch das Argument "nützt uns ja doch nichts" finde ich nicht ganz gerechtfertigt - es mag zunächst und vielleicht in unserer Lebensspanne noch nichts bringen, aber man kann die Effekte oder eben Nicht-Effekte von Entdeckungen, die man noch gar nicht kennt, nicht vorhersagen (weder positiv noch negativ). Daher heißt das Motto: Einfach erst mal drauflosforschen!
Hallo Sebastian,
danke erstmal, dass Du meine ätzende Kritik nicht falsch verstanden hast und erst recht DANKE für diesen großartigen Absatz! Denn natürlich hast Du Recht: stupides Beharren auf dem unmittelbaren oder absehbaren Nutzen hätte viele Entwicklungen nie erlaubt und Viele deutlich behindert. Diese materiell (und oft genug karierremäßig) unmotivierte, frei herumwabernde, allerdings fachlich höchst fokussierte Grundlagenforschung ist eine
geile Sache, die unglaubliche Kräfte (und Glückshormone) freisetzen kann. Allein deswegen darf sie nicht ungenutzt sein... 8)
Dass Peter und ich dennoch ein wenig ernüchtert auf die allerneuesten "Errungenschaften" blicken, magst Du uns bitte vergeben. Dein PS sagt mir, dass Du auch diese etwas abgeklärte Sicht erträgst.
Beste Grüße
Thomas
Zitat von: Peter V. in August 07, 2012, 22:24:37 NACHMITTAGS
Würde es mich faszinieren, wenn irgendeine Analyse den Befund erbrächte, dass es auf dem Mars irgendwann einmal Strukturen/Moleküle gegeben hat (oder gibt), die auf Leben im weitesten Sinne (und seien es nur sich selbst organiserende, vermehrende Moleküle, Prionen ähnlich) hindeuten würden? Mich würde das nicht in Aufregung versetzen. Ich würde es nur zur Kenntnis nehmen.
Hallo Peter,
also für mich hätte das schon noch ein gewisses Kaliber - denn schließlich ist es ein Schritt in Richtung Aufklärung der Entstehung des Lebens. Und das vergißt man anscheinend leicht über die landläufigen Theorien (
Theorien!): Daß wir immer noch nur so ein paar vage Ideen haben, wie es hätte sein können, aber bisher weder dahintergekommen sind, noch es selbst erschaffen können (der größte Schritt waren bisher "nur" teilsynthetische Zellen, die aus Bausteinen anderer Zellen zusammengesetzt wurden. Aus irgendwelchen Ursuppenexperimenten haben wir bisher noch nichts rausgekocht, das einer Zelle wirklich ähnlich ist, so weit ich weiß.)
Vielleicht muß man sich das nur mal bewußt machen, daß wir weniger wissen, als wir so alltagsmäßig zugeben. Und so löst das "Gottesteilchen" (ist es das?) wahrscheinlich auch mehr Begeisterung bei den Leuten aus, die die Bedeutung überhaupt verstehen (was bei mir auch nicht der Fall ist - aber Lebewesen liegen für mich als Biologen schon näher und sind wahrscheinlich auch für Nicht-Fachleute noch besser nachzuvollziehen).
Unwissende Grüße
Sebastian
Hallo Sebastian,
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/100089_3448048.jpg) (http://www.smileygarden.de)
Wissbegierige Grüße
Mila
Hallo,
Hatten wir noch die Gedanken aus die sechziger Jahre, dann waren schon lange her Menschen auf Mars gewesen. Kaum zu glauben das der ursprüngliche Plan war um spätestens in 1986 Menschen auf Mars zu setzen! Das war was! Vielleicht kennt ein paar von euch der Film "Operation Ganymed"? Das war ein deutscher SF-Film aus der siebziger Jahre, einer meiner Favoriten SF Filme. Da gehen 21 (!) Männer zu den Jupitermond Ganymed. Grotesken Visionen hat man dan noch........................Abgesehen davon, ich wurde die Entdeckung von Lebensformen auf Mars wahnsinnig interessant finden, sicherlich wenn es abweicht von die Biochemie die wir hier kennen. Das wurde einen große Schatzkammer für die Grundlegende Biologie sein.
Beste Grüsse,
Rolf
Hallo
Erst einmal ganz herzlichen Dank für den Bericht und Eure interessanten Dialoge.
Sebastians Bemerkung : "Spart erst mal bei noch unsinnigeren Geschichten" spricht mir voll aus dem Herzen.
Und dass unsere Umsatz und Gewinnverblödete Zivilisation das kritisch sieht ist ja logisch aber wir sollten
an das planetare Grundlagen-Wissen unserer nachfolgenden Generationen denken, wenn wir ihnen schon
mit unserer Geldgier die Atmosphäre beschädigen.
Danke noch mal für Eure Stellungnahmen zu diesem Thema.
Viele Grüße
Horst-Dieter
Hallo,
ich Danke für den Zuspruch,
Zitat von: HDD in August 08, 2012, 19:43:42 NACHMITTAGS
Erst einmal ganz herzlichen Dank für den Bericht und Eure interessanten Dialoge.
naja, mit "Bericht" fühle ich mich schon geschmeichelt, es war ja erst einmal ein Hinweis und eine Anregung. Ich (wir?) sollten nicht vergessen, ab und zu mal nach entsprechenden zukünftigen Fotos des Marsrovers zu schauen. Sollte MAHLI eine Zelle finden, würde das natürlich in den Medien so weit noch oben kommen, dass wir es auch ohne Erinnerungsnotiz mitbekommen.
Viele Grüße
Sebastian
Übrigens: Schauen müssen wir hier:
http://search.nasa.gov/search/search.jsp?nasaInclude=mahli#~gsa~2~0
Das erste Bild ist noch ein wenig verstaubt und außerdem auf die Landschaft gerichtet (und davon hat der Marsrover schon ein paar bessere Bilder mit seinen anderen Kameras gemacht), der Schutzschild wird erst nach einer Woche oder so abgenommen, dann sehen wir klarer...
Marsianische Grüße
Sebastian
Liebe Freunde des Entfernten (?),
Ein kleines Update:
So sieht die Kamera also am Rover und auf dem Mars aus. Das Foto beantwortet auch die Frage, die ich mir schon mal stellte, wie denn die Linse geputzt wird: Ganz brutal mit einer Drahtbürste... (na gut, es ist keine "normale" Drahtbürste):
http://www.nasa.gov/mission_pages/msl/multimedia/pia15699.html
Die Kamera ist aber auch durch eine transparente Staubkappe (dust cover) geschützt, die auf dem Bild mit rötlichem Marsstaub belegt ist.
Der minimale Arbeitsabstand der Kamera beträgt 2,1 cm und die Aufnahmen sind wohl eher als Makroaufnahmen denn als mikroskopisch zu bezeichnen. Bis jetzt scheinen aber noch keine wirklichen Nahaufnahmen gemacht oder veröffentlicht worden zu sein (außer denen des Lincoln Pennys, einer Münze, die zur Kalibration und zum Größenvergleich dient und auf dem Mars halt ebenfalls etwas staubig aussieht). Aber so ein Foto unten zwischen den Rädern durch ist ja auch schon was Besonderes - wenn es vom Mars kommt 8) :
http://www.nasa.gov/mission_pages/msl/multimedia/pia16134.html
Viele Grüße
Sebastian
Hallo Marsianer,
hier könnt ihr Marsmännchen suchen:
2008er Mars Panos:
http://gigapan.com/gigapans/12370/
http://gigapan.com/gigapans/12376/
http://gigapan.com/gigapans/12388/
http://gigapan.com/gigapans/12390/
http://gigapan.com/gigapans/109214/
Rezente -Curiosity- Panos laden oft nur langsam, da es teils regen Zugriff gibt:
http://gigapan.com/gigapans/112414/
http://gigapan.com/gigapans/112424/
wenn der Link (hier drüber) nicht starten will, dann ggf dieser:
http://gigapan5.gc.cs.cmu.edu/gigapans/112424/
http://gigapan.com/gigapans/112480/
http://gigapan.com/gigapans/113071/
Viel Spass beim Interpretieren.
Guy
Hallo, Neues vom Mars:
Organische Verbindungen in "mudstone" gefunden:
Zitat von: NASA
Quelle: http://www.nasa.gov/content/goddard/mars-organic-matter/
"The organic molecules found by the team also have chlorine atoms, and include chlorobenzene and several dichloroalkanes, such as dichloroethane, dichloropropane and dichlorobutane. Chlorobenzene is the most abundant with concentrations between 150 and 300 parts-per-billion. Chlorobenzene is not a naturally occurring compound on Earth. It is used in the manufacturing process for pesticides (insecticide DDT), herbicides, adhesives, paints and rubber. Dichloropropane is used as an industrial solvent to make paint strippers, varnishes and furniture finish removers, and is classified as a carcinogen.
It's possible that these chlorine-containing organic molecules were present as such in the mudstone. However, according to the team, it's more likely that a different suite of precursor organic molecules was in the mudstone, and that the chlorinated organics formed from reactions inside the SAM instrument as the sample was heated for analysis."
Marsmission 2020, Suche nach Leben:
http://www.nasa.gov/mission_pages/mars/multimedia/mustard2.html#.VM9Z4S43JQI
Zukünftige Proben, die zurück auf die Erde geschickt werden könnten:
http://www.nasa.gov/mission_pages/mars/multimedia/pia17277.html#.VM9aBS43JQI
MAHLI wird für "Selfies" benutzt:
http://www.nasa.gov/jpl/msl/pia18390/
Außerirdischen Spaß wünscht
Sebastian
Hallo an alle Erd-Aliens,
Meiner Meinung nach ist die Erforschung des Sonnensystems schon eine sehr wichtige Sache. Man sollte bedenken, daß noch vor 100 Jahren kaum etwas über die anderen Planeten im Sonnensystem bekannt war. Man hat sich alles möglich vorgestellt. Die Realität war/ist zum Teil ernüchternd aber auch sehr faszinierend. Man denke an die Atmosphäre von Titan oder die starke vulkanische Aktivität von Io. Wie Peter schon sagte, sind aber auch die technischen Entwicklungen eine wichtige Sache.
Ohne Weltraumprogramm keine Satelliten inkl. Astra, GPS und Wettersatelliten. Bei jeder neuen Aufgabe gibt es Probleme. Z.B. die Strahlung bei einem Flug zum Mars oder das Landen in der dünnen Marsatmosphäre. Ich denke daher, daß Sonden schon eine sehr wichtige Sache sind. Leider gibt es in letzter Zeit kaum große neue Erkenntnisse.
Im Gegensatz z.B. zur Voyager-Sonde, die quasi das ganze Sonnensystem im Alleingang entdeckt hat. Ich glaube für wesentliche, neue Erkenntnisse muß sich erst die Menschheit weiterentwickeln. Geistig wie technologisch. Erst neue Sichtweisen wie die Quantentheorie ermöglichen Uns, die Welt besser zu sehen und zu begreifen.
Liebe Grüße Jorrit.
Hallo Jorrit,
sicher fällt bei speziellen Forschungsmissionen immer eine ganze Menge "Nebenerkenntnis" an, da stimme ich zu. Das gilt dann aber auch z.B. für Rüstungsforschung. Und es spräche ja nichts dagegen, manche Probleme direkter anzugehen, statt über den Umweg "Tötungswerkzeug".
Über Sinn und Unsinn hatten wir hier ja schon diskutiert, ich habe den Faden aber hervogeholt, weil es doch schon ein signifikantes Ergebnis ist, wenn (und falls) man organische Substanz auf dem Mars gefunden hat.
Viele Grüße
Sebastian
ZitatErst neue Sichtweisen wie die Quantentheorie ermöglichen Uns, die Welt besser zu sehen und zu begreifen.
Ja Jorrit,
aber eine Qantentheorie, welche die Menschheit betrifft und mit dem Ziel, sie (vorerst) um eine Zehnerpotenz gewaltlos zu reduzieren. Wachstumsprediger sind Agenten Lucifers.
Gruß - EFH
Hallo Eckhard,
Zitat von: Eckhard F. H. Nowack in Februar 02, 2015, 16:41:02 NACHMITTAGS
Wachstumsprediger sind Agenten Lucifers.
Mit den Marsmissionen und -visionen wird teilweise eine klare Expansions"politik" "für die Menschheit" (naja) verfolgt. Manchmal habe ich das Gefühl, es geht nach folgendem Motto: "Wir haben begriffen, dass wir die Erde verbrauchen und aussaugen - aber wir haben dann ja bald den Mars..."
Nun ja, ich glaube kaum, dass der Mars so gemütlich und schön wie die Erde wird. Und wenn der dann auch verbraucht ist, wird der Hüpfer zum nächstbewohnbaren Planeten wohl noch ein Stückchen schwieriger.
Ich habe das Gefühl, irgendwie ist die Sache nicht ganz zuende gedacht worden... Oder wie ich früher schon schrieb, ist das zumindest so ein vordergründiger Marketingtrick, um die Öffentlichkeit zu begeistern (irgendwie typisch amerikanisch, etwas naiv, wie im Spielfilm). Je nach Gemütslage, Optimismus oder Pessimismus kann man sich dann aussuchen, ob diese Öffentlichkeit also selbst zu dumm ist, um zuende zu denken oder für dumm verkauft wird. Aber wie heißt es beim Lotto: "Wer nicht spielt, kann nicht gewinnen"!
Also unter dem Strich bin ich immer noch dafür, dass sich die Menschheit diesen "Lottoschein" leistet.
Viele Grüße
Sebastian
Zitat von: Oecoprotonucli in Februar 02, 2015, 17:15:46 NACHMITTAGS(...) Also unter dem Strich bin ich immer noch dafür, dass sich die Menschheit diesen "Lottoschein" leistet.
Hallo Sebastian,
wenn sie ihn sich leisten kann, dann doch gerne ;).
Aber wenn es wieder mal bedeutet, dass diese mit Marketingmethoden völlig pervertierte Zielsetzung (ich meine die Suche nach Lebensspuren auf dem Mars) die Mittel anderer, weniger verlogen angepriesener wissenschaftlicher Programme kannibalisert, dann sollte die Frage des "sich-leisten-könnens" etwas deutlicher gestellt werden.
Nicht falsch verstehen: ich bin ein vehementer Verfechter der Grundlagenforschung (auch wenn keine Teflonpfanne dabei 'rauskommt). Aber gute Forschung muss auch Chancen und Risiken nüchtern priorisieren. Ich kann auch den Entdeckergeist sehr gut verstehen, der bei solchen Projekten immer mitschwingt. Aber die Aussicht auf ein paar unvorhergesehene Entdeckungen wiegt eine ansonsten eher magere wissenschaftliche Fragestellung nicht auf. Und da sehe ich eben noch eine Menge guter Programme zur Erforschung
unseres Planeten*, denen durch solch eine Multi-Milliarden-Vision der Hahn abgedreht würde.
Ich habe hier kürzlich ja schon ein Zitat zur Challenger-Expedition ausgegraben. Hier ist noch eines (Hervorherbungen von mir):
Zitat von: Erich Bloch, Director, National Science Foundation, 1987The scientists of the Ocean Drilling Program (ODP) have embarked on what could prove to be one of the most important earth science initiatives of the decade—an initiative rivaling in scope and impact the exploration of the frontiers of outer space. The program explores our planet's last frontier—the Earth's structure and history as it is revealed beneath the oceans. The scope of the program's scientific goals excites the imagination, challenges the intellect, and enhances the spirit of cooperation among peoples in countries around the world.
Between 1872 and 1876, HMS Challenger undertook the world's first major oceanographic expedition. That expedition greatly expanded man's knowledge of the world's oceans and revolutionized our ideas about planet Earth. From 1968 to 1983, another ship named Challenger logged more than 375,000 miles on 96 voyages across every ocean for the Deep Sea Drilling Project (DSDP), operated by Scripps Institution of Oceanography. Among the project's many remarkable discoveries were the confirmation of seafloor spreading and the establishment of the relative youth of the seafloor, thus verifying the dynamic and changing nature of the Earth's crust. (...)
Viele Grüße
Thomas
* Mehr dazu:
Glomar Challenger (http://de.wikipedia.org/wiki/Glomar_Challenger),
Ocean Drilling Program (http://de.wikipedia.org/wiki/Ocean_Drilling_Program)
International Ocean Discovery Program (http://iodp.tamu.edu/)
Zitat von: TPL in Februar 02, 2015, 18:07:30 NACHMITTAGS
Und da sehe ich eben noch eine Menge guter Programme zur Erforschung unseres Planeten, denen durch solch eine Multi-Milliarden-Vision der Hahn abgedreht würde
Hallo Thomas,
vielleicht habe ich meine Kommentare ebenfalls nicht zuende gedacht - einfach, weil ich es ja sowieso nicht entscheiden kann. Aber wenn ich könnte, würde ich ebenfalls unseren Heimatplaneten priorisieren. Vielleicht begeistert die Raumforschung auch einfach mehr, weil wir, wenn wir "auf dem Teppich" (bzw. Erdboden) bleiben, uns so stark mit unseren einengenden, nervzehrenden Problemen und Problemchen beschäftigen müssen (Umwelt, Kriege, "Terror", Streß, etc. etc.). Im Weltall ist alles so schön ruhig, pur und ungestört davon... (aber eben bisher auch leblos).
Und nichts steht im Weg oder stellt sich entgegen, ab und zu fliegt halt mal ein Meteorit vorbei oder eine Landung geht schief. Ansonsten freie Entfaltung einer kindlichen Wissenschaftler-Seele... Ein Forschungsschiff würde dagegen von der einen Nation womöglich aus ihren Hoheitsgewässern vertrieben werden, vor der anderen Küste wird es von Piraten überfallen, die Dritten halten die Wissenschaftler für Ungläubige und nehmen Geiseln, etc. etc. etc.
Besten Gruß
Sebastian
Hallo.
Mich ärgert eher, wenn eine Mission fehlschlägt weil z.B. ein Roboter in einem tiefen Graben landet oder schief, wie auf dem Kometen, ... Solche Fehlschläge müßten besser verhindert werden. Es ist sehr schade, wenn Jahre der Entwicklung, Rohstoffe, ... so einfach in wenigen Sekunden verpuffen, weil z.B. Niemand darüber nachgedacht hat, daß sich der Roboter vieleicht aufrichten muß, seine Solarzellen putzen muß, ... So etwas wäre durchaus vermeidbar. Oder eine Alternative. 100 kleine, billige Roboter. Wenn dann 10 oder 20 in eine Felsspalte fallen, wäre das undramatisch.
Liebe Grüße Jorrit.
Ach, und eines möchte ich auch gerne zum dritten Mal wiederholen, diesmal an Thomas gerichtet:
Ist es denn nichts, wenn man organische Substanzen auf dem Mars findet? Ja, vielleicht sind das noch relativ schwache Ergebnisse, die uns kaum weiter bringen. Aber wenn man nun doch etwas findet, das bei der Aufklärung der Entstehung des Lebens weiterhilft, ist das doch schon ein paar Milliärdchen wert, oder? Im Mikro-Café habe ich ja gerade das CERN/LHC erwähnt. Also diese Grundfragen: Entstehung des Universums und Entstehung des Lebens - sollten einer Menschheit eben doch etwas wert sein, da hängt viel dran. Auch wenn es unmittelbar keine Probleme löst.
Besten Gruß
Sebastian
P.S.: Das Geld ist ja hier auf der Erde geblieben und wird hier ausgegeben oder angelegt - fragt sich halt nur, wer es hat.
Hallo Sebastian,
wenn ich mich hier so lese, könnte ich den Eindruck bekommen, ich wolle die Weltraumforschung schlecht machen, damit mein Lieblingspflänzchen ein bisschen mehr vom (Geld-) Segen abbekommt. Auch was ich jetzt schreiben werde, mag so klingen:
ZitatIst es denn nichts, wenn man organische Substanzen auf dem Mars findet?
Doch, das wäre ein schönes Ergebnis. Aber wäre das denn so unerwartet? "Organische Substanzen" ist ja ein extrem weiter Begriff und mit deren Existenz ist noch nicht viel über das Marketing-Killerargument "Leben auf dem Mars" gesagt. "Organische Substanzen" gibt es ja auch in kohligen Chondriten (http://de.wikipedia.org/wiki/Kohliger_Chondrit) und sollte tatsächlich keiner von denen auf dem Mars abgestürzt sein? Oder ist auszuschließen, dass sie dort auf andere Weise – aber völlig ohne die Beteiligung eines wie auch immer gearteten Lebens – entstanden sind? Ich weiß es nicht (und verstehe von dem Thema auch nicht so viel), aber der Ansatz, hinter jeder Kohlenstoff-Verbindung Zeugen einer vormaligen Lebensform zu vermuten erscheint mir doch ein wenig... dünn für solch eine finanziell folgenreiche Argumentation.
Ich finde die Ergebnisse übrigens wirklich faszinierend, aber wenn ich mir vor Augen halte, wie viel man mit einem Hundertstel dieser Missionen in extrem gut durchdachten und international breit aufgestellten (Grundlagen-) Forschungsprogrammen ausrichten könnte, wird mir ganz anders.
Wie gesagt: ich will diese faszinierende Forschung nicht kaputt reden, aber ich vermisse da eine vernünftige Gewichtung.
Irdische Grüße
Thomas
Zitat"Wir haben begriffen, dass wir die Erde verbrauchen und aussaugen - aber wir haben dann ja bald den Mars..."
Hallo Sebastian,
dazu ein kleiner diesjähriger Balkondialog über den Sinn der Winterfütterung von Vögeln.
Sie: "Ich verstehe nicht, warum in diesen Winter keine Meisen an die Sonnenblumenknödel rangehen".
Ich: "Wann hast Du zuletzt eine Meise gesehen?"
Sie: "Schon lange nicht mehr."
Ich: "Eben, die sind schon alle im Sommer gestorben".
Gruß - EFH
Hallo Thomas, Hallo Eckhard,
ja, ob einen die Ergebnisse mit den organischen Verbindungen vom Hocker reißen, ist schon sehr fraglich. Hier bleibt aber die "Lotto-Komponente", also man kann ja nicht vorher wissen, was man noch so alles findet und daraus schlußfolgern kann.
Klar verstehe ich Deine Argumentation ja und würde wohl auch eher anders über das Geld entscheiden. Andererseits, und das hatte ich ja auch schon mal in diesem Faden gesagt, würde ich am liebsten für beide Arten von Foschung Geld ausgeben und die Einsparungen lieber irgendwo anders herausholen - es gibt meiner Ansicht nach so vieles, wo Geld verplempert oder "spekulativ verbrannt" wird. Einige der Probleme dieser Welt sind ja nicht unbedingt allein davon abhängig, ob man Geld dafür ausgibt, sondern wie man sich verhält. Das braucht ein bißchen Geld, aber spart dann umso mehr...
Ob wir das aber hinbekommen? Was bleibt uns übrig, als es anzustreben?
Viele Grüße
Sebastian
Hallo zusammen,
lange lag der Faden im Winterschlaf - so wie das möglicherweise auch Organismen im Weltall tun.
Das Thema bleibt oder wird spannend:
https://www.grenzwissenschaft-aktuell.de/astrobiologen-praesentieren-indizien-fuer-aktuelles-leben-auf-dem-mars20190328/
http://journalofastrobiology.com/Mars5.html
Bewiesen ist natürlich noch nichts.
Astrobiologische Grüße
Sebastian
der artikel kommt mir aber sehr nach wunschdenken vor
Figure 12 zeigt ja nur einfache korrosion an beschichteten bauteilen