Mars Hand Lens Imager (MAHLI)

Begonnen von Oecoprotonucli, August 06, 2012, 12:14:21 NACHMITTAGS

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Oecoprotonucli

Hallo Erdlinge,

Aus aktuellem Anlass der Marslandung von "Curiosity" weise ich hier mal auf "MAHLI" (Mars Hand Lens Imager) hin, der am Roboterarm von Curiosity sitzt. Er kann bis zu 15 Mikrometer pro Pixel auflösen, wobei mir nicht ganz klar ist, ob man dieses Auflösungsvermögen einfach mit unserem "gewohnten" Auflösungsvermögen gleichsetzen kann.

Er soll Gestein und Boden anschauen und vielleicht Spuren von Mikroorganismen finden - wir können ja wetten, ob er in dieser Richtung etwas findet...





http://de.wikipedia.org/wiki/Mars_Science_Laboratory#Mars_Hand_Lens_Imager_.28MAHLI.29

Vielleicht können wir in Zukunft hier interessante Bilder davon posten - wobei mich die Steine nicht ganz so interessieren und ich bei der Wette eher auf der "Der findet nix Lebendiges"-Seite liege.

Abgespacete Grüße

Sebastian
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

Dieter Stoffels

Hallo Sebastian,

solltest Du nicht Recht behalten und es gibt doch Leben auf dem Mars, dann

--- ein tolles Gastgeschenk, das Schweizer Messer!!!  ---

Herzliche Grüße

Dieter

Oecoprotonucli

Zitat von: Dieter S. in August 06, 2012, 13:18:05 NACHMITTAGS
--- ein tolles Gastgeschenk, das Schweizer Messer!!!  ---

:D Haha! Je nach Intelligenzquotient der Beschenkten benutzen Sie es entweder, um damit in der Nase (?) zu bohren, oder sie wälzen sich vor Lachen im Marssand!

Sebastian
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TPL

Zitat von: Oecoprotonucli in August 06, 2012, 12:14:21 NACHMITTAGSVielleicht können wir in Zukunft hier interessante Bilder davon posten - wobei mich die Steine nicht ganz so interessieren und ich bei der Wette eher auf der "Der findet nix Lebendiges"-Seite liege.

Hallo Sebastian,
wenn - ab etwa 2100 - endlich die Turbinium-Produktion aufgenommen wird, wäre es doch verdammt lästig, sich indigener, mit inzwischen tausendfach geklonten Schweizermessern bewaffneter martialischer Lebensformen erwehren zu müssen ::).

Aber im Ernst: vielleicht sollte man - bei aller Euphorie und Medienwirksamkeit eines vermeintlichen oder tatsächlichen Lebens auf dem Mars - nicht aus dem (Mikro-Kamera-) Auge verlieren, dass die Untersuchung der dortigen "Steine" die Hauptaufgabe dieser Rover ist...

Völlig geerdete Grüße
Thomas

Eckhard F. H.

Zitat"Der findet nix Lebendiges"

Hallo Sebastian,
ich wette, das Ergebnis wird vorläufig der Deutungshoheit unterliegen.
Gruß - EFH

Oecoprotonucli

Zitat von: Eckhard F. H. Nowack in August 07, 2012, 08:18:05 VORMITTAG
ich wette, das Ergebnis wird vorläufig der Deutungshoheit unterliegen.

Hallo Eckhard,

wie soll man das verstehen? Die verstecken die Proben, so wie sie das abgestürzte UFO schnell in ihre Garage gerollt haben?

Naja - im Ernst: Gefunden werden könnten ja wohl am realistischsten irgendwelche Verbindungen, die auf (ehemals) organisches Leben hinweisen, wobei dann sicher viel Interpretationsspielraum für wissenschaftliche (und religiöse? verschwörungstheoretische?) Streitereien besteht.

Besten Gruß

Sebastian

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TPL

#6
Hallo Sebastian,
mir ging es mit Eckhards Einwurf ähnlich, aber das hängt sicher mit seiner berüchtigten Weitschweifigkeit zusammen ;).

Zitat von: Oecoprotonucli in August 07, 2012, 11:39:05 VORMITTAG
Naja - im Ernst: Gefunden werden könnten ja wohl am realistischsten irgendwelche Verbindungen, die auf (ehemals) organisches Leben hinweisen, wobei dann sicher viel Interpretationsspielraum für wissenschaftliche (und religiöse? verschwörungstheoretische?) Streitereien besteht.
Zu Deinem Nachsatz: Gefunden werden ja wohl am realistischsten irgendwelche anorganischen Verbindungen! Ist das soooo wahnsinnig uninteressant, dass man sich in der Öffentlichkeit fast ausschließlich den höchst unrealistischen und schwer zweifelsfrei nachweisbaren Zeugen ehemaligen organischen Lebens widmet?

Schönen Gruß
Thomas

PS: um es überspitzt zu formulieren: darf man wirklich ungestraft so viel Geld für Marsforschung ausgeben (und gleichzeitig einige der erfolgreichsten Programme der Erdforschung kappen!), wenn die Öffentlichkeit nur mit dieser - völlig unwahrscheinlichen - Aussicht auf einen vormals besiedelten Nachbarplaneten dazu gelockt wird? Ich halte es für eine Täuschung, ein Programm mit kostspieligster Anorganik-Messtechnik auszustatten, das in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit der Erkundung unbekannter Lebensformen dienen soll. Keine böswillige Täuschung, versteht sich.

Peter V.

#7
Ach Thomas,

ZitatPS: um es überspitzt zu formulieren: darf man wirklich ungestraft so viel Geld für Marsforschung ausgeben (und gleichzeitig einige der erfolgreichsten Programme der Erdforschung kappen!), wenn die Öffentlichkeit nur mit dieser - völlig unwahrscheinlichen - Aussicht auf einen vormals besiedelten Nachbarplaneten dazu gelockt wird? Ich halte es für eine Täuschung, ein Programm mit kostspieligster Anorganik-Messtechnik auszustatten, das in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit der Erkundung unbekannter Lebensformen dienen soll. Keine böswillige Täuschung, versteht sich.

...schlappe 2,5 Milliarden Dollar! Was sind heute schon Milliarden? Gerade mal die kleinste Recheneinheit, wenn es um Euro-Rettung, Bankenkrisen etc. geht. Diese Summen verbrennen ein paar Investmentbanker locker im Vorbeigehen. Und Du wirst doch wohl nicht so ein realitätsferner Gutmensch sein, dass Du jetzt womöglich noch damit kommst, wieviele Schulen man davon hätten bauen.....wieviel US-Bürgern eine Krankeversicheurng....wievielen Obdachlosen ein Dach über dem Kopf....na ja, Du weißt schon, all diese nebensächlichen Dinge halt!
Also: Laß die Jungs mal machen. Und denk daran: Ohne Mondlandung keine Teflonpfanne!  ;)

Herzliche Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

TPL

Zitat von: Peter V. in August 07, 2012, 14:26:52 NACHMITTAGS
Also: Laß die Jungs mal machen. Und denk daran: Ohne Mondlandung keine Teflonpfanne!  ;)

...jaja: ohne GRÖFAZ keine Autobahn und ohne Bandsäge...

Ach Peter!
was wären wir ohne die Segnung einer Lupenkamera (= hand lens imager) auf fahrendem Untersatz? So gesehen sind die Kosten dieser "Mission" ein echtes Schnäppchen ::).
Herzliche Grüße
Thomas

Eckhard F. H.

Hallo zusammen,
pro und kontra liegen hier, wie sonst meist auch, enger beisammen als es scheint. Unterm Strich ist es sinnlos, Erkenntnisse anzustreben, die ohne Konsequenz bleiben. Was nützt die Diagnose einer Krankheit, die eh unheilbar ist. Z.B. erkannten Menschen schon in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Schädlichkeit von Autoabgasen für die Luft und kreierten den Slogan: "Von der Straße auf die Schiene." Was ist daraus geworden?
Gruß - EFH

Oecoprotonucli

Hallo!

Einerseits bin ich schon so ein Geizkragen (oder armer Schlucker), der sich fragt: "Was hätte man davon nicht alles "Sinnvolleres" kaufen können!?"

Andererseits kommt mir dann auch die Assoziation von den Milliarden, die durch irgendwelche Wirtschaftsjonglagen oder ineffiziente Verwaltungen etc. einfach so verdampfen, und da schneidet dann "MAHLI" schon mal besser ab in meinem Ansehen.

Auch der ökologisch auf der Erde haftende "Oecoprotonucli" (was immer ich mit meinem Namen wohl gemeint habe...) findet, dass es HIER einige wichtigere Probleme gibt.

Aber schließlich kommt dann auch der "träumende", "kreative", "fortschrittliche" und das heißt auch "grenzenlose" Forscher in mir durch. Das heißt, ich habe doch eine gewisse Begeisterung und Sympathie für solche Projekte, der Mensch muß einfach wachsen und im wahrsten Sinne des Worte "nach oben" streben dürfen. (Wie gesagt: spart lieber erst mal bei NOCH unsinnigeren Geschichten). Und auch das Argument "nützt uns ja doch nichts" finde ich nicht ganz gerechtfertigt - es mag zunächst und vielleicht in unserer Lebensspanne noch nichts bringen, aber man kann die Effekte oder eben Nicht-Effekte von Entdeckungen, die man noch gar nicht kennt, nicht vorhersagen (weder positiv noch negativ). Daher heißt das Motto: Einfach erst mal drauflosforschen!

Gruß

Sebastian

P.S.: Ob es den Marsforschern immer selbst gefällt, die "Suche nach Leben" so in den Vordergrund zu stellen, auch wenn es hier noch mehr um Anorganik gehen könnte, ist auch fraglich. Jedoch haben sie wahrscheinlich gar keine andere Wahl, ihr Vorhaben in der Öffentlichkeit und vor einer ätzenden Presse möglichst gut zu verkaufen (Marketing)...
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Peter V.

#11
Hallo,

ich frage mich selbst immer, wieso die letzten Sondenexpeditionen der NASA (ähnlich wie die Jagd nach immer kleineren Teilchen) bei mir so wenig echte Begeisterung auslösen können - ja, mir eigentlich völlig gleichgültig sind. Hat nicht die Mondlandung seierzeit fast die ganze Weltbevölkerung in Atem gehalten?
Nun, ich denke, es liegt daran, dass mit der Mondlandung etwas wirklich grundlegend "Neues" stattfand, erstmals in der Menschheitsgeschichte betrat der Mensch einen anderen Himmelskörper, wir sahen Neil Armstrong und seine Nachfolger über die Oberfläche hüpfen. Das war zwar nicht im wahrsten Wortsinne "begreifbar", aber mit unseren Sinnen noch erfahrbar. Aber solche für den Menschen mit normalem Verständnis erfaßbare, sichtbare "Erfolge" sind nicht mehr zu erwarten. Zu erwarten sind abstrakte Meßgergebnisse, die allenfalls absolute Spezialisten in Verzückung versetzen können. Mal unabhängig davon, ob es nun um "Leben" oder letztlich doch nur anorganische Analysen geht: Würde es mich faszinieren, wenn irgendeine Analyse den Befund erbrächte, dass es auf dem Mars irgendwann einmal Strukturen/Moleküle gegeben hat (oder gibt), die auf Leben im weitesten Sinne (und seien es nur sich selbst organiserende, vermehrende Moleküle, Prionen ähnlich) hindeuten würden? Mich würde das nicht in Aufregung versetzen. Ich würde es nur zur Kenntnis nehmen. Genau so, wie mich das soeben entdeckte "Gottesteilchen" eher kalt läßt. Ich sage bewußt "mich" und akzeptiere natürlich, dass es viele Leute gibt, die das ganz anders sehen. Allerdings sind wir meines Erachtens an einem Punkt angelangt, an dem diese extrem abstrakte Grundlagenforschung ohne auch nur ansatzweise erkennbaren Nutzen mit so hohem Preis erkauft werden muss, dass man sich fragen mnuss, ob da die Relation zwischen Aufwand, Kosten und Erkenntnisgewinn noch gewahrt sind.
Aber darüber kann man zweifelsohne trefflich streiten.

Herzliche Grüße
Peter
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TPL

Zitat von: Oecoprotonucli in August 07, 2012, 17:14:32 NACHMITTAGSAber schließlich kommt dann auch der "träumende", "kreative", "fortschrittliche" und das heißt auch "grenzenlose" Forscher in mir durch. Das heißt, ich habe doch eine gewisse Begeisterung und Sympathie für solche Projekte, der Mensch muß einfach wachsen und im wahrsten Sinne des Worte "nach oben" streben dürfen. (Wie gesagt: spart lieber erst mal bei NOCH unsinnigeren Geschichten). Und auch das Argument "nützt uns ja doch nichts" finde ich nicht ganz gerechtfertigt - es mag zunächst und vielleicht in unserer Lebensspanne noch nichts bringen, aber man kann die Effekte oder eben Nicht-Effekte von Entdeckungen, die man noch gar nicht kennt, nicht vorhersagen (weder positiv noch negativ). Daher heißt das Motto: Einfach erst mal drauflosforschen!

Hallo Sebastian,
danke erstmal, dass Du meine ätzende Kritik nicht falsch verstanden hast und erst recht DANKE für diesen großartigen Absatz! Denn natürlich hast Du Recht: stupides Beharren auf dem unmittelbaren oder absehbaren Nutzen hätte viele Entwicklungen nie erlaubt und Viele deutlich behindert. Diese materiell (und oft genug karierremäßig) unmotivierte, frei herumwabernde, allerdings fachlich höchst fokussierte Grundlagenforschung ist eine geile Sache, die unglaubliche Kräfte (und Glückshormone) freisetzen kann. Allein deswegen darf sie nicht ungenutzt sein... 8)

Dass Peter und ich dennoch ein wenig ernüchtert auf die allerneuesten "Errungenschaften" blicken, magst Du uns bitte vergeben. Dein PS sagt mir, dass Du auch diese etwas abgeklärte Sicht erträgst.

Beste Grüße
Thomas

Oecoprotonucli

Zitat von: Peter V. in August 07, 2012, 22:24:37 NACHMITTAGS
Würde es mich faszinieren, wenn irgendeine Analyse den Befund erbrächte, dass es auf dem Mars irgendwann einmal Strukturen/Moleküle gegeben hat (oder gibt), die auf Leben im weitesten Sinne (und seien es nur sich selbst organiserende, vermehrende Moleküle, Prionen ähnlich) hindeuten würden? Mich würde das nicht in Aufregung versetzen. Ich würde es nur zur Kenntnis nehmen.

Hallo Peter,

also für mich hätte das schon noch ein gewisses Kaliber - denn schließlich ist es ein Schritt in Richtung Aufklärung der Entstehung des Lebens. Und das vergißt man anscheinend leicht über die landläufigen Theorien (Theorien!): Daß wir immer noch nur so ein paar vage Ideen haben, wie es hätte sein können, aber bisher weder dahintergekommen sind, noch es selbst erschaffen können (der größte Schritt waren bisher "nur" teilsynthetische Zellen, die aus Bausteinen anderer Zellen zusammengesetzt wurden. Aus irgendwelchen Ursuppenexperimenten haben wir bisher noch nichts rausgekocht, das einer Zelle wirklich ähnlich ist, so weit ich weiß.)

Vielleicht muß man sich das nur mal bewußt machen, daß wir weniger wissen, als wir so alltagsmäßig zugeben. Und so löst das "Gottesteilchen" (ist es das?) wahrscheinlich auch mehr Begeisterung bei den Leuten aus, die die Bedeutung überhaupt verstehen (was bei mir auch nicht der Fall ist - aber Lebewesen liegen für mich als Biologen schon näher und sind wahrscheinlich auch für Nicht-Fachleute noch besser nachzuvollziehen).

Unwissende Grüße

Sebastian
Ich benutze privat:
Leitz SM-Lux mit (LED-) Durchlicht und Phaco-Ausrüstung (ca. 1975-77)
Hensoldt Wetzlar Stereomikroskop DIAMAL (1950er Jahre)

Mila

Hallo Sebastian,



Wissbegierige Grüße
Mila