Mikro-Forum

Foren => Mikrofoto-Forum => Thema gestartet von: Nomarski in Februar 21, 2013, 19:38:40 NACHMITTAGS

Titel: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Nomarski in Februar 21, 2013, 19:38:40 NACHMITTAGS
Hallo Forum,

ich greife noch einmal das Problem auf, dünne Diatomeen aufzulösen, wenn sie in einem Medium eingeschlossen sind, dessen Brechungsindex sich kaum vom eigenen unterscheidet. Im offenen Hellfeld sind diese Diatomeen nahezu unsichtbar und daher schwer zu finden. Die Möglichkeiten, den Kontrast durch bestimmte Verfahren wie Phasenkontrast, schiefe Beleuchtung und Dunkelfeld zu erhöhen wurde bereits behandelt.

Als Ausgangssituation sei die Pleurosigma gezeigt, aufgenommen mit einem Neofluar 25/0,60:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119269_15842375.jpg)
Hellfeld mit polarisiertem Licht.

Mit einer Balkenblende, welche nun diagonal in den Strahlengang in der Nähe der Kondensorpupille anzuordnen ist, lässt sich der Kontrast steigern:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119269_45557620.jpg)
Polarisiertes Licht mit diagonaler Balkenblende.

Belässt man nun die Balkenblende im Strahlengang und schwenkt dabei den Polarisator aus dem Strahlengang, reduziert sich wieder der Kontrast:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119269_55923098.jpg)
Nur diagonale Balkenblende im Strahlengang.


Viele Grüße
Bernd

P.S.: Das ist kein Rätsel, sondern nur eine Demonstration.
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: peter-h in Februar 22, 2013, 09:07:17 VORMITTAG
Hallo Bernd,

hast Du eine Erklärung, wieso der Polarisator einen Einfluß hat, oder eine Lit. Quelle wo ich darüber etwas nachlesen kann? Ist es nur im Zusammenhang mit den Prismen im Trinotubus ein Effekt, oder durch die Filteranordnung vor dem Chip bei DSLR?
Ich konnte die Wirkung noch nie feststellen.

Gruß
Peter
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Nomarski in Februar 22, 2013, 11:34:20 VORMITTAG
Zitathast Du eine Erklärung, wieso der Polarisator einen Einfluß hat, oder eine Lit. Quelle wo ich darüber etwas nachlesen kann?
Mikrofibel, S.91, Kap. 2.6.6.1.
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Peter V. in Februar 22, 2013, 12:01:46 NACHMITTAGS
Hallo,

Zitat von: Nomarski in Februar 22, 2013, 11:34:20 VORMITTAG
Zitathast Du eine Erklärung, wieso der Polarisator einen Einfluß hat, oder eine Lit. Quelle wo ich darüber etwas nachlesen kann?
Mikrofibel, S.91, Kap. 2.6.6.1.

Unter 2.6.6.1 auf Seite 91 finde ich in der Mikrofibel aber nur "Baustelle"!  ???   ???  ???

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: derda in Februar 22, 2013, 12:43:50 NACHMITTAGS
Liebe Peter,

es wird der gleiche Effekt dafür verantwortlich sein, welcher auch bei der Fotographie zum Tragen kommt => Kontrasterhöhung durch die Verminderung von Streulicht mit Hilfe eines Polfilters. Polarisiertes Licht wird u.a. durch Reflexion erzeugt und die feinen geometrischen Strukturen der Diatomeen eignen sich vorzüglich dafür...

Viele Grüße

Erik

Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: peter-h in Februar 22, 2013, 13:56:43 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,

Du hast eine Geheimausgabe der Mikrofibel. Die Seite 91 zeigt mir eine Baustelle.

@ Erik,
es könnte eine Erklärung sein. Aber als ungläubiger Mensch, der nur seinen eigenen Fälschungen glaubt, werde ich wohl eine Versuchsreihe starten. Ohne Trino mit Prismen, ohne Farbkamera mit "Filtern" vor dem Chip und dann mit meßtechnischer Auswertung. Mal sehen was dann von der Polfilterkontrastierung übrig bleibt.  ;)

Grüße
Peter
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: peter-h in Februar 22, 2013, 14:55:43 NACHMITTAGS
Liebe Pol-Kontrastler,

entweder ist mein Aufbau falsch, oder die Beschreibung zum variablen Polkontrast ist nicht ganz sauber und es fehlen Informationen. Da ich absolut neugierig war, habe ich sofort einen ganz einfachen Versuch unternommen.
Aufbau:
Olympus BH-2 Stativ mit LED-Leuchte. Nach der Leuchtfeldblende liegt ein drehbarer Polarisator, um alle unerwünschten Effekte auszuschalten zusätzlich ein Grünfilter VG6 (Baader). Kondensor achr. aplan. auf NA 0,6 eingestellt. Diatomeenpräparat. Objektiv CZJ Apo 40/0,95 K . Keine weiteren opt. Elemente bis zum Chip der Kamera. Kamera ImagingSource DMK72.

Während der 3 Aufnahmen keine Veränderung der Schärfe, nur leichte Korrektur der Intensität, da durch den Umlenkspiegel im BH-2 bereits eine leichte Polarisation und so Intensitätsänderung auftritt.

Die Bilder alle mit gleichen Werten im Kontrast stark angehoben und für das Forum verkleinert.

Entweder ich muß zum Augenarzt, oder der Effekt liegt unter 1%.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119340_16956464.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119340_24126408.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119340_49658646.jpg)

Frohes Kontrasteln
Peter

Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Nomarski in Februar 22, 2013, 15:10:21 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

ZitatKondensor achr. aplan. auf NA 0,6 eingestellt. Diatomeenpräparat. Objektiv CZJ Apo 40/0,95 K .
Bei mir hat der Kondensor die Apertur 0,9 und das Objektiv die Apertur 0,6. Vielleicht liegt es ja daran. ;)

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: peter-h in Februar 22, 2013, 17:07:58 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,

ist das rückwärts geköhlert  ??? oder habe ich wieder etwas falsch verstanden?
Mein Kondensor hat eine max. NA von 1,4 und mit einer Skala am Kondensor kann ich sehr gut auf eine gewünschte Apertur einstellen (nachgemessen - es stimmt). Nach Köhler wird doch die Aperturblende des Kondensors auf etwa 70-80% der max. Apertur des Objektivs zugezogen und kann dann schön mit einem Einstellfernrohr / Phasenkontrstokular betrachtet werden.
Was aber bringt eine höhere Kondensor Apertur gegenüber einem Objektiv mit geringerer Apertur? Das habe ich noch nicht verstanden.

Gruß
Peter

Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: derda in Februar 22, 2013, 17:10:11 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,

habe es auch gerade ausprobiert und keine Kontrastverbesserung erzielen können. Ich vermute, daß sich bei dir durch das Ausschwenken des Polarisators der Einfallswinkel der schiefen Beleuchtung ändert und dadurch der Effekt zustande kommt.

Viele Grüße

Erik

Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Rene in Februar 22, 2013, 17:21:27 NACHMITTAGS
Bernd is using a Balkenblende, vielleicht ist's das.

René
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Klaus Henkel in Februar 22, 2013, 17:28:39 NACHMITTAGS
Zitat von: peter-h in Februar 22, 2013, 17:07:58 NACHMITTAGS
ist das rückwärts geköhlert  ??? oder habe ich wieder etwas falsch verstanden?
Mein Kondensor hat eine max. NA von 1,4 und mit einer Skala am Kondensor kann ich sehr gut auf eine gewünschte Apertur einstellen (nachgemessen - es stimmt). Nach Köhler wird doch die Aperturblende des Kondensors auf etwa 70-80% der max. Apertur des Objektivs zugezogen und kann dann schön mit einem Einstellfernrohr / Phasenkontrstokular betrachtet werden.
Was aber bringt eine höhere Kondensor Apertur gegenüber einem Objektiv mit geringerer Apertur? Das habe ich noch nicht verstanden.
Gruß
Peter

Lieber Herr Höbel,
ich versuch's mal:

Alle Arten und Abarten der Schiefen Beleuchtung (einseitig oder allseitig schiefe B, Grenzdunkelfeld, COL etc. pp.) wirken nur dann überzeugend, wenn die allseitig oder einseitig schrägen Lichtkegel auch wirklich schräg ins Objektiv einfallen. Bei Kondensoren mit geringerer Apertur ist das aber nicht der Fall, der Lichteinfall ist bei ihnen zu steil, die Beugungsnebenmaxima höherer Ordnung, welche die feineren Objektdetails enthalten, fallen nicht ins Objektiv. Dieses kann die feinen Details dann nicht zeigen; außerdem fehlt es an Kontrast.

Beantwortet das Ihre Frage?

Gruß KH
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Nomarski in Februar 22, 2013, 17:38:17 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

ZitatWas aber bringt eine höhere Kondensor Apertur gegenüber einem Objektiv mit geringerer Apertur? Das habe ich noch nicht verstanden.

Ganz einfach: Was ich unten nicht reinschicke, kann oben nicht rauskommen. Nun protzt du zwar mit einem 40er Apo rum, das die stolze Apertur von 0,95 hat, beleuchtest aber mit einem gedrosselten Kondensor mit Apertur 0,6. Immerhin reicht es bei dir noch für die Auflösung der Pleurosigma, die vielleicht auch noch günstiger eingebettet sein mag als in meinem Fall. Die Strahlen der höheren Ordnung, die auch für die Auflösung sorgen, werden auf diese Weise schön weggebügelt.

Die Kontrastverbesserung habe ich übrigens erst mit der Kombination durch die diagonale Balkenblende erzielt. So ist es auch kein Wunder, daß ihr da nix seht. Diese hat nämlich ähnliche Auswirkungen im Strahlengang wie die Ringförmige Beleuchtung.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Nomarski in Februar 22, 2013, 18:02:46 NACHMITTAGS
Vielen Dank für den Beistand und die ergänzenden Ausführungen, Herr Henkel.

Gruß
Nomarski
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Nomarski in Februar 22, 2013, 18:49:04 NACHMITTAGS
Als ergänzende Gegenüberstellung sei noch der Einfluss der Objektivapertur bei dieser Kontrastmethode gezeigt. Die Kondensorapertur ist mit 0,9 stets dieselbe:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119375_58699600.jpg)
Neofluar 25, Apertur 0,6

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119375_57873368.jpg)
Neofluar 40, Apertur 0,75

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119375_23997888.jpg)
Plan-Neofluar 63, Apertur 0,9

Alle Aufnahmen wurden mit derselben Nachvergrößerung gemacht und der Hintergrund um das Objekt (Surirella Gemma) weggeschitten.

VG
Bernd
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: wilfried48 in Februar 22, 2013, 20:09:21 NACHMITTAGS
Zitat von: Klaus Henkel in Februar 22, 2013, 17:28:39 NACHMITTAGS
... die Beugungsnebenmaxima höherer Ordnung, welche die feineren Objektdetails enthalten, fallen nicht ins Objektiv. Dieses kann die feinen Details dann nicht zeigen; außerdem fehlt es an Kontrast

Lieber Herr Henkel,

da muss ich jetzt aber Peter Höbel beispringen, wenn die Beugungsnebenmaxima nicht ins Objektiv fallen würden, dann könnte er doch die Pleurosigma gar nicht auflösen. Die grosse Objektivapertur reicht dazu aber locker aus  egal was der Kondensor für eine Apertur hat.
Bei Bernd ist es aber gerade anders herum, da nützt die Kondensorapertur von 0.9 bei gerader Beleuchtung nichts solange Objektivapertur nur 0,6 ist. Da könnten dann leicht schiefe Beleuchtung den Unterschied machen.
Aber damit ist noch lange nicht geklärt warum der Polarisator wichtig ist.

viele Grüsse
Wilfried
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: reblaus in Februar 22, 2013, 21:06:15 NACHMITTAGS
Hallo -

hier meine Interpretation:

Durch den Balken entstehen sozusagen zwei schiefe Beleuchtungen, die sich gegenüberstehen. In dünnen Strukturen kommt es zu Phasenverschiebungen und darüber dann zu Interferenzen. Bei nicht polarisiertem Licht wären deren Effekte aber nicht sichtbar, weil nur Licht der gleichen Schwingungsebenen interferieren kann und das übrige Licht die Effekte überdeckt.

Anders bei polarisiertem Licht: da die beiden schiefen Lichtbündel diese Struktur leicht schräg, aber in etwas unterschiedlichem Winkel durchstrahlen und das Licht nur eine Schwingungsebene hat, sollte es an einer Kante dieser Strukturen durch Interferenz zu einer Abschwächung, an der anderen Kante zu einer Verstärkung des Lichtes kommen.

Viele Grüße

Rolf


Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: detlef.q in Februar 22, 2013, 21:47:25 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

angeregt durch Bernd seinen Beitrag habe ich versucht seine ,,Methode zur Kontrasterhöhung" nachzustellen, bzw. einen ähnlichen  Effekt zu erhalten.

Ich habe dafür eine Probe einer wässrigen, nicht aufgearbeiteten Algensoße verwendet und die unten abgebildete Diatomee gefunden.

Meine Balkenblende besteht aus einem rechteckigen Stück Polfilter und das Objektiv ist ein Achromat 40/0.65. Der Kondensor ist der Berek-2-Blendenkondensor (Apertur 0.9).

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119403_49802179.jpg)
Hellfeld

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119403_28623447.jpg)
Mit Polfiltern ohne Blende

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119403_32710673.jpg)
Ohne Polarisator mit Blende

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119403_66069202.jpg)
Mit Polfiltern und Blende

Viele Grüße
Detlef

Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Nomarski in Februar 22, 2013, 22:40:33 NACHMITTAGS
Hallo Detlef,

Danke für das weitere Beispiel für diese Kontrastmethode an einem Frischpräparat. Die Tümpelsaison ist für mich zwar noch nicht eröffnet, aber sie wird viel Potential dafür bieten.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: peter-h in Februar 23, 2013, 11:26:35 VORMITTAG
Liebe Pol-Freunde,

noch immer habe ich es nicht begriffen und auch mein neuer Versuch bringt für mich keine Erleuchtung. Um es noch einmal ganz klar auszudrücken. Es geht nicht um Balkenblenden und schiefe Beleuchtung, sondern NUR um den Einfluß eines Polarisators zwischen Leuchtfeldblende und Kondensor.

Jetzt also ein weiteres Ergebnis:
Objektiv Zeiss Neofluar 40/0,75 , Kondensor NA 1,4 nicht reduziert , nicht immergiert. Auf der Leuchtfeldblende ein drehbarer Polarisator und zusätzlich ein Grünfilter (Baader Continuumfilter 545nm, HWB ~8nm), weisse LED. Nach dem Objektiv keine weiteren opt. Elemente bis zu Chip ! Monochrome Kamera ohne Filter vor dem Chip.

Die folgenden Bilder sind im Kontrast extrem angehoben, um feine Veränderungen leicht zu erkennen.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119430_38358840.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119430_29208607.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119430_56702202.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119430_43088941.jpg)

Den immer wieder hervorgehobenen Einfluß eines Polfilters kann ich nicht erkennen. Ich werde den Verdacht nicht los, dass bei einigen Beispielen noch andere unbewußte Elemente im Strahlengang eine Veränderung hervorrufen. Eine wissenschaftliche Erläuterung des Effekts habe ich auch noch nie gefunden.

Bin gespannt wie es weitergeht.
Peter
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Peter V. in Februar 23, 2013, 11:47:16 VORMITTAG
Lieber Peter,

Zitatnoch immer habe ich es nicht begriffen und auch mein neuer Versuch bringt für mich keine Erleuchtung. Um es noch einmal ganz klar auszudrücken. Es geht nicht um Balkenblenden und schiefe Beleuchtung, sondern NUR um den Einfluß eines Polarisators zwischen Leuchtfeldblende und Kondensor.

Ich habe das Gefühl, dass hier ein wenig aneinander vorbeigeredet wird.
Das mag ja sein, dass ein Polfilter allein keinen Effekt hat.
Aber Bernd hat ja nun einmal einen Polfilter und eine Balkenblende benutzt.
Wenn ich es richtig verstanden habe, ging es Bernd doch darum, zu zeigen, dass der Effekt einer Balkenblende durch einen Polarsator verstärkt werden kann.
Es ging doch nicht um die Wirkung allein eines Polarisators - oder bin ich jetzt auf dem falschen Gleis?
Wurde denn irgendwo behauptet, dass ein Polarisator allein eine Kontrastverstärkung bewirkt und ich habe es überlesen?

Herzliche Grüße
einer der andere Peters
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Nomarski in Februar 23, 2013, 11:50:32 VORMITTAG
Hallo Peter,

das Drehen des Polarisators scheint bei dir schon ganz gut zu funktionieren, aber es gehört dazu noch ein Analysator in den Strahlengang, der zwischen dem Objektiv und dem Okular anzubringen ist. Das Licht bleibt dabei auf jeden Fall polarisiert, aber es wird sich beim Drehen des Polarisators eine Wirkung zeigen. Man kann übrigens auch den Analsator verdrehen und den Polarisator dabei fest stehen lassen, so mache ich das bei mir immer. Aber das ist nur angebracht, wenn der Analysator mit einem Stellantrieb ausgestattet ist.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: peter-h in Februar 23, 2013, 12:17:32 NACHMITTAGS
Lieber anderer Peter,

ich habe die Beiträge schon gelesen und auch die Balkenblende ist mir nicht entgangen. Aber ich wollte zunächst feststellen, ob ein Polarisator allein einen Effekt bringt. Wie es dann mit einer Balkenblende aussieht werde ich auch noch testen.

@Bernd,
Polarisator und Analysator = Polmikroskopie, oder verstehe ich schon wieder Bahnhof? Sicher kann ich bei einigen Diatomeen oder Radiolarien die depolarisierende Wirkung der Schalen nutzen.

Jetzt baue ich erst mal einen Satz Balkenblenden  :)
Peter
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Nomarski in Februar 23, 2013, 12:48:31 NACHMITTAGS
Hallo Peter (am Bahnhof),

ZitatPolarisator und Analysator = Polmikroskopie, oder verstehe ich schon wieder Bahnhof?
man kann einen Polarisator in Kombination mit einem Analysator übrigens auch als stufenlosen Lichtregler einsetzen. Der Kontrast läßt sich auf diese Art und Weise stufenlos regulieren, wenn man den Pupillenbereich dabei in verschiedene Zonen aufteilt. Und dabei hilft die Balkenblende.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: TPL in Februar 23, 2013, 13:26:04 NACHMITTAGS
Lieber Bernd,
Du hattest zwar geschrieben, dies sei kein Rätsel, sondern nur eine Demonstration, aber die Reaktionen deuten darauf hin, dass es genau umgekehrt ist.

Zitataber es gehört dazu noch ein Analysator in den Strahlengang, der zwischen dem Objektiv und dem Okular anzubringen ist.
So, wie es im Eingangsbeitrag steht, ist nicht ersichtlich, dass mehr als nur ein Polarisator eingesetzt wurde, denn für
ZitatHellfeld mit polarisiertem Licht.
braucht man nur einen Polarisator.

ZitatMit einer Balkenblende, welche nun diagonal in den Strahlengang (...)
Was ist eine Balkenblende, und zu was steht sie diagonal?

ZitatBelässt man nun die Balkenblende im Strahlengang und schwenkt dabei den Polarisator aus dem Strahlengang, reduziert sich wieder der Kontrast:
Sofern hier der (vorher nicht genannte) Analysator noch im Strahlengang ist, erreicht das Auge weiterhin polarisiertes Licht.

@Peter H.: Bei den Versuchen, die Du zeigst, ist doch im Dauerzustand ein Polarisator im Strahlengang. Was soll dadurch gezeigt/widerlegt werden? Um einen Einfluss von polarsiertem Licht auf Kontrast oder andere Parameter zu demonstrieren, müsste der Polarisator wechselweise komplett ausgeschaltet werden (also aus dem Strahlengang entfernt werden!). Polarisator 0° bedeutet nicht, dass das Licht unpolarisiert ist, sondern nur, dass es in eben dieser (willkürlich festgelegten) Richtung schwingt.

Herzliche Grüße
Thomas
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: wilfried48 in Februar 23, 2013, 13:43:09 NACHMITTAGS
Hallo,

meine Prognose ist:
Genau wie die vielen "DICK" Varianten wird auch dies hier ein physikalisch ungeklärtes Rätsel bleiben, weil der Autor nicht bereit ist genaue Angaben zu machen und die Funktionsweise selbst ja auch nicht erklärt.

"er will offenbar nur spielen"

viele Grüsse
Wilfried
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Nomarski in Februar 23, 2013, 13:47:12 NACHMITTAGS
Lieber Thomas,

ZitatSo, wie es im Eingangsbeitrag steht, ist nicht ersichtlich, dass mehr als nur ein Polarisator eingesetzt wurde, denn für

Zitat
Hellfeld mit polarisiertem Licht.
braucht man nur einen Polarisator.
Wo steht das geschrieben, daß man nur einen Polarisator verwenden darf?

ZitatZitat
Belässt man nun die Balkenblende im Strahlengang und schwenkt dabei den Polarisator aus dem Strahlengang, reduziert sich wieder der Kontrast:
Sofern hier der (vorher nicht genannte) Analysator noch im Strahlengang ist, erreicht das Auge weiterhin polarisiertes Licht.
Auch der wurde aus dem Strahlengang entfernt.

ZitatWas ist eine Balkenblende, und zu was steht sie diagonal?
Das ist ein Pappsteifen mit einer Breite von ca. 8mm. Für dich messe ich aber gerne nochmal genau nach.
Diagonal deswegen, weil es in anderen Orientierung zu keiner Kontraststeigerung geführt hat.

Schönen Gruß
Bernd
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: TPL in Februar 23, 2013, 14:23:41 NACHMITTAGS
Lieber Bernd,
ich habe keine Ahnung, wo steht,
Zitatdaß man nur einen Polarisator verwenden darf

Aber ich hatte ja auch nur geschrieben, dass man für
ZitatHellfeld mit polarisiertem Licht
nur einen Polarisator braucht.

Zur Balkenblende:
ZitatDas ist ein Pappsteifen mit einer Breite von ca. 8mm. Für dich messe ich aber gerne nochmal genau nach.
Danke, ich wollte v.a. wissen, was eine Balkenblende ist. Deshalb hatte ich gefragt "Was ist eine Balkenblende (...)?", und nicht etwa "welche genauen Maße hat die Balkenblende?" (von der ich nicht wusste, was es ist).

ZitatDiagonal deswegen, weil es in anderen Orientierung zu keiner Kontraststeigerung geführt hat.
Danke, ich wollte v.a. wissen, zu was sie diagonal steht. Deshalb hatte ich gefragt "(...)zu was steht sie diagonal?", und nicht etwa "warum steht sie diagonal?" (da ich weiterhin nicht weiß, zu was sie diagonal steht).

Schönen Gruß
Thomas
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: peter-h in Februar 23, 2013, 15:10:15 NACHMITTAGS
Hallo Bernd und weitere Polarisatoren,

ich gebe mich geschlagen. Nachdem ich nun einige Balken gebaut habe und mit Plan 40/0,65 , SPlan 40/0,70 und Neofluar 40/0,75 meine verfügbare Objektivreihe an dem Balken mit und ohne Polarisator getestet habe und bei mir keinen Unterschied feststellen kann, beende ich das Spiel. Ich will damit die Ergebnisse von Bernd nicht anzweifeln, aber es ist mit den vorhandenen Informationen für mich nicht reproduzierbar. Zudem habe ich bei einer Farbkamera als Empfänger immer gewisse Zweifel und Vorbehalte. Siehe den Filtersatz von Canon bei der alten EOS 10D
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119457_15832182.jpg)

Schönes Wochenende und Grüße
Peter
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Nomarski in Februar 23, 2013, 17:34:26 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

du hattest weiter vorne erwähnt:
ZitatIst es nur im Zusammenhang mit den Prismen im Trinotubus ein Effekt, oder durch die Filteranordnung vor dem Chip bei DSLR?
und soeben mit diesem Aspekt nochmal nachgesetzt:
ZitatZudem habe ich bei einer Farbkamera als Empfänger immer gewisse Zweifel und Vorbehalte. Siehe den Filtersatz von Canon bei der alten EOS 10D

das würde ja bedeuten, daß diese Kontrastunterschiede zwar von der Kamera wahrgenommen würden, aber nicht visuell. Aber ich habe das eingangs gezeigte auch visuell wahrgenommen, was ich hier nun schlecht zeigen kann.
Hintergrund dieser ganzen Aktion war eigentlich, daß ich diese Diatomee in dem Präparat, in dem überwiegend Pinnularien und ab und zu eine Stauroneis zu finden ist, sich eben auch noch wenige Pleurosigmas befinden, die ich beim ersten Durchmustern glatt übersehen habe, da anscheinend das Einschlußmedium mit seinem Brechungsindex von 1,65 von vornherein nicht so günstigen Kontrast bietet wie z.B. Nafrax mit 1,7, wo ich normalerweise keine Probleme habe.
Vielleicht sind in deinem Präparat die Gegebenheiten wieder anders, daß meine Kontrastmethoden gar nicht zur Wirkung kommen und du dich daher umsonst abgemüht hast, da es sich eben nicht um einen kritischen Fall handelt.
Bei einer Pinnularia in diesem Präparat hat mir diese Kontrastmethode mit dem Balken eben auch keine Verbesserung bewirkt, sondern eher mehr Halos an den Rändern.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: peter-h in Februar 23, 2013, 17:48:15 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,

zum Abschluß von mir noch. Ich verwende für meine Präparate seit Jahren ZRAX. Nur in Ausnahmen Caedax, ungern Naphrax und nur sehr selten Pleurax. Ich habe auch noch Reste von Styrax usw. aber das macht bei mir keinen Sinn.

Bei einem neuen, oder unbekannten Präparat durchmustere ich immer zuerst im Dunkelfeld. Hier fallen auch die kleinsten Objekte auf.

Gruß
Peter
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Johannes Kropiunig in Februar 23, 2013, 20:53:13 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,

auf Seite 25 von "Einführung in die Präparation von Diatomeen" von Gerhard Göcke, wird polarisiertes Licht zur Erhöhung der Auflösung erwähnt.
http://www.mikrohamburg.de/G%F6ke/Diatomeen_gesamt.pdf

Da just auf der selben Seite auch von Balkenblenden die Rede ist, vermute ich, dass du dich davon inspirieren hast lassen ?

Viele Grüße,
Johannes
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Nomarski in Februar 23, 2013, 21:08:56 NACHMITTAGS
Hallo Johannes,

ZitatDa just auf der selben Seite auch von Balkenblenden die Rede ist, vermute ich, dass du dich davon inspirieren hast lassen ?

diese Quelle kenne ich nicht und die Versuche sind eher auf blauem Dunst abgelaufen. Aber das dürfte nun auch die erste Frage von Peter (-h) mit beantworten.
Danke fürs Recherchieren, ich werde mir das natürlich auch zu Gemüte führen. ;)

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Rene in Februar 23, 2013, 22:14:12 NACHMITTAGS
Peter, I can just tell you about my experience, allerdings with the same stand (Olympus BHS). Effect of polarized light is obvious with annular lighting (COL, RFB, whatever it's called). Images are here: http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/artapr09/rvw-contrast.html, with image 9 reproduced here:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119495_50377348.jpg)
If you look carefully, pores of A pellucida are resolved with the polarizer in the vertical position, not in the horizontal position. For best effect with crossed polars, they  are used at 45o. Whatever exactly happens, I leave up to the academics, although my intuition is similar to Erik's:
ZitatPolarisiertes Licht wird u.a. durch Reflexion erzeugt und die feinen geometrischen Strukturen der Diatomeen eignen sich vorzüglich dafür...
By the way, it is not usable with the Frustulia, that goes al weird, and in retrospect I am surprised it works out on Pleurosigma like this in Bernd's hands. The Balkenblende might well have something to do with that. 

I can reproduce this effect on our Polyvar. The effect is also visually seen, and it doesn't matter whether I use the polarizer below the condenser, or above in the tube. Moreover, when rotating the stage, the same effects are achieved compared to rotating the polarizer, indicating it has nothing to do with mirrors, prisms, sensor layers or whatever, but it is solely the diatom doing something with the polarization direction of the light.

FWIIW,

René

Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Johannes Kropiunig in Februar 23, 2013, 22:20:50 NACHMITTAGS
Hallo Bernd,

schon als ich deinen Beitrag gelesen hatte, kam mir das Ganze bekannt vor, und so war lediglich das Durchsuchen einer einzigen PDF notwendig, um die betreffende Stelle zu finden.

Schade das es bei Peter einfach nicht funktionieren will, aber wie so oft, wird es wiedermal nur eine Kleinigkeit sein die Übersehen, oder Missverstanden wurde.
Ich bin gespannt ob sich dieses Rätsel-Widerwillen doch noch lösen lässt.

Viele Grüße,
Johannes
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: reblaus in Februar 23, 2013, 23:56:36 NACHMITTAGS
Hallo -

weil sich der ausrangierte Primitivkondensor 0,9 meines Axiolabs durch seine diversen Phasen-/Dunkelfeldeinsätze sehr gut für diese Untersuchungen eignet, hier meine Erfahrung mit einem PlanNeofluar40/0,75 oo/0,17, ausgerüstet mit einem zwangsadaptierten Optovar.

Einstellungen: Kondensor 0,9 immer ganz offen, Nachvergrößerung durch Optovar 2,0.

Fotografiert mit Canon EOS 5DM2, gezeigt starke Ausschnittvergrößerung des Objektes, einer Pleurosigma angulatum. Keinerlei Nachbearbeitung außer der JPG durch die Kamera.

Varianten:

a) Hellfeld (Abb. 1)
b) Hellfeld mit Balkenblende (Abb. 2 und 3)
c) Hellfeld mit Polarisator Nord/Süd
d) Hellfeld wie (c), plus gekreuzter Analysator
e) Hellfeld mit Balkenblende  Südwest/Nordost und Polarisator
f) Hellfeld mit Balkenblende, Polarisator und gekreuztem Analysator (Abb. 4).

Die LED-Beleuchtung musste naturgemäß jeweils stark nachgestellt werden

Ich bin mir bewusst, dass die Fokussierung der Bilder nicht genau identisch ist, weil die Änderung der Einstellungen bei der schwächlichen Tisch- und Kondensorhalterung dieses Mikroskops ständiges Nachfokussieren erforderte, das nicht immer auf der selben Objektebene landete. Aber das Objekt ist gewölbt und so kann immer eine "scharfe" Stelle gesucht werden.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/119514_45112466.jpg)

Abb. 1  Normales Hellfeld

Kein Foto von Hellfeld mit Polarisator da keine Änderung, auch nicht mit gekreuztem Analysator und stark intensivierter Beleuchtung



(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119514_52205352.jpg)

Abb. 2 Balkenblende mit Bertrand-Linse ist sehr unscharf, da der Optovar eigentlich nicht an dieses Mikroskop gehört




(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/119514_37671782.jpg)

Abb. 3 Hellfeld mit diagonaler (Südwest/Nordost) Balkenblende. Eine Kontraststeigerung wird wie erwartet erzielt



(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/119514_1039210.jpg)

Abb. 4 Hellfeld mit Balkenblende, Polarisator und Analysator. Hier ist m.E. eine deutliche Steigerung der Auflösung zu sehen. Wo die Poren in der Schärfeebene liegen kann ihre Sechseckform erahnt werden.

Bei den anderen Versuchsvarianten war dies in keiner Wiederholung mit variabler Schärfenebene der Fall.

Die Farbverschiebung des Bildes deutet an, dass bei diesem Effekt Interferenzen und Phasenverschiebungen eine Rolle spielen.

Viele Grüße

Rolf








Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Nomarski in Februar 24, 2013, 00:22:25 VORMITTAG
Hallo Rolf,

Danke für deine Darstellungen, die Tendenzen decken sich auch mit meinen Beobachtungen.
Über kosmetische Unvollkommenheiten brauchen wir uns natürlich nicht weiter auszulassen. Nur hätte die Balkenblende bei dir m.E. etwas breiter sein können. Das kostet zwar leider auch Lichtintensität, steigert dafür aber den Kontrast.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: reblaus in Februar 24, 2013, 00:40:29 VORMITTAG
Hallo Bernd -

diese Balkenblende hat 9 mm Breite, aber die Bertrandlinse des alten Optovars ist auf dem Axiolab leider stark fehlsichtig, sodass sie nicht scharf gestellt werden kann und überstrahlt wird.

Allerdings kann dieses Maß nicht auf Standard-Kondensoren übertragen werden: Die Dunkelfeldblende 40 hat hier fast 22 mm Durchmesser!

Als Ergänzung noch: Dieser Effekt ist bei einem Diatomeen-Präparat anderer Herkunft sogar noch stärker, sodass es dort fast wie mäßiger DIK wirkt. Jedoch wollte ich den Test zunächst an dem von mir für alle Vergleiche zunächst benutzten Standardpräparat machen. Die bisherigen Berichte deuten ja auch darauf hin, dass das Einbettungsmittel eine große Rolle spielen dürfte.

Eine gute Nacht!

Rolf
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: peter-h in Februar 24, 2013, 11:18:14 VORMITTAG
Hallo,

ich steige bei dem Rätsel aus, denn wenn ich Polarisator und Analysator in gekreuzte Stellung bringe ist es bei mir dunkel - ganz dunkel. Weder mit Frustulia rhomboides, noch mit Bacillaria paxillifer , noch ...
Einschließlich einem Heinekondensor und anderem Ph-Kondensor ist mir der Auflösungsdurchbruch gelungen.
Schuster bleib bei deinem Leisten - ich bleibe bei UV-Strahlung  ;) wenn ich etwas besser (am Monitor) sehen will.

Schönen Sonntag
Peter
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Nomarski in Februar 24, 2013, 13:20:07 NACHMITTAGS
Hallo Rolf,

Zitatdiese Balkenblende hat 9 mm Breite, aber die Bertrandlinse des alten Optovars ist auf dem Axiolab leider stark fehlsichtig, sodass sie nicht scharf gestellt werden kann und überstrahlt wird.

Allerdings kann dieses Maß nicht auf Standard-Kondensoren übertragen werden: Die Dunkelfeldblende 40 hat hier fast 22 mm Durchmesser!

die optimalen Maße müssen natürlich den gegebenn Verhältnissen angepasst werden. Da die Leerfelder von meinen PH-Kondensoren mittlerweile alle belegt sind mit irgendwelchen Zusatzblende, habe ich mir ein kleines Pfännchen angefertigt, das ich auf das Fenster von der Abdeckung legen kann. Der Durchmesser dieses Fensters ist etwa 20mm. Es ist damit zwar nicht der optimale Ort in der Kondensoreintrittspupille, wo auch die Phasenblenden platziert sind, aber dafür eben für  Experimente besser und vor allem schneller zugänglich.
Das Problem ist eben daß bei einer asymmetrischen Abblendung der Hintergrund schnell inhomogen wird, wenn man sich damit zu sehr von der Eintrittspupille entfernt. Insbesondere bei der schiefen Beleuchtung ist das der Fall.

Viele Grüße
Bernd
Titel: Re: Einfache Methode zur Kontrasterhöhung
Beitrag von: Nomarski in Februar 24, 2013, 20:00:22 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

ZitatWeder mit Frustulia rhomboides, noch mit Bacillaria paxillifer , noch ...
Einschließlich einem Heinekondensor und anderem Ph-Kondensor ist mir der Auflösungsdurchbruch gelungen.
Schuster bleib bei deinem Leisten - ich bleibe bei UV-Strahlung   wenn ich etwas besser (am Monitor) sehen will.

die Frustulia scheint dich aber nun ganz schön gefrustet zu haben. Aber bevor man zu den ganz harten Mitteln greifen muß wie die UV-Strahlung und den Umbau eines Heine-Kondensors gibt es aber immer noch die günstigen Herbert-Blenden:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119599_57943894.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures003/119599_26889436.jpg)

Viele Grüße
Bernd