Hallo!
Ein Frage in die Runde: Was genau ist ein Makroskop? Ist das nichts anderes als ein "Stereomikroskop in Mono"? Und warum sind diese Geräte im Vergleich zu einem Stemi so teuer? Was ist dr Einsatzbereich bzw. worin liegen die Vorteile gegenüber einem Stemi?
Herzliche Grüße
Peter
Nach kurzer Suche fand ich das:
minox.com (http://www.minox.com/index.php?id=1558)
Möglicherweise kann ihnen das helfen.
Ich nehme an in gewisser weise ist es wirklich eine Stereolupe in mono.
genaueres finden sie vielleicht auf der Seite.
Hallo Peter,
ein Makroskop hat gegenüber dem Stereo-Mikroskop den Vorteil, dass man nicht Schräg auf die Probe blickt oder gar auch noch schräg durch das Objektiv (manche Stereo Mikroskope haben nur ein gemeinsames Objektiv) geht.
Dies ist besonders bei planen Objekten von Bedeutung, wenn man keine Verzeichnung haben will (z.B Spitzenmessplätze in der Halbleiterei). Es ist also eine verzeichnungsfreie Makrofotografieeinrichtung bei der man auch noch bequem binokular durchschauen kann. Wild hat hierfür die Gerätebezeichnung "Makroskop" eingeführt.
Die maximalen sinnvollen Vergrösserungen liegen meistens auch etwas über dem der Stereomikroskope und gehen in den unteren Bereich der Mikroskopie (100-200x).
Gruss,
Wilfried
Makroskope werden häufig in der industriellen Meßtechnik eingesetzt. Entsprechend hoch sind die Anforderungen. Die Preise sind aber nicht höher als bei vergleichbar hochwertigen Stereomikroskopen bzw. hochwertige Stereomikroskope können häufig auch in ein Makroskop umgerüstet werden, nämlich dann wenn es sich um Systeme mit gemeisamem Hauptobjektiv handelt. Beispiele die Discovery-Serie von Zeiss.
Es gibt aber auch, abgestuft in der Leistung kleinere Systeme z. B. zur Inspektion von senkechten Bohrungen.
Ein solches System ist z.B. das Monozoom von Hund.
Werner Jülich
Hallo an Alle,
zunächst einmal vielen Dank für die Antworten.
Könnte man allgemein sagen, daß ein Makroskop in der Regel ( die natürlich durch Ausnahmen bestätigt wird ) ein "beseres" Bild liefert, wenn man den räumlichen Effekt der Stereomikroskpe außer Betracht läßt?
Herzliche Grüße
Peter
Es ist besser zum Messen geeignet, die Schwäche klassischer Stereomikroskope. Davon abgesehen würde ich nicht von Besser/Schlechter reden, es ist halt für andere Anwendungen gedacht. Der Unterschied erschließt sich sofort, wenn man eine Kamera installiert. Der klassische Stereokanal ist um ca. 7° zur Senkrechten verkippt, das Makroskop steht senkrecht.
Versuchen Sie einmal mit einem Stereomikroskop den Boden eines kleinen Zylinders zu sehen.
Werner Jülich
So ein Macroskop kann man sich relativ leicht - mit Einschränkungen selbst bauen: Ein Stativ, z.B. Makrostand von Novoflex, das statt mit einer Kamera mit einem Binotubus vom vorhandenen Mikroskop ausgestattet wird. Das einzige Problem ist der Adapter Ringschwalbe - Kamerabajonet/-gewinde. Zörkendörfer in München kann so ein Teil recht günstig herstellen.
Makroobjektive gibt's in der Bucht. Was noch fehlt ist eine "Adapterscheibe" (innen RMS- außen T2-Gewinde) RMS auf T2, um das Objektiv am Balgengerät anzuschließen. Normale Makroobjektive sind auch geeignet.
Viele Grüße
Günther Langer
Hallo Wolfgang
Das von Wild hatte ich vor Jahren (Jahrzehnten) zur Reproduktion von technischen Zeichnungen vom Mikrofisch im Einsatz, mit dem Technical Pan (einem niederempfindlichen SW-Material aus der analogen Zeit) ...
Kostet immer noch stolzes Geld ...
Liebe Grüße
Gerhard
Hallo Gerhard,
kennst Du die Seite von Thomas Harbich?
http://www.mikroskopie-mikrofotografie.de/welcome/main_frame.htm
herzliche Grüße
Herbert
Guten Abend in die Runde,
ich habe mir mit meiner kleinen Mechanikerwerkstatt ein Makro gebaut:
Obj, 1x/170 mit Iris von Leitz dazu der Binotubus mit 10x Ok.. Bei BW-Optik einige Verlängerungen f. RMS-Gew. gekauft.
Das ganze mit einer Gewindestange an einer Säule vertikal verschiebbar.
Das Foto dazu habe ich zu meiner Frage nach der Möglichkeit des Stereo-Sehens durch Abdecken der Hälften der Okulare gebracht. S. dort.
Je nach Verlängerung durch die RMS-Hülsen erreiche ich Vergrößerungen von 5x - 30x.
Die Puristen werden natürlich einwenden, daß die 170 mm nicht eingehalten werden. Es ergibt sich in der Tat eine Bildfeldwölbung. Genaue Vermessungen sind dann nicht möglich.
Gruß
Peter aus Lorsch
Hallo -
vorauszuschicken ist, dass ich physiologisch einäugig bin und deshalb mein Stereomikroskop (Zeiss Stemi IV) eigentlich immer nur als Lupe mit aufgerichtetem Bild ausnützen kann, wobei Bildfehler des Teleskoptyps besonders in Erscheinung treten - wie auch beim Fotografieren durch nur einen Tubus.
Für Fotos auf die Schnelle steht bei mir auf dem Schreibtisch deshalb ein Tessovar, jetzt an einem normalen Stemi-Stativ. Weil es eh da steht, wollte ich es immer gern bei Bedarf als hochwertige Lupe benutzen und habe deshalb einen Aufsatz gebastelt, der sich schnell gegen die Fotoadaptation auswechseln lässt:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/162300_6447658.jpg) (http://s888.photobucket.com/user/rblaich/media/Tessovarub_zps8b9b5cb7.jpg.html)
Das Problem dabei war, dass man zwar ohne Probleme einen Mono- oder Bitubus eines Standards mit Okular draufsetzen kann, dieser aber nur ein "Zwischenbild" von etwa 20 mm vergrößert, während die Tessovar-Variooptik ein einwandfreies Bild von knapp 50 mm liefert. Außerdem bietet Zeiss m.W. kein Brillenokular ohne Kompensation für einen Tubusdurchmesser von 23,2 mm.
Deshalb wurde in diesem Fall der Tubus gekürzt, der Achromat vor dem Einstellokular des Grundkörpers 1 eingebaut, der das Bild verkleinert, sodass die gesamte Bildfläche ausgenützt wird und außerdem ein Nikon-Brillenokular verwendet, das für vollkorrigierte Optik gedacht ist.
Für Präparieren und Löten ist diese Anlage wenig geeignet, weil das Bild auf dem Kopf steht, wohl aber für einen geschwinden Blick durch die Lupe und nach Aufsetzen der Kamera dann für ein Foto bis zu 13facher Vergrößerung, das qualitativ dem Foto durch die schiefe Stemi IV-Optik deutlich überlegen ist. Wobei ich mir natürlich bewusst bin, dass die Bequemlichkeit einer Variooptik irgendwo durch Qualitätseinbußen erkauft werden muss.
Viele Grüße
Rolf
Hallo liebe Makroskopiker,
mein hier
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=14651.0
beschriebenes Makroskop hat sich im oberen Teil leicht verändert. Fotografieren geht nun viel bequemer.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/162313_47536868.jpg) (http://s618.photobucket.com/user/Stuessi/media/Makroskop/g1000h-DSC00649_zpsd39c74af.jpg.html)
Dies ist ein Blick durch das Makroskop auf eine DVD, die ca. 10 sec in der Mikrowelle "erhitzt" wurde. Passend zur Jahreszeit steht in der "Wüste" noch ein nackter Tannenbaum.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/162313_19722512.jpg) (http://s618.photobucket.com/user/Stuessi/media/Makroskop/Makroskop-01_zps751be995.jpg.html)
Ich wünsche allen frohe Festtage,
Stuessi
Zitat von: Safari in Dezember 22, 2014, 20:01:11 NACHMITTAGS
Zitat von: Rawfoto in Dezember 22, 2014, 19:44:12 NACHMITTAGS
Kostet immer noch stolzes Geld ...
Hallo Gerhard,
die WILD Makroskope sind über 30 Jahre alt und immer noch sehr teuer. Deswegen frage ich mich, ob es mit der heutigen Kameratechnik nicht möglich ist preiswertere und besser Lösungen zu bauen. Vor 30 Jahren gab es halt keine bezahlbaren Kameras mit der man in Echtzeit die Objekte sehen konnte.
Hallo in die Runde,
es gibt sie - die "besseren" Systeme, z.B. von Leica das Z6 Apo A oder das Z16 Apol A. Mit dem entsprechenden Objektiv sind - bei großem Arbeitsabstand - auch Vergrößerungen > 200x zu erzielen.
Gruß
Peter
Hallo,
ein Zeiss Tessovar ist auf Tiefenschärfe optimiert, wärend ein z.B. Wild 420 auf plane Objekte optimiert ist und kaum Tiefenschärfe hat. Ich habe beide Geräte. Ein dreidimensionales Objekt macht das deutlich. Um z.B. in Löcher hineinsehen zu können, benötigt man beim Wild zwingend eine koaxiale Beleuchtung.
Bei einigen modernen Stereomikroskopen besteht die Möglichkeit, wie schon erwähnt, einen Strahlengang zu "begradigen": Stereomikroskop und Makroskop in einem Gerät.
Viele Grüsse und schöne Feiertage
Günther L.
Hallo Günter L.-
nicht dass ich solchen Praxiserfahrungen zweifle - denn leider habe ich selbst keine solchen Vergleichsmöglichkeiten.
Aber wie darf ich mir das optisch erklären, dass man ein Gerät auf Tiefenschärfe optimieren kann? Bei meinem Tessovar gibt es zwar eine Blende, welche die Tiefenschärfe etwas erhöhen mag, aber das resultiert wie zu erwarten eher in einer Tiefen-Unschärfe.
Viele Grüße
Rolf
Zitat von: Mikroman in Dezember 23, 2014, 12:31:55 NACHMITTAGS
.... es gibt sie - die "besseren" Systeme, z.B. von Leica das Z6 Apo A oder das Z16 Apol A. Mit dem entsprechenden Objektiv sind - bei großem Arbeitsabstand - auch Vergrößerungen > 200x zu erzielen...
Hallo Peter,
der Arbeitsabstand beträgt z. B. beim 2x Objektiv nur 39 mm. Ob damit bei laut
User Manual 920-facher Vergrößerung mit 9,2x Zoom und 40x Okular ein gescheites Bild entsteht, bezweifle ich. Aber solche Zahlen sind werbewirksam.
Leider fehlen im Manual Angaben zur nA dieses Objektivs oder zur Auflösung.
Gruß,
Stuessi
Hallo Stuessi,
hier ein link mit den technischen Daten:
http://www.leica-microsystems.com/fileadmin/downloads/Leica%20Z16%20APO%20A/Brochures/Leica_Z-Serie_TechData_DE.pdf
Die numerische Apertur ist 0,22, das heisst nach der Faustregel 1000x Num. Apertur ist bei 220 fach tatsächlich Schluss.
Vergrösserungsangaben von 920 fach mit einem 40x Okular verstehe ich daher bei einer seriösen Fa. wie Leica auch nicht.
Aber knapp 700 Lp/mm bei 39mm Arbeitsabstand sind natürlich schon ein Wort.
Das wird nur noch übertroffen von dem Zeiss Discovery/Axio Zoom System mit über 1000 lp/mm bei dann allerdings kleinerem
Arbeitsabstand von 10mm. Aber damit lässt sich dann immer noch hervorragend fotografieren und präparieren will bei den hohen Vergrösserungen und entsprechend kleinen Schärfentiefen ja wohl ohnehin niemand mehr.
http://www.zeiss.de/microscopy/de_de/produkte/stereo-zoom-microscopes/stereo-discovery-v20.html#downloads
Man muss dann allerdings schon mit dem Preis eines teuren Mittelklasseautos rechnen ;D
viele Grüsse
Wilfried
Hallo Wilfried,
danke für die Hinweise Das sind ja ganz erstaunliche Werte!
Zum Vergleich habe ich schnell mal die (visuelle) Auflösung bei meinem Wild M7S (Eintrittsöffnung der Relaisoptik nur ca. 15mm) in Makrostellung bestimmt:
Objektiv 1x, Arbeitsabstand 91mm:
| Zoom | Okular | Lp/mm | Okular | Lp/mm |
| 0,6 | 10x | 36 | 20x | 66 |
| 3,1 | 10x | 150 | 20x | 200 |
Objektivvorsatz 2x, Arbeitsabstand 25mm:
| Zoom | Okular | Lp/mm | Okular | Lp/mm |
| 0,6 | 10x | 80 | 20x | 130 |
| 3,1 | 10x | 300 | 20x | 350 |
Die Auflösung von ca.
350 Lp/mm ist gerade noch mit der NEX-5N auf dem Wild M7S (ohne Okular) erreichbar.
(Linienbreite 1,4 µm)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures004/162396_5982795.jpg) (http://s618.photobucket.com/user/Stuessi/media/Makroskop/g1000-DSC03931a_zps14b026b5.jpg.html)
Viele Grüße,
Stuessi
Hallo,
hier noch die Ergebnisse von meinem (reversibel) zum Makroskop umgebauten Wild M7A. Ich habe das Objektiv ausgebaut und vor einer der beiden Relaisoptiken ein Mikroprojektionsobjektiv Leitz Summar 25mm 1:2,8 befestigt.
Objektiv Summar 25mm/2,8 Arbeitsabstand 15mm:
| Zoom | Okular | Lp/mm | Okular | Lp/mm |
| 0,6 | 10x | 130 | 20x | 230 |
| 3,1 | 10x | 300 | 20x | 500 |
Auflösung auf dem Foto ca. 550 Lp/mm:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/162406_7393696.jpg) (http://s618.photobucket.com/user/Stuessi/media/Makroskop/g1000-Summar-01_zps2b741c90.jpg.html)
Grüße,
Stuessi
Hallo,
ergänzend wäre vielleicht noch hinzuzufügen, dass Z6/Z16 auch - bei einem Arbeitsabstand von 20mm - auch mit einem 5x PlanApo betrieben werden können; bei einem 10fach Okular erreicht man damit eine Vergrößerung von 575x. Da ich hier mit stufenlos vergrößern kann ohne die Optik zu wechseln und ebenfalls Durchlicht & Auflicht machen kann, kommt das Gerät an das Ideal der eierlegenden Wollmilchsau ziemlich nahe heran.
Schönen 2. Weihnachtsfeiertag
Peter
Zitat von: wilfried48 in Dezember 25, 2014, 16:09:52 NACHMITTAGS
Hallo Stuessi,
hier ein link mit den technischen Daten:
http://www.leica-microsystems.com/fileadmin/downloads/Leica%20Z16%20APO%20A/Brochures/Leica_Z-Serie_TechData_DE.pdf
Die numerische Apertur ist 0,22, das heisst nach der Faustregel 1000x Num. Apertur ist bei 220 fach tatsächlich Schluss.
Vergrösserungsangaben von 920 fach mit einem 40x Okular verstehe ich daher bei einer seriösen Fa. wie Leica auch nicht.
Aber knapp 700 Lp/mm bei 39mm Arbeitsabstand sind natürlich schon ein Wort.
Das wird nur noch übertroffen von dem Zeiss Discovery/Axio Zoom System mit über 1000 lp/mm bei dann allerdings kleinerem
Arbeitsabstand von 10mm. Aber damit lässt sich dann immer noch hervorragend fotografieren und präparieren will bei den hohen Vergrösserungen und entsprechend kleinen Schärfentiefen ja wohl ohnehin niemand mehr.
http://www.zeiss.de/microscopy/de_de/produkte/stereo-zoom-microscopes/stereo-discovery-v20.html#downloads
Man muss dann allerdings schon mit dem Preis eines teuren Mittelklasseautos rechnen ;D
viele Grüsse
Wilfried
Hallo Peter,
ja das 5x planapo habe ich übersehen, da hierzu in der von mir zitierten Broschüre keine technischen Daten (Apertur, Auflösung) stehen.
Ich habe daher mal weiter recherchiert und diese Broschüre gefunden:
http://www.leica-microsystems.com/fileadmin/downloads/Leica%20Z16%20APO%20A/Brochures/Leica_Z-Series_Brochure_EN.pdf
Danach hätte Leica mit dem 5 x Planapo mit einer numerischen Apertur von 0,5 bei 19 mm Arbeitsabstand und 1500 lp/mm wieder die Nase vorn.
Oder kann jemand mein Zeiss Weltbild wieder zurechtrücken ? >:(
viele Grüsse
Wilfried
Sehr geehrter Herr Safari,
auch ich habe Probleme beim Auffinden schon gelesener Beiträge.
Hier das gewünschte Bild:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/162481_33727643.jpg)
Mit freundlichen Grüßen
Peter aus Lorsch