Wunderschönen guten Tag!
Die Höhenverstellung meines Wild Heerbrugg muss zerlegt, gereinigt und neu abgeschmiert werden.
Jeder Tipp ist willkommen und hilfreich. Ich mache das zum ersten mal.
Also das mit dem Zerlegen war nicht schwer. Habe Photos angefertigt und werde diese in den nächsten Tagen diesem Beitrag anhängen.
Dank des Beitrages von woru, Februar 10, 2013 ,,Geeignete Schmierfette für Mikroskope" weiss ich nun von der Firma Osim Optik, die Spezialfette für Mikroskope vertreibt. Diese Firma hat (wie nicht anders zu erwarten) eine Hompage über welche Schmierfette vertrieben werden. (Ich möchte hier keine Werbung für irgendwen machen. Auf diesem Gebiet mache ich nun meine ersten Schritte und teile diese Information mit jenen die es ebenfalls interessieren könnte.)
Auf meine Anfrage an die Firma osimoptik:
Ich möchte die Höhenverstellung meines Stereomikroskopes von Wild Heerbrugg reinigen und neu abschmieren. Die Unterlage ist Lack aber auch Plastik. Welchen Alkohol empfehlen Sie? Isopropanol? Welches Ihrer Spezialfett empfehlen Sie um die Höhenverstellung abzuschmieren?
kam prompt eine sehr freundliche Antwort:
Iso ist eigentlich für Optiken geeignet, ich selber arbeite natürlich mit unserem Deresol, eine Alkoholmischung. Wenn es ordentliche Lacke sind, passiert da auch nichts. Zur Schmierung von Vertikaltrieben würdeich mindestens das FGF5 nehmen, wenn es schwer ist eher das XL-SGP1, hier ist auch Graphit mit drin, verhindert ein Festgehen. Für feine, interne Sachen wie Schieber usw. nehme ich das MKL1.
Wie gesagt, das Deresol ist recht effektiv für harte Fette...
Hier ein Auszug aus der Homepage der Firma Osim Optik.
www.osimoptik.de
Spezialfett HL-FGF5 (40g 7.0 € + Versand: Preis ohne Gewähr)
... hochwertiges Gleitmittel für optomechanische Komponenten wie Mikroskoptriebe oder Fernglaskomponenten. Es ist hochviskos, langfasrig und besitzt einen Haftzusatz, der das Abrutschen an stärker bewegten Teilen verhindert. ... Für Feintriebe oder z.B. Objekttische empfehlen wir das weichere ML-FTS5.
Graphit-Schmierpaste XL-SGP1 (40g 7.0 € + Versand: Preis ohne Gewähr)
... hochwertiges Gleitmittel für optomechanische und mechanische Komponenten wie Mikroskoptriebe, viel beanspruchte Bauteile oder mechanische Baugruppen, welche größere Lasten tragen müssen. ... Es ist hochviskos und gleichzeitig pastös bei feiner Konsistenz. ... Es besitzt eine ausgezeichnete Druckfestigkleit und neigt nicht zum Stocken.
Harz-Teer-Fettlöser/Reiniger DeresolX (250 mL 12.9 € + Versand: Preis ohne Gewähr)
... Es löst zuverlässig Fette, Verkrustungen, Verharzungen, Teer, Fasermaler und andere, auch hartnäckige Verunreinigungen. Dabei werden hochwertige Kunststoffe und Lacke bei normalem Gebrauch nicht angelöst. DeresolX ist wasserfrei und enthält keine agressiven Lösungsmittel, ist jedoch lösungsmittelhaltig. ...
In oben erwähntem Beitrag und der anschließenden Diskussion von woru wurden auch die Osim Schmierfette ML-MKL1, ML-MFK2 und ML-FTS5 und das Panzerfett von Lomo erwähnt. Über das Panzerfett konnte ich im www nichts finden.
Hat jemand von euch Erfahrung mit dem Reinigungsmittel DeresolX beziehungsweise mit der Graphit-Schmierpaste XL-SGP1?
Würdet ihr mir etwas anderes empfehlen? Hört sich doch ganz gut an.
Im Vorhinein besten Dank für eure Bemühungen
Christian
Hallo Christian,
über das "Panzerfett" wirst Du auch nichts finden :-)
Das ist der Spitzname für das von der russischen Firma LOMO verwendete Fett.
Ziemlich steif und auch leider nicht säurefrei, so dass das Fett mit der Zeit an den Messtingteilen grün wird.
Ich könnte Dir Spezialfett von der Firma Losimol anbieten; eigentlich für Projektoren entwickelt (Kunststoffschnecken) eignet es sich hervorragend für Triebe und Gleitflächen, bei denn der gleiche Werkstoff verwendet wurde.
Ich setze es hauptsächlich für Kreuztische und Feintriebe ein, bei denen ein "Losbrechmoment" vermieden werden muss.
Es macht allerdings sehr leichtläufig.
Bei Interesse sprich mich an.
Grüße
Wolfgang
Hallo Christian,
von den Fetten der Firma Osim bin ich rundweg begeistert, habe ich mir letztlich ein komplettes Sortiment zugelegt. Deresol überzeugt mich nicht völlig, verwende ich nur zur Schlussreinigung vor dem Neufetten, aber auch nicht immer. Ich verwende bevorzugt Waschbenzin, Aceton, ja, und für harte Fälle durchaus auch Xylol oder Terpentinersatz. Auch ein spezieller Haushaltsreiniger zum Fettlösen kann hilfreich sein. Gerade bei größeren Stücken mit "einigen Pfund" festgebackenem Fett, wäre mir Deresol schlicht auch zu teuer, da man dann ordentliche Mengen Lösungsmittel braucht;eEinen Revolver beispielsweise muss man unter Umständen auch einmal komplett eintauchen und einlegen. Ich würde auf Gleitbahnen kein Fett mit Haftzusatz verwenden, Du erhälst sonst ggf. ein Spiel beim Fokusieren. Graphithaltige Fette lass´ich auf weiteres nicht an meine Mikroskope.
Gruß !
JB
Hallo JB,
danke für deine Hinweise. Weshalb lässt du keine graphithältigen Fette an dein Mikroskop? Graphit hat Mohs'sche Härte 1 und kann daher wenig Schaden anrichten?
Grüße
Christian
Hallo Christian,
das ist irgendwie reine Intuition / Aberglaube. Mir ist allerdings bisher auch noch bei keinem original geschmierten Mikroskop jemals Graphit begegnet. Ich weiß, ist irrational.
Gruß !
JB
Wunderschönen guten Tag!
Und weiter geht die wilde Fahrt!
Danke Jürgen für deine Tipps.
Besten Dank Wolfgang für dein freundliches Angbot, doch ich werde mir die Spezialfette ML-FGF5 und XLSGP1 von Osim besorgen.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/181372_20809956.jpg) (http://www.bilderload.com)
Abbildung 1 zeigt die zerlegte Höhenverstellung meines Wild Heerbrugg M5A.
Von Links nach Rechts:
Das Abdeckblech (1) und der Anschlagwinkel (2) hält die Höhenverstellung zusammen.
Der Schlitten (3), der mit 4 Imbusschrauben am Vergrösserungswechsler (4) befestigt ist, mit der Zahnstange (5).
Triebkasten (6) mit in der Führungsleiste (7) eingelegten Dreieckstäben (8.) zur Kreuzrollenführung. Zylindrische Rollkörper (Zylinderrollen mit C in Abb.2 bezeichnet) und Kreuzrollenkäfig (mit B in Abb. 2 bezeichnet).
Kreuzrollenkäfig (9). Zylinderrollen (10).
Mein Plan ist 1. reinigen mit Waschbenzin und Deresol und 2. die Kreuzrollenführung mit ML-FGF5 abschmieren.
Die Höhenverstellung kann nicht mehr zusammengefügt werden, soferne die beweglichen Teile nicht aufgrund des Anhaftevermögens der Spezialfette an Ort und Stelle verbleiben.
Also jetz bestelle ich mal die Fette. Und in ein paar Tagen geht es ans Eingemachte.
Schönen Feierabend und ein angenehmes Wochenende wünscht euch
Christian
Hallo Christian,
also das ist ein Kreuzrollenlager. Wird gerne für Linearführungen bei Fokusierungen und Kreuztischen an Mikroskopen verwendet. Vorteile sind u.a. erhebliche Stabilität,hohe Präzision der Führung, kein STick-Slip-Effekt, b.B. nachstellbar.
Für den Zusammenbau würde ich folgendermaßen vorgehen:
Die außen liegenden Führungsschienen für die Rollen finden sich an dem Teil, an dem auch die Drehknöpfe für den Zahntrieb sind, also in Deinem Bild rechts. Diese Schienen sind auf jeder Seite mit 5 Inbus-Schrauben fixiert. Ich würde die Schiene einer Seite -und nur einer Seite- abschrauben; damit stellst Du sicher, dass die seitliche Ausrichtung erhalten bleibt und beim Fokusieren nicht gleichzeitig ein seitliches Auslenken erfolgt. Lege dann den Triebkasten mit den Drehknöpfen auf die Seite, die nicht abgeschraubte Führungsschiene nach unten. Dann legst Du die Rollen mit Distanz-Lochschiene in diese Schiene ein. Lege auch das Gegenstück mit dem Optikkörper -in Deinem Bild links- auf diesekbe Seite und bestücke dort die oben liegende Führungsschiene mit Rollen und Lochblech. Dass Du jeweils auf alternierende Ausrichtung der Rollen achten mußt, weißt Du ja schon. Durch das vorher aufgebrachte Fett hält dieses Konstrukt auch ausreichend. Nun lege den Optikkörper mit der unteren Führungsschiene auf die mit Rollen bestückte Schiene des anderen Teiles. Jetzt wird´s etwas fummelig. Du musst das Ganze jetzt etwa in Position halten, von oben die abgeschraubte Führungsschiene auflegen und mit den Schrauben zunächst locker fixieren, gerade so dass das Ganze nicht mehr auseinanderfällt. Nun musst Du die Schiene möglichst über ihre Länge gleichmäßig andrücken und die Schrauben festdrehen. Übe nur sehr dosiert auf die Schiene aus. Gerade so, dass die Führung ohne Spiel ist, aber auch nicht verklemmt wird. Kann sein, dass Du den rechten Anpressdruck durch wiederholtes Lockern und erneutes Festziehen der Schrauben erpröbeln musst.
Zum Fett: Die Rollenführung braucht m. E. ein weiches Fett one Haftzusatz. Das Osim-Fett, das ich dafür habe trägt die Bezeichnunh ML FTS5. Ein Fett mit Haftzusatz würdeich für die Drehachse des Ritzels verwenden, z.B. HL FGF5.
Huch, war das schwer in Worte zu fassen, ich hoffe es ist einigermaßen zu verstehen.
Gruß!
JB
Hallo Jürgen!
Allerbesten Dank für deine ausführliche Beschreibung.
Jetzt muß ich auf die Lieferung der Schmierfette warten.
Und dann wenn ich's anpacke, ja dann ergibt sich sicherlich noch die eine oder andere Frage :).
Beste Grüße!
Christian
Wunderschönen guten Tag Freunde der Mikroskopie!
Und weiter geht die wilde Fahrt!
Ich habe Spezialfette (HL FGF5; ML FTS5 und ML MKL1), Reinigungsmittel (DeresolX, VetroClean V2 Optikreiniger) bei der Firma Osim am Samstag bestellt, heute Dienstag Vormittag sind diese per Post eingetroffen. Also sehr verläßlich und flott die Damen und Herren.
Habe nun die Höhenverstellung vollständig zerlegt. Die entfernbaren Teile in Waschbenzin eingelegt, alle anderen mit Wattestäbchen und Waschbenzin gereinigt. Endreinigung erfolgt mit DeresolX. Besten Dank Jürgen für deine Tipps.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/181634_37042854.jpg) (http://www.bilderload.com)
Abbildung 2: Vollständig zerlegte Höhenverstellung Wild Heerbrugg M5A.
F Führungsleiste mit 5 Imbusschrauben am Triebkasten befestigt.
E Vergrösserungswechsler mit Schlitten und Zahnstange der Höhenverstellung.
D Teile des Grobtriebes: Ritzelachse mit Drehknöpfen. Zahnstange montiert am Schlitten.
C Zylinderrollen
B Kreuzrollenkäfige
A Dreieckstäbe
Die roten Buchstaben zeigen wo die Teile A,B,C plaziert werden müssen.
Anhand der Abbildung 2 erkennt ihr sicherlich mein Problem. Die Achse des Grobtriebes ist verbogen, daher "eierte" die Höhenverstellung.
Wer weiß von wem ich eine Ritzelachse, in der Abbildung 2 mit D bezeichnet (links unten im Bild) beziehen kann?
Eine der Schienen ist leicht verbogen.
Woher bekomme ich nur eine solche?
Das wird wohl schwierig werden!
Macht mal keinen Sinn abzuschmieren und z'sammenzubauen, wenn ich diese Teile nicht austauschen kann?
Was sagt ihr?
Im Voraus besten Dank für eure Mühen!
Christian
Hallo Christian,
da hilft dir auch kein Service-manual! Die Triebachse gibt es nicht mehr als Ersatzteil!
Schade um das gute Stereomikroskop.
Gruss Arnold
ZitatDie Triebachse gibt es nicht mehr als Ersatzteil!
Aber man kann sie sicher neu herstellen. Eventuell gibt es sie sogar bei Spezialhändlern "von der Stange" dann muss nur noch das Gewinde aufgeschnitten werden. Insgesamt natürlich nicht für Appel und Ei aber lohnt sich auf jeden Fall.
Man kann, muss aber nicht aus der Fetterei eine Wissenschaft machen.
Jedes halbwegs normale gute Wälzlagerfett wird es an dieser Stelle tun, weil weder Temperatur noch Belastung, noch Geschwindigkeit, noch chemische Belastung, noch Feuchtigkeit, noch Ausgasverhalten noch noch noch hier irgendetwas besonderes sind.
Ich wage sogar zu behaupten, dass selbst mit einmaliger Nähmaschinenölgabe der Trieb die nächsten 20 Jahre klaglos laufen wird.
Aber zu deinen echten Problemen:
1. Die verbogene Schiene:
Lass sie am besten wie sie ist. Im eingebauten Zustand wird sie sich wahrscheinlich ans Gehäuse anlegen.
Da man den Wärmebehandlungszustand nicht kennt, könnte der Versuch sie zu richten im Bruch enden.
2. Die verbogene Welle.
Das passiert nicht ohne schlimme Gewalt, die auch weitere Folgen haben könnte.
Schau die Zähne genau an und prüfe, ob sie auf der Zahnstange noch ordentlich wälzen.
Wenn die Zähne ok sind, dann brauchst du jemand mit einer Drehmaschine.
Welle mit Spannzange einspannen, drehen und richten.
Umspannen richten, umspannen richten etc.
Rundlauf immer wieder prüfen.
Wer das kann, wird die Welle in 30 min. wieder fast perfekt rund hinbekommen und das schöne Teil ist gerettet.
Ohne Drehmaschine geht das auch, aber da muss man schon sehr genau wissen was man tut.
Zitat von: Klaus Herrmann in November 11, 2015, 16:12:18 NACHMITTAGS
ZitatDie Triebachse gibt es nicht mehr als Ersatzteil!
Aber man kann sie sicher neu herstellen. Eventuell gibt es sie sogar bei Spezialhändlern "von der Stange" dann muss nur noch das Gewinde aufgeschnitten werden. Insgesamt natürlich nicht für Appel und Ei aber lohnt sich auf jeden Fall.
Kleine Ergänzung zum Vorschlag des anderen Klaus:
Man ahnt gar nicht, was es in der feinmechanischen Industrie in D oder der Schweiz alles hergestellt wird. Sie müssen sich aber verschiedene Suchbegriffe und Oberbegriffe einfallen lassen, um in den Datenbanken von Google oder bei
Wer stellt was her? fündig zu werden. Nicht zu schnell aufgeben, ist die Devise. Wenn Sie in der Nähe einer Stadt wohnen mit Geschäften, die sich "Technischen Handlungen" nennen: Nix wie hin und die Leute löchern. Die haben Kataloge bzw. wissen, in welchen Datenbanken sie selbst suchen würden. Auch kennen die bestimmt einen Feinmechaniker in der Nähe.
Viel Erfolg!
KH
Zitat von: Klaus Herrmann in November 11, 2015, 16:12:18 NACHMITTAGS
ZitatDie Triebachse gibt es nicht mehr als Ersatzteil!
Aber man kann sie sicher neu herstellen. Eventuell gibt es sie sogar bei Spezialhändlern "von der Stange" dann muss nur noch das Gewinde aufgeschnitten werden. Insgesamt natürlich nicht für Appel und Ei aber lohnt sich auf jeden Fall.
Kleine Ergänzung zum Vorschlag des anderen Klaus:
Man ahnt gar nicht, was es in der feinmechanischen Industrie in D oder der Schweiz alles hergestellt wird. Sie müssen sich aber verschiedene Suchbegriffe und Oberbegriffe einfallen lassen, um in den Datenbanken von Google oder bei
Wer stellt was her? fündig zu werden. Nicht zu schnell aufgeben, ist die Devise. Wenn Sie in der Nähe einer Stadt wohnen mit Geschäften, die sich "Technischen Handlungen" nennen: Nix wie hin und die Leute löchern. Die haben Kataloge bzw. wissen, in welchen Datenbanken sie selbst suchen würden. Auch kennen die bestimmt einen Feinmechaniker in der Nähe.
Viel Erfolg!
KH
Verehrte Freunde der Mikroskopie,
besten Dank für eure Tipps.
Mir schwante es bereits, dass es mehr Mühe kosten wird als befürchtet ... :)
Lieber Arnold nun mach einmal halblang! Ich werde das Stereomikroskop jetzt sicher nicht wegwerfen. ;)
Im schlimmsten Fall werde ich mit fixer Höheneinstellung des Vergrösserungswechslers und einer verstellbaren Probenbühne arbeiten. Wie bei einem Polarisationsmikroskop.
Aber bevor ich alle Hoffnung fahren lasse werde ich weitere Recherchen durchführen, und daher wären originale Manuals natürlich hilfreich, um mit den richtigen Suchbegriffen in Deutsch und Englisch das www durchpflügen zu können.
Besten Dank für eure Hinweise, weitere sind hochwillkomen, im Besonderen wo ich so eine Triebachse herbekomme oder gar machen lassen kann.
Beste Grüsse
Christian
Hallo Christian,
Habe ich wegwerfen geschrieben ;)
Nein und ich bin gespannt, wie du das Problem angemessen kostengünstig lösen kannst.
Viele Grüsse Arnold
Hallo Wolfgang,
was wäre denn dann das Material in dem gedruckt wird? Kunststoff kann ich mir bei der dünnen Welle schlecht vorstellen! Und was ist "preiswert"? Man braucht doch eine perfekte Zeichnung dafür.
Hallo Wolfgang,
ich habe überhaupt keine Vorstellung, was denn in diesem Fall unter "preiswert" zu verstehen ist. In wievielen Euronen bemisst sich dann die Herstellung einer solchen simplen Welle beim Werkstoff Titan? Kommt man da mit 100.- hin?
Und wer erstellt die Zeichnung?
Hallo Christian,
wenn man die Welle wieder neu macht, dann ist wichtig, dass du die Drehknöpfe runter bekommst. Kannst du das versuchen?
3D Druck ist illusorisch.
So ein Zahnrad muss genau sein und eine gute Oberfläche haben damit es geschmeidig läuft.
Ein Standardteil ist fast sicher nicht zu finden. Maximal eine Ritzelwelle als Meterware, aber diese Welle braucht ja auch noch die beiden zylindrischen Stellen als Lager.
Christian hat offensichtlich keinen guten technischen Hintergrund.
Wie soll er da überhaupt die Zahnradabmessungen bestimmen?
Zahnräder bestimmt man nicht mit einer einfachen Schieblehre.
Eine Neufertigung schätze ich auf 150-200 EUR
Aber wozu die Aufregung?
Welle sauber rundrichten und fertig ist der Lack.
Dagegen kann hinsichtlich Preis und Aufwand nur vielleicht ein Originalersatzteil ankommen.
Noch´n Vorschlag:
Die Plastikknöpfe müssen runter, dann Glühen und wie beschrieben auf der Drehbank richten, anschließend wieder Härten und Anlassen. Ich kann es versuchen, aber ohne Garantie!
Gruß vom Inschenör Peter aus Lorsch
Wunderschönen guten Abend!
Hier geht ja die Post ab.
Besten Dank, dass ihr dieses Problem so intensiv diskutiert.
Mikromeister hat natürlich recht ich bin kein Techniker. Ich bin kein Feinmechaniker. Da gibt es nicht zu rütteln.
Aber ich lerne schnell dazu.
Peter das wäre natürlich sehr nett, wenn du da einen Versuch an der Drehbank starten könntest. Versteht sich ohne Garantie!
Ich möchte noch ein paar Tage abwarten was sich hier im Forum noch so tut, und mich dann an dich wende, wenn es dir recht ist.
Besten Dank für eure Beiträge!
Mit besten Grüßen
Christian
Zitat von: Wutsdorff in November 11, 2015, 23:41:26 NACHMITTAGSGlühen und wie beschrieben auf der Drehbank richten, anschließend wieder Härten und Anlassen
Was sich so leicht verbiegen ließ wird sich auch ohne Weichglühen wieder zurückbiegen lassen.
Wie willst du eine Wärmebehandlung durchführen, wenn nicht klar ist welcher Stahl vorliegt und ob das überhaupt irgendwie wärmebehandelt ist.
Das kann z.B. 9S20K sein oder C45 unbehandelt oder 1.4305 oder was immer.
Ein Zahnrad weichglühen und neu härten kann nur in erstklassigen Prozessbedingungen eine ordentliche Oberfläche erhalten.
Ich sehe einen wahrscheinlich zwecklosen Mehraufwand mit hohem Verschlimmbesserungspotential.
Letztendlich ist es doch nur eine verbogene Welle einer simplen Höheneinstellung.
Kein Turbinengetriebe.
Wunderschönen guten Tag!
Sollte den Beitrag wohl in Triebschaden bei Wild Heerbrugg M5A umbennenen.
Habe bei OPTIK-ONLINE-WOITZIK angefragt ob eine Triebachse zu kaufen wäre und habe postwendend eine Absage erhalten.
Seit ca 1 Jahr beobachte ich den Preis für Wild Heerbrugg Mikroskope und Ersatzteile bei ebay. Meiner Erinnerung nach wurde nie eine Triebachse angeboten.
Ich habe das Stereomikroskop um 300 € ersteigert, und dann 150-200 Euro in eine Triebachse vom Feinmechaniker stecken ?
Bin heute etwas ratlos. Soll die Wilde Fahrt hier enden? Hoffentlich nicht!
Gibt es da wirklich nichts von der Stange?
Habe die Schiebelehre aus der untersten Schublade gefischt und entstaubt. Länge ca 110 mm (kann einen Drehknopf nicht entfernen), Durchmesser 6.00 (+/- 0,05) mm, 15 Zähne.
Besten Dank für eure Beiträge,
Christian
Hallo Christian,
schau mal hier:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=9912.0
Bernd (Nomarski) kann sowas....
Herzlich
Martin
Hallo Martin,
ja das war damals mein Mikroskop. Die Schadensursache war eine andere, aber der Welle wars egal sie war hin. Hier allerdings auch gleich noch die Zahnstange.
Ist viel Arbeit und deshalb auch nicht ganz kostenlos. Aber ich meine: es lohnt sich. Das M5 ist ja schon ein schönes Mikroskop, vielleicht hat Wolfgang (Safari) den Fototubus noch?
Hallo Christian,
leider ist der Titel etwas irreführend. Ich kenne einige Leute, die das vermutlich richten können, vermutlich aber diesen Beitrag - wegen des Titels - nicht gelesen haben. Ich habe soeben mal eine Anfrage gestartet. Wenn ich positive Rückmeldung erhalte, melde ich mich sofort.
Herzliche Grüße
Peter
Wunderschönen guten Abend lieber Peter!
Als ich die Stereolupe kaufte, "eierte" bereits die Höhenverstellung. Ich nahm an, dass die Höhenverstellung abzuschmieren sei und gut ist es. (Daher auch der Titel dieses Beitrages.) Durch meine ausführlichen Recherchen im Internet stieß ich immer wieder auf das mikroskopie-forum.de. Also beschloß ich eine Anfrage hier in diesem Forum zu starten und mit "eurer Hilfe" das Stereomikroskop zu zerlegen und abzuschmieren. Ich konnte nicht ahnen, dass meine Anfrage mich in eine Diskussion führen würde, wie den die Triebachse am besten zu reparieren sei.
Aber ich bin forh und dankbar, dass ihr so regen Anteil nehmt und mich mit Rat und Tat unterstützt.
Allerbesten Dank!
Es war auf keinen Fall meine Absicht jemanden in die Irre zu führen!
Beste Grüße
Christian
Apropos, Peter, da du ja der Moderator dieses Forums bist, soll ich den Titel ändern? Oder Ist das ein Verstoss gegen die Regeln dieses Forums?
Christian
Guten Abend Christian
Natuerlich kannst Du den Titel aendern ...
Liebe Gruesse
Gerhard
Zitat von: Klaus Herrmann in November 12, 2015, 16:54:28 NACHMITTAGS
Ist viel Arbeit und deshalb auch nicht ganz kostenlos. Aber ich meine: es lohnt sich. Das M5 ist ja schon ein schönes Mikroskop
Eben! Ein neuer Auspuff für einen Mercedes ist auch nicht ganz billig, lohnt sich aber wenn sonst alles OK ist....
Herzlich
Martin
Hallo Christian,
ich verlinke hier mal 4 Seiten, du solltest da mal anfragen, ob die weiterhelfen können. Sicherlich muss erstmal der Modul der Zahnstange / des Ritzels bestimmt werden, das sollte sich aber auch mit Messmitteln für den Hausgebrauch (digitaler Messschieber von Tchibo) bewerkstelligen lassen, selten wird sich eine Firma den Luxus von Zahnstangen / Ritzeln mit Moduln außerhalb der Normreihen leisten.
http://www.nozag.ch/de/
http://www.kremp-wetzlar.com/
http://www.oskar-herr.de/index.php?zahnraeder
http://www.fwt-geising.de/verzahnungsbaugruppen.html
Viel Erfolg bei der Instandsetzung
Kay
Guten Abend Markus und in die Runde!
Ich bin auch der Ansicht, daß es kein besonderer Stahl der auch nicht gehärtet ist. Deinem ersten Satz stimme ich voll zu!
Aber: Ich wollte einmal eine Achse eines Barographen ohne Wärme richten, dann sagte es knack und ich mußte die Achse neu drehen.
Also gehe ich auf No. Sicher.
Mit der sog. Funkenprobe an einer unauffälligen Stelle läßt sich grob feststellen, ob es ein Bau- oder Sonderstahl ist.
Ob die Welle gehärtet ist, kann man mit der sog. "Feilprobe" feststellen: Wenn eine Feile nicht greift, ist es gehärtet.
Die Verzahnung ist bei einer so geringen Zähnezahl "profilverschoben" (Der Fachmann weiß, was das ist ) und die Herstellung nicht ganz einfach.
Andererseits wird an den Zahnstangentrieb keine hohe Anforderung gestellt, sodaß eine einfache Verzahnung ausreicht.
Also vom Inschenör doch noch etwas Senf
Gruß Peter aus Lorsch
Hallo Peter,
ja, eine Härteprobe ist unzweifelhaft sinnvoll, bevor man anfängt zu biegen.
@ Die Spezialisten:
Ich verstehe Christian so, dass der Trieb vorher zwar eierte, aber immerhin noch funktionierte.
Das sind doch sehr gute Voraussetzungen um nach dem Richten ein ordentliches Ergebnis zu erzielen.
Warum soll man es sich schwer machen?
Ist denn überhaupt gesichert, dass die Verzahnung und nicht etwa nur die Gewindeenden verbogen sind?
Dann wäre es ja sehr einfach und jedenfalls einen Versuch wert.
Hier als ersten Ansatz eine Neufertigung vorzuschlagen zeugt entweder von sehr großer Langeweile oder von Unwissen wie lange man da rumfummelt.
Wenn ich geschrieben habe, eine Neufertigung kostet 150 bis 200 EUR ist das eher ein Freundschaftspreis den man mit Glück vielleicht bekommen kann.
Bestimmen der nötigen Abmessungen: 30 min.
Drehen des Rohlings 30 Min.
Einrichten der Maschine 30 min
Fräsen mit Wälzfräsmaschine 15 min.; mit Universalfräsmaschine min 1h
Entgraten, verpacken, Lieferschein und Rechnung schreiben, dem Geld hinterherlaufen, Risiko der Reklamation, weil es doch nicht passt: 1h
Summa Summarum knapp 3h Arbeit wenn alles läuft wie am Schnürchen.
Dann will man vielleicht noch etwas verdienen und schon sind 200 EUR kein reelles Geschäft mehr.
Hallo Markus,
ZitatSumma Summarum knapp 3h Arbeit wenn alles läuft wie am Schnürchen.
Dann will man vielleicht noch etwas verdienen und schon sind 200 EUR kein reelles Geschäft mehr.
du bist ja vom Fach - ich dagegen habe nur aus Erfahrung zu schöpfen. Martin hat den Link gesetzt zur komplett-Reparatur meines Wild-Stemitriebs: Zahnstange geteilt und Ritzel neu. Das hat mich damals nicht so viel gekostet.
Natürlich ist es was anderes, ob man den Auftrag an eine Firma vergibt oder einen der hier bekannten gut ausgerüsteten Dreher und Schrauber. Wenn ich einem Kollegen sein Mikroskop wieder zum Laufen bringe und dann 3h dran sitze berechne ich eben auch nicht den Stundensatz, den Zeiss und Co ansetzen. Ich muss aber auch kein reelles Geschäft draus machen.
Vielleicht kannst aber du die Rettungsaktion machen durch einfaches Richten auf der Drehbank und das in einer halben Stunde. Ich denke, dass die Welle durch einen Sturz (vom Tisch gefallen?) kalt verformt wurde und es deshalb nicht ganz einfach werden dürfte.
Wenn man bei den Firmen die Kay aufgeführt hat fündig werden würde, dann wird es sicher deutlich billiger und einfacher - das würde ich als erstes versuchen.
Zitat von: Klaus Herrmann in November 13, 2015, 10:34:36 VORMITTAG
...
Wenn man bei den Firmen die Kay aufgeführt hat fündig werden würde, dann wird es sicher deutlich billiger und einfacher - das würde ich als erstes versuchen.
Und mehr wollte ich mit den Links auch nicht bezwecken...einer versteht mich :D :D :D mir ist klar, dass eine Einzelanfertigung wirtschaftlich kaum darstellbar ist, zu einer diesbezüglichen Anfrage waren die Links auch nicht gedacht.
Viele Grüße
Kay
Guten Abend
Natürlich ist die Drehmaschine die bequemste Art eine Welle auszurichten, wenn man die aber nicht hat reicht auch eine Richtplatte (oder zur Not eine halbwegs ebenen Stahlplatte) und ein Gummihammer.
So verbogen wie das Teil ist sieht man das Problem ja ohne Hilfsmittel. Ich verwende bei so einer Tätigkeit zusätzlich ein Rindsleder (3 bis 5 mm dick) ==> damit verrutscht die Welle nicht dauernd und man kann den Schlag gezielt ausführen (natürlich Mehrzahl, aber es geht natürlich nur nach einander, Schlag für Schlag) ...
Das Leder dämpft natürlich und die Wirkung eines Schlages ist besser wenn man das Leder weglässt .-)
Gut Glück beim Versuch
Gerhard
PS: nachdem es vorher schon zum Bewegen ging reicht die beschrieben Vorgehensweise für eine Verbesserung ...
Hallo Christian,
schau mal in Deine PNs! Die Welle ist schon so gut wie wieder gerade ;)
Herzliche Grüße
Peter
Zitatschau mal in Deine PNs! Die Welle ist schon so gut wie wieder gerade Zwinkernd
Wenn sie dann wieder rundläuft ist es nach dieser langen Diskussion aber dann wohl selbstverständliche Pflicht die Reparaturmethode zu erläutern und das Ergebnis zu zeigen!
Diesen Schaden gibt es immer wieder!
Wunderschönen guten Tag liebe Freunde der Mikroskopie!
Besten Dank für euere Beiträge.
Mir wurde ein vollständige Höhenverstellung, also Triebgehäuse mit Triebwelle angeboten, und ich habe zugegriffen.
Ich werde natürlich noch eine Art Abschlußbericht verfassen, die Diskussion zusammenfassen, und zeigen was "uns" da gelungen ist.
Wie dieser Schaden am besten zu reparieren wäre, bleibt leider ofen. Ich möchte im Abschlußbericht Lösunggswege, so gut es mir möglich ist aufzeigen.
Euch allen ein wunderschhönes Wochenende
Christian