Liebe Freunde,
hier eine kleine, kostengünstige Lösung für eine Mikro-Cam mit Live-View.
Wir benötigen dazu:
- ein altes Android-Handy: hier ein Sony-Erricson Xperia Arc S mit 8Mp-Cam aus dem Jahr 2012
- 2 Kabelbinder
- eine alte Arzneimitteldose: hier Neurexan (für die Nerven :-)
- 4 breite Haushaltsgummies
- Skalpell
- ein Visitenkarten-Pappkarton (80g/qm o.Ä.)
1. Die Zutaten im Überblick
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183426_45582897.jpg)
2. Da das Handy schon gebraucht war, hat das Plastik-Deckglas so einige Kratzer drin.
Es hat keine Linsenfunktion und kann weg. Ich entferne es daher mit dem Skalpell.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183426_37964453.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183426_30678805.jpg)
3. Das Cover kommt wieder auf das Handy. Aus einem Stück Teppichstopper schneide ich ein kleines Quadrat und ein "Guckloch" für die Linse.
Der Stopper ist wichtig, wenn später die Dose zentriert werden soll. Den Stopper klebt man mit Sekundenkleber entweder auf die Dose oder aufs Handy. Aus einem idiotischen Grund habe ich mich fürs Handy entschieden, würde heute aber die Dose nehmen :-) Wichtig ist das nur EINE Verbindung geklebt wird! Die ungeklebt Seite wird später durch die Haushaltgummies fixiert. Der zweite Stopper im Bild dient nur zur Ansicht. Wir benötigen also nur einen.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183426_38368963.jpg)
4. Die Arzneimitteldose spanne ich in den Schraubstock und bohre mit einem 6er-Metallbohrer die grobe Form vor.
Mit dem Skalpell schnitze ich das Loch weiter zurecht und entfernen die Grate. Um die Dose ziehe ich fest 2 Kabelbinder auf mittlerer Höhe. Die Kabelbinder werden eingekürzt. Sie dienen dazu den Haushaltgummies auf der Dose halt zu geben.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183426_48881748.jpg)
5. Ich verspanne den ersten Gummi: Erst um die Dose legen - dann über dem Kabelbinder-Nippel eine 8 formen - dann übers Handy ziehen.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183426_52195028.jpg)
6. Die 2 nächsten Gummies folgen auf der Gegenseite, finden also am anderen Kabelbinder halt.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183426_67074924.jpg)
7. Hier in der Aufsicht. Grob kann die Kamera jetzt schon zentriert werden.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183426_65581568.jpg)
8. Die Arzneimitteldose kann mit wenig Spiel über eines meiner Okulare gestülpt werden.
Um eine satte Führung zu erreichen, schneide ich einen Streifen aus Pappe, den ich ziemlich genau einmal aufrolle und in die Dose stecke. Die Höhe der Pappe
habe ich so bestimmt, dass die Kamera das volle Bild im Okular sieht. Der schräge Zuschnitt der Pappe erleichtert das Überstülpen über das Okular.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183426_65489418.jpg)
9. Leicht kegelförmig wird die Pappe in die Dose gedreht, damit sie einfach über das Okular rutscht.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183426_61342683.jpg)
10. Fertig gemountet sieht die Lösung so aus. Hier allerdings noch im Prototypen-Status :-). Die Kamera muss jetzt noch durch Zurchechtzupfen der Gummies zentriert werden. Mit der Brillenkorrektur an den Okularen stelle ich die Kamera und das 2te Okular fürs Auge in etwa gleich scharf.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183426_8957325.jpg)
11. Als Foto-Applikation für Android eignet sich "CameraZoomFx" ganz gut. Dort gibt es ein Feature, welches die Kamera
erst auslößt, wenn das Bild für ein oder wahlweise zwei Sekunden zuvor stabil war.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183426_426476.jpg)
12. Um die Fotos später an den PC zu übertragen verwende ich "AirDroid", welches auf dem Handy installiert wird. Das Handy habe ich im WLAN eingebucht und kann dann die AirDroid-Oberfläche mit dem Webbrowser meines PCs bedienen. Auf dem PC muss ich damit keine Zusatz-Software mehr installieren. Fotos können über das Webinterface bequem ausgewählt, heruntergeladen oder gelöscht werden. Auch die Fernbedienung der Kamera ist so möglich.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183426_19191427.jpg)
13. Zum Vermessen meiner Bilder habe ich zunächst einen Zollstab unter das Mikro gelegt und mit dem Objektiv mit der kleinsten Vergrößerung fotografiert. Dann habe ich mit der Gimp-Fotosoftware die Pixel pro Millimeter ausgemessen. Per 3-Satz habe ich entsprechend die Pixel/Millimeter für die anderen Objektive errechnet.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183426_58307880.jpg)
13. Nun lassen sich mit der Gimp-Fotosoftware schöne Raster (Grid) ins Bild einfügen, auch halb-transparent. Wahlweise kann man das Raster auch nur in einen kleinen Bereich einfügen. Dazu wird einfach der entsprechende Bereich vorher ausgewählt und dann erst der Filter angewendet.
Die Funktion für das Raster findet man unter: Filter->Render->Muster->Gitter
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183426_6608938.jpg)
14. Hier nun ein Test-Foto mit voller Auflösung 400x (link mit voller Auflösung ist unter dem Bild)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183426_28966775.jpg)
http://winkler-solutions.de/shared/DIYcam/dry.jpg
15. ... und 400x Phase (link mit voller Auflösung ist unter dem Bild)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183426_28436463.jpg)
http://winkler-solutions.de/shared/DIYcam/phase.jpg
16. Selbst bei mehreren Aufnahmen hintereinander sitzt mein Adapter so fest, dass sich das Handy nicht währendessen verschiebt. Hier eine Brennessel, die ich aus 5 Aufnahmen gestacked habe. Die verwendet Software heisst "Zeren Stacker" und ist wirklich sehr brauchbar.
(link mit voller Auflösung ist unter dem Bild)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183426_4572461.jpg)
http://winkler-solutions.de/shared/DIYcam/brenn.jpg
So, bin gespannt auf eure Kommentare und Anregungen!
Idealerweise würde ich gerne noch besser die 8Mp meiner Kamera ausnutzen, d.h. also den Bildbereich "in" das Bild im Okular legen, so dass ich quasi meine 8Mp nur mit Nutz-Information fülle und nicht mit schwarzem Rand.
Dazu wäre allerdings eine anderes Okular nötig, oder? Wie ist das?
LG aus Pforzheim
Matthias
Betretenes Schweigen, das tut weh!
Aber der "bang for the buck" ist hier unschlagbar. Come on!
nur damit du dir nicht so ignoriert vorkommst:
ich hab garkein schmartfohn und medikamentendose :D
Hallo Matthias,
kein betretenes Schweigen, vielleicht Sprachlosigkeit... :-)
Wiedermal eine wunderbare Lösung, um das am Mikroskop gesehene auch anderen zeigen zu können. Sieht jetzt schon gut aus und bin mir sicher, Du verfeinerst das noch! (Kann die Handy_Kamera zoomen?)
Herzlich
Martin
Guten Abend, Matthias,
Ich liebe solche Basteleien ..... anzuschauen. Schon beim Einsatz der Teppichmessers kriegte ich schon die Krise (und hätte einige Fitzelchen Fleisch weniger).
Ansonsten ... Nette Idee
Mit besten Grüßen
Volker
Hallo Matthias,
ZitatIdealerweise würde ich gerne noch besser die 8Mp meiner Kamera ausnutzen, d.h. also den Bildbereich "in" das Bild im Okular legen, so dass ich quasi meine 8Mp nur mit Nutz-Information fülle und nicht mit schwarzem Rand.
Dazu wäre allerdings eine anderes Okular nötig, oder? Wie ist das?
für eine formatfüllendere Aufnahme bräuchtest Du ein Okular mit größerem Bildwinkel, z.B. ein KPL-W 16x/15 mit 55°. Gibts nur nicht so oft. ;) Aber das ganze Smartphone-Bildformat wirst Du nicht schaffen....
ZitatBetretenes Schweigen, das tut weh!
Was tut weh? Der Neid auf das unschlagbare Preis-Leistungsverhältnis? ;D
Hubert
Hoi Martin,
ja, ich hab schon eine Idee für eine Verfeinerung!
Ich automatisiere das Stacking mit einem Rasberry-Pi: Stepper-Motor an die Schärfe und dann Kamera automatisch auslößen lassen.
.... ein Rasberry-Pi liegt hier noch irgendwo... :-)
Macht jemand sowas, Auto-Stacking, oder selektiert man die Bilder besser von Hand vor?
Matthias
Hoi Hubert,
danke für den Input:
Weitwinkel-Okular also!
Hab' gerade eins gesehen, aber die 150 Euro investiere ich dann doch lieber an anderer Stelle.
@Martin:
Ja, zoomen kann die Kamera schon. digital :-(
Ähm, zwecks Vergrößerung des Bildes:
Wenn ich das Okular weiter rausziehe wird auch das Bild größer, oder
geht das nicht? Oder verliere ich dann zuviel Licht?
Matthias
Hallo Matthias,
unglaublich, was man mit "Haushalts-Schrott" basteln kann. Und dann bekommt man auch noch erstaunliche Ergebnisse. Es wäre nicht der erste Prototyp, der später als ausgereifte Lösung vermarktet wird.
Die Haare beim letzten Bild sind zwar von der Brennnessel - und auch schön abgelichtet - aber soweit sichtbar sind des keine Brennhaare. Im Wanner "Mikroskopisch-Botanisches Praktikum" Seite 137 sind sie sehr schön abgebildet.
Hi Klaus,
ich glaube das Brennhaar hab' ich auch gestacked. Aber bin erst beim 3 Preparat
drauf gestossen.
In trocken:
http://winkler-solutions.de/shared/DIYcam/brenn2.jpg
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183442_4434162.jpg)
Matthias
Hallo,
tolle Bastelei. Zu dem automatischen Stacken. Es gibt Lösungen (Stackshot-Rail) dafür, aber die sind sehr teuer. z.B.
https://www.cognisys-inc.com/store/focus-stacking.html
Ich mache das immer noch per Hand. Mit ein wenig Übung kommt man da auch schon sehr weit. Raspberry Pi wäre natürlich eine interessante Idee. Habe ich auch noch irgendwo...
Insbesonder für waagerechte, selbstgebaute Systeme (die nicht auf einem Mikroskop basieren) bietet sich aber ein automatisches Bewegen an (kann man gleich mit realiseren). Ich glaube einige Stackingprogramme (z.B. Zerene, aber ich bin da nicht der Experte), bieten sogar eine Steuerung für einen solchen Schlitten. Da ich aber bisher aus Kostengründen, und weil es mit etwas Übung fast genauso gut funktioniert und eigentlich sogar ein bisschen meditativ ist ;D , noch immer per Hand am Rad drehe, kann ich da nicht so viel zu sagen.
Wäre aber auf jeden Fall interessant.
Viele Grüße
Jan
Hallo Matthias,
Zitatich glaube das Brennhaar hab' ich auch gestacked
ja sieht stark danach aus, aber es hat seine Funktion schon erfüllt: das "Köpfchen" ist schon abgebrochen. Intakte präpariert man sich von Frischmaterial unter dem Stereomikroskop. Vorsichtig ist die Mutter des Brennhaars! ;)
Hallo Matthias,
ZitatÄhm, zwecks Vergrößerung des Bildes:
Wenn ich das Okular weiter rausziehe wird auch das Bild größer, oder
geht das nicht? Oder verliere ich dann zuviel Licht?
was heißt Vergrößerung des Bildes? ???
Wenn Du das Okular herausziehst dann steigt entsprechend der Tubuslängenvergrößerung die Objektivvergrößerung. Bis das Okular herausfällt wirst Du nicht sehr viel Effekt erzielen. .... Aber wenn Du damit einen größeren Bildkreis auf dem Smartphone-Display meinst: Da hilft etwas Nachdenken ungeheuer. ;) Was soll sich am fest eingebauten Bildfeldwinkel des Okulars und damit an dem, was die Kamera (wie auch das Auge) beim hineinsehen wahrnimmt, ändern, wenn man das Okular etwas herauszieht?
Hubert
Moin,
ich dachte die ganz Zeit schon, dass irgendwas in den Details der Bilder nicht stimmt! Wenn man z.B. das Bild unter Punkt 15. aufzoomt sieht man das:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/183451_7877106.jpg)
Schaut man entlang der schwarzen Linien, sieht man Details in der Helligkeit, aber es sieht so aus also, ob die Farben "ausgelaufen" sind.
Zunächst hatte ich es für jpeg-Kompressionartefakte gehalten, es ist jedoch das "Chroma-Subsampling" der Kamera. Das Sony-Handy hat
ein 2x2 Subsampling: Grob gesprochen bedeutet es, dass der Helligkeitswert pro reelem Pixel ermittelt wird, während der Farbwert jedoch aus 2x2 also 4 Pixeln gemittelt wird. Wenn man es weiss, kann man es oben im Bild wunderbar sehen. Färbt man das Bild in S/W sieht es schon eher stimmig aus. Untem im Bild würde das wohl dem 4:2:0 Modell entsprechen.
Ich dachte schon es liegt ein optischer Fehler im Aufbau vor. Jetzt brauche ich mich nicht bemühen, da noch mehr Details rausholen zu wollen. Ich glaube kaum dass man den HW-Treiber des Handys modifizieren kann. Sony wird schon seinen Grund gehabt haben, dass so zu implementieren. Ich nehme an das Farbrauschen des Sensors wird sonst zu stark (im Dunkeln?).
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/183451_18925492.jpg)
m.
@Hubert:
Ja, Du hast natürlich recht! d.h. Mit dem Rausziehen des Okulars könnte ich die Gesamt-Vergrößerung noch etwas "tunen", aber die schwarze Umrandung ("Umnachtung") wird mir erhalten bleiben.
Heute morgen ist mir das auch klar :-) Danke für den Hinweis.
LG
Matthias
Hmmm, wenn ich es mir nochmal anschaue: Ich bin mir nicht sicher, ob nicht auch Artefakte der jpg-Kompression vorliegen.
Auch wenn ich das Bild in S/W betrachte, dann habe ich immer das Gefühl das die "Kanten" überbetont sind.
So, als ob jemand einen Kanten-Algorithmus darauf angewendet hätte. Seht ihr das auch?
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/183456_46340781.jpg)
Hallo Matthias,
der echte DIY-Bastler entfernt mit dem Cutter auch gleich die Linse der Kamera und setzt sie ohne Okular ans Mikroskop. Nachfokussieren und fertig. Kein runder Bildrand mehr zu sehen. Die fehlende Okularkompensation harmoniert mit der Sensorqualität ;D
Hubert
Hallo Matthias,
von wegen betretenes Schweigen, aber man muss am SA morgen ja erst mal zu sich kommen.
Wir planen seitens der Mikrogruppe Hamburg / Unterabteilung Mikropalaeontologie / im Mai eine Einfuehrung in die Fotographie der Mikrofossilien.
www.mikrohamburg.de
Frage> Waere es fuer Dich okay, wenn ich Deinen Beitrag inkl. Abbildungen und inkl © Vermerk, zum Einstieg verwende?
Das waere der "just do it" Einstieg zur Motivation.
Viele Gr[-e
Werner
P.S. Windows hat gerade die Tastatur auf US umgestellt / ohne Grund einfach so. I hate microsoft
Hoi Werner,
klar, kannst Du gerne verwenden. Ich hab' da keine Berührungsängste.
Ich glaube nur Hubert versucht mir gerade durch die Blume zu sagen, dass ich die vermeintliche "Kameraglas" in Schritt 2
nicht hätte entfernen sollen, weil es sich um die Linse handelte. Und während ich an meinen Telefon so aufs lila Silizium blicke beschleicht mich das
Gefühl dass er Recht haben könnte. Stellt sich dann nur die Frage weshalb es trotzdem so gut funktioniert?
Gibts dafür ne Software mit der man Strahlengänge und Linsen simulieren kann?
Vielleicht muss ich Schritt 2 also nochmal überarbeiten ... :-)
LG
Matthias
Hallo Matthias,
sicher eine gute Idee, die ich auch mal in meine Linkliste unter "Handykameras" aufnehmen werde.
Aber ein wenig habe ich zu mäkeln, angelehnt an Chris' Beitrag:
Zitat von: smashIt in Dezember 04, 2015, 23:09:44 NACHMITTAGS
ich hab garkein schmartfohn und medikamentendose :D
Ich auch nicht. Und dass ein Phone von 2012 schon als "alt" bezeichnet wird, nun ja, das lasse ich mal unkommentiert.
Ein Medikamentendöschen oder ähnliches findet man sicher. Aber ich bezweifle sehr stark, dass man selbst ein "sooo altes" ;) Smartphone (das ja sogar noch funktionieren muss) umsonst bekommt ("0 Euro"). Mir kommt da die Assoziation zu diesen Marketingmaschen mit dem kleinen Sternchen (hat man auch oft bei Handytarifen), wo man dann im Kleingedruckten, wenn man Glück hat und alles richtig interpretiert, die wahren Kosten erfährt.
Sorry, die Suppe schmeckt sicher gut, aber mich stört halt das Haar darin trotzdem.
Viele Grüße
Sebastian, der hinter dem Mond wohnt (aber laaaange mit seiner Akkuladung telefonieren kann... ;) )
Hallo Matthias,
ich glaube nicht dass Du die Linse schon entfernt hast, sonst hättest Du kein scharfes Bild gehabt. ;) Man kann zwar auch mit dem Okular das Bild direkt auf den nackten Sensor abbilden, dann müsste aber der Abstand Okular-Kamera viel größer sein. Du siehst doch, ob der rechteckige Sensor frei liegt! ??? Diese Smartphoneobjektive haben oft tatsächlich eine Schutzabdeckung. Aber die muss man normalerweise ja auch nicht zur Adaption an das Mikroskop entfernen.
Rechenprogramme für Optik gibt es, aber was soll das hier? ???
Das kannst Du im übrigen vergessen, die Smartphoneobjektive sind aus hochgradig aspärischen Linsen zusammengesetzt, ohne Insiderwissen lässt sich nichts damit berechnen.
Hubert
Hoi Sebastian,
ich bin halt als Informatiker und Nerd davon ausgegangen dass man ein heute Smartphone in der Tasche hat. Aber abgegriffene Smartphones gibts auch günstig gebraucht...
Und ja, 2012 IST für eine Smartphone einfach uralt!
@Werner:
Ich weiss ja nicht welche Mikros ihr habt.
Ich hatte noch andere Mounts gebastelt für ein Bresser Schülermikro und für ein Olympus CX-31.
Für das Olympus hab ich zunächst den Abstand abgemessen und auf die Kalzium-Dose übertragen. Dann einen Kabelbinder auf der Höhe rumgezogen
und mit Sekundekleber fixiert. Jetzt kann man mit der Laubsäge bequem dem Kabelbinder als Führung "nachsägen"... zum Schluss wird das Gummi des Olympus
Okulars entfernt und die Dose mit einer runde Tesa befestigt:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183480_65319569.jpg)
Für das Bresser hab' ich den Stutzen eine Getränkeflasche abgesägt und plan geschmiergelt. Dann den Ring etwas schräg ansägen. Damit
kann man es auf das Okular klemmen:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures007/183480_53699455.jpg)
Hallo Matthias,
Zitat von: mwinkler in Dezember 05, 2015, 14:44:38 NACHMITTAGS
ich bin halt als Informatiker und Nerd davon ausgegangen dass man ein heute Smartphone in der Tasche hat.
Du meinst: ZWEI Smartphones. Eines zur Benutzung, und eines, das man "übrig" hat. Oder?
Zitat von: mwinkler in Dezember 05, 2015, 14:44:38 NACHMITTAGS
Und ja, 2012 IST für eine Smartphone einfach uralt!
Ein weiterer Grund, mit der Anschaffung solch leicht verderblicher, aber leider nicht biologisch abbaubarer Güter abzuwarten.
Zitat von: mwinkler in Dezember 05, 2015, 14:44:38 NACHMITTAGS
Aber abgegriffene Smartphones gibts auch günstig gebraucht...
Das ist schon klar. Falls ich mal Zeit habe, schaue ich mal, was das erwähnte (0-Euro-) Smartphone bei Ebay kosten würde...
Übrigens haben meine zwei alten Handys* auch schon Kameras... das Dritte noch nicht. Aber selbst das dient mir noch als Zweit-Wecker. Damals hatten die Nokias noch richtig schön durchdringende Töne! Und es piept auch ohne Sim-Karte.
Filmen kann man natürlich nicht mit den Kameras und auch die Bildqualität und Datenübertragung ist mir zu schlecht/umständlich. Da benutze ich dann doch lieber eine spezialisierte Lösung für > 0 Euro...
Viele Grüße
Sebastian
(* Seinerzeit natürlich ebenfalls schon gebraucht gekauft)
Hallo,
wem die Bastelei von Matthias zu grazil ist kann es ja solider machen, z.B. aus Holzwerkstoff:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/183492_45524559.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/183492_35339263.jpg)
Das habe ich vor einiger Zeit auf die Schnelle für ein paar Jugendliche gemacht. Das Smartphone legt man einfach auf die Platte. Die Schrauben dienen zum Justieren für verschiedene Smartphones. Mit der Okulartubus-Klemmung kann man die Austrittspupillenlage des Okulars anpassen. Jedenfalls sind Smartphones ideal für brauchbare Mikroskopiefotos, wenn man nicht gerade im Fotowettbewerb antreten will. :)
@Sebastian
Die Kritik am vermeintlich notwendigen Null-€-Smartphone verstehe ich nicht. Man kann jedes vorhandene schadlos nutzen. ??? Und wer keines hat muss das ja nicht kritisieren, mit dem Schicksal muss jeder selbst fertig werden. ;D
Hubert
PS: Die Bauweise kann man übrigens auch gut mit Karton und Kleber ausführen, mit entsprechenden Verstärkungsrippen und -faltungen. Und die Okularauszug-Befestigung ganz einfach in Form eines angepassten Kartonrohres, das man direkt um den Auszug oder das Okular gewickelt verklebt.
Hallo Hubert,
Zitat von: Lupus in Dezember 05, 2015, 16:11:12 NACHMITTAGS
@Sebastian
Die Kritik am vermeintlich notwendigen Null-€-Smartphone verstehe ich nicht. Man kann jedes vorhandene schadlos nutzen. ??? Und wer keines hat muss das ja nicht kritisieren, mit dem Schicksal muss jeder selbst fertig werden. ;D
Kurz nebenbei: Ich werde damit sehr gut fertig, keine Sorge.
Aber darum geht es überhaupt nicht: Es geht um diese "Umsonst"-Lösungen. Ich nehme den Titel einfach wörtlich, das ist alles. Ich finde halt, dass manchmal ein wenig viel damit angegeben wird, wie billig und einfach man doch alles machen kann, jedoch diese Behauptungen bei näherer Betrachtung gar nicht stimmen. Und Werkzeug braucht man ja auch noch... Ein Metallteil mag z.B. auch recht billig sein, jedoch wenn man dann eine Drehbank und spezielle Gewindeschneider (am besten in Top-Qualität) braucht, relativiert sich das doch sehr. Das ist einfach etwas, was mir allgemein hier öfter mal auffällt (oder in irgendwelchen Zeitschriften, wo so etwas auf der Titelseite angepriesen wird, oder in Kochbüchern, wo man die Zutaten aber gar nicht so einfach bekommt etc., etc....)
Übrigens - Themensprung - denke ich, dass der Beitrag in den Technik-Teil gehört und nicht ins Foto-Forum (was Matthias aber wohl noch nicht wissen konnte).
Viele Grüße
Sebastian
P.S. und edit: Was den Lebenszyklus von Smartphones betrifft, kritisiere ich das aber sehr gerne. Ist einfach Verschwendung und Umweltverpestung, und meist unnötig, wenn man mal so schaut, was die Leute damit machen und ob sie das nicht auch anders machen könnten.
Hallo Sebastian,
das ist jetzt doch etwas sehr penibel definiert. Du würdest, wenn Du eine Flasche Wein geschenkt bekommst, anscheinend diese zurückweisen, weil das zum Trinken notwendige Glas nicht dabei war und folglich das Geschenk nicht kostenlos war? ??? Man kann ja alles zerreden. :(
Ich hätte jetzt gerne noch eine weitere "kostenlose" Alternative vorgestellt: Man braucht nur ein Holzbrettchen auf ein Fotostativ montieren, z.B. indem man dort ein knapp bemessenes Loch bohrt und es auf das Fotogewinde aufschraubt, dann das Smartphone mit Gummi darauf befestigt, ein weiteres Loch für die Kamera bohrt und das Ganze über dem Okular einjustiert. Hab ich schon ein paar mal praktiziert. Aber dazu braucht man ein Stativ, ein Holzbrettchen, einen Bohrer und einen Gummi. Also keine Bastelei für 0 € und damit ziehe ich diesen Vorschlag wieder zurück. ;D
Hubert
Hallo Hubert,
Zitat von: Lupus in Dezember 05, 2015, 17:35:36 NACHMITTAGS
das ist jetzt doch etwas sehr penibel definiert. Du würdest, wenn Du eine Flasche Wein geschenkt bekommst, anscheinend diese zurückweisen, weil das zum Trinken notwendige Glas nicht dabei war und folglich das Geschenk nicht kostenlos war? ??? Man kann ja alles zerreden. :(
Nein, nein, ich brauche nicht mehr zu reden, weil ich denke, dass ich meinen Standpunkt jetzt eigentlich deutlich erklärt habe. Dein "Vergleich" zeigt zwar, dass es nicht jeder verstanden hat (oder vielmehr: verstehen will?), aber auch damit komme ich klar.
Viele Grüße
Sebastian
@Sebastian: Ich finde es gut dass Du was zu mäkeln suchst! Ich wollte ja gerne Kritik haben, aber wenn der Titel des Posts Dein Hauptkritikpunkt ist...
Ich hab's nun für Dich geändert. Jetzt können wir unsere ganze Energie auf die Technik konzentrieren! Also?
@Hubert: Hast Du mal ein Foto von dem Stativ-Mount?
Ich hatte mir auch schon überlegt eine kleine Platte darunter zu packen. Die meisten Smartphonkameras sitzen ja nicht mittig und
mit einer Platte dazwischen könnte man Zugkräfte der Gummies gleichmäßiger verteilen.
Hallo Matthias,
Zitat von: mwinkler in Dezember 05, 2015, 18:00:59 NACHMITTAGS
@Sebastian: Ich finde es gut dass Du was zu mäkeln suchst! Ich wollte ja gerne Kritik haben, aber wenn der Titel des Posts Dein Hauptkritikpunkt ist...
Ich hab's nun für Dich geändert. Jetzt können wir unsere ganze Energie auf die Technik konzentrieren! Also?
keine Einwände, Euer Ehren, Danke. Aber muss ich nun womöglich meine Beiträge hier löschen? :o
Viele Grüße
Sebastian
Hallo Matthias,
hier ein paar Bilder von der Anordnung. Einfach ein Loch mit 5.5 mm in die Sperrholzplatte gebohrt, die Stativschraube schneidet sich selbst sein Gewinde. Mit dem Stativ kann man das Smartphone sehr einfach einjustieren, vor allem der Abstand zum Okular. Natürlich kann man in Deinen Fall die Platte länger machen und für das Objektiv ein Loch bohren.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/183529_13057740.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/183529_50727427.jpg)
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures005/183529_1032856.jpg)
Hubert
Hi Hubert,
cool, so ähnlich hatte ich es auch gedacht. Nur würde ich ein Plastik nehmen und die ganze Konstruktion mit dem Okular verbinden wollen. Wegen dem Verwackeln...
Anyway, so teure Holzplatten könnte ich mir eh nicht leisten ;D
LG
Matthias
Hallo Matthias,
wenn Du die Platte so mit dem Okular verbindest wie bei Deiner Konstruktion, dann wackelt das sicher mehr als mit einem guten Fotostativ. Und wenn du es stabiler machst dann bist Du genau bei so einer Konstruktion wie ich sie zuerst vorgestellt habe. ;)
Hubert
Also meine Null-Euro-Adaption sieht derzeit gerade so aus, daß basierend auf der ausziehbaren Gegenlichtblende der Olympus WHK 10/20 Okulare die praktischerweisse über einen Gummiring von 36mm Aussendurchmesser verfügen eine mft-Kamera (http://olypedia.de/MFT) [Nuja, meist nicht null Euro] mit der Kit-Zoom Linse 3,5-5,6/14-42-II (http://olypedia.de/M.ZUIKO_DIGITAL_14-42mm_F3.5-5.6_II_R#M.ZUIKO_DIGITAL_14-42mm_F3.5-5.6_II_R) [okey auch null Euro], welche Olympus sinvollerweise mit einem Filterdurchmesser von 37mm versehen hat, da -bei mittleren Auszug- einfach darübergestülpt wird, und sich automatisch einigermaßen, aber meist ausreichend zentriert.
Als Verbesserung steht noch an, ein Kunststoffteilchen als Distanz zurechtzuschnitzen, weil sich die Gegenlichtblende manchmal nach innen verschiebt, wenn man die Kamera zu kräftig dagegendrückt, aber meistens passts auch so ganz gut. Und nun, dann wären die Null Euro dann wohl auch für die Adaption an sich gesprengt, denn wer findet schon ein kleines Plastikteil für umsonnst, das sich da dann mit einem Werkzeug [dessen Abschreibung dann zu kalkulieren wäre] passend zuschneiden lässt.