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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: Piper in März 10, 2016, 18:28:27 NACHMITTAGS

Titel: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: Piper in März 10, 2016, 18:28:27 NACHMITTAGS
Hallo,

nur zum Schmunzeln (oder Weinen), kann mir diesen Post nicht verkneifen:
http://www.hlb-test.de/Der-HLB-Test.828.0.html

Ein "super" Mikrokop wird hier zur Diagnostik angeboten, bedient wird ein "super" Verfahren. Ein Bluttropfen trocknet ohne Deckglas auf einem Objektträger ein und wird anschließend im Hellfeld mikroskopiert. Die "Muster" des eingetrockneten Blutfilms sollen diagnostisch genutzt werden.

Ich zitiere (aus der o.g. Quelle):
"Die Erfahrung hat gezeigt, dass Erkrankungen, die am Kopf auftreten, sich an der Tropfenaußenseite zeigen. Krankhafte Zustände der Organe liegen im Inneren des Bluttropfens. So entstehen gedanklich Kreisringe, die bestimmten Organen oder Organsystemen zugeordnet werden können."
"Hierbei lassen sich beispielsweise Stoffwechselstörungen von Leber, Lunge, dem gesamten Verdauungstrakt, Urogenitaltrakt bis hin zum oxidativen Stress, Allergie oder ein HWS-Syndrom beurteilen. "

Fazit:Enderlein kann scheinbar noch "getoppt" werden. Jetzt braucht man noch nicht einmal mehr Dunkelfeld, es reicht schon Hellfeld.  :-)

Es gibt auch ein Buch dazu:
Das "HLB-Praxisbuch"
ISBN 978-3-941806-03-0
Seh-Sam-Verlag / Edition Sonne  (hübsche Namen)
Bestellungen unter: http://globalis.info/hp1086/Fachliteratur-Buecher.htm

Und das zugehörige Hellfeld-Mikroskop, ein digitales "Spielzeug-Mikroskop" einfachster Art,  heißt nun "HLB-Ribaskop"; das gibt es hier:
http://www.globalis.ag/HLB-Test-Mikroskop-Bestellung.1355.0.html

Kostet im "Set" "nur" um die 900-1100 Euro, also ähnlich einem gebrauchten Leitz Orthoplan.  :-)

Also: "Ran an die Blutstropfen".

Viele Grüße

Jörg Piper
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: Klaus Herrmann in März 10, 2016, 19:01:20 NACHMITTAGS
Danke für den Hinweis Jörg!

ZitatKostet im "Set" "nur" um die 900-1100 Euro, also ähnlich einem gebrauchten Leitz Orthoplan.  :-)

Schon bestellt! Und einen Kurs für mikroskopische Hailbragtiger ebenso. Amortisiert sich in 6 Monanten! ;D
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: Oecoprotonucli in März 10, 2016, 19:39:13 NACHMITTAGS
Zitat von: Piper in März 10, 2016, 18:28:27 NACHMITTAGS
"Die Erfahrung hat gezeigt, dass Erkrankungen, die am Kopf auftreten, sich an der Tropfenaußenseite zeigen."

Hallo zusammen,

ob man was am Kopf hat, zeigt sich an den verschiedensten Dingen.

Viele Grüße

Sebastian
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: Peter V. in März 10, 2016, 19:51:46 NACHMITTAGS
Hallo,

ich weiß gar nicht, ob ich sagen darf, wie ich so etwas schlicht und einfach empfinde. Wem ein Wort einfällt, dass mit B beginnt und auf etrug endet, liegt nicht falsch.
Erschreckend ist, dass all die Scharlatanerien in einem zivilisierten Land überhaupt erlaubt und offenbar durch das Heilpraktikergesetz geschützt sind.
Kurios ist nur, dass vermutlich ein Automechaniker, der Geld dafür nehmen würde, aus der Form der Wassertropfen aus dem Auspuff eine Motordiagnose zu stellen, betrügerisch handeln würde. (Denke ich zumindest). Aber in der Paramedizin gibt es offenbar keinerlei Grenzen. Schlimm!

Eingetrocknete grüße
Peter
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: Johannes Kropiunig in März 10, 2016, 20:39:10 NACHMITTAGS
Hallo,

wer sich ein Bresser LCD Mikroskop um den 5 fachen Preis kauft, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen und es empfiehlt sich eine Blutabnahme an der Halsschlagader mit einem Skalpell. Die Leiden sind dann auf alle Fälle kuriert.

Viele Grüße,
Johannes
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: Dr. Jekyll in März 10, 2016, 21:15:40 NACHMITTAGS
Hi,

Leider gibt es auch vereinzelt Schulmediziner welche sich solcher Wundermethoden bedienen.
Ich kenne einen der sich entsprechendes Gerät für die Dunkelfelddiagnostik nach Enderlein in seiner Praxis hatte.
Der gute Mann ist auch noch Chemiker, hat also nicht nur eine Ausbildung als Mediziner, sondern eine Naturwissenschaftliche dazu.
Ich weis nicht wie oft er das Mikroskop so missbraucht hat, aber seit einigen Jahren stand es ungenutzt herum.
War es Einsicht oder Unwirtschaftlichkeit, egal, er hat mir das Gerät günstig verkauft😄.
Ich bin mir sicher dass die Mediziner aus unseren Reihen solchen Unsinn nicht betreiben😉 Und denke dass der Kandidat eher eine seltene Ausnahme ist. Trotzdem ist es erstaunlich dass auch gebildete Menschen auf einen solchen Schwachsinn hereinfallen.

Beste Grüße
Harald
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: carypt in März 10, 2016, 23:23:45 NACHMITTAGS
Und das wo Kröplin meint bereits Blutstropfen-veränderung durch Musikhören feststellen zu können. 
irritierte Grüße carypt
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: zooey in März 10, 2016, 23:37:19 NACHMITTAGS
Hallo...

Nun, wenn ich sehe, welchen Mist z.T. niedergelassene Schulmediziner anbieten,
von diversen Bestrahlungsmethoden, Salbenaufklatsch, Virusbekämpfung mittels Antibiotika
und  chiropraktischen Experimenten (bei denen es oft "ganz toll geknackt hatte"),
dann reiht sich solches problemlos in die hier angesprochene Blutmagie mit ein!

Grüße
Richard
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: the_playstation in März 11, 2016, 00:04:44 VORMITTAG
Zitat von: Johannes Kropiunig in März 10, 2016, 20:39:10 NACHMITTAGS
Hallo,

wer sich ein Bresser LCD Mikroskop um den 5 fachen Preis kauft, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.

Viele Grüße,
Johannes
Hallo Johannes.
Ich hatte mir auch gerade überlegt, aus China 100x Billigmikroskope zum Stückpreis von 20 Euro zu kaufen und zur "Analyse" und "Diagnose" von div. Krankheiten für einen Stückpreis von 1000 Euro anzubieten. Da hat man schnell das Geld für sein Traumhaus zusammen.

Wer mal die klapperige Bedienung testen durfte. Man kann sein Geld auch die To...te runterspühlen. ;)

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: smashIt in März 11, 2016, 01:44:30 VORMITTAG
Zitat von: the_playstation in März 11, 2016, 00:04:44 VORMITTAG
Wer mal die klapperige Bedienung testen durfte. Man kann sein Geld auch die To...te runterspühlen. ;)

kauf dir lieber einen nord-süd gleichrichter  ;D
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: rheinweib in März 11, 2016, 03:23:51 VORMITTAG
Hallöchen zusammen,

Wie geil is das denn?  ;D ;D
Dann klickt doch mal hier (http://ribaskop.de/) (das ist auf der verlinkten Seite unter "Mikroskopausstattung" zu finden) und in
der neuen Seite, die dann aufgeht, oben im "Menue" auf:

"Mikroskop-Tuning"
"Gebrauchtgeräte-Börse"
"Kontakt"
"Impressum"

Naaaa? Noch Fragen??  ;D.....

LG
Heike
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: Peter V. in März 11, 2016, 07:57:00 VORMITTAG
Hallo,

ZitatNun, wenn ich sehe, welchen Mist z.T. niedergelassene Schulmediziner anbieten,

eine schulmedizinische Ausbildung verhindert natürlich nicht, dass auch manche Ärzte aus Geschäftstüchtigkeit oder etwas "entrücktem" Denken derart fragwürdige Methoden anwenden. Genau so, wie sich unter den Fachleuten für Erd- und sontige kryptische Strahlen oftmals Ingenieure finden, die ja auch eine Ausbildung eher auf solidem wissenschaftlichem Boden genossen haben sollten.

(Das trifft übriegns auch auf die Anfälligkeit gegenüber solchen Dingen zu. Menschen höheren Bildungsgrades und höherer Einkommensshichten neigen kurioserweise deutlich mehr dazu, sich in die Hände alternativer, vermeintlich "sanfter" Heiler zu begeben als Menschen durchschnittlichen Bildungsgrades.)*

Unterscheiden sollte man allerdings zwischen solchen grob unsinnigen Diagnostikverfahren wie Enderlein, Irisfdiagnose und Co. auf der einen Seite und andererseits der manchmal sinnvollen Anwedung von (naturheilkundlichen) Therapien, die den Placebo-Effekt ausnutzen. Akupunktur beispielsweise ist nichts anderes als ein hervorragender Placebo-Effekt - in vielen Fällen aber einer medikamentösen Schmerztherapie überlegen.
Letztere - also auf den Placeboeffekt abzielende Therapien -  können manchmal sinnvoller sein als "echte" Therapien, setzen aber für mich auch eine entsprechende Ausbildung voraus, um genau das beurteilen zu können. Und die Fähigkeit halte ich bei einem Heilpraktiker in der Regel nicht für gegeben (Ausnahme mögen die Regel betsätigen).
Es wird sich wohl auf ewig meinem Verständis verschließen, dass beispielsweise für das Anbieten einer steuerlichen Bertatung eine umfangreiche Ausbildung mit einer der schwersten Prüfungen (https://de.wikipedia.org/wiki/Steuerberater), die es in Deutschland gibt, erforderlich ist, am höchsten Gut des Menschen, der Gesundheit, hingegegen jeder mit einer absoluten Schmalspurausbildung und -prüfung "herumdoktern" darf.

ZitatVirusbekämpfung mittels Antibiotika
ist leider oft eine Folge des "Nachgebens" von Ärzten gegenüber der Erwartung, gar Forderung vieler Patienten. Viele Erkältungsopfer erwarten einfach ein Medikament vom Arzt und wollen nicht hören, dass es außer gewissen (mehr oder weniger hilfreichen) Mitteln zur Symptomlinderung keine sinnvolle Therapie gegen "Erkältungs"-Viren gibt. Aber auch hier gilt es zu unterscheiden: Natürlich kann in bestimmten Konstalltionen eine therapeutische oder prophylaktische Antibiotikagabe sinnvoll sein, wenn eine bakterielle "Superinfektion" aufgrund der Schwächung durch den viralen Infekt gegeben ist oder droht.

Herzliche Grüße
Peter

*da vermutlich nicht wissenschaftlich belegbar, bitte ich, diesen Satz als gegenstandslos zu betrachten  ;)
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: Michael L. in März 11, 2016, 08:15:28 VORMITTAG
Hallo,

das ist wirklich unterhaltsam, am besten finde ich die Anwendung am inversen Mikroskop :-)
Auch ganz toll die weiteren Kurse und Publikationen dieses Experten z.B. die "10 Tage Transformation" vermutlich ein Intensivkurz wie man sich zur Bakterie umwandeln kann :-) Das Schlimme mit diesem Aberglauben ist ja, dass die Schöpfer diesen Gedankengutes mit aller Überzeugung daran glauben. Aber das ist alles nur die Spitze des Eisberges man gehe mal auf eine Esoterik-Gesundheitsmesse da kann man seine "Wunder" erleben.

Viele Grüße,

Michael
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: Oecoprotonucli in März 11, 2016, 08:25:17 VORMITTAG
Guten Morgen,

Zitat von: zooey in März 10, 2016, 23:37:19 NACHMITTAGS
Nun, wenn ich sehe, welchen Mist z.T. niedergelassene Schulmediziner anbieten,
... Virusbekämpfung mittels Antibiotika ...

Das sind jetzt aber anerkannte "Schulmediziner", die so etwas verzapfen. Und falls Du "das Übliche" bei einer Erkältung meinst, kommt ja nach der Virusinfektion oft eine bakterielle hinzu (was aber jetzt keine Verteidigung dieses Raushauens an Antibiotika sein soll, im Gegenteil, ich meine, manche "Schulmediziner" machen eben mit ihren eigenen "wissenschaftlichen" Methoden Fehler).

Zitat von: Dr. Jekyll in März 10, 2016, 21:15:40 NACHMITTAGS
Leider gibt es auch vereinzelt Schulmediziner welche sich solcher Wundermethoden bedienen.

Die "Wundermethoden" können ja auch helfen, selbst wenn sie nicht wissenschaftlich sind, nur ist das Ganze meiner Ansicht nach eine Art Glücksspiel. Warum ich meine, dass Wundermethoden helfen können? Nun, eben weil der Placebo-Effekt und der Glaube an etwas ja auch helfen können. Und meine Vermutung ist, wahrscheinlich wirkt die Sache noch besser, wenn eine Art Ritual dran hängt (also einfach nur schnell ein Scheinmedikament geben ist nicht so wirksam wie ein größeres Ritual darum machen. Und durch so eine ausführlichere Beschäftigung mit der Krankheit kommt es evtl. auch zu weiteren Verhaltensänderungen, die positiv für die Gesundheit sein können. Das kann durchaus ein Vorteil gegenüber der hektischen und in diesem Sinne durchaus auch etwas unreflektierten "Schulmedizin" sein).

Eine an und für sich unwirksame, unsinnige Methode kann also in der Folge eine gewisse Wirksamkeit bekommen. Und manchmal hat man ja auch Glück, wenn man eine "schulmedizinische" Behandlung (die auch manchmal auf Verdacht und gut Glück angewendet wird) verpasst. Deshalb werden "Wunder-Methoden" wohl nicht so leicht von der Bildfläche verschwinden.

Aber das nur mal so als abschweifender Einwurf. Das soll auch kein Plädoyer für oder gegen etwas sein, sondern eine Erklärung.

Zitat von: carypt in März 10, 2016, 23:23:45 NACHMITTAGS
Und das wo Kröplin meint bereits Blutstropfen-veränderung durch Musikhören feststellen zu können.  

Du bringst da wieder ein paar Dinge durcheinander. Selbst wenn da etwas funktionieren würde (sagen wir mal vorsichtig: Musterbeeinflussung durch Schallwellen), wäre das nicht so ein weiter Schritt, wie daran erkennen zu wollen, ob jemand konrete Probleme mit der Halswirbelsäule hat, oder andere ganz konkrete Details. Natürlich kann es sein, dass Kröplin ebenfalls an gewisse Wunderdinge glaubt oder sie seiner Methode zuschreibt, aber das kann man nicht so sicher festmachen, dazu bleibt er zu unscharf. Was die oben genzeigten Anbieter verzapfen, ist jedenfalls ganz klare Scharlatanerie.

Viele Grüße

Sebastian
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: the_playstation in März 11, 2016, 09:07:28 VORMITTAG
Hallo.

Meiner Meinung nach haben alle "Esoterik-Verkäufer" halt ein "gutes Händchen" für Marketing. Man braucht nur auf TV-Verkaufs-Platformen wie Astro-TV zu schauen, wo Plastik-Acrylglas-Pyramiden und leuchtende Plastik-Dildos das Licht ferner Sterne zur Heilung von Krankheiten einfangen sollen, ... ;D

Produktionspreis = 50 Cent. Verkaufspreis = 100 Euro. So schnell kann man nirgendwo reich werden. Beim hier gezeigten Mikroskop ist es ähnlich. Das Schlimme ist, daß z.T. wirklich Kranken suggeriert wird, Sie könnten sich selbst mit Blutuntersuchungen, Heilsteinen und Plastikpyramiden heilen. Wenn so z.B. ein Krebs erst viel zu spät diagnostiziert wird, ... ist, grenzt das meiner Meinung nach an fahrlässige ...

Liebe Grüße Jorrit.
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: zooey in März 11, 2016, 09:11:17 VORMITTAG
Zitat von: Oecoprotonucli in März 11, 2016, 08:25:17 VORMITTAG

Die "Wundermethoden" können ja auch helfen, selbst wenn sie nicht wissenschaftlich sind, nur ist das Ganze meiner Ansicht nach eine Art Glücksspiel. Warum ich meine, dass Wundermethoden helfen können? Nun, eben weil der Placebo-Effekt und der Glaube an etwas ja auch helfen können. Und meine Vermutung ist, wahrscheinlich wirkt die Sache noch besser, wenn eine Art Ritual dran hängt (also einfach nur schnell ein Scheinmedikament geben ist nicht so wirksam wie ein größeres Ritual darum machen. Und durch so eine ausführlichere Beschäftigung mit der Krankheit kommt es evtl. auch zu weiteren Verhaltensänderungen, die positiv für die Gesundheit sein können. Das kann durchaus ein Vorteil gegenüber der hektischen und in diesem Sinne durchaus auch etwas unreflektierten "Schulmedizin" sein).

Eine an und für sich unwirksame, unsinnige Methode kann also in der Folge eine gewisse Wirksamkeit bekommen. Und manchmal hat man ja auch Glück, wenn man eine "schulmedizinische" Behandlung (die auch manchmal auf Verdacht und gut Glück angewendet wird) verpasst.


Lieber Sebastian..

nimm es mir nicht übel, aber hier möchte ich dir heftig widersprechen.
Durch ein "Ritualisieren" solcher Experimente findet vor allem eine Konditionierung
bezüglich dieser oft unverantwortlichen "Therapien" statt.

Stattdessen sollte gelten:  KORREKTE AUFKLÄRUNG UND FAIRE BEHANDLUNG AUF AUGENHÖHE !

Herzliche Grüße
Richard
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: Kay Hoerster in März 11, 2016, 09:21:44 VORMITTAG
Zitat von: Peter V. in März 11, 2016, 07:57:00 VORMITTAG
Hallo,

...
(Das trifft übriegns auch auf die Anfälligkeit gegenüber solchen Dingen zu. Menschen höheren Bildungsgrades und höherer Einkommensshichten neigen kurioserweise deutlich mehr dazu, sich in die Hände alternativer, vermeintlich "sanfter" Heiler zu begeben als Menschen durchschnittlichen Bildungsgrades.)

...

Herzliche Grüße
Peter


Guten Morgen Peter, für diese These hast Du sicherlich auch eine Quelle und Beleg, ansonsten würdest Du solche Behauptungen ja nicht veröffentlichen. Daran bin ich interessiert. Ich muss beobachten und wissen, ab wann meine Verdienstgrenze meine Vernunftgrenze überschreitet  :) :) :)

Viele Grüße Kay
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: Peter V. in März 11, 2016, 09:30:34 VORMITTAG
Hallo

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/klage-gegen-aerztin-krebsbekaempfung-auf-keksdosendeckeln-a-371582.html

Ohne Worte!

Herzliche Grüße
Peter

PS @Kay: Betrachte diesen Satz bitte lediglich als meine ganz persönliche Erfahrung und als vermutlich nicht wissenschaftlich untermauertes Statement, da ich nicht weiß, ob es solche Untersuchungen gibt. Und auch keine Zeit habe, danach zu googlen.
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: Oecoprotonucli in März 11, 2016, 10:35:57 VORMITTAG
Hallo Richard,

Zitat von: zooey in März 11, 2016, 09:11:17 VORMITTAG
nimm es mir nicht übel, aber hier möchte ich dir heftig widersprechen.
Durch ein "Ritualisieren" solcher Experimente findet vor allem eine Konditionierung
bezüglich dieser oft unverantwortlichen "Therapien" statt.

Stattdessen sollte gelten:  KORREKTE AUFKLÄRUNG UND FAIRE BEHANDLUNG AUF AUGENHÖHE !

nein, ich nehme es Dir nicht übel. Ich bin der Meinung, unsere Thesen schließen sich nicht gegenseitig aus (ob es nun "vor allem" so ist, wie Du sagst, kann ich nicht beurteilen).

Sicher ist die korrekte Aufklärung etc. letzten Endes zu wählen, bzw. so lange der Patient sich wenigstens bewusst einer "alternativen" Heilmethode hingibt, ist es ja seine Entscheidung. Wenn er belogen und betrogen wird, natürlich nicht.

Den Placebo-Effekt macht man ja übrigens dadurch möglicherweise kaputt, dass man über die "Nichtwirksamkeit" aufklärt - das ist also alles gar nicht so unkompliziert.

Eine vollständige Aufklärung, die auch bis ins Letzte verstanden wird und ankommt, ist übrigens auch in der (ich sagte es ja bereits: manchmal hektischen) "Schulmedizin" gar nicht immer vorhanden oder möglich (wenn es kompliziert wird, spricht schon die mangelnde medizinische Ausbildung des Patienten dagegen, der Arzt kann ja in der Sprechstunde oder gar im noch hektischeren Krankenhaus keinen vollständigen "Medizinkurs" geben - obwohl da sicher auch viel erreicht wird, aber immer ist es nicht zu 100% möglich).

Komplizierten Gruß

Sebastian
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: zooey in März 11, 2016, 11:05:34 VORMITTAG
Zitat von: Oecoprotonucli in März 11, 2016, 10:35:57 VORMITTAG

Eine vollständige Aufklärung, die auch bis ins Letzte verstanden wird und ankommt, ist übrigens auch in der (ich sagte es ja bereits: manchmal hektischen) "Schulmedizin" gar nicht immer vorhanden oder möglich (wenn es kompliziert wird, spricht schon die mangelnde medizinische Ausbildung des Patienten dagegen, der Arzt kann ja in der Sprechstunde oder gar im noch hektischeren Krankenhaus keinen vollständigen "Medizinkurs" geben - obwohl da sicher auch viel erreicht wird, aber immer ist es nicht zu 100% möglich).


Lieber Sebastian...
vermutlich sind wir vom Prinzip her weitgehend gleicher Meinung.
Aber auch diesem Gedanken- Ansatz möchte ich, auch wenn ich jetzt etwas nerve , -),
deutlich widersprechen:
Es geht nicht darum, dem Patienten physiologische oder biochemische Zusammenhänge im Schnellkurs zu erläutern.
Es geht schlicht und einfach darum, dem Patienten eine sinnvolle Therapie anzubieten
und diese für den Patienten verständlich ("mit seinen eigenen Worten") zu erklären.
Das  sind wir, auch in der Hektik des KH oder Praxis, dem Patienten der uns vertraut einfach schuldig.

Herzliche Grüße
Richard
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: Peter V. in März 12, 2016, 10:52:19 VORMITTAG
Hallo Kay,

Zitat von: Kay Hoerster in März 11, 2016, 09:21:44 VORMITTAG
Zitat von: Peter V. in März 11, 2016, 07:57:00 VORMITTAG
Hallo,

...
(Das trifft übriegns auch auf die Anfälligkeit gegenüber solchen Dingen zu. Menschen höheren Bildungsgrades und höherer Einkommensshichten neigen kurioserweise deutlich mehr dazu, sich in die Hände alternativer, vermeintlich "sanfter" Heiler zu begeben als Menschen durchschnittlichen Bildungsgrades.)

...

Herzliche Grüße
Peter


Guten Morgen Peter, für diese These hast Du sicherlich auch eine Quelle und Beleg, ansonsten würdest Du solche Behauptungen ja nicht veröffentlichen. Daran bin ich interessiert. Ich muss beobachten und wissen, ab wann meine Verdienstgrenze meine Vernunftgrenze überschreitet  :) :) :)

Viele Grüße Kay

So, es reicht recht kurzes Googlen, wozu ich gestern keine Zeit hatte:

Prädiktoren der Inanspruchnahme von Alternativmedizin bei Krebserkrankten Inaugural – Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Medizinischen Fakultät derJulius-Maximilians-Universität Würzburg vorgelegt von Aleksander Kosmala aus Cieszyn Würzburg, (https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&ved=0ahUKEwiJiYaH6rrLAhWoJZoKHczkBcwQFggjMAE&url=https%3A%2F%2Fopus.bibliothek.uni-wuerzburg.de%2Ffiles%2F10993%2FKosmala_A_Alternativmedizin.pdf&usg=AFQjCNHMXDY8GNmRK0ulwwkTWlXl7CTvFQ&sig2=LDQyvZEPYJwP5jQ82xGTXw&bvm=bv.116636494,d.bGs&cad=rja)

Ich zitiere:

"Beim Schulabschluss nutzten Patienten, die eine über den Volks- oder Hauptschulabschluss hinausgehende Schulbildung hatten, signifikant häufiger Alternativmedizin (Tabelle 5.27). Insgesamt lässt sich festhalten, dass Patienten mit höherem Bildungsgrad häufiger Alternativmedizin in Anspruch nahmen, wodurch Hypothese 3 (Mit zunehmender Bildung nimmt die Häufigkeit der Inanspruchnahme von Alternativ-medizin zu) bestätigt wird."

oder

https://www.karger.com/Article/ShowPic/210244/?image=000210244-1.jpg

"Frauen und Personen mit höherer Bildung wenden Alternativmedizin häufiger an".

Eeine weitere Fundstelle:


Aus dem Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin (Leiter: Prof. Dr. Hans-Joachim Seidel) Determinanten für die Inanspruchnahme alternativer Heilmethoden   Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Medizin Medizinische Fakultät der Universität Ulm Sandra Mainiero  (http://vts.uni-ulm.de/docs/2006/5595/vts_5595_7353.pdf)

"Insgesamt gaben mehr als ein Drittel der Befragten an, alternative Heilmethoden anzuwenden, davon fast doppelt so viele Frauen als Männer. Anwender von alternati
ven Heilverfahren unterscheiden  sich  signifikant  von  Nicht-Anwendern:  Sie  sind  überwiegend  weiblichen  Geschlechts und jüngeren Alters. Sie haben ein hohes Bildungsniveau und eine qualifizierte bis hochqualifizierte  Berufsausbildung  und  verfügen  deshalb  über  ein  hohes Einkommen  und eine hohe berufliche Stellung. Sie schätzen ihrenGesundheitszustand häufiger schlechter ein als Nicht-Anwender; weisen aber im Gegensatz dazu deutlich weniger ernsthafte chronische Erkrankungen auf und sind deutlich häufiger unzufrieden mit der letzten ärztlichen Behandlung. Insgesamt gehen sie häufiger und regelmäßiger zum Arzt als Nicht-Anwender."


Und es lassen sich sicherlich noch zahlreiche weitere Arbeiten finden, die dieses JEDEM im Gesundheitswesen Tätigen bekannte Tatsache bestätigen.

Herzliche Grüße
Peter

PS: (Ganz allgemein) Ich persönlich empfinde es übrigens inzwischen als etwas "nervig" und fast als Unsitte, dass es sich hier im Forum eingebürgert hat, für nahezu jede "banale" Aussage refelexartig Beweise, Litertaurstellen und Quellen anzufordern!  :-\
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: TPL in März 12, 2016, 12:00:02 NACHMITTAGS
Zitat von: Peter V. in März 12, 2016, 10:52:19 VORMITTAG(...) Ich persönlich empfinde es übrigens inzwischen als etwas "nervig" und fast als Unsitte, dass es sich hier im Forum eingebürgert hat, für nahezu jede "banale" Aussage refelexartig Beweise, Litertaurstellen und Quellen anzufordern!  :-\

Lieber Peter,

umso mehr danke ich Dir, dass Du Dir die Mühe gemacht hast. Denn mir ging es (wahrscheinlich) ähnlich wie Kay: Hörensagen ist ja ganz gut, aber worin unterscheidet man sich von den Anhängern der "Hörensagen-Medizin", wenn man es dabei bewenden lässt? Ich stimme Dir zu, dass es lästig ist, für Dinge, die einem selbst als gesichertes Wissen erscheinen, Belege zu präsentieren. Aber diese Forderung nach Belegen (die ja, bei aller Deutlichkeit, doch eine Bitte bleibt) ist eben jene Grundlage des aufgeklärten Denkens, für das wir uns in z.B. diesem konkreten Falle einsetzen: Zweifeln – nicht Glauben. Nachbohren – nicht hinnehmen.

Was Du da zusammengetragen hast, bestätigt auch meinen bisher recht subjektiven Eindruck: Man muss es sich (finanziell, intellektuell und sozial) wohl erstmal leisten können, sich mit bestimmten Sorgen zu beschäftigen. Wer das nicht kann, hat zwar statistisch die größere Not, aber dafür vielleicht weniger Sorgen. Noch so eine steile, unbelegte These... ;).

Herzliche Grüße
Thomas
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: Peter V. in März 12, 2016, 12:09:41 NACHMITTAGS
Lieber Thomas,

ZitatWer das nicht kann, hat zwar statistisch die größere Not, aber dafür vielleicht weniger Sorgen.

Sehr pointiert ausgedrückt! :D Danke!

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: Johannes Kropiunig in März 12, 2016, 12:41:13 NACHMITTAGS
Hallo Thomas,

zum Glück hast du von vielleicht geschrieben, anderenfalls hätte ich dich dazu einladen müssen, Gehälter zu tauschen und dann mal zu sehen, wer den nun mehr Sorgen hat. ;)

Alles in allem klingt es allerdings logisch, dass eher betuchte solche Scharlatane aufsuchen. Warum auch nicht, wer geht schon gerne freiwillig zum Arzt? Während es den sozial Schwachen schon bei den Rezeptgebühren und Selbstbehalt das Wasser in die Augen treibt und sie trotzdem keine andere Wahl haben, probieren die Wohlhabenden eben aus was geht. Wenn es eine Endoskopie, Gastroskopie und was weiß ich noch für tolle Untersuchungsmethoden die sich die Schulmedizin so ausgedacht hat für Leiden erspart, die sowieso in 95% aller Fälle von alleine wieder verschwinden. Schon gibt es einen Fürsprecher mehr für diesen Alternativmediziner und er wird an die selben Kreise weiterempfohlen. Bei den anderen 5% geht man dann halt doch zu seinen Privatarzt mit 3 Doktortitel seines Vertrauens und spricht aus Peinlichkeit nicht mehr über den Rest.   

Viele Grüße,
Johannes 
Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: Piper in März 12, 2016, 17:28:17 NACHMITTAGS
Hallo in die Runde,

habe aus Jux nochmals etwas weiter recherchiert:

Im "günstigen" Preis für das Simpel-Mikroskop (Pardon - "Ribaskop") sind noch "einzigartige Serviceleistungen" enthalten, die man ja bei der Bewertung des Preises berücksichtigen sollte:

- Eintrag in die HLB-Therapeutenseiten
- 3-monatige Betreuung durch die Autoren per Mail und Telefon:
  Besprechung von aktuellen Blutbildern
- kostenfreier Zugang zur Blutbilder-Datenbank & Forum
- Ermäßigung bei Vortrags und Ausbildungsgebüren
- Vermittlung von Klientenanfragen aus Ihrer Umgebung

Was doch super ist:

Man wird durch den Kauf des Gerätes sogleich zum  "Therapeuten" befördert, kommt in eine Liste und erhält ortsnahe "Klientenanfragen" (wahrscheinlich aus höheren Bildungskreisen) gleich obendrein zur "Melkung".  :-)

Also ein echtes "Starter-Kit" für den ambitionierten "Heiler" und "Unternehmensgründer".

Übrigens: Die von Heike aufgeführten Links funktionieren auf meinem Rechner nicht mehr. Hat man schon den Zugang darauf gesperrt??

Schöne Grüße

Jörg Piper



Titel: Re: "Dyskrasie" des Blutes
Beitrag von: Kay Hoerster in März 12, 2016, 21:45:58 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

vielen Dank für die Angaben, die Deine These untermauern. Ich habe übrigens nicht an Deiner Aussage gezweifelt, nur wollte ich sie untermauert wissen, was Du mit der Angabe Deiner Quellen gemacht hast. Ich empfinde es ebenfalls nicht als nervig, Aussagen zu belegen oder als Nicht-Wissender nach Aussagebelegen zu fragen, sondern als völlig normal, insbesondere wenn es um fachspezifische Themen geht. Deine Aussage war zumindest für mich kein Banal-Wissen.

Danke für Deine Bemühungen.

Viele Grüße

Kay