Hallo
Ich hab erstmals versucht aus unserem Aquarium irgendwelche Tiere im Mikroskop zu sehen. (Bin eigentlich an Histologien interessiert, doch das ist mir für den Anfang noch zu komplex).
War aber nicht sehr erfolgreich. Im Filter ist ich nur Müll (Futterreste, Ausscheidungen usw)...den ich dann im Mikroskop wiederfinde. Im Wasser gar nichts
Wollte schon mal einen Kaffefilter ausprobieren um die Tierchen anzureichern. Denn mit nem Planktonnetz im Aquarium scheint mir dann doch ein bischen übertrieben.
Entweder mache ich Fehler bei Sammeln der Proben oder bei der Aquariumhaltung. (die Fische leben aber doch schon ein paar Jahre).
Für Tipps bin ich dankbar.
Beste Grüße
Wasilis
Hallo,
Ich habe mich auch auf die Suche nach kleinsten Lebewesen in meinem Aquarium gemacht. Einfach um etwas Interessantes zu sehen. Und genauso wie du hatte ich im Filter keinen Erfolg.
Dann habe ich mir eine kleine Fadenalge rausgefischt und untersucht. Und siehe da, an der Alge ging es ganz schön "rund". Ich kann dir jetzt auch nicht sagen, was das für Tierchen sind :-) aber sehr interessant. Vielleicht hilft dir das weiter...
Gruss Dieter
Hallo liebe Aquarianer,
seltsam, dass Ihr im Filterschlamm nichts gefunden habt, normalerweise wimmelt es da nur so. Zumindest einige Arten Radiolarien sollten zu finden sein.
Dazu einfach den zur Reinigung anstehenden Filterschwamm in ein Probengläschen ausdrücken und ein wenig warten, bis sich der Mulm unten abgesetzt hat. Davon dann einen Tropfen auf den OT pipettieren, Deckglas drauf und los gehts.
Was auch sehr schön funktioniert: einen Objektträger zu einem Viertel seiner Länge in den Aquariengrund stecken und ein bis zwei Wochen warten, bis sich Algen darauf festgesetzt haben. Eine Seite muss man natürlich abwischen, wenn man den OT rausnimmt ...
Manchmal treiben auch Bakterienteppiche an der Wasseroberfläche, dort habe ich zufällig einmal 3 Wassermilben mit aufgenommen, die sehr interessant zu beobachten waren.
Herzliche Grüße
Jörg
Hallo Zusammen,
ich habe die Erfahrung gemacht, dass da, wo ein schleimiger Bakterien- und/oder Algenbelag ist, auch viele andere interessante Sachen zu finden sind, was ja auch nachvollziehbar ist, da Bakterien/Algen ja Nahrungsgrundlage sind.
Wenn man Proben aus dem Filter entnimmt, so sollte man vornehmlich dort entnehmen, wo eine hohe organische Belastung vorliegt, die Strömung aber nicht zu hoch ist. Bei manchem Schnellfilter ist die Strömungsgeschwindigkeit so hoch, dass sich viele Lebewesen dort nicht gut halten können. Daher gibt es ja auch immer wieder heisse Diskussionen unter Aquarianern, ob Schnell- o. Langsamfilter zuträglicher für die Aquarienbiologie ist ;-)
Schöne Grüße
Markus
Hallo
Danke für die Infos. Ich denke mein Filter hat ne hohe Flußgeschwindigkeit, also dass Wasser strömt mit kräftigem und breitem Strahl heraus. Werde auch mal den Schmodder etwas sedimetieren lassen und den Überstand analysieren.
Das Forum hier ist ja wirklich Klasse. Man kann spezifische Fragen stellen und bekommt prompt Antworten. Ich habe zwar bedenken dass man sich entblödet wenn man alzu naive oder triviale Fragen stellt, aber das Risiko muss eben eingehen.
Besten Dank
Wasilis
Lieber Wasilis,
es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antorten.
Wenn es also Bedenken geben sollte, dann eher auf Seiten der Antwortenden ...
;) ;D
Herzliche Grüße
Jörg
Hallo Wasilis,
wenn du die Scheiben deines Aquariums für eine Weile nicht reinigst setzen sich dort einige Lebensformen ab.
Wenn du Glück hast sind auch ein paar Ciliaten dabei. Algen findet man dort aber nach einiger Zeit immer.
Ziehe sie mit einer Rasierklinge nach oben aus dem Aquarium.
Viel Erfolg.
Harald
Hallo,
man kann auch eine Probe des Wassers (z.B. 10 ml) mit einer Zentrifuge abzentrifugieren (kleine Handzentrifuge genügt). Die vorhandenen Mikroorganismen sammeln sich am Boden des Zentrifugenglases an. Der Überstand kann dann abgegossen werden, und das wenige "Rest-Wasser" am Boden (z.B. 0,5 ml) enthält fast alle Organismen aus der 10 ml-Probe. Durch diese Anreicherung kann auch "dünn" besiedeltes Wasser ggf. ersprießlich untersucht werden.
Viel Spaß bei der Mikrobenjagd!
Jörg Piper
Hallo Piper,
Das mit der Zentrifuge ist eine gute Idee. Ich kann mir aber momentan nicht vorstellen, wie das gehen soll. Wie willst du das Wasser und die Lebewesen trennen? Es bleibt doch immer alles in einem Gefäss. Ich hab keine Erfahrung mit Zentrifugen, kannst du mir das erklären ???
Gruss mxb
Hallo,
ich habe ein Aquarium und benutze es gerne als Quelle für Lebewesen zum Mikroskopieren. Folgendes hat sich bei mir bewährt:
Damit eine reichhaltige Mikrolebewelt vorhanden ist gebe ich einmal im Jahr eine Tasse Teichschlamm hinein. Auch fange ich regelmässig Lebendfutter mit dem Planktonnetz und gebe das auch hinein - mit dem Fundortwasser. Das geht aber nur wenn in dem Teich keine Fische sind - ansonsten kann man sich Karpfenläuse einfangen.
Ich habe ein paar Schwimmpflanzen (Froschbiss). Zwischen den feinen Wurzeln sind Glockentierchen und andere Ciliaten zu finden.
Ich lege regelmässig etwas Torf und getrocknete Walnussblätter in den Filter. Auf den langsam vermodernden Blättern findet man Schalenamöben.
Objektträger können eingehängt werden. Nach 2 Wochen hat man Algenaufwuchs. Eine Seite des Objektträgers wird geputzt, die andere mit einem Tropfen Wasser und einem Deckglas beguckt.
Im Filter findet man Hüpferlinge, Nematoden, Öltropfenwürmchen, Sonnentierchen und Amöben.
Ein Aquarienmoos ist auch eine grossartige Fundstelle für Ciliaten.
Mein Aquarium hat 500 Liter Wasser und soll einen brasilianisches Regenwald nachempfinden. Gefiltert wird über einen offenen Mehrkammeraussenfilter in den ich Torf, Blätter und Erlenzapfen reingebe. Ich habe eine elektrische Leitfähigkeit von 150 µS/cm, kH3, gH4 und PH 6.5 in meinem Aquarium. Den Fischen Laich wegzunehmen um ihn unter dem Mikroskop zu betrachten habe ich noch nicht übers Herz gebracht.
Herzliche Grüsse
Eckhard
Zitat von: mxb in November 04, 2009, 18:31:00 NACHMITTAGS
Hallo Piper,
Das mit der Zentrifuge ist eine gute Idee. Ich kann mir aber momentan nicht vorstellen, wie das gehen soll. Wie willst du das Wasser und die Lebewesen trennen? Es bleibt doch immer alles in einem Gefäss. Ich hab keine Erfahrung mit Zentrifugen, kannst du mir das erklären ???
Gruss mxb
Hallo
lies Dir die Sätze von Herrn Piper doch noch mal GENAU durch. Es geht um anreichern, nicht wirklich um trennen! Und für das anreichern am Boden des Glases sorgen eben die Zentrifugalkräfte. Die Chance mit der Pipette was zu erwischen steigt um ein vielfaches.
Das Problem ist eher, dass ich im Moment nur biologie bedarf Thorns als Lieferanten kenne und der hat leider nur noch die nicht ganz billige vierfach Zentrifuge am Start.
http://www.biologie-bedarf.de/products/384321/
Gelegentlich tauchen die zweifach Dinger in der Bucht auf, also Augen auf und zuschlagen!!
Auch für die Anreicherung von Pollen aus Honigproben sehr nützlich!
Viele rechtsdrehende Grüsse
Bernhard
Hallo,
wenn ich richtig im Bilde bin, gibt es bei Fa. Roth, Chemikalienhandel und Laborbedarf, eine Handzentrifuge mit Tischklemme. Habe sowas zumindest in einem der Roth-Kataloge vor einigen Monaten mal gesehen. Internet: www.carl-roth.de. Der Preis war meiner Erinnerung nach bei ca. 70 Euro. Elektrische Zentrifugen (z.B. von Fa. Hettich) sind natürlich teurer. Solche Geräte gibt es auch bei jedem Arztpraxiseinrichter (z.B. Fa. Heilandtechnik, Hamburg, Fa. Praxisdienst, Longuich bei Trier usw.). Sollten diese Arztbedarfshändler nur an Ärzte liefern dürfen, könnte sicherlich der Hausarzt weiterhelfen und die Bestellung für seinen mikroskopierenden Patienten tätigen können.
Viele Grüße
Jörg Piper
Zitat von: Piper in November 04, 2009, 22:33:14 NACHMITTAGS
Hallo,
wenn ich richtig im Bilde bin, gibt es bei Fa. Roth, Chemikalienhandel und Laborbedarf, eine Handzentrifuge mit Tischklemme. Habe sowas zumindest in einem der Roth-Kataloge vor einigen Monaten mal gesehen. Internet: www.carl-roth.de. Der Preis war meiner Erinnerung nach bei ca. 70 Euro. Elektrische Zentrifugen (z.B. von Fa. Hettich) sind natürlich teurer. Solche Geräte gibt es auch bei jedem Arztpraxiseinrichter (z.B. Fa. Heilandtechnik, Hamburg, Fa. Praxisdienst, Longuich bei Trier usw.). Sollten diese Arztbedarfshändler nur an Ärzte liefern dürfen, könnte sicherlich der Hausarzt weiterhelfen und die Bestellung für seinen mikroskopierenden Patienten tätigen können.
Viele Grüße
Jörg Piper
Hallo Herr Piper
ich sehe bei Roth nur diese hier:
http://www.carl-roth.de/catalogue/catalogue.do;jsessionid=9D5003C68C8834D9F8AF1BBF83DFE7E8?favOid=000000070002c1a300010023&act=showBookmark&lang=de-de&catId=DE
und die ist mit Rotor(!) genau so teuer wie bei Thorns.
Zu den elektr. Zentrifugen möchte ich anmerken, dass eine hohe Drehzahl nicht unbedingt zielführend ist! Man läuft nämlich Gefahr, die Protozoen zu zerschreddern anstatt anzureichern!
Viele Grüsse
Bernhard
Hallo Leute
Es hat geklappt.
Habe Algen von den Scheiben gekrazt und siehe da es waren einige interresante Tierchen zu sehen. Ob es Einzeller sind oder Mehrzeller kann ich noch nicht sagen. War aber von der unterschiedelichen Mobilität sehr überrascht. Wenn so kleine Tierchen so mobil sein können, sind es Zellen oder Bakterien im menschlichen Körper sicherlich auch und es resultiert eine für mich völlig neue Dynamik biologischer Prozesse.
Besten Dank für die Tips
Wasilis
Hallo, Herr Labeda,
Sie haben Recht, diese Handzentrifuge hatte ich gemeint. Getäuscht habe ich mich im aktuell angegebenen Preis. Das Ding ist tatsächlich m.E. recht teuer, da nur die Klemmsäule mit Schwengel ca. EUR 80 kostet und der Rotor, obwohl er ja untrennbar dazugehört, mit knapp EUR 100 zusätzlich bestellt werden muss. Dies hatte ich wahrscheinlich beim früheren flüchtigen Durchblättern des Roth-Kataloges übersehen.
Die mir bekannten Arzteinrichtungshäuser bieten m.W. leider nur elektrische Zentrifugen an.
Auch betreff Drehzahl kann ich Ihnen nur beipflichten; habe auch schon die Erfahrung gemacht, dass zu hohe Drehzahlen traumatisieren.
Herzliche Grüße
Jörg Piper
Hallo,
könnte man die Drehzahl einer elektrischen Zentrifuge nicht steuern indem man einfach einen Steckdosendimmer dazwischen schaltet?
schwungvolle Grüße,
Martin
Hallo Wasilis,
Zentrifuge zum Anreichern ist natürlich eine bewährte Methode.
Was dagegen Jörg hier vorschlägt braucht zwar etwas Zeit, bringt aber sehr gute Ergebnisse:
ZitatWas auch sehr schön funktioniert: einen Objektträger zu einem Viertel seiner Länge in den Aquariengrund stecken und ein bis zwei Wochen warten, bis sich Algen darauf festgesetzt haben. Eine Seite muss man natürlich abwischen, wenn man den OT rausnimmt ...
Wolfgang Bettighofer hat in seinem unbedingt lesenswerten Artikel im neuen Mikrokosmos die "Aufwuchsmethode" detailliert beschrieben und auch eine Bastelanleitung gebracht. Der Beitrag im Heft 6 /2009
Mikroskopische Streifzüge auf Hiddensee- Teil 1: AufwuchsobjektträgerWie immer bei ihm: eine gute Mischung von seriöser Wissenschaft, unterlegt mit tollen Bildern und einer gut und lesbar geschriebenen "Story" - wohl dem der den Mikrososmos abonniert hat!
Zitat von: wasilis in November 02, 2009, 11:52:14 VORMITTAG
Hallo
Danke für die Infos. Ich denke mein Filter hat ne hohe Flußgeschwindigkeit, also dass Wasser strömt mit kräftigem und breitem Strahl heraus. Werde auch mal den Schmodder etwas sedimetieren lassen und den Überstand analysieren.
Das Forum hier ist ja wirklich Klasse. Man kann spezifische Fragen stellen und bekommt prompt Antworten. Ich habe zwar bedenken dass man sich entblödet wenn man alzu naive oder triviale Fragen stellt, aber das Risiko muss eben eingehen.
Besten Dank
Wasilis
Hallo Wasilis,
ich lese mal zufällig mit, die Zeit ist "momentan" knapp. Ich denke, Du willst einen Filter haben, der einen Reinigungseffekt hat. Die Filterwatte (oder -Schwamm oder xxx) hat niemals direkt eine für den Aquarianer nutzbare Filterwirkung, sie ist lediglich Substrat (Lebensraum) für Mikroorganismen. Nur die, VOR ALLEM DIE BAKTERIEN, können Wasser säubern.
So: Wenn die Durchflussgeschwindigkeit zu hoch ist, und das ist sie bei Dir wahrscheinlich, dann wird das Filtersystem ineffizient.
Ein lesenswertes Buch: Hanns-Jürgen Krause - Handbuch Aquarienwasser
Die Mikroorganismen, die Du sehen willst (Ciliaten, Amöben), kommen als Baktereinfresser dann, wenn genug Bakterien aufgewachsen sind.
Ich habe auch Aquarien, seit ca. 20 Jahren. Ich weiß, dass man gerne auch Strömung hat. Dafür habe ich aber eine separate Kreiselpumpe. So kann ich den Durchfluss durch den Filter gemächlich lassen und habe trotzdem Strömung.
Nur so ein paar Gedanken...
Tschüß, Wolfgang
http://www.protisten.de
Hallo Alle.
OT für 3-20 Tg. oder länger im Aquarium, Süß - oder Seewasser auch im Gartenteich in verschiedenen Tiefen.
Unterseite vom OT vorsichtig abwischen - 1-2 Tr. "Wasser" drauf fertig.
Unter dem Mikroskop immer wieder ein optischer Genuss.
Grüsse aus Lünen (Nähe Dortmund)
Günter
Zitat von: BUANA in November 23, 2009, 01:59:07 VORMITTAG
Unterseite vom OT vorsichtig abwischen - 1-2 Tr. "Wasser" drauf fertig.
Ganz tricky wäre es dann, grundsätzlich mit OT im Doppelpack zu arbeiten, dann hat man auf der Unterseite lediglich klares Wasser abzuwischen.
'Ne Wäscheklammer hilft beim Zusammenhalten, oder eben ein OT-Halter. Bauanleitung dazu gibt es im aktuellen MIKROKOSMOS-Heft.
Tschüß, Wolfgang
PS:
Ganz neu: Eine URL zum Posting --> http://www.protisten.de