Liebe KollegInnen,
ich habe aus einem Nachlassbestand günstig ein Euromex ML5000 mit Phasenkontrast erworben. Bisher hatte ich noch nie mit Phasenkontrast mikroskopiert, und muss mich auch gleich outen dass ich davon eigentlich so gut wie keine Ahnung habe.
Ich habe zu dem ganzen gleich mehrere Fragen bzw. Probleme, bekomme das einfach nicht vernünftig zum Laufen ....
Beim Mikroskop dabei waren an Objektiven 10er, 20er, 40er jeweils mit Aufschrift "Phase", sowie ein normales 4er und ein normales 100er. Das 100er hat die übliche Länge wie ich sie von allen meinen anderen Mikroskopen her auch kenne, passt aber längenmäßig überhaupt nicht zu den PhaKo-Objektiven, die alle erstaunlich kurz sind. Da wäre auch schon meine erste Frage: Warum sind diese Objektive so kurz? An Aufschrift auf den drei Phasen-Objektiven steht überhaupt nichts anderes als "40", "0.65" und "Phase". Also Vergrößerung, n.A. und dass es ein PhaKo-Objektiv ist. Kein Hersteller, keine Tubuslänge, keine Deckglasstärkenempfehlung.
Der Kondensor ist eine drehbare Scheibe mit vier Einstellmöglichkeiten, soweit ich sehe für 10er-Objektiv, 20er/40er-Objektiv, 100er-Objekt und "0" für Einsatz ohne Phasenkontrast (oder?).
Als erstes habe ich mal versucht zu köhlern. Hinter dem Beleuchtungsausgang im Fuß befindet sich eine Drehrad zum öffnen und schließen der Blende im Lichtausgang - ich nehme an dass dies die Köhlerblende ist. Beim 10er lässt sich das Polygon im Okular wunderbar scharfstellen und der Kondensor zentrieren. Beim 40er keine Chance! Ich bekomme annähernd eine Schärfe an zwei Seiten des Polygons aber der restliche Umriss verschwimmt total. Also ob die Beleuchtung oder etwa eine Linse oder so schräg wären. Ist das ein mechanisches Problem, oder kann ich da etwas einstellen?
Ich habe auch versucht die Beleuchtung zu zentrieren, aber wenn ich an den entsprechenden beiden Stellschrauben hantiere, dann verändert sich mein Licht in keinster Weise. Ich kann beim Durchschauen keinerlei Änderung erkennen, ob ich die Lampe in Längs- oder Querrichtung verschiebe. Ist das normal?
Mit Phasenkonstrast selbst habe ich noch nie gearbeitet. Theoretisch müsste ich aber ja doch ein Zentrierfernrohr fürs Okular haben, oder? Habe ich aber keines, lässt sich sowas problemlos nachkaufen, oder muss man da auf spezielle Dinge achten? Also muss es genau das sein, was original zum Euromex ML5000 gehört, oder kann ich da irgendeines kaufen?
So wie ich das bisher allerdings sehe, macht der Versuch, Phasenkontrast zu benutzen bei diesem Mikroskop erst Sinn, wenn die Frage nach der Köhlerung des 40ers geklärt ist, oder?
Ich würde das Mikroskop gerne mit und ohne Phasenkontrast nutzen. Das sollte ja problemlos möglich sein, wenn ich die entsprechenden Objektive habe. Also schwebt mir da vor ein 10er, ein 40er PhaKo und ein 40er normal sowie ein 100er PhaKo und ein 100er normal. Aber wie soll ich das mit den unterschiedlichen Objektivlängen vereinbaren? Das normale 100er passt da längenmäßig gar nicht rein - gibt es denn spezielle kurze 100er-Objektive?
Fragen über Fragen, und wahrscheinlich ziemlich einfältige dabei .... Ich würde mich freuen, wenn sich trotzdem jemand die Mühe macht, mir hier weiterzuhelfen.
ganz herzlichen Dank schon mal,
Andreas
Hallo nochmal,
also um keine Unklarheiten aufkommen zu lassen:
Sowohl das 100er als auch das 40er Objektiv funktionieren einwandfrei im normalen Hellfeld, und das 40er bildet auch mit der entsprechenden Kondensoreinstellung 20/40 einen Phasenkontrastbild. Auch ohne Zentrierfernrohr. Aber ich vermute, dass das Bild optimiert werden könnte mittels Zentrierfernrohr?
Als 100er müssen dann wohl entsprechend längenmäßig passende Objektive gekauft werden? Denn jedes Mal das 100er rauszuschrauben wenn ich ein danebenliegendes Objektiv benutzen will ist keine Dauerlösung .....
beste Grüße,
Andreas
Lieber Andreas,
am besten du schraubst mal alle Objektive raus, stellst sie mit der relelevanten Beschriftung nach vorne in eine Reihe und stellst ein Foto davon rein. Dann sieht man vielleicht schon mal mehr. Offenbar haben die Phasenkontrastobjektive nicht die gleiche Abgleichlänge, wie die "normalen".
Grüße
Martin
Hallo Martin,
auf dem 3. Bild siehst Du das 20er mit der Beschriftung. Es steht wirklich nichts anderes drauf als "20", "0.40" und rückseitig dann "Phase". Aber eigentlich spielt das ja auch keine Rolle. Mein Problem ist, zwar auch, dass die Objektive nicht gegeneinander abgeglichen sind, aber jedes einzelne Objektiv funktioniert ja. Ich bin sicher, ich könnte mir einen Satz PhaKo-Objektive in "normaler" Länge kaufen und alles würde funktionieren. Vorausgesetzt dass das Euromex ML5000 auch eine Tubuslänge von 160 mm hat, was ja aus den PhaKo-Objektiven nicht ersichtlich ist. Aber da das normale 160er-100er einwandfrei funktioniert, sollte die Tubuslänge schon 160 mm sein.
Ich frage mich halt erstens, welche Objektive soll ich kaufen dass es passt, und zweitens warum lässt sich das 40er nicht köhlern. Liegts am Objektiv selbst oder an der Beleuchtung oder am Kondensor? Und drittens die Frage ob ich ein Zentrierfernrohr brauche.
beste Grüße,
Andreas
Hallo Andreas,
schaust Du mal hier (Ausschnitt): "Bei der Arbeit am Mikroskop ist es öfters notwendig, in die hintere Brennebene des Objektives zu blicken um zB beim
Phasenkontrast die Ringblende und den Phasenring zu zentrieren. Die einfachste Möglichkeit ist das Okular zu entfernen und ein Blatt Papier mit einem kleinen Loch auf den Tubus zu legen. Bei schwachem Licht lässt sich der Phasenring erkennen.
Für eine genauere und komfortablere Beobachtung gibt es ein Einstellfernrohr. Dieses wird anstelle eines Okulars angebracht und ermöglicht durch einen Auszug die exakte Einstellung auf das Auge und so eine scharfe Darstellung der hinteren Brennebene des Objektives...." S. 68 Quelle:
https://www.univie.ac.at/mikroskopie/pdf/Lichtmikroskopie.pdf
Gruß
Peter
Hallo Andreas,
ein Fernrohr macht das Zentrieren der Ringe natürlich einfacher. Du kannst auch versuchen, das Okular rauszunehmen und die Zentrierung frei Auge vorzunehmen, wenn du gute Augen hast.
Ohne Beschriftung der Objektive weiß man natürlich nicht, ob die überhaupt zu diesem Kondensor gehören. Mit Bresser kenne ich mich nicht aus.
Grüße
Martin
Edit: natürlich nicht Bresser, sondern Euromex...
Das runde Fenster vorne am Kondensor, wo wahrscheinlich der Wert des Objektivs angezeigt wird (10, 40 usw.) erinnert mich stark an Lomo. Das würde auch die kurze Abgleichlänge der Objektive erklären.
Grüße
Martin
Hallo,
ein Phasenfernrohr kann man i m m m e r gebaruchen, zur genauen Einstellung des Phako ist es sehr sinnvoll und man jedes beliebige Modell jedweder Firma nehmen, das 23 mm Durchmesser hat.
Was ist denn nun mit dem 100er? Ist es zu kruz oder zu lang? Also, wenn Du vom 40er zum 100 übergehst, was genau musst Du dann machen? das Ganze hat übriegns nicht mit "160 mm" zu tun - da sist die Tubuslänge. Hier geht es um die Agleichlänge (gängig sind 37 mm und 45 mm, bei neuerer Optik praktisch immer 45 mm).
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Andreas,
du kannst jedes Einstellfernrohr jeder Marke nutzen, wenn es in den Tubus passt. Du kannst auch eines der beiden Okulare heraus nehmen und umgekehrt über das andere halten, etwas in in der Höhe variieren bis Du die Phasenringe siehst, um sie dann genau über einander einzustellen.
Deine Objektive sind sicher von verschiedenen Herstellern. Ich würde mir ein kürzeres 100er Objektiv suchen. Ich hätte hier noch ein kurzes 90er LOMO-Immersionsobjketiv, das vielleicht gut zu Deinen Phasenobjketiven passt. Das könnte ich Dir mal zum Ausprobieren zuschicken.
Du kannst die Phasenobjektive mit geringen Kontrasteinbußen auch im Hellfeld nutzen, nur nicht umgekehrt.
Wenn Du keinen besonders gut korrigierten Kondensor hast, überwiegen beim Köhlern die Farbfehler, weil die unterschiedlichen Farben ja an unterschiedlichen Orten der Optischen Achse abgebildet werden. Dann bekommt man bei höheren n.A. die Leuchtfeldblende nicht wirklich scharf abgebildet. Es gibt aber i.d.R. einen Farbumschlag, wenn die richtige Kondensorhöhe erreicht ist und man die Blende wieder aufziehen kann. Eventuell hilft auch das Immergieren des Kondensors z.B. mit Aqua dest., um die Farben etwas näher beieinander abbliden zu können.
Beste Grüße
GErd
Hallo Andreas,
@Martin
das ist kein Bresser, sondern einEuromex, das sind schon Unterschiede!
Die Objektive sind keinesfalls von Lomo; die haben immer gelabelt. Die Lomo Kondensoren sind ebenfalls gut beschriftet und verfügen auch nicht über ein Randskala.
Insgesamt sieht es für mich aus, als hätte da jemand alle Teile, die er noch hatte, zusammengeschraubt, nach dem Motto "Ein Bild gibts immer".
Das Angebot von Gerd könnte ich noch erweitern, indem ich Dir leihweise ein kompletten Lomo Phasenset zum Testen gebe.
Das kommt jetzt aber auf den Durchmesser der Kondensorhalterung an; ein komplettes Phasenkontrastset von Zeiss/J mit Steckdurchmesser 37mm° wäre auch noch da, könnte ich auch abgeben wenns passt.
Grüße
Wolfgang
Zitat von: liftboy in Januar 30, 2022, 16:48:52 NACHMITTAGS
@Martin
das ist kein Bresser, sondern ein Euromex, das sind schon Unterschiede!
Den Lapsus hatte ich schon bemerkt und korrigiert...
Hallo zusammen,
die Objektive sehn mir nach Steindorff aus. Die Skala ist selbstangeklebt, wahrscheinlich um die schiefe Beleuchtung reproduzierbar einstellen zu können.
Ich meine, Steindorff hätte seine Objektive immer gelabelt. Der typische Doppelring in Farbe findet sich dort auch auf der Außenhülse
Der Kondensor ist ja gelabelt (auf dem Foto nicht lesbar). Das hilft vielleicht weiter.
Hallo,
das ML5000 ist sicher von Meiji und wurde wohl auch als Euromex gelabelt verkauft. Das Ml5000 gibt es immer noch neu von Meiji. Ich bin mir ziemlich sicher, dass der Phasenkondensor original Meiji ist, ob es die Objektive sind, kann ich nicht zuverlässig sagen. Wenn Phasenring im Objektiv und Lichtring zueinander passen, würde ich aber davon ausgehen, dass es die originalen Objektive sind. Die sehen zwar heute anders aus, aber es kann sein, dass es sich um eine frühere Serie handelt.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo,
ich sehe es wie Wolfgang und denke, da wurde ein wenig "gemischt" was die Komponenten angeht.
Und das Besorgen eines neuen Satzes Objektive beinhaltet die Gefahr, dass diese wahrscheinlich nicht zu den Phasenringen des Kondensors passen werden.
Ohne ein Zentrierfernrohr ist das alles eine sehr mühsame Sache.
Freundliche Grüße
Peter
Hallo,
zunächst mal besten Dank für die vielen Tipps und Angebote!
Als erstes werde ich mir also ein Zentrierfernrohr zulegen, war mir nur nicht sicher ob ich da ein auf den Mikroskoptyp bezogenes Teil brauche oder das egal ist.
Zitat von: Peter V. in Januar 30, 2022, 16:11:59 NACHMITTAGS
Was ist denn nun mit dem 100er? Ist es zu kruz oder zu lang? Also, wenn Du vom 40er zum 100 übergehst, was genau musst Du dann machen? das Ganze hat übriegns nicht mit "160 mm" zu tun - da sist die Tubuslänge. Hier geht es um die Agleichlänge (gängig sind 37 mm und 45 mm, bei neuerer Optik praktisch immer 45 mm).
Ja, schon klar, dass die Abgleichslänge nichts mit der Tubuslänge zu tun hat. Aber wenn ich mir andere Objektive zulegen möchte, dann müsste ich schon wissen, welche Tubuslänge ich für mein Modell benötige. Und da das auf den Objektiven nicht draufsteht und ich das aus der Anleitung für das ML5000 nicht entnehmen könnte, wollte ich mal nachfragen, ob das auch wirklich ein Modell mit 160er Tubuslänge ist.
Das 100er ist zu lang, oder die anderen sind zu kurz. Kann man sehen wie man will ;-) Jedenfalls müsste ich nach dem 40er immer den Tisch runterdrehen damit das 100er reinpasst. Wenn ich das mache, dann kann ich mit dem 100er im Hellfeld normal mikroskopieren. Mit den kurzen kann ich auch normal mikroskopieren, halt dann bei höherem Tisch.
Ich glaube dass der Kondensor zum Mikroskop gehört, aber die Objektive vielleicht nicht. Auf jeden Fall das 100er nicht.
Ich nehme an, dass ich egal welche 160er Tubuslänge-PhaKo-Objektive einsetzen kann und sie funktionieren werden (abgesehen von unterschiedlichen Qualitäten je nach Modell). Jedenfalls werde ich das mal ausprobieren, und dann mit einem Zentrierfernrohr schauen, wie der Stand dann so ist.
herzlichen Dank für Eure Hilfen!
Andreas
Hallo,
ein Einstellfernrohr (23 mm) hätte ich übrig, würde ich Dir preiswert überlassen. Falls Du Interesse hast melde Dich unter d.kramer.reinheim(at)gemx.de. Nebenbei: schreib doch mal, wo Du wohnst. Vielleicht kann Dir jemand in der Nähe helfen.
Detlef
Hallo Andreas,
ich meine einmal gelesen zu haben, daß Euromex nicht zu den schlechtesten Anbietern gehört, die gibts ja schon ganz schön lange. Vielleicht macht es Sinn einmal dort in Arnheim (NL) nachzufragen, ob die Dir Informationen über Tubuslänge und Abgleichlänge dieses älteren Geräts geben können. Vielleicht kannst Du sogar Fotos der Objektive hinschicken und fragen, ob die Original sind.
Viele Grüße, Jochen
Hallo,
hier gibts zumindestens eine englische Bedeinungsanleitung von Meiji:
https://meijitechno.com/pdfs/ml5000_manual.pdf
Jochen
Guten Abend,
wenn man bei Google die Suchbegriffe 'tube length meiji ml5000' eingibt, erhält man schon zu Anfang 2 weiterführende Links, die auf eine Tubuslänge von 160mm schließen lassen:
https://meijitechno.com/ml5000-halogen-binocular-bf-biological-microscope (bei den Abbildungen der Objektive)
https://www.photomacrography.net/forum/viewtopic.php?p=212889 (Beitrag Charles Krebs, siehe auch seine verlinkte PDF...)
Somit dürfte hier Klarheit bzgl.Tubuslänge bestehen...aber wie es mit der Abgleichlänge der Phako-Objektive aussieht??? Zumindest bei den normalen Objektiven wird von 45mm geschrieben. Eigenartig finde ich bei Meiji, dass auch die endlich-Objektive (TL160) mit dem X hinter der Vergrößerungsangabe graviert sind. Das ist nach meinem bisherigen Verständnis eigentlich ein Hinweis auf Tubuslänge unendlich...aber das können wir hier glaube ich ausschließen.
Aber ein paar mehr Infos haben wir ja nun beisammen.
Viele Grüße
Kay
ebay USA bietet noch ein wenig mehr Informationen zu Meiji...zumindest sind mal Phako-Objektive zu sehen und ein ML5000 mit Phako-Ausstattung:
https://www.ebay.com/itm/284144022684?hash=item42284db49c:g:0mgAAOSwMr1XPM~E
https://www.ebay.com/itm/124086485896?hash=item1ce4218388:g:Al8AAOSwjkVeSeXZ
https://www.ebay.com/itm/362917531107?hash=item547f920de3:g:5G4AAOSwOFZeSekI
https://www.ebay.com/itm/362917528776?hash=item547f9204c8:g:25UAAOSwnpleSeey
Irgendwie sehen die Objektive anders aus als die an Deinem Meiji...vielleicht kannst Du damit Deine Objektive eingrenzen oder identifizieren...
Viele Grüße
Kay
Zitat von: jochen53 in Januar 31, 2022, 17:01:34 NACHMITTAGS
... ich meine einmal gelesen zu haben, daß Euromex nicht zu den schlechtesten Anbietern gehört, die gibts ja schon ganz schön lange. ...
Das muss ich wohl vor vielen Jahren auch mal gelesen haben. 8)
Mein erstes Mikroskop in den 80er Jahren war damals ein Euromex. Das ist schon lange her und ich war stolz darauf.
Nachdem ich dann mal in ein OLYMPUS (CH2) sehen durfte, stellte ich fest, dass man bei Pilzsporen die Ornamente sehen kann und nicht nur mühevoll erahnen muss.
Soviel zu meinen Erfahrungen mit Euromex.
Freundliche Grüße
Peter
PS: Nachdem ich zwischenzeitlich einige relativ junge, "preisgünstige", chinesische Mikroskope testen durfte, kann ich allerdings bestätigen, dass Euromex nicht zu den schlechtesten Anbietern gehört. :)
Hallo,
nachdem nun feststeht, daß die Original-Meiji Objektive DIN Objektive mit 45 mm OAL für 160 mm TL sein sollten und auch Fotos von Objektiven mit Originalgravur gezeigt wurden, kannst Du Deine fraglichen Objektive mal ausmessen (Frontlinse bis Anschlagfläche des Montageflanschs). Eine 100er Ölimmersion mit 45 mm OAL ist fast genau 45 mm lang, ein 40/0,65 Trockenobjektiv ebenfalls, der Arbeitsabstand ist < 1 mm. Wenn die Objektive deutlich kürzer sind (so um die 35, 36, 37 mm), dann haben sie eine kürzere OAL und gehören zu anderen Stativen. Auch an einem 20er oder 25er müßte man durch Messung der Länge eindeutig sehen können, ob sie 45 mm oder eine kürzere OAL haben.
Jochen
Hallo zusammen,
kann es sein, dass Meiji da Olympus nachgeahmt hat? Das würde 36mm? OAL nahelegen, was Olympus eben vor 45mm hatte.
Wie eine wilde Mixtur sieht das für mich nicht aus, ich vermute eher, dass Mikroskop, Kondensor und die kurzen Phasenkontrastobjektive zusammen verkauft wurden, und nur die zwei Objektive dazu kamen.
Viele Grüße,
Bob
Hallo Gerd,
herzlichen Dank für Deine Informationen und das Angebot. Ein 90er möchte ich mir eigentlich nicht zulegen, da ist mir die Umrechnerei zu nervig.
beste Grüße,
Andreas
Zitat von: plaenerdd in Januar 30, 2022, 16:13:53 NACHMITTAGS
Hallo Andreas,
Ich hätte hier noch ein kurzes 90er LOMO-Immersionsobjketiv, das vielleicht gut zu Deinen Phasenobjketiven passt. Das könnte ich Dir mal zum Ausprobieren zuschicken.
[....]
Beste Grüße
GErd
Hallo,
tut mir leid um die späte Reaktion, aber ich hatte in letzter Zeit leider keine Zeit mehr für das Mikroskop. Und als ich dann wieder welche hatte, habe ich als erstes geschafft, den Feintrieb zu überdrehen so dass der jetzt erst mal repariert werden muss :'(
Das mit der Objektivlänge ist mir nicht ganz klar, von wo nach wo da gemessen wird. Wenn ich bis zum hellblauen Pfeil messe, dann sind es ca. 35-36 mm. Messe ich das komplette Objektiv bis zur dunkelblauen Pfeilmarkierung, dann sind es 45 mm.
beste Grüße,
Andreas
Zitat von: jochen53 in Februar 01, 2022, 08:53:17 VORMITTAG
Hallo,
nachdem nun feststeht, daß die Original-Meiji Objektive DIN Objektive mit 45 mm OAL für 160 mm TL sein sollten und auch Fotos von Objektiven mit Originalgravur gezeigt wurden, kannst Du Deine fraglichen Objektive mal ausmessen (Frontlinse bis Anschlagfläche des Montageflanschs). Eine 100er Ölimmersion mit 45 mm OAL ist fast genau 45 mm lang, ein 40/0,65 Trockenobjektiv ebenfalls, der Arbeitsabstand ist < 1 mm. Wenn die Objektive deutlich kürzer sind (so um die 35, 36, 37 mm), dann haben sie eine kürzere OAL und gehören zu anderen Stativen. Auch an einem 20er oder 25er müßte man durch Messung der Länge eindeutig sehen können, ob sie 45 mm oder eine kürzere OAL haben.
Jochen
Hallo Andreas,
ich möchte dich ermutigen zu tun was Martin am Anfang von diesem Thread geschrieben hat: schraube alle Objektive vom Mikroskop stelle sie in eine Reihe neben einander und mache 2 Bilder einmal die vordere Seite einmal die hintere Seite und zeige uns diese Bilder. Denn dann sehen wir alle was du für eine Objektiv Sammlung hast und können dir beeser Support geben.
Oder habe ich etwas übersehen?
Gruss Arnold
Hallo Andreas,
das relevante Maß ist von der Frontlinse bis zum Gewindeanschlag (also ohne das Gewinde).
Grüße
Martin
Hallo,
das relevante Maß für die Abgleichlänge ist der Abstand zwischen Objekt und Gewindeanschlag.
Bei Öl-Objektiven reicht i.d.R. die Messung zwischen Frontlinse und Gewindeanschlag,
bei allen anderen muss das Objekt fokussiert werden der Abstand gemessen werden.
Grüße
Georg
Hallo Anton,
Martin hat die Baulänge des Objektives beschrieben und Georg die Abgleichlänge. Siehe auch Mikrofiebel (https://www.mikroskopie-forum.de/pdf/mikrofibel.pdf)Seite 54. Wichtig ist die Abgleichlänge, damit die Objektive zusammenpassen. Die Baulänge ist bei niedrig vergrößernden Objektiven oft geringer als bei denen höherer Vergrößerung, auch wenn sie die gleiche Abgleichlänge haben.
LG Gerd
Hallo Gerd,
wenn du mit " Anton " mich meinst, bin ich der Arnold!
Du schreibst:
Zitat
Martin hat die Baulänge des Objektives beschrieben und Georg die Abgleichlänge. Siehe auch Mikrofiebel Seite 54. Wichtig ist die Abgleichlänge, damit die Objektive zusammenpassen. Die Baulänge ist bei niedrig vergrößernden Objektiven oft geringer als bei denen höherer Vergrößerung, auch wenn sie die gleiche Abgleichlänge haben.
Damit wissen wir noch nicht welche Objektive der Fragesteller an dem besagten Mikroskop angeschraubt hat. Oder habe ich etwas übersehen? Auf Grund der gezeigten Bilder wage ich jedenfalls nicht eine Aussage zu machen oder einen Rat zu geben.
Gruss Arnold
Hallo,
hier dann die beiden Ansichten der Objektive.
Dass das 100er nicht dazu gehört ist mir schon klar. Meine Überlegung war ja eigentlich, ob ich von diesen Objektiven das 10er und 40er behalten soll und mit einem (zwei?) 100er ergänzen soll, oder ob es besser wäre das 100er zu behalten und mit einem (zwei) 40er und einem 10er zu ergänzen.
In der Praxis des Mikroskopieren benötige ich fast ausschließlich das 40er und das 100er. Ich vermute mal, das sollte ich dann sowohl als PhaKo als auch als Normalobjektiv haben. Die Einbußen bei Verwendung eines PhaKo-100er im normalen Durchlicht mögen gering sein, aber sie sind da. Und ich würde schon im normalen Durchlicht gerne noch besser sehen, da scheint mir ein PhaKo-100er als Normalobjektiv nicht zielführend. 10er benötige ich kaum mal, nur so als kurzen Überblick zum Präparat suchen. Da reicht mir eines mit Sicherheit, egal ob PhaKo oder nicht. Oder sehe ich das falsch? Ich habe halt keine Erfahrung mit Phasenkontrast bisher.
beste Grüße,
Andreas
Hallo Andreas,
danke für die Bilder. Jetzt haben wir alle vor Augen was du für Objektive an diesem Mikroskop hast.
Zum Abgleich:
Nimm das 10er Objektiv ganz links und den 100er ganz rechts. Wenn du mit diesem 10er das Bild scharf stellst und von dort zum 100er übergehst, ist dann das Objekt in etwa im Fokus? Wenn ja, hast einmal 2 Objektive die miteinander harmonieren.
Zum Phasenkontrast:
Dann nimmst du die 3 mittleren, also das 10/20/40 Phase. Die sollten ja auch untersich den gleichen Abgleich haben. Köhlerst im Hellfeld mit dem 10er oder 20er und wechselst dann auf Phasenkontrast. Hast du dazu ein geeignetes Objekt? z.B. Mundschleimmhautzellen sind ideal.
Und dann berichte uns wieder was die Ergebnisse sind. Dann können wir weiter helfen.
Gruss Arnold
Hallo Andreas,
10 blau, 20 grün und 40 rot scheinen aufgrund des gemeinsamen Designs der Fassung zusammen zu gehören. 10 gelb und 100 schwarz gehören nicht zusammen und scheinen von verschiedenen Herstellern zu stammen.
Auffallend ist, daß 100 schwarz und 40 rot eine stark unterschiedliche Länge haben. Das deutet darauf hin, daß das 100er eine längere Objektiv-Abgleichlänge hat, vermutlich 45 mm. Das 40er müßte fast genauso lang sein, wenn es ebenfalls 45 mm OAL hätte. Daher haben 10 blau, 20 grün und 40 rot wahrscheinlich eine geringere OAL. Dann müßtest Du nach einem (oder 2) 100er suchen, das dieselbe OAL hat, wie die 3 zusammen gehörenden. Das 100er Ph-Objektiv müßte dann aber auch zu Deinem Phasenring im Kondensor passen.
Mit verwirrenden Grüßen, Jochen
Hallo Arnold,
aber das hatte ich ja längst schon geschrieben, dass die drei PhaKo 10-20-40 zusammengehören und kürzer sind, und das 100er ein "normales" ist und normale Länge hat.
Wichtig war mir jetzt erst mal zu erfahren, dass es NICHT egal ist welches PhaKo-100er ich dazu kaufe, denn es muss offensichtlich zum Phasenring passen.
Und wenn ich jetzt noch wüsste, wie ich erkenne, welchen Phasenring mein Kondensor hat, dann könnte ich mich mal auf die Suche machen. Und dann werde ich schon sehen, ob ich ein kurzes 100er PhaKo mit dem passenden Phasenring bekomme UND ein normales kurzes 100er um meine 10-20-40 zu ergänzen, oder ob ich je ein 40er und 100er normal lange PhaKo kaufen muss, dass ich dann mit meinen normalen 40er/100er ergänzen kann.
beste Grüße,
Andreas
Hallo,
habe gerade bemerkt, dass in meiner Antwort #26 das Bild mit dem Objektiv wo ich die Länge eingezeichnet hatte nicht hochgeladen hat. Editieren kann ich das dort nicht mehr, aber der Vollständigkeit halber stelle ich es jetzt noch ein.
beste Grüße,
Andreas
Hallo Andreas,
der hellblaue Strich bezeichnet die Auflagefläche. Abgleichlänge = Abstand vom hellblauen Strich bis zum Objekt, wenn dieses scharf eingestellt ist.
Hallo Arnold,
ich meinte in Antwort #30 mit "Anton" Andreas, nicht Dich. Sorry für 's Verschreiben.
LG Gerd
Hallo Andreas,
die Frage ist: wie viel willst du in diese Baustelle investieren?
Die Suche nach ergänzenden Objektiven der kürzeren Abgleichlänge wird dir ebenso Zeit und und Mühe kosten wie die Suche nach ergänzenden Objektiven der längeren Abgleichlänge die dann auch noch mit dem vorhandenen Ph Kondensor harmonieren.
Das sind jetzt nicht so hilfreiche Ratschläge. Wenn dir das vorhandene 100er ein wirklich gutes Bild bringt, kannst du daneben einen ganz einfachen 40er Achromaten 45mm Abgleichlänge nehmen und damit im Hellfeld mikroskopieren.
Ich wünsche gutes Entscheiden.
Gruss Arnold
Hallo Arnold,
je, genau, das ist die Frage. Da bin ich mir selber aber nicht schlüssig, offen gestanden. Nur muss ich ja erst mal rauskriegen, was ich eigentlich brauche, um dann zu sehen was das finanziell so ausmachen könnte. Dann kann ich erst entscheiden ob mir das zusagt oder nicht.
Ich persönlich finde Phasenkontrast bei Pilzen eigentlich entbehrlich. Aber da ich ja auch Mikroskopierkurse durchführe, hätte ich gerne eines mit PhaKo um den Kursteilnehmern mal zeigen zu können, was PhaKo bringt und was nicht. Wieviel ich dann investieren möchte, das muss ich wie gesagt sehen. Als normales Durchlichtmikroskop mit einem normalen Satz Objektive kann ich es ja immer nutzen, insofern waren die 200 Euronen für das Gerät meiner Ansicht nach keine Fehlinvestition.
besten Dank und herzliche Grüße,
Andreas
Hallo Andreas,
ZitatIch persönlich finde Phasenkontrast bei Pilzen eigentlich entbehrlich. Aber da ich ja auch Mikroskopierkurse durchführe, hätte ich gerne eines mit PhaKo um den Kursteilnehmern mal zeigen zu können, was PhaKo bringt und was nicht.
Phasenkontrast ist das Kontrastverfahren der Wahl um natürliche , ungefärbte Objekte wie sie eben in der Pilzmikroskopie immer wieder vorhanden sind, deutlich sichtbar zu machen.
Sofern für dich i.O. gerne mehr dazu per PN.
Gruss Arnold
Nachtrag zu oben geschriebenen:
M. salicina Lamelle quer ungefärbt im Phasenkontrast allerdings hier mit dem eingeschobenen Blaufilter fotografiert.
Arnold Büschlen