Hallo,
ich bin neu hier im Forum, und habe mich bisher mit Mikroskopie garnicht beschäftigt.
Allerdings hatte ich im Studium zumindest theoretisch mit der Erkennung verschiedener Hefestämme auf mikroskopischen Abbildungen zu tun.
Vorweg tut es mir schon mal leid, wenn ich das Forum hier zu einer Kaufberatung nötige! Ich habe bereits gegoogled was das Zeug hält, und keine befriedigende Antwort gefunden - und bitte entschuldigt wenn meine Frage meine große Unkenntnis in Sachen Mikroskopie zum Ausdruck bringt:
Gibt es eine preiswerte (<100 Euro) Lösung, ein Mikroskop zu beschaffen dass lediglich in der Lage sein soll, Hefezellen zu beobachten - und auch das nur sporadisch (ich werde es nicht all zu oft brauchen, und mich mit Mikroskopie abgesehen davon auch nicht sehr viel auseinandersetzen)?
Worauf sollte ich achten, was sind die Mindestanforderungen die ich an das Mikroskop stellen muss? Reicht vielleicht sogar ein Kinder-Mikroskop aus? Hefezellen haben eine größe von etwa 20mü . Ich habe gelesen dass dazu eine 400fache Vergrößerung genügt, an anderer Stelle habe ich gelesen dass die Vergrößerung nicht viel aussagt. Verschwommene Bilder oder schlechtes Licht macht mir nichts aus, so lange ich die Hefezellen irgendwie erkennen kann.
Toll wäre es, wenn ich in etwa folgende Resultate erkennen könnte:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/29457_17059405.jpg)
Ich dank euch!
Rudi
Hallo Rudi,
das Bild hast Du doch hier raus und da gibt es auch eine schöne Beschreibung über die Mikroskopie im Weinbau.
Warum schaust Du da nicht erst mal rein?
http://www.lwg.bayern.de/analytik/mikrobiologie/18390/
Die Bildqualität wirst Du schwerlich mit einem Mikroskop der Unterklasse erzielen können. Das sieht mir nach DIC aus
Prosit! ;)
Hallo -
die Aussagen " solange ich die Hefezellen irgendwie erkennen kann .." ist nicht hinreichend für vernünftige Ratschläge. Willst du sie zählen, Sprossung beobachten, Vitalität feststellen, Arten bestimmen?.
Davon hängt es ab, wie das Mikroskop beschaffen sein muss!
Das Bild oben wurde mit einer Einrichtung gemacht, für die du einen unteren Mittelklassewagen erwerben kannst!
Gruß
RB
Hallo reblaus,
Mittelklassewagen?
Na so'n Mist.
Ich hoffe dass ich mit 100 Euro wegkomme. Sprossung und Zählen ist erstmal uninteressant, Arten bestimmen will ich (also einfach die Äußere Form der Zellen erkennen).
Und mehr muss es auch garnicht können.
Habe an anderer Stelle gelesen dass ein "Kindermikroskop" für sowas ausreicht. Konnte aber nicht in Erfahrung bringen welches er genau meint.
Sollte ich ziemlich bald die Lust an dem Thema verlieren, dann waren es "nur" 100 euro - und es wird an ein echtes Kind weitergeschenkt oder so.
Und wenn ich mich doch fürs Mikroskopieren begeistern kann, gilt das selbe wie oben, nur dass ich mir dann halt ein besseres anschaffe.
Klaus: den Text hatte ich mir bereits durchgelesen, war auch sehr aufschlussreich für mich, allerdings hilft mir das in Sachen Kaufempfehlung nicht weiter - trotzdem danke für den Hinweis!
Danke für Eure Hilfe!
(PS: ich habe übrigens bisher an sowas wie das "Bresser BioDiscover" Mikroskop gedacht)
Gruß,
Rudi
Hallo Rudi,
lass den Hunni stecken, damit machst Du auch einem Kind keine Freude; EHRLICH!
Werd Dir erstmal klar, was Du genau willst, les ein bischen im Forum und der Mikrofibel herum und denke ein bischen nach.
Anschließend wirst Du mehr wissen und Dir einen großen Teil Deiner Fragen selbst beantworten können.
Gruß
Wolfgang
Hallo Rudi -
ich meinte natürlich ein neues Mikroskop und einen gebrauchten Mittelklassewagen!
Aber mal im Ernst. Für 300 € kriegst du ein altes, aber funktionstüchtiges Zeiss Standard oder eine andere gute Marke mit brauchbaren Objektiven, das auch Hefen hinreichend darstellt. Wenn es Spass macht, kannst du es auf dem reichhaltigen Gebrauchtmarkt aufrüsten. Wenn es keinen Spass macht, kriegst du es für den selben Preis jederzeit wieder los.
Wenn dein Mikroskop für einen Hunni Spass macht (wobei die Wahrscheinlichkeit dafür geringer ist als im obigen Fall), dann musst du zum Aufrüsten doch ein anderes kaufen. Wenn es keinen Spass macht, kriegst du auf dem Gebrauchtmarkt noch eine Anerkennungsgebühr dafür.
Nur Meinungsäußerung, kein Ratschlag.
Gruß
Rolf
Hallo Rudi,
es ist durchaus möglich ein brauchbares und robustes Mikroskop um die 100€ bekommen.
Wenn es wirklich nur für den genannten Zweck benutzt werden soll und sicher ausgeschlossen
ist dass später aufgerüstet werden soll, empfehle ich ein Steindorff-Gerät. Es gibt sie oft schon unter 100€
bei Ebay. Es sind sehr stabile Labor-Mikroskope. Allerdings liefern diese nicht solche Bilder wie von ihnen
eingestellt. Diese Geräte werden zu unrecht als wenig brauchbar hingestellt. Es kommt darauf an was man damit vor hat. Ich besitze eine vielzahl von Zeiss- und Leitz-Mikroskopen, aber auch einige von Steindorff. Ich habe früher selbst mit Hefe gearbeitet und diese sind ja vergleichsweise groß. Also erkennt man bei 400facher Vergrößerung und der Auflösung der einfachen Steindorff-Optik schon sehr viel. Selbstverständlich
kann man mit Zeiss/Leitz-Geräten mehr anfangen, aber es ist wie mit Computerprogrammen. Ich brauche kein "WORDprofesional" um einen kleinen Brief zu schreiben.
Dazu kommt, dass man auch die Steindorf-Mikroskope zum Einkaufspreis wieder los wird, wenn dieser nicht über ca. 100€ liegt.
Wichtig ist das die Optik in Ordnung ist!
Viele Ärzte haben diese Mikroskope in ihren Praxen stehen. Würden sie nichts taugen, wären sie dort nicht anzutreffen.
Viele Grüße
Harald
P.S.: Kindermikroskop geht gar nicht!!!
Hallo,
ich habe etwas im Forum herumgestöbert - ich muss gestehen ich wusste nicht wie vielseitig dieses Thema sein kann.
Ich finde es auch toll, und kann gut verstehen, dass Ihr euch nicht mit 08/15 Mikroskopen zufrieden gebt.
Zu meiner Ignoranz: Mein eigentliches Hobby ist das Bierbrauen, über dieses Hobby bin ich dann zum Hobby "Hefen selbst kultivieren" gekommen, ohne das erstere zu vernachlässigen. Ein 3. Hobby kann ich mir im Moment nicht erlauben - deshalb ist eine Mikroskopbeschaffung bei mir im Moment nur Mittel zum Zweck, zu kontrollieren welche Hefen ich gerade heranzüchte.
Herr Dr. Maage, dann wird es wohl besser ein gebrauchtes sein, als ein Kindermikroskop zum gleichen Preis. Die Vergrößerung ist bei Hefen tatsächlich zweitrangig - soweit habe ich mich schon "eingelesen". Ich habe übrigens hier im Forum schon öfters gelesen dass bei einigen noch ein Hertel & Reuss Studio C in Betrieb ist (ich hoffe nicht NUR aus Nostalgie-Gründen). Ein ähnliches (gleiche Firma, anscheinend etwas neuer, mehr Angaben als "Kursmikroskop" hab ich bisher nicht) könnte ich mir wohl für wenig Geld beschaffen - mal sehen.
Danke für die tollen Ratschläge!
Gute Nacht,
Rudi
Hallo Rudi,
habe eben kurz bei Ebay nachgesehen. Zur Zeit werden zwei Steindorff-Geräte angeboten. Das eine liegt über 200€ und ist somit zu teuer. Das Andere besitzt keine eingebaute Beleuchtung (nur mit Spiegel) und nur ein Monokular-Tubus. Es ist denke ich auch nicht geeignet. Es sind in letzter Zeit jedoch etliche angeboten worden. Die meisten gingen so für um 80€ weg. Also etwas Geduld.
Sowohl eingebaute Beleuchtung als auch Binokular-Tubus sollte schon sein.
Gruß
Harald
Hallo Harald,
hab auch grad bei ebay geschaut!
ich hab bei Kollegen vor ein paar Jahren mal ins Mikroskop gucken dürfen.
Ich bilde mir ein, dass ich mit Binokular so meine Probleme hatte - ist es möglich dass man mit Monokular teilweise besser zurecht kommt? verbringe ja keine Stunden davor. Das erwähnte Mikroskop wäre nämlich Monokular, mit Beleuchtung.
Der "Binokular" Artikel bei Wikipedia sagt, dass Binokulare Mikroskope die keine Stereomikroskope sind (ich denke das meinst du mit Binokular?) keine qualitative Verbesserung bringen, Sondern lediglich ein "ermüdungsfreies" Mikroskopieren ermöglichen. Das wäre mir im moment eigentlich nicht so wichtig.
Und wie gesagt, ich bilde mir ein dass ich lieber mit einem Auge gucke, bei Binokular hatte ich einen Knick in der Optik, hab irgendwelche Härchen gesehen die der Kollege aber nicht gesehen hat. (das ist wie gesagt ein paar Jahre her).
Hallo Rudi,
ZitatDer "Binokular" Artikel bei Wikipedia sagt, dass Binokulare Mikroskope die keine Stereomikroskope sind (ich denke das meinst du mit Binokular?) keine qualitative Verbesserung bringen, Sondern lediglich ein "ermüdungsfreies" Mikroskopieren ermöglichen. Das wäre mir im moment eigentlich nicht so wichtig.
Exakt so ist es! Und es ist durchaus möglich, was Du bezgl. Deiner kurzen Erfahrung mit einem Binokluar schreibst und und gar nicht so selten! Es gibt nicht wenige Mitmenschen, die es niemals schaffen, die einzelnen Bilder eines Binokulars miteinander zu verschmelzen. Für solche Mitmenschen ist ein Binokular zumindest nicht erforderlich ( wenngleich auch nicht unbedingt hinderlich, da man natürlich auch monokular dort hindurchsehen kann ). Aber das macht die Sache natürlich preiswerter, denn Monomikroskope erzielen stets niedrigere Preise.
Die Idee von Harald ist nicht schlecht, ein Steindorff ( allerdings mit Beleuchtung ) für 100 bis max. 120 EUR ( nicht mehr! ) ist eine sichere Bank. Es reicht für ( einfache! ) Hefemikroskopie sicher aus und ist für den gleichen Preis immer wieder veräußerbar. Mechanisch sind die fast immer in Ordnung, sie haben die Robustheit eines Traktors. Die Optik ist nach meinen Erfahrungen oft nicht gerade ein Highlight, aber für Hefe dürfte es reichen.
Das Gleiche ( bzgl der Wiederveräußerbarkeit ) gilt aber auch für ein einfach ausgesattetes Zeiss Standard, auch, wenn es ( mit Bino ) dann 250 - 350 EUR kostet. Standards sind relativ wertstabil ( und natürlich "richtig gute" Mikroskope ).
Bezgl. des Kindermikroskopes: Zwar würde eventuell(!) ein Bresser Biolux reichen, aber das würde ich allenfalls zum Lidl-Priesniveau von 59 EUR "empfehlen", zum normalen Ladenpreis - auch im Internet - wäre es mir schon zu teuer.
Allerdings solltest Du vielleicht jemanden konkret fragen, wenn Du ein bestimmtes Mikroskop suchst. Bei der Suche nach "Zeiss Standard" auf ebay findet man auch recht lustige Preisvorstellungen: Da werden schon einmal ulkige 739 EUR für ein Standard 14 mit ziemlich kruder Bestückung ( bekommt man meist für 250 - 300 EUR ) oder 675 EUR für ein monokulares Standard Junior von der Bundeswehr ( üblicher Preis 150 - 200 EUR ) imSofortkauf verlangt. Laß Dich davon nicht täuschen. Das tatsächliche Preisniveau dieser Geräte bei Auktionen liegt deutlich(!) darunter.
Wenn monokular reicht, sind übrigens die schwarzen Standard Junior ( meist aus ehemaligen Bundeswehr-Reservebeständen ) für bis 200 EUR auch ein sehr gute Empfehlung, wenn man sie bekommt. Sie sind in der Regel unbenutzt und gepflegt, da regelmäßig gewartet. Und habe eine saubere Optik.
Herzliche Grüße
Peter
Hallo Rudi,
sicher geht auch ein Mikroskop mit Monokular-Tubus. Besonders wenn man damit besser klar kommt und nicht Stunden lang hindurchschaut. Wie Peter schon ganz richtig anmerkt, hat man auch noch den Vorteil dass diese Geräte günstiger zu kaufen sind.
Habe eben bei nochmal bei Ebay rein geschaut. Nicht bei den Mikroskopen bin ich fündig geworden, sondern bei Antiquitäten (Artikelnummer: 320475675164).
Gruß
Harald
Zitat von: rudi in Januar 17, 2010, 01:23:41 VORMITTAG
ich hab bei Kollegen vor ein paar Jahren mal ins Mikroskop gucken dürfen.
Ich bilde mir ein, dass ich mit Binokular so meine Probleme hatte - ist es möglich dass man mit Monokular teilweise besser zurecht kommt? verbringe ja keine Stunden davor. Das erwähnte Mikroskop wäre nämlich Monokular, mit Beleuchtung.
Und wie gesagt, ich bilde mir ein dass ich lieber mit einem Auge gucke, bei Binokular hatte ich einen Knick in der Optik, hab irgendwelche Härchen gesehen die der Kollege aber nicht gesehen hat. (das ist wie gesagt ein paar Jahre her).
Rudi, auf Dauer würden Sie mit einem monokularen Instrument die größeren Schwierigkeiten haben. Das Mikroskop ist ein hochentwickeltes, komplexes wissenschaftliches Arbeitsinstrument. Da kann man nicht "mal eben so" beim Kollegen "reingucken", es sei denn der wäre ein begnadeter Lehrer, der die ersten beiden Stunden darauf verwendet, Ihnen das Instrument zu erklären, und genau zu zeigen, wie Sie es auf Ihre eigenen Augen einstellen müssen.
Wenn Sie
keinen erheblichen Augenfehler haben, was Sie im Alltag vorher nicht unbedingt hätten bemerken müssen, dann hat der Kollege das Instrument bestimmt nicht "mal so schnell" auf Ihre Augen eingestellt, und danach wieder zurückgestellt. Wahrscheinlich haben Sie Ihre Augen zu nahe an die Okulare gebracht und eine Wimper oder Augenbraue im Bildfeld gehabt.
Wenn Sie einen Augenfehler für möglich halten, dann gehen Sie vor dem Mikroskopkauf zum Augenoptiker, damit er feststellt ob ein Auge eine abweichende "Sehstärke" hat. Das kostet nichts.
Dann lesen Sie in der Mikrofibel das Kapitel
4.1 Das Mikroskop richtig einstellen, anschließend den Rest der Mikrofibel, damit Sie wissen, was Sie anschaffen wollen. Lassen Sie sich ein halbes Jahr Zeit damit, mindestens, damit Ihnen klar wird, ob Sie das Instrument nicht doch auch für andere Sachen verwenden möchten, als nur für Hefen etc.
Nach dem Kauf rechnen Sie bitte mit mindestens einem Vierteljahr, um mit Ihrem Mik. vertraut zu werden und lernen, es richtig einzustellen und richtig hineinzuschauen. Wenn Sie nur jeden Monat nur einmal kurz hineinschauen wollen, vergessen Sie das Ganze besser.
KH
Hallo Harald, Hallo Peter, Hallo Herr Henkel!
Danke für eure Hilfreichen Tipps. Ich mach mich auf die Suche nach den genannten Mikroskopen..
Herr Henkel: Bin gerade bei Kapitel 3 der Fibel, also auf gutem Wege oder so. :-)
Dort schreiben übrigens Sie selbst:
"Denken wir an das Mikroskop eines Braumeisters, das mit zwei preiswerten Objektiven, einem Okular und einem Dunkelfeldkondensor hinreichend bestückt sein kann. Manche Hobby Mikroskopiker spezialisieren sich auf ein bestimmtes Gebiet, ... Für Sie ist das Mikroskop nur Hilfsinstrument für ein anderes Steckenpferd."
Ich finde mich in dem Satz wieder.
Und, entschuldigen Sie bitte, ich denke gar nicht daran, "das mit dem Mikroskopieren" zu vergessen! ;-)
Was ich mit reingucken gemeint habe war, dass ich vor ein paar Jahren gemeinsem mit einem Kollegen im Labor gearbeitet habe, während dieser Hefen zählte & bestimmte, manchmal mit Mono, manchmal mit Bi, welches gerade frei war (tja im Labor geht's zu..)
Auf jeden Fall kann ich mich erinnern dass ich durch's Mono tolle, klare, eindeutige Bilder gesehen habe (für meinen Anspruch damals zumindest) - aber da haben Sie sicher recht, mit Einstellungen habe ich mich nicht beschäftigt, auf diese Erfahrung sollte ich also nicht zu viel geben.
Die Mikrofibel ist wirklich sehr interessant und hilfreich, vielen Dank dafür!
Gott zum Gruße,
Rudi
Zitat von: Klaus Henkel in Januar 17, 2010, 09:03:20 VORMITTAG
Zitat von: rudi in Januar 17, 2010, 01:23:41 VORMITTAG
ich hab bei Kollegen vor ein paar Jahren mal ins Mikroskop gucken dürfen.
Ich bilde mir ein, dass ich mit Binokular so meine Probleme hatte - ist es möglich dass man mit Monokular teilweise besser zurecht kommt? verbringe ja keine Stunden davor. Das erwähnte Mikroskop wäre nämlich Monokular, mit Beleuchtung.
Und wie gesagt, ich bilde mir ein dass ich lieber mit einem Auge gucke, bei Binokular hatte ich einen Knick in der Optik, hab irgendwelche Härchen gesehen die der Kollege aber nicht gesehen hat. (das ist wie gesagt ein paar Jahre her).
Rudi, auf Dauer würden Sie mit einem monokularen Instrument die größeren Schwierigkeiten haben. Das Mikroskop ist ein hochentwickeltes, komplexes wissenschaftliches Arbeitsinstrument. Da kann man nicht "mal eben so" beim Kollegen "reingucken", es sei denn der wäre ein begnadeter Lehrer, der die ersten beiden Stunden darauf verwendet, Ihnen das Instrument zu erklären, und genau zu zeigen, wie Sie es auf Ihre eigenen Augen einstellen müssen.
Wenn Sie keinen erheblichen Augenfehler haben, was Sie im Alltag vorher nicht unbedingt hätten bemerken müssen, dann hat der Kollege das Instrument bestimmt nicht "mal so schnell" auf Ihre Augen eingestellt, und danach wieder zurückgestellt. Wahrscheinlich haben Sie Ihre Augen zu nahe an die Okulare gebracht und eine Wimper oder Augenbraue im Bildfeld gehabt.
Wenn Sie einen Augenfehler für möglich halten, dann gehen Sie vor dem Mikroskopkauf zum Augenoptiker, damit er feststellt ob ein Auge eine abweichende "Sehstärke" hat. Das kostet nichts.
Dann lesen Sie in der Mikrofibel das Kapitel 4.1 Das Mikroskop richtig einstellen, anschließend den Rest der Mikrofibel, damit Sie wissen, was Sie anschaffen wollen. Lassen Sie sich ein halbes Jahr Zeit damit, mindestens, damit Ihnen klar wird, ob Sie das Instrument nicht doch auch für andere Sachen verwenden möchten, als nur für Hefen etc.
Nach dem Kauf rechnen Sie bitte mit mindestens einem Vierteljahr, um mit Ihrem Mik. vertraut zu werden und lernen, es richtig einzustellen und richtig hineinzuschauen. Wenn Sie nur jeden Monat nur einmal kurz hineinschauen wollen, vergessen Sie das Ganze besser.
KH
Lieber Herr Henkel,
er tut mir leid, dass ich Ihnen wieder einmal widersprechen muss:
Auch, wenn es uns schwerfällt: Wir müssen uns damit abfinden, dass mindestens 95 Prozent aller Mikroskope nicht von Liebhabern und Hobbymikroskopikern zur eigenen Erbauung verwendet werden, sondern schlicht und ergreifend für die meisten Verrwender nicht mehr als ein notwendiges Werkzeug sind. Und dieses Werkzeug sollte von seiner Leistungsfähigkeit und seinen Kosten dem Einsatzzweck angemessen sein.
Die MTA in der Routine benötigt ein einfaches, fehlertolerantes Mikroskop mit qualitativ mittlerer Optik, der Pathologe ein hochwertiges Mikroskop mit guter bis sehr guter optischer Ausstattung, vor allem aber optimiert im Hinblick auf die Möglichkeit, sehr lange Zeit ermüdungsfrei vor einem solchen Gerät zu sitzen, sodass hier ergonomische Aspekte ganz im Vordergrund stehen. In der Forschung sind unter Umständen wiederum ganz andere Kriterien massgeblich, hier ist - je nach Anwendungszweck - vermutlich auf allerbeste Optik mit höchster Auflösung etc. Wert zu legen. Und der (Hobby)-Brauer, der nur - und wirklich nur - hin und wieder für wenigen Minuten seine Hefe anschauen möchte, braucht eben nicht mehr als ein einfaches "Brauereimikroskop".
Und der Fragesteller hat doch seinen geplanten ( äußerst pragmatischen ) Anwedungsfall sehr klar umrissen: Er möchte ein einfaches, preiswertes "Werkzeug" für sein eigentliches Hobby, das Brierbrauen und ( vielleicht ) die Hefezucht. Er läßt mir keiner Silbe erkennen, dass beabsichtigt, ein Hobbymikroskopiker zu werden und sich intensiv mit Mikroskopen und der Mikroskopie auseinandersetzen zu wollen. ( So, wie es die Arzthelferin und die MTA eben auch nicht möchte ).
Für diesen Anwendungsfall reicht ein halbwegs brauchbares monokulares Mikroskop auf jeden Fall aus!!!
Und ich glaube nicht, dass es vor der Anschaffung eines Mikroskopes für diesen kleinen speziellen Anwedungsfall einer Untersuchung beim Augenarzt oder Optiker und einer ein Viertaljahr dauernden Einarbeitung in die Mikroskopie bedarf ;)
Da mittlerweile ( nicht nur von Ihnen ) monokulare Mikroskope als quasi untauglich eingestuft werden, frage ich mich, wieso Tausende solcher Mikroskope noch in den Siebzigern von Zeiss hergestellt, sogar von der Bundeswehr für Feldlazarette gekauft und Kurssäle an Universitäten danit ausgestattet wurden und wie Generationen von Mikroskopikern damit arbeiten konnten.
Ich bleibe absolut dabei: Für gelegentliches, nicht stundenlanges Mikroskopieren als reines Mittel zum Zweck ist ein monokulares Mikroskop absolut ausreichend!
Um beim "Werkzeug" zu bleiben:
"Für ma alle paa Monate nen Dübel inne Steinwand zu kloppen brauchse keinen Hilti, da tut dat auch ne Bläck und Däkkkkker."
Herzliche Grüße
Peter ( Voigt, der aus dem Ruhrgebiet )
Hallo Rudi,
richtig, nicht entmutigen lassen;-) . Noch ein Gerät welches für dich geeignet sein könnte (Artikelnummer bei Ebay:250564595909), es wurde heute eingestellt.
Für einfache Labormikroskope braucht man kein Biologie- oder Medizin-Studium um etwas damit anfangen zu können.
Soviel gibt es bei einfachen Mikroskopen auch gar nicht einzustellen. Aber ganz ohne Grundkenntnisse geht es natürlich auch nicht. Da du die Mikrofibel schon bearbeitest, hast du das sicher schnell im Griff.
Aber Vorsicht, Appetit kommt beim Essen. Es ist wie beim Motoradfahren. Anfangs genügt eine kleines Gefährt, irgendwann sitzt man auf der eigenen 1000er- oder 1300er-Maschine.
Ansonsten kann ich mich der Meinung von Peter nur anschließen.
Viele Grüße
Harald
Hallo,
angeregt durch das Thema wollte ich mal sehen, wie so eine Hefezellkultur in der Kulturschale durch mein umgebautes inverses Tümplermikroskop auf Basis Zeiss Standard Junior aussieht.
Ich hatte vom Herbst noch einen Ansatz mit Reinzucht Portweinhefe und habe daraus einen Tropfen auf 10 ml Wasser in eine kleine Petrischale gegeben.
Nach ca. 5 min sieht man auf dem Kulturschalenboden folgendes Bild:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/29613_45203171.jpg)
Es wurde mit einem Zeiss Planachromat 40er durch ein CPL 10x Okular aufgenommen.
Das folgende Bild zeigt nochmal das zum Inversmikroskop umgebaute Standard Junior:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/29613_20876819.jpg)
Es wird durch den Zellkulturschalenboden beobachtet. Die Beleuchtung ist eine 3W LED mit Plastikkollektor ohne Kondensor.
Da ich von der Materie wenig Ahnung habe, sind Kommentare, was man da im einzelnen
erkennen kann, sehr willkommen.
viele Grüsse
Wilfried
Guten Abend
Ich habe es einmal mit einem sehr einfachen Gerät versucht. Einem Leitz Schülermikroskop. Kostenpunkt gebraucht ca. 20€, natürlich nicht auf ebay sondern vom Flohmarkt.
Hier das Gerät:
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/29626_67041637.jpg)
Und hier das Ergebnis. Freihändig durch das Okular fotografiert. Der Eindruck mit dem Auge ist bedeutend besser. Ich habe frische Bäckerhefe aus dem Supermarkt verwendet.
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/29626_41629729.jpg)
Gruss
Jürg
Hallo rudi,
eine weitere Möglichkeit wäre das Kleinmikroskop C vom VEB Carl Zeiss Jena, das als Schülermikroskop weit verbreitet war (wird übrigens von den Rathenower Askania-Werken weitervertrieben). Diese Teile gehen immer wieder in der Bucht für wenige Euronen über den Ladentisch.
Beste Grüße !
JB
Edit: Ich meine dieses hier:
http://www.askania.de/Bilder/kmc.jpg
Hallo,
Klasse - ihr helft mir sehr weiter.
Die Fotos sind sehr aussagekräftig.
Herr Braun, bei welcher Vergrößerung wurden die Bilder denn gemacht? das würde mich sehr interessieren. 200fach?
Wilfried: das Foto ist super - so genau erwarte ich es gar nicht.. jetzt wo ich es sehe, hätte ich natürlich lust auf so tolle Bilder. Wehe es lacht jemand! das Limit bleibt trotzdem 100 Euro. :)
Bei beiden Fotos handelt es sich wohl um Saccharomyces cerevisae - Bäckerhefe aus dem Supermarket ist auf jeden Fall Sacch. cer., und die Portweinhefe sieht auch ganz danach aus. (Ovale - runde Form).
Bei Wilfrieds Foto kann man die asexuelle Sprossung sehr schön erkennen - das ist soweit ich weiß die häufigste Art der Vermehrung. Man sieht es an den Beulen die einige Mutterzellen aufweisen: hier entsteht grad eine neue Zelle. sehr schön sieht man das an der Zelle links unten (da wo als Bilduntertitel Planachromat steht, über dem n von "planachromat" - die unscharf abgebildete Zelle, dort trennt sich gerade Mutter- von Tochterzelle.
Ich glaube sogar dass ich bei dem Foto mit dem Schulmikroskop Sprossungen erkennen könnte (obwohl das für mich nicht wichtig ist). ANscheinend findet beim Zeitpunkt der Aufnahme aber keine statt - vielleicht weil Herr Braun die Hefe gerade erst aktiviert hatte und diese noch nicht rehydriert bzw. aktiv war.
Etwas Zucker dazu und ein bischen anwärmen, lüften, nach ein paar minuten sollten Sprossungen erkennbar sein.
Bin mir nicht sicher ob die Interpretationen richtig waren - hab mich da schonmal besser ausgekannt und muss mich erst wieder reinlesen. Sobald ich dann endlich ein Mikroskop gefunden hab.
vielen Dank, ich weiß jetzt glaub ich was mich bei welchem Mikroskop ungefähr erwartet (in der erwähnten Preisspanne).
Schöne Grüße,
Rudi
Hallo Rudi,
wenn man schaut, was man für 100,- € so alles bekommen könnte, lohnt sich die Suche, gepaart mit etwas Geduld, sicherlich.
Mit diesem Angebot habe ich persönlich absolut nichts zu tun, kann auch zur Qualität des konkret angebotenen Mikroskops nichts sagen, es scheinen aber offensichtlich mehrere baugleiche Mikroskope vorhanden zu sein:
http://completed.shop.ebay.de/eminem_basketball/m.html?LH_Complete=1&_fln=1&_ipg=&_trksid=p3911.c0.m283&_rdc=1
Nur als Denkansatz...
Herzliche Grüße,
Florian
Lieber Florian,
gib es doch auf!!! Das glaubt uns offenbar ohnehin niemand, dass man mit diesem Gerät mikroskopieren kann. Wir beide haben doch schon einmal bei einem ähnlichen Fragesteller auf dieses Mikroskop hingewiesen, aber es wurde nur angemerkt, dass es eine "schlechte Mechanik" habe. Dieser Mikroskoptyp stand bei bei ebay.co.uk drin, 120 EUR Sofortkauf. Keiner wollte es. Hier stand es vor wenigen Tagen bei ebay.de für 100 EUR Sofortkauf. Keiner wollte es!
Und damit kann man defintiv Hefen ausreichend mikroskopieren!!!! Es ist ein echtes Leitz und kein Br.....
Abr was solls. Da können wir uns die Finger wund schreiben und den Mund fusselig reden....
Herzliche Grüße
Peter
Das stand auch heute wieder für ca. 3 Stunden für Sofort-Kaufen 100€ in der Bucht
http://cgi.ebay.de/Leica-Mikroskop-Leitz-HM-Lux-3-Leitz-Wetzlar-Objektive_W0QQitemZ120519139783
Gruß Kay
Guten Abend
Da auf meinen Objektiven HM steht, denke ich, dass es ein Vorgängermodell der angebotenen HM-Lux von Leitz ist. Ich kann mich da nur den Vorrednern anschliessen. Es ist ein vollwertige Gerät aus bestem Hause welches mit wenigen Funktionen, dafür aber mit guter Optik ausgestattet ist.
Das Foto wurde mit dem 45x Objektiv und dem 10x Okular gemacht =450x.
Bevor ich das Leitz hervorgeholt habe, habe ich die Hefe mit dem besagten "Kleinmikroskop B" (1.50€ + Versand) betrachtet. Die Vergrösserung ist dort zu gering. Meines geht nur bis 200x und da erkennt man zu wenig bei der Hefe.
Gruss
Jürg
Hallo,
zu diesem Anlass habe ich mir heute zum Abendessen ein Paulaner Hefeweissbier naturtrüb gegönnt
und den Rest etwas verdünnt in die Petrischale gegeben.
Auf dem Pertrischalenboden sieht es dann so aus (Objektiv Planachromat 40x):
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures006/29663_65192075.jpg)
Die Hefezellen haben einen Durchmesser von ca. 5 µm.
Ist schon interessant, was wir so an Leben zu uns nehmen. ;D
viele Grüsse
Wilfried
Hallo Lebendverzehrer!
Da habe ich auch noch etwas beizusteuern:
Wasserkefir - allerdings offenbar nicht nur dieser, wenn man die schwarzen Striche daneben betrachtet! Ich habe, nachdem ich die Kultur unter dem Mikroskop betrachtet hatte, nichts mehr davon getrunken...
(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures001/29666_12185796.jpg)
LOMO Biolam mit auf CZG umgebauter Köhlerleuchte, Phasenkontrast 900x, eingescanntes Dia
Herzliche Grüße,
Florian
Hallo Rudi und andere Kollegen,
als Mikroskopiker interessiert mich doch was Du an den Hefezellen sehen möchtest? Reinheit der Kultur, Verunreinigungen, Art der Hefe?
In unserem Labor am Hygieneinstitut in Krefeld identifizieren wir täglich Hefepilze, dabei gestattet das mikroskopische Bild in erster Linie die Diagnose "Hefepilz". Die weitere Differenzierung erfolgt aufgrund des Wachstumsverhaltens auf Agarnährböden und anhand von Stoffwechselleistungen der Hefepilze in sog. API-Systemen.
interessierte Grüße, Ralf
Hallo,
ich möchte ein wenig mit wilden Hefen experimentieren - d.h. z.Bsp. vollreife Früchte sammeln, Saft davon zur spontanen Gärung bringen und wenn diese im vollen Gange ist Proben entnehmen.
Ich habe schon erfolgreich Hefen aus gärigem Bier in Reinzucht gebracht, auf Agar-Agar Nährböden, (was sicher ungleich einfacher ist) und will nun mal kucken was ich in der Natur für gärfähige Hefen finde.
Häufige, wilde, gärfähige Hefen sind beispielsweise Kloeckera Apiculata, Candida Hefen, usw., die unterscheiden sich teilweise schon sehr in ihrer Form dachte ich.. Notfalls möchte ich mir diese kleinen Dinger halt einfach mal aus der Nähe anschauen. :-)
Klingt sicher naiv, aber einen Versuch ist es wert! Ich sollte vielleicht anmerken dass ich keine mikrobiologische Ausbildung habe, jedoch zumindest _etwas_ Ahnung von der Materie. Ich dachte auf Agar-Nährböden wäre es schwieriger zu identifizieren um welche Hefe es sich handelt, abgesehen von roten Rhodutorula-Stämmen oder anderen Extravaganzen.. Ralf, dann werde ich mir wohl noch ein paar mehr Petrischalen zulegen müssen? Vielleicht darf ich dich sogar um Hilfe bitten wenn ich mal nicht weiter weiß....? ;-)
Ich berichte euch dann gerne wie's gelaufen ist, wenns soweit ist...
Florian:
Die großen Runden dinger sind Hefen, das längliche Zeug könnten lactobazillen sein ( die kann man auch im Bier finden.. bei größerer Betrachtung müssten die aussehen wie aneinandergekettete Striche) Beides gehört anscheinend auch in einen Wasserkefir, ruhig weitertrinken! :)
Gruß,
Rudi
Hallo -
noch eine Ergänzung: Lactobacillus findet sich auch bisweilen in Wein, weil er dort durch eine Milchsäuregärung die Weinsäure in die weniger sauer schmeckende Milchsäure umwandeln kann und dadurch manche Weine genießbarer macht. Der Kellermeister hat ihn trotzdem nicht gern, weil er auch Nebenprodukte produziert, die an Quark oder Sauerkraut erinnern und mit Kefir aber nicht mit Wein harmonieren. Für den sog. biologischen Säureabbau hat man deshalb gewisse Kokken wie etwa Oenococcus oenos viel lieber!
Gruß
Rolf