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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: SNoK / Stephan Krall in August 07, 2023, 23:09:05 NACHMITTAGS

Titel: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: SNoK / Stephan Krall in August 07, 2023, 23:09:05 NACHMITTAGS
Hallo,

um den schönen Stephanosphaera-Thread von Diana im Mikrofoto-Board nicht zu verwässen, habe ich zum Thema "Blitzeinspiegelung" einen neuen Thread hier eröffnet.


Aus Vorposting eingefügt:


Was den Blitz angeht, hadere ich immer noch damit, dass er mir sehr viel vom Licht nimmt. Gerade beim 63x und erst recht beim 100x geht das Licht, trotz 100W Halo, regelrecht aus. Die Logik, wie ich sie mir mache, ist folgende:

ZitatDer Leitz Spiegelkasten, an dem der Blitz und das Lampenhaus sitzt, teilt in 75% für den Blitz und 25% für das Lampenhaus. Wenn ich dann im Tubus noch mal auf 50/50 für die Kamera stelle, kommt rechnerisch vom dem Licht in den Okularen nur noch 12.5% an. Und das ist zu wenig. Bisher hatte ich das Licht deswegen immer voll aufgedreht, was mir letztlich dann den Sockel der Halogenbirne mit den Kabeln verschmolzen hat. Die Reparatur war aufwändig. Jetzt lasse ich dass Licht moderat und schalte dafür den Blitz immer so lange weg, bis ich tatsächlich ein Foto mache. Ist inzwischen Routine, aber eigentlich blöd.

Ich habe noch garnicht gesagt, dass ich das Bild von Stephanosphaera pluvialis sehr schön finde, auch ohne Blitz!

Grüße
Stephan

Liebe Diana,

ich bin ja ansonsten mit der 100W/12V Beleuchtung sehr zufrieden. Eine Hiller-LED, so gut ich die am Dialux finde, würde an dem grundsätzlichen geschilderten Problem ja überhaupt nichts ändern. Das ginge nur über eine Konstruktion, wo man den Blitz an einer anderen Stelle ins DMRB einspiegelt, wie das Roli Durrer macht, weil er keinen Spiegelkasten hat: https://mikrokosmos.gallery/equipment/mikroblitz. Aber auch er schreibt, dass er dann nur 30% vom Lampenhaus einspiegelt, und das sicher nicht die finale Lösung für ihn ist.

Grüße
Stephan
Titel: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: reblaus in August 08, 2023, 10:59:54 VORMITTAG
Hallo Stephan -

dieses Problem trat auch bei meinen Versuchen auf für mein Zeiss-Axiovert eine befriedigende Blitzeinspiegelung (mit vorhandenen Geräten) zu finden. Die Hoffnung war damals beim Tümpeln durch möglichst geringe Blitzleistung sehr kurze Belichtungszeiten hinzukriegen. Das hat nie so recht funktioniert, zumal dann auch das Arbeitslicht sehr schwach sein musste um nicht bei der "langen" Verschlussöffnungszeit von 1/200 durch Schwanzbildung an bewegten Organellen störend in Erscheinung zu treten.
Aber die Kameras haben sich seither so weiterentwickelt, dass man mit normaler LED-Beleuchtung  oft zu erstaunlich kurzen Belichtungszeiten kommt, wenn man nicht gerade Poster herstellen will.

Viele Grüße und Hoffnung auf weitere schöne Bilder von den Kontribuenten dieses threads!

Rolf

Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: Nochnmikroskop in August 08, 2023, 12:06:12 NACHMITTAGS
Hallo Stefan und Rolf,

bei manchen Makroblitzen, ich habe z.B. den Godox MF12,  kann ein LED Dauerlicht im Blitz-Gehäuse per eigenem Schalterknopf eingeschaltet werden. Der Blitz kommt dann separat nochmals dazu. Oder man schaltet das LED-Licht nur zur Prüfung an, bevor man blitzt wieder aus.
Vorteil: man braucht nur eine Anbindung (100%?)
Nachteil: es gibt bisher nicht die Möglichkeit das Dauerlicht automatisiert auszuschalten, sodass nach dem kurzen Blitz Dunkelheit herrscht, außerdem hat dieser Blitz nur eine Leitzahl von 12.
Sowohl Blitz, als auch LED können weitreichend in der Intensität geregelt werden.   

Würde so etwas ggf. helfen?

LG Frank
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: SNoK / Stephan Krall in August 08, 2023, 13:00:52 NACHMITTAGS
Lieber Frank,

ich glaube, das hilft mir kaum. Keine Ahnung, ob mein Blitz so eine Einrichtung überhaupt hat. Und wenn, dann wäre das sicherlich kaum zu vergleichen mit den 100W des Lampenhauses. Aber danke für den Hinweis.

Grüße
Stephan
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: Peter V. in August 08, 2023, 14:00:40 NACHMITTAGS
Lieber Stephan,

ich blitze mit zwei Systemen an verschiedenen Mikroskopen: Einmal mit dem Stahlschmidtschen Blitzwürfel und dem Godox via TTL an der Sony Alpha 6400. Das funktioniert tatsächlich! (TTL am Mikroskop scheint nach früheren Berichten bei vielen  Systemkonfiguartionen, z.N. Canon mit den Speedlites)  nicht ode rnicht zuvrlässig zu funktionieren. Das alle geht sehr einfach.

Am Leica verwende ich ein Lampenhaus mit LED,  bei dem (nach guter "alter" Art) die Blitzröhre aus dem berühmten alten Metz Mecablitz 32 CT-3 ausgelagert und in die Ebene der LED (früher Glühwendel) platziert wurde, also direkt vor die LED. (Bau von Gerd Günther).  Die Leistungsregelung erfolgt manuell über ein Poti, wobei man die jeweilige Blitzleistung zuvor bei jedem Objektiv und Motiv durch zwei oder drei Probeaufnahmen einstellen muss. Das ist etwas umständlich, funktioniert aber recht gut. So eine Adaption setzt jedoch gute handwerkliche und elektrotechnische Fähigkeiten und Kenntnisse voraus und ob das mit modernen Blitzen überhaupt noch machbar ist, weiß ich nicht.

Bei beiden Systemen wird  die Lichtleistung des normalen Beobachtungslichtes nicht deutlich reduziert.

Mit Spiegelhäusern habe ich wenig Erfahrung, ich habe sie zwar, aber nie richtig eingesetzt. Allerdings scheint das die mittlerweile gängige Variante der Blitzadaption zu sein.  Ich meine, auch Martin Kreutz und Bernd Laber seitzen sie mittlerweile ein, beide scheinen gut damit zurecht zu kommen.

Diana meinte vermutlich, dass man mit einer modernen Hochleistungs-LED noch eine höhere Lichtemssion erreicht als mit 100 W Halogen.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: SNoK / Stephan Krall in August 08, 2023, 14:49:36 NACHMITTAGS
Lieber Peter,

auch ich arbeite am Leica DMRB (und auch am Leitz Dialux) mit einer Sony alpha 6400 bzw. 6500 und einem von Jürgen adaptierten Leitz-Spiegelkasten, sowie einem Godox-Blitz mit Funkauslöser und TTL. Ob der von Jürgen gebaute Blitzwürfel anders funktioniert als der Spiegelkasten, weiß ich nicht, kann es mir aber nicht vorstellen. Dass bei Dir die Lichtleistung nicht deutlich reduziert wird, erstaunt mich. Ist das auch beim 100x so, wenn Du den Blitz zuschaltest? Ich habe Jürgen angeschrieben, um zu erfahren, ob es einen Unterschied zwischen seinem Spiegelkasten und dem System von Leitz gibt. Martin hat auch einen Spiegelkasten von Jürgen, wie man auf seiner Webseite sehen kann.

Die Sache mit der Blitzröhre vom Meca-Blitz scheint mir zu umständlich zu sein.

Was die LED angeht, so habe ich eine mit der höchstmöglichen Leistung von Hiller am Leitz Dialux. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass die heller ist als das 12V/100W Lampenhaus am Leica DMRB. Praktischer vielleicht, weil kompakter.

Grüße
Stephan

Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: Peter V. in August 08, 2023, 15:04:51 NACHMITTAGS
Lieber Stephan,

wie gesagt, ich blitze n i c h t mit Spiegelkasten, sondern (am Olympus) mit dem kleinen Blitzwürfel. Der Unterschied ist, dass der Blitz erst am Lichtaustritt des Mikroskops eingespiegelt wird.

https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=45138.msg333156#msg333156 (https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=45138.msg333156#msg333156)

Letztlich ist es vermutlich eine Frage des Teilungsverhältnisses der Strahlenteilerplatte.

Mein System am Leica funktioniert ja ohne Strahlenteilung und Umlenkung, dort ist die Blitzröhre einfach der LED vorgelagert. Aber das System habe ich so bekommen, es neu zu realisieren ist schon sehr aufwändig und das könnte ich auch nur "beauftragen", mir so etwas zu bauen.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: junio in August 08, 2023, 17:08:42 NACHMITTAGS
Liebe Mikroblitzer,

da hier verschiedentlich mein Name fiel, will ich auch etwas beitragen.

Alle von mir gebauten Blitzeinrichtungen sind, sofern es nicht um Doppelkollektoren geht, beim Blitzwürfel mit einem Strahlteiler 50% Reflexion und 20 % Transmission und beim Spiegelkasten mit einem Stahlteiler 70 % Transmission (für den Blitz) und 30% für das Beobachtungslicht ausgerüstet. Ähnliche Strahlteilungsverhältnisse hat auch der Spiegelkasten von Leitz. 

Einflussgrößen für die nutzbare Lichtenergie beim Fotografieren gibt es über die Wahl des Strahlteilers hinaus einige:

1. die Länge des Lichtweges an sich (beim Blitzwürfel ganz kurz, beim Spiegelkasten und angesetzter Beleuchtung sehr lang). Es spielt eine große Rolle, wenn noch Weichen und Licht-Umwege mit verbaut sind. Hier kann es um viele cm Lichtwegverlängerungen gehen
2. auch der Einbau von Mattscheiben reduziert den Lichtstrom erheblich
3. bei unendlichen Mikroskopen ist der Unendlichraum (Objektivanschlag bis Tubuslinse) mindestens 60mm länger als beim endlichen Mikroskop. Auch die Tubuslänge kann dann noch einige zusätzliche cm mehr beitragen
3. die Fotografie des Zwischenbildes stellt sich erheblich lichtstärker gegenüber der afokalen Methode (Okular plus Kameraobjektiv) dar
4.die Lichtteilung im Trinotubus ist eine wichtige Einflussgröße, hier ist 70/30 oder 80/20 bestimmt recht optimal
5. die richtige Dimensionierung des Blitzkollektors wird wohl auch eine Rolle spielen
6. der Ausbau der Streuscheibe am Blitzgerät kann mehr Leistung freisetzen

Nebenbei: Der lampennahe Einbau der Blitzröhre ins Lampenhaus ist letztendlich von der  "Konstruktionsentwicklung" her gesehen der Vorgänger des Doppelkollektors. Der Doppelkollektor verlagert lediglich die Lampe als Bild aus dem (engen)Lampengehäuse heraus an eine Stelle an die dann die (transparente) Blitzröhre als Gegenstand platziert wird.   

Alle obengenannten Einflussgrößen machen nun Vergleichbarkeiten schwierig. Ich habe auf meiner Internetseite etwas zu den Leistungen meines Spiegelkastens an meinem Zeiss Standard WL gesagt. Eine Erfahrung mit dem 100er Objektiv ist hier (noch) nicht dokumentiert.

http://mikroskoptechnik-hagen.de/pdf/Rezepte%20Mikroblitzen.pdf

Martin Kreutz stellt auf seiner Internetseite sein OM BX Mikroskop vor und er nimmt es mir bestimmt nicht übel, wenn ich seine Reaktion bzgl. der Leistungsfähigkeit seiner neuen Spiegelkasten-Blitzeinrichtung 2022 hier einmal zitiere:

Der Spiegelkasten ist heute Mittag wohlbehalten angekommen...Dann habe ich meinen originalverpackten FL-36 Blitz, der seit 15 Jahren in meinem Schrank liegt (als Reserve) ausgepackt und eingebaut. Erstes Testblitzen klappte sofort. Dann habe ich einige meiner typischen Präparate angefertigt und Testaufnahmen gemacht (s. unten). Ausleuchtung absolut homogen. TTL funktioniert 100 %! Kein hot-spot oder Ähnliches. Spannend war dann noch DIK mit dem 100 X. Das frisst richtig Licht. Aber auch hier einwandfreie Belichtung und nach 2 Sekunden war der Blitz wieder da. Ich habe sogar das Gefühl, dass jetzt mehr Blitzenergie bis zur Filmebene kommt. Super Teil!... Ich lasse ihn gleich eingebaut!

Auf so eine spontane Reaktion von kompetenter Stelle darf sich doch wohl der Konstrukteur und Mechaniker auch einmal etwas einbilden.

Beste Grüße von Jürgen

     
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: SNoK / Stephan Krall in August 08, 2023, 21:00:51 NACHMITTAGS
Lieber Jürgen,

vielen Dank für Deine ausführliche Antwort. Ich interpretiere die jetzt mal nur auf meine Anwendung. Wenn ich es richtig sehe, gibt es zwischen Deinem Spiegelkasten und dem von Leitz, den ich habe, keinen so großen Unterschied.

Deiner hat eine Teilung von 70% Blitz und 30% Beobachtungslicht. Der von Leitz, so habe ich es gelesen, hat 75% Blitz und 25% Beobachtungslicht. Allerdings schreibt Nachtigall/Piper/Fox in ihrem Buch Band 1 auf Seite 133 etwas vpm 100% Blitz und 25% Beobachtungslicht. Das halte ich für einen Tippfehler, denn wenn dort ein halbdurchlässiger Spiegel ist, kann man nicht auf 125% kommen.

Dann schreibst Du etwas von der Länge des Lichtweges. Das ist in meinen Augen nur relevant, wenn es noch weitere Umlenkspiegel oder Linsen gibt. Ansonsten sollte den Photonen egal sein, wie weit sie fliegen. Insofern ist es beim Spiegelkasten, wo der Lampenkasten direkt drauf sitzt im Grunde nicht relevant, sowohl bei Deinem als auch bei dem von Leitz.

Das mit den Mattscheiben stimmt. Ich habe die beim Spiegelkasten am Leitz Dialux mal rausgenommen, aber das hat keinen großen Unterschied gemacht. Beim Leica werde ich das jetzt auch probieren.

Bei mir ist die Blitzleistung überhaupt nicht das Problem, insofern ist die Teilung von 50/50 im Tubus für das Führungslicht sogar von Vorteil, weil dann mehr im Okular ankommt. Dennoch ist es beim 63x und 100x zu dunkel in den Okularen.

Ich habe das Gefühl, dass ich es mit einem strukturellen Problem zu tun habe, das ich mit dem vorhandenen Spiegelkasten nicht lösen kann, bzw. mit meiner Methode löse, indem ich den Blitz bei hohen Vergrößerungen nur zuschalte, wenn ich tatsächlich fotografieren will, also Schieber rein und Schieber raus. Das geht sehr schnell.

Leica hatte natürlich in der Originalversion eine andere Lösung, aber dazu musste man wohl ein Gesamtpaket für mehrere Tausend Euro kaufen.

Was mir bisher nicht klar war, ist der Unterschied zwischen Deinem Blitzwürfel und dem Spiegelkasten. Das verstehe ich konstruktionsmäßig immer noch nicht ganz.

Grüße
Stephan
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: Peter V. in August 08, 2023, 22:19:39 NACHMITTAGS
Lieber Stephan,

ZitatAnsonsten sollte den Photonen egal sein, wie weit sie fliegen.

Das denke ich nicht; sollten die Physiker unter uns nicht protestieren, müsste auch hier das Abstandsquadratgesetz gelten. Sprich: Verdopplung des Lichtweges gleich vierfach geringere Lichtintensität. Wobei allerdings der Lichtweg im Vergleich zur gesamten Strecke nur minimal durch den Spiegelkasten verlängert wird, andererseits wird dadurch auch die ursprüngliche Berechnung des Lichtweges durch die Konstrukteure gestört (Der Lampenkollektor ist ja durch den Spiegelkasten weiter nach hinten versetzt und nicht dort, wo er hinkonstruiert wurde). Das gilt auch für die originale Leitz-Einrichtung, selbst wenn es dort eine Kollektorlinse gibt, ist diese ist aber nicht für den Strahlengang des DMR gerechnet. Soweit reime ich es mir zusammen; in Optik bewanderte Pyhsiker könnten vielleicht auch zu der Erkenntnis kommen, dass das hier von mir Geschriebene Unsinn ist.

ZitatWas mir bisher nicht klar war, ist der Unterschied zwischen Deinem Blitzwürfel und dem Spiegelkasten. Das verstehe ich konstruktionsmäßig immer noch nicht ganz.

Das Grundprinzip ist gleich: Einspiegelung des Blitzes durch Strahlenteiler. Der Unterschied liegt darin, dass die Einspiegelung an anderer Stelle erfolgt. Letztlich ist die Primitivstversion des Blitzwürfels ist der behelfsmäßig auf den Lichtaustritt schräg gestellte Obektträger. Wobei der Stahlschmidtsche Blitzwürfel natürlich wesentlich elaborierter ist und z.B. über eine Kollektorlinse und eine vernünftige Strahlenteilerplatte verfügt.
Letztlich  ist der Spiegelkasten bequemer, da beim Blitzwürfel der Blitz immer mehr oder weniger im Weg ist. Bei meinem Aufbau am BH2 stört er mich allerdings nicht.

Ich habe ja auch einen von Jürgen wunderbar umgebauten Spiegelkasten (allerdings mit Orthoplan-Anschlüssen) und auch originale Leitz-Blitzeinrichtungen. Leider zu meiner Schande nie Zeit gefunden, alles wirklich einzusetzen. Wenn ich etwas mehr Zeit habe, werde ich mal an meinem DMR schauen, wie stark der Lichtverlust von 63er und 100er mit diesen Einrichtungen  ist. Ich kann das allerdings nur provisorisch aufbauen, aber dazu sollte es reichen.

Brauchst Du denn so eine hohe Lichtausbeute? Zum Blitzen musst Du doch eh das "Pilotlicht" (wer hat eigentlich diese seltsame Bezeichnung eingeführt?) - also das Beobachtungslicht - deutlich reduziert werden, damit es nicht mit "bildgebend" bei der Synchronzeit wird.

Herzliche Grüße
Peter






Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: junio in August 08, 2023, 22:24:11 NACHMITTAGS
Lieber Stephan,
zur Beleuchtungsstärke und Lichtstärke und unterschiedlich langen Lichtwegen hinter der Kollektoroptik wünschte ich mir einmal eine kleine Nachhilfestunde. Ich hoffe, dass Lupus dieses liest und freundlich entsprechend reagiert. Es darf aber auch gerne ein anderer Experte sein.

Was, lieber Stephan, ist Dir zwischen dem Blitzwürfel und dem Spiegelkasten konstruktionstechnisch unklar? Der Würfel ist zwingend bei einer eingebauten Mikroskopbeleuchtung und ist durch Wegnahme von der Lichtaustrittsöffnung auszuschalten. Der fest montierte Spiegelkasten zwischen Leuchte und Mikroskopstativ ist auszuschalten, indem der Umlenkspiegel die Strahlteilerplatte unwirksam macht.

Übrigens habe ich einmal eine originale alte Leitz-Blitzeinrichtung adaptiert, die keinen Strahlteiler hatte, sondern nur den einschaltbaren Spiegel. Also 100% Beoabachtung oder 100% Blitz.

Beste Grüße von Jürgen


Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: SNoK / Stephan Krall in August 08, 2023, 23:52:56 NACHMITTAGS
Lieber Peter, lieber Jürgen,

ein für mich interessanter Austausch. Das mit der Lichtabnahme stimmt natürlich grundsätzlich. Aber in meinem Fall, und das gilt für die anderen wohl auch, sind es maximal 10 cm mehr, als wenn das Lampenhaus statt am Spiegelkasten direkt am Mikroskop säße. Da sollte das Abstandsquadratgesetz noch keine so große Rolle spielen.

Ich habe auch mal verglichen, wie unterschiedlich die Lichtausbeute mit und ohne Spiegelkasten bei 100% Durchlass ist. Ich habe keinen großen Unterschied feststellen können.

Das mit dem Blitzwürfel und dem Spiegelkasten ist mir jetzt klar. Danke für Eure Erläuterungen.

Das Pilotlicht oder Führungslicht braucht man, um das Objekt über die Okulare scharf zu stellen. Und bei mir reicht das beim 63x und 100x, wenn ich den Blitz zuschalte, nicht aus. Entweder ich stelle dann am Monitor scharf oder ich schalte den Blitz vorher weg.

Und noch mal: Die Blitzstärke ist bei mir überhaupt kein Problem. Es ist egal, ob das 100% oder 75% sind, die reicht immer. Es geht nur um das Pilotlicht.

Grüße, und ich sehe jetzt schon mehr Licht am Ende des Tunnels...aber immer noch etwas zu wenig bei hohen Vergrößerungen,
Stephan

Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: Diana1982 in August 09, 2023, 00:04:04 VORMITTAG
ZitatDas Pilotlicht oder Führungslicht braucht man, um das Objekt über die Okulare scharf zu stellen. Und bei mir reicht das beim 63x und 100x, wenn ich den Blitz zuschalte, nicht aus. Entweder ich stelle dann am Monitor scharf oder ich schalte den Blitz vorher weg.

Lieber Stephan,

Deswegen meinte ich, mal mit LED versuchen. Du hast doch eine 18W LED am Dialux, oder? Stell die doch mal als Pilotlicht hin, vielleicht wirds dann besser.

LG Diana
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: SNoK / Stephan Krall in August 09, 2023, 00:11:39 VORMITTAG
Danke Diana, das ist eine gute Idee, ich werde es probieren.

Grüße
Stephan
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: Jens Jö in August 09, 2023, 09:46:21 VORMITTAG
ZitatAnsonsten sollte den Photonen egal sein, wie weit sie fliegen.

Das denke ich nicht; sollten die Physiker unter uns nicht protestieren, müsste auch hier das Abstandsquadratgesetz gelten. Sprich: Verdopplung des Lichtweges gleich vierfach geringere Lichtintensität

Ich glaube, das "Abstandsquadratgesetz" rührt daher, dass das Licht sich auffächert (Kugelstrahler). Wären die Strahlen parallel wie beim Laser, sollte der Abstand eine kleine Rolle spielen.
Oder sehe ich da was falsch ?

Gruss
Alfred
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: A. Büschlen in August 09, 2023, 09:53:40 VORMITTAG
Hallo,

ich habe keine Erfahrung mit Blitzeinrichtungen am Mikroskop. Auch steht bei mir auf der "Möchte haben Liste" eine Blitzeinrichtung nicht zu oberst. Trotzdem interessiert mich das Thema.
Ein Frage beschäftigt mich: Für welche Anwendungen wurden die originalen Blitzeinrichtungen der Mikroskophersteller entwickelt?

Viele Grüsse

Arnold
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: Peter V. in August 09, 2023, 10:44:49 VORMITTAG
Lieber Arnold,

genau kenne ich die Historienicht, aber ich gehe davon aus, dass sie für den gleichen Zweck entwickelt wurde, für den sie noch heute eingesetzt wird: "Einfrieren" beweglicher Objekte.

Zitathttp://www.klaus-henkel.de/seriefoto8.html

Hezrliche Grüße
Peter
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: SNoK / Stephan Krall in August 09, 2023, 11:06:51 VORMITTAG
Lieber Peter,

ich verwende den Blitz nicht nur bei beweglichen Objekten. Ich habe am Pillersee z. B. auch Zieralgen geblitzt, wenn ich diese bei 100x im DIK betrachtet habe, und dann die Lichtverhältnisse ohne Blitz schlecht werden.

Grüße
Stephan
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: TStein in August 09, 2023, 11:18:12 VORMITTAG
Hallo in die Runde,

wie schon oben geschrieben gilt das Abstandsquadratgesetz nur für eine sich von einem Punkt ausbreitende Kugelwelle. Bei einem ideal kollimierten (bzw. parallelen) Strahlenbündel bleibt die Helligkeit konstant. Ich kenne mich zwar mit Blitzlampenmodulen von DSLRs nicht so aus, aber hier kommt vorne eigentlich kein schön kollimierter Parallelstrahl raus, sondern die sogenannte Leitzahl des Blitzes gibt im groben an, wie stark, oder wie schwach die Optik des Blitzmoduls das Licht auffächert. Man möchte ja meistens keinen Spot erzeugen, sondern das Bildfeld des jeweiligen Kamera-Objektives homogen ausleuchten. Daher ist ein kurzer Abstand wahrscheinlich doch eher von Vorteil, oder man baut die kleine Blitzlampe direkt in den Fokus einer separaten Beleuchtungsoptik.
Aber wenn der Stephan eigentlich nur das Verhältnis der Helligkeit der Standardlampe zum Blitz erhöhen möchte und entsprechend Spielraum hat, sollte man am besten das Teilungsverhältnis des Strahlteilers auf die Standardlampe erhöhen. Das sollte recht einfach mit einer schnöden planparallelen Glasplatte auf 45° gehen, da wäre das Teilungsverhältnis dann in Transmission (Lampenhaus) 90-95% und in (90°) Reflexion (Blitz) 5%. Man kann dann unter Umständen Probleme mit der Polarisation bekommen, es sollte aber eigentlich nicht problematisch sein.

Vg Tino
P.s Rechtschreibung korrigiert     
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: 3D Alfons in August 09, 2023, 12:36:31 NACHMITTAGS
Hallo Mikroblitzer,
Einige brauchen helles, Andere fast kein Pilotlicht.
Was ist denn nun sinnvoll?
Grüße Alfons
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: 3D Alfons in August 09, 2023, 12:45:15 NACHMITTAGS
Frage
Kann es sinnvoll sein mit einem beweglichen Spiegel entweder Beleuchtung oder Blitz alleine zu verwenden?
Grüße Alfons
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: A. Büschlen in August 09, 2023, 13:09:40 NACHMITTAGS
Lieber Peter,

danke für den Hinweis zur Publikation von K. Henkel.

Gruss Arnold
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: Schraube in August 09, 2023, 14:21:12 NACHMITTAGS
Hallo Stephan

Ich verwende, wie weiter oben verlinkt, das Lampenhaus seitlich montiert in Originalkonfiguration. Von gerade hinten kommt dann direkt der Blitz an das Gehäuse. Um möglichst wenig Blitzleistung zu verlieren, habe ich dies zugunsten des Blitzen so eingerichtet.

Zur Einspiegelung des Pilotlichtes verwende ich immer noch ein Objektträger-Glas. Das Licht vom Blitz kommt also gerade durch, das vom Pilotlicht wird über die Objektträger eingespiegelt. Beim Pilotlicht verliere ich sicher massiv Leistung, ich schätze, dass noch 30% ankommt.

Interessanterweise reicht mir das aber gut aus für die Beobachtung im Okular, auch mit DIC beim 100er. Meistens lasse ich auch die Teilung im Trino aktiv.

Blöde Frage, aber vielleicht: Kann es sein, dass du versehentlich noch einen ND-Filter zugeschaltet hast? Es gibt bei mir davon deren zwei:
- einen am Filterblock unten auf der rechten Seite am Gehäuse, in der Nähe vom Power-Schalter
- einen auf der linken Seite bei der Lichtintensitätssteuerung.

Grus
Roli
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: Peter V. in August 09, 2023, 14:33:24 NACHMITTAGS
Lieber Stephan,

Zitat von: SNoK in August 09, 2023, 11:06:51 VORMITTAG
Lieber Peter,

ich verwende den Blitz nicht nur bei beweglichen Objekten. Ich habe am Pillersee z. B. auch Zieralgen geblitzt, wenn ich diese bei 100x im DIK betrachtet habe, und dann die Lichtverhältnisse ohne Blitz schlecht werden.

Grüße
Stephan

Das kann natürlich von Vorteil sein. Wenn man mit DIC, 100er und Strahlenteilertrino arbeitet, kommt man schon auf recht lange Belichtungszeiten. Nun könnte man ja denken, dass es bei statischen Objektiven wie einer sich scheinbar kaum bewegenden Alge wenig negativ auswirkt. Wenn man aber im Lifeview die Lupe einschaltet ist man erstaunt, wie ausgeprägt doch noch die Mikrobewegung scheonbar statischer Objekte ist, was sich sicher auch auf die Schärfe auswirkt.

@Tino: Ideal wäre es sicherlich, wenn es technisch eine Möglichkeit gäbe, mit normalem  Licht bzw. der üblichen Lichtstärke beim Mikroskopieren zu beabachten und zum Zeitpunkt der Aufnahme bzw. der Blitzauslösung Sekundenbruchteile vorher das Beaobachtungslicht "blitzartig"  ;) auszuschalten. Das ist aber wohl technisch nicht realisierbar, schon gar nicht bei Halogen, die Leuchstääke nimmt ja beim Ausschalten erst relativ "langsam" ab.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: Jürgen Boschert in August 09, 2023, 14:59:09 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,

Zitat... schon gar nicht bei Halogen, die Leuchtsräke nimmt ja bei Ausschalten erst relativ "langsam" ab. ...

und schiebt sich dann ins Rote. Mit LEDs sollte das aber möglich sein und wurde -wenn ich mich recht erinnere- von einem Forumsmitglied auch realisiert.
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: junio in August 09, 2023, 16:11:21 NACHMITTAGS
Zitat von: TStein in August 09, 2023, 11:18:12 VORMITTAG
Das sollte recht einfach mit einer schnöden planparallelen Glasplatte auf 45° gehen, da wäre das Teilungsverhältnis dann in Transmission (Lampenhaus) 90-95% und in (90°) Reflexion (Blitz) 5%. 

Hallo Tino
mit 5% Blitzlicht kommt man aber nicht weit.

Grüße von Jürgen
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: SNoK / Stephan Krall in August 09, 2023, 16:18:12 NACHMITTAGS
Liebe Erleuchtete,

ich freue mich, wie Ihr alle mit kreativen Lösungen kommt. Ein richtiges Licht ist mir aber noch nicht aufgegangen.

Diana
ZitatDeswegen meinte ich, mal mit LED versuchen. Du hast doch eine 18W LED am Dialux, oder? Stell die doch mal als Pilotlicht hin, vielleicht wirds dann besser.

Hab's probiert, die LED ist nicht besser als die originale Halogenbirne.


Roli
ZitatBlöde Frage, aber vielleicht: Kann es sein, dass du versehentlich noch einen ND-Filter zugeschaltet hast? Es gibt bei mir davon deren zwei:
- einen am Filterblock unten auf der rechten Seite am Gehäuse, in der Nähe vom Power-Schalter
- einen auf der linken Seite bei der Lichtintensitätssteuerung.

Daran hatte ich natürlich auch schon gedacht, ist aber alles ausgeschaltet.


Tino
ZitatAber wenn der Stephan eigentlich nur das Verhältnis der Helligkeit der Standardlampe zum Blitz erhöhen möchte und entsprechend Spielraum hat, sollte man am besten das Teilungsverhältnis des Strahlteilers auf die Standardlampe erhöhen. Das sollte recht einfach mit einer schnöden planparallelen Glasplatte auf 45° gehen, da wäre das Teilungsverhältnis dann in Transmission (Lampenhaus) 90-95% und in (90°) Reflexion (Blitz) 5%.

Nett gemeint, aber ich bastele nicht an dem Spiegelkasten von Leitz rum, so dramatisch ist meine Situation nicht.



Übrigens ist noch niemand auf die Idee gekommen, ob ich nicht vielleicht Grünen Star habe. Wäre doch auch eine Möglichkeit. Allerdings war ich gerade bei der Augenärztin. Ist noch nicht ganz soweit.

Um nun abschließend zu zeigen, dass ich die Situation letztlich im Griff habe, hänge ich ein Bild an, dass ich eben mit dem 40x PlanApo Öl im DIK gemacht habe. Nichts besonderes, nur Testudinella patina. Aber mit dunkelstem DIK und dadurch ganz attraktiv.

Grüße
Stephan

Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: Lupus in August 09, 2023, 16:55:13 NACHMITTAGS
Hallo,

dass die normale Beleuchtung ("Pilotlicht") bei Verwendung teildurchlässigen Spiegeln und Trinokulartubus (bei sowieso schon lichtschluckenden Beobachtungsverfahren) ziemlich gering werden kann sollte klar sein. Und sehr unterschiedlich je nach verwendeter Technik. Bei Blitzeinblendung mittels Stahlteiler 25% Resttransmission/75% Blitzanteil und einer Fototubus-Aufteilung 30% Okular/70% Foto stehen schließlich bei 100 W Lampenleistung nur noch äquivalente 7.5 W Lampenleistung am Okular zur Verfügung. Wer dagegen mit Doppelkollektor o.ä. Konstruktionen arbeitet und eventuell sogar beim Fotografieren eine 100%/100% Umschaltung am Fototubus vornimmt, hat die vollen 100 W zur Verfügung.

ZitatVerdopplung des Lichtweges gleich vierfach geringere Lichtintensität. Wobei allerdings der Lichtweg im Vergleich zur gesamten Strecke nur minimal durch den Spiegelkasten verlängert wird, andererseits wird dadurch auch die ursprüngliche Berechnung des Lichtweges durch die Konstrukteure gestört (Der Lampenkollektor ist ja durch den Spiegelkasten weiter nach hinten versetzt und nicht dort, wo er hinkonstruiert wurde).
Der Beleuchtungsstrahlengang, speziell nach Köhler, erfolgt jedenfalls bei richtiger Auslegung nach den Abbildungsgesetzen der Optik, eine unmittelbare Abstandsabhängigkeit durch die Lichtweglänge existiert nicht. Die kann aber indirekt gegeben sein, wenn die optischen Komponenten speziell bei Umbauten nicht optimal entworfen wurden und dann Licht an Blenden oder Linsenfassungen abgeblockt wird.
Z.B. bildet bei Beleuchtungssystemen im Fuß der Mikroskope für ein hinten angebautes Lampenhaus, also sehr langem Strahlengang bis zur Leuchtfeldblende am Lichtaustritt (entweder unter dem Kondensor z.B. beim Zeiss Standard oder kurz vor dem dortigen Umlenkspiegel wie beim Leitz Orthoplan), der Kollektor die Lampenleuchtfläche im "Unendlichen" ab. D.h. das Strahlenbündel ist zumindest näherungsweise parallel ohne Querschnittsvergrößerung über die zu überbrückende Strecke. Vor der Leuchtfeldblende ist dann eine weitere Hilfslinse eingebaut, die die Lichtquelle auf die Aperturblende des Kondensors abbildet. Jedenfalls verhält sich diese Art Beleuchtungsstrahlengang ähnlich dem Strahlengang von Unendlich-Mikroskopen zwischen Objektiv und Tubuslinse, der Anbau der Blitzeinspiegelung zwischen Lampengehäuse und Mikroskop hat dadurch wenig Einfluss.

Das eigentliche Problem ist, die richtige Kollektoroptik für die Anpassung der Blitzröhre zu finden.

Hubert
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: SNoK / Stephan Krall in August 09, 2023, 17:21:45 NACHMITTAGS
Lieber Hubert,

danke für die detaillierten Ausführungen. Bei mir gibt es am Tubus drei Einstellungen: 100 Vis, 50/50, und 100 Kamera. Wenn ich also gleichzeitig ein Bild in den Okularen haben möchte, bei zugeschaltetem Blitz, kommen bei mir rechnerisch 15 % Pilotlicht an. Die Helligkeit hängt natürlich auch davon ab, wie weit ich das Licht aufdrehe. Aber selbst auf der höchsten Stufe ist es noch etwas wenig.

Da das Leica DMR in seinen verschiedenen Ausführungen vor 20 Jahren ein high end Forschungsmikroskop war, werden die Techniker sich das mit dem Licht schon genau überlegt haben. Und ohne den Spiegelkasten gibt es ja auch genug Licht. Und mit dem Spiegelkasten auch, wenn ich nur das Lampenlicht einspiegele. Erst wenn ich den Blitz zuschalte, reduziert sich das. Im Spiegelkasten sitzt noch eine Kollektorlinse. Die und der halbdurchlässige Spiegel sind alles, was zusätzlich in den Strahlengang kommt. Und ich meine, die Linse hätte ich auch schon mal entfernt, ohne wesentliche Effekt.

Ich glaube jetzt, es ist einfach so, wie es ist. Und damit kann ich eigentlich leben. Ich wollte nur mal hören, ob ich grundsätzlich was falsch gemacht habe. Aber das ist wohl nicht der Fall.

Viele Grüße und vielen Dank,
Stephan
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: junio in August 09, 2023, 19:35:15 NACHMITTAGS
Hallo Stephan,
Du hast zwar schon das abschließende Bild gemacht und uns auch wissen lassen, dass alles nicht so ganz schlimm ist.
Dennoch habe ich mich gerade noch einmal ans Mikroskop gesetzt: 

Zeiss Standard WL, 12 V 100 Watt-Leuchte mit 11V betrieben, Spiegelkasten mit 30% Beobachtungslicht, Planachromat 100 DiK, Trinotubus 20% Beobachtung, beide Okulare zusätzlich mit Interferenz-Graufiltern 0,5 bestückt. Rechnerisch ergibt sich eine Dämpfung der Lampenleistung auf weit unter 10%.
Ergebnis: eine Beobachtung der Szene für die Fotografie war bei streng eingestelltem DIK immer noch recht gut möglich.
Letztlich müssen wir noch auf den Test von Peter warten, denn er hat das vergleichbare Mikroskop und den Spiegelkasten und wird uns (hoffentlich) noch berichten.

Bei Deiner Bemerkung zum Augenstar (nicht dem grünen sondern dem grauen) fiel mir noch ein, dass auch ein Prisma, das beide Okulare "bedient" einen grauen Star haben könnte.

Lieber Hubert, danke für Deinen Exkurs zum Beleuchtungssystem und zu den (geringen) Auswirkungen bei Verlängerung der Lichtwege. So ein Spiegelhaus verlängert den Lichtweg um ca. 10cm. Meine Beobachtung ist, dass aber ein bisschen Beleuchtungsapertur verloren geht. Das kann man bei den starken Objektiven in der hinteren Brennebene ausmachen. Der Blitz wiederum leuchtet die hintere Brennebene voll aus. Beim Doppelkollektor sind beide Ausleuchtungssituationen gleich perfekt.

Das von Dir genannte Problem der richtigen Blitzkollektoroptik betrachte ich als nicht so maßgebend. Die Lichtquelle Blitzröhre ist (nach meiner Interpretation) mit einer punktförmigen Lichtquelle nicht zu vergleichen, sondern in erster Linie einfach nur großflächig hell (Spiegel hinter der Röhre, Streuscheibe vor der Röhre). Ich bin mit einem Kollektortyp für Spiegelkästen und Doppelkollektoren für alle möglichen Mikroskope und Lampenhäuser gut gefahren. Aber das ist die Praxis und ich möchte mit dieser Bemerkung einfach die potentiellen Blitzbastler etwas ermuntern und sie nicht an der Auslegung der Blitzkollektoroptik scheitern sehen.

Beste Grüße von Jürgen, der wieder viel gelernt hat.

 
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: Lupus in August 09, 2023, 20:50:05 NACHMITTAGS
Hallo Jürgen,

dass bei stark vergrößernden Objektiven die Beleuchtungsapertur signifikant durch Verlängerung des Lichtweges verringert wird erscheint mir seltsam. Du verwendest ein Zeiss Standard, das erwähnte WL? Primär ist für die Ausnutzung der max. NA des Kondensors der richtige Abstand der Leuchtfeldblende zum Kondensor und dessen Position bestimmend. Der Effekt könnte eventuell bedeuten, dass der Abstand zwischen Lichtquelle und Kollektor nicht optimal ist.
ZitatDie Lichtquelle Blitzröhre ist (nach meiner Interpretation) mit einer punktförmigen Lichtquelle nicht zu vergleichen
Ich bin bei meiner Anmerkung von einer Blitzröhre ausgegangen, die ohne Streuscheibe verwendet wird. Wenn ich eine durch die Streuscheibe gut homogenisierte Leuchtfläche verwenden kann, gilt das natürlich nicht. Mir scheint nur nicht jede Art Streuscheibe gleich gut geeignet zu sein, aber da kann man ja auch durch einen extra Diffusor nachhelfen. Die Blitzenergie dürfte in der Regel dafür immer ausreichen.

Hubert
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: junio in August 09, 2023, 22:02:49 NACHMITTAGS
Lieber Hubert,
nicht signifikant, aber doch so, dass die volle Apertur, z.B. des 63/1,4, bei Einsatz des Spiegelkastens nicht ganz genutzt werden kann, was bei DIK-Einsatz auch einmal notwendig sein könnte.
Ich hatte einmal eine Versuchsreihe gemacht mit Spiegelkasten, Doppelkollektor und Blitzwürfel jeweils im Einsatz mit normaler Beleuchtung und alternativ mit Blitz. Das suche ich aber noch einmal heraus.

Ja, ich verwende in der Regel das Standard WL. Darauf beziehen sich auch meine Beobachtungen.

Beste Grüße von Jürgen

PS: Noch eine Frage, lieber Hubert, zum parallelen Strahlengang. Wie ist die Situation zu beurteilen, wenn der Kollektor mattiert ist oder in seiner Nähe eine Mattscheibe platziert ist, um die Struktur der Lampenwendel zu zerstören.


Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: SNoK / Stephan Krall in August 09, 2023, 23:21:39 NACHMITTAGS
Lieber Jürgen,

ZitatZeiss Standard WL, 12 V 100 Watt-Leuchte mit 11V betrieben, Spiegelkasten mit 30% Beobachtungslicht, Planachromat 100 DiK, Trinotubus 20% Beobachtung, beide Okulare zusätzlich mit Interferenz-Graufiltern 0,5 bestückt. Rechnerisch ergibt sich eine Dämpfung der Lampenleistung auf weit unter 10%.
Ergebnis: eine Beobachtung der Szene für die Fotografie war bei streng eingestelltem DIK immer noch recht gut möglich.

Es ist ja nicht so, dass ich beim 63x und 100x nichts mehr sehe. Ich könnte zu Not auch noch scharf stellen. Aber die Sonne geht da nicht mehr auf. Das ist aber insofern kein Problem, da ich am Monitor scharf stellen kann, oder kurz den Blitz am Spiegelkasten wegschalte. Ich könnte als dritte Möglichkeit auch am Tubus auf 100 vis schalten, aber das finde ich weniger praktisch.

Viele Grüße
Stephan
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: Lupus in August 10, 2023, 09:37:34 VORMITTAG
Hallo Jürgen,

ZitatWie ist die Situation zu beurteilen, wenn der Kollektor mattiert ist oder in seiner Nähe eine Mattscheibe platziert ist, um die Struktur der Lampenwendel zu zerstören.
Du beziehst Dich dabei auf die Frage was bei der Verlängerung des Lichtweges passiert? Eine Mattscheibe erzeugt je nach Art der Mattscheibe eine bestimmte Winkelverteilung des Streulichtes. Daraus folgt dass mit zunehmendem Abstand von der Mattscheibe der Durchmesser des gestreuten Anteils vergrößert wird, und damit auch die Intensität im zentralen Bereich abnimmt.

Nach meinem Eindruck wirken viele Diffusoren in der Praxis zu stark, die Notwendigkeit zur Zerstreuung hängt schließlich auch von der Homogenität der Lichtquelle selbst ab. Die speziellen dicht gewendelten Halogenlampen für Mikroskope brauchen da viel weniger als eine "Standard-Halogenlampe". Ich denke dass bei der Umstellung auf moderne LEDs der Diffusor ganz entfallen könnte - vorausgesetzt dass die LED groß genug ist um die Aperturblende auszuleuchten. Aber oft ist eine Kollektorfläche mattiert, da lässt sich wenig machen wenn man nicht den Kollektor umbaut.

Hubert
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: junio in August 10, 2023, 10:03:48 VORMITTAG
Hallo Hubert,
danke für Deine Stellungnahmen und Erläuterungen zu den in diesem Thread bei mir aufgekommenen Fragen.

Beste Grüße von Jürgen
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: Peter V. in August 11, 2023, 13:11:15 NACHMITTAGS
Lieber Stephan,

ich habe gerade einmal ganz provisorisch (Teile nur hintereinander gstellt ohne korrekte Anschlüsse) die Blitzeinrichtung zwischengeschaltet. Beim 100er geht natürlich nicht die Sonne auf, aber das tut sie auch ohne Blitzeinrichtung nicht.
Ich jedenfalls finde die Lichtstärke beim 100er mit DIC und 100 W Halogen sowohl bei einschaltetem Spiegel als auch beim Strahlenteiler absolut ausreichend. Ich weiß natürlich nicht, ob Leitz in die Blitzsysteme je nach Alter unterschiedliche Strahlenteiler eingebaut hat, denke aber nicht.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: SNoK / Stephan Krall in August 11, 2023, 17:01:34 NACHMITTAGS
Liebe Peter,

das sieht bei mir genauso aus, außer dass ich aus Platzgründen den Spiegelkasten um 90° drehen musste, so dass der Lampenkasten jetzt oben sitzt, statt hinten (meine Arbeitsplatte ist nicht tief genug und endet hinten an der Wand, siehe Foto). Ich meine, ich hätte das Lampenhaus irgendwie auch schon mal nach hinten gedreht, indem ich das Mikroskop über die Tischkante nach vorne gezogen habe, um zu sehen, ob es vielleicht daran liegt, aber ganz sicher bin ich nicht und werde es noch mal probieren.

Wie hell es bei mir und bei Dir ist, könnte man nur im Vergleich sehen. Natürlich sehe ich auch bei zugeschaltetem Blitz und 100x DIK noch das Objekt in den Okularen, aber scharf stellen finde ich dann für Details schwierig und mache es entweder am Monitor, oder schalte den Blitz kurz weg.

Grüße
Stephan




Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: A. Büschlen in August 11, 2023, 17:34:39 NACHMITTAGS
Lieber Peter,

ich kann aus dem Handbuch zum Leica DMRD eine Abbildung der original Leica Blitzeinrichtung zeigen. Ist das erlaubt?

Gruss Arnold Büschlen
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: Peter V. in August 11, 2023, 18:06:10 NACHMITTAGS
Lieber Arnold,

klar!

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: A. Büschlen in August 11, 2023, 19:49:37 NACHMITTAGS
Hallo,

Leitz/Leica hatte für das Stativ DM R eine Blitzeinrichtung im Angebot. Diese Einrichtung konnte an jedes DM R Stativ montiert werden. ABER diese Einrichtung konnte nur mit dem Phototubus LEITZ DM RD und dem dazu gehörenden Steuerpult gesteuert werden.
Auf dem Bild sehen wir "Der Blitzanschluss" als Kopie aus dem Handbuch zum LEITZ DM RD. Vermutlich1993.

Nur kurz, der LEITZ Phototubus DM RD war laut den Unterlagen die mir zum Stativ DM R zur Verfügung stehen, der aufwändigste und teuerste passend zum Stativ DM R.

Viele Grüsse Arnold

Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: SNoK / Stephan Krall in August 11, 2023, 22:24:41 NACHMITTAGS
Lieber Arnold,

gut finde ich die Formulierung, dass der Anschluss an jedes DMR geht....aber nur über den Tubus DMRD gesteuert werden kann. Das heißt im Klartext, ich kann ihn an mein DMRB ranfrickeln, aber er tut dann leider nicht, weil mein Mikroskop nicht das elektronische DMRD ist. Deswegen ist das in meinem Handbuch auch garnicht erst beschrieben. Schade, wäre schön gewesen.

Grüße
Stephan
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: Peter V. in August 11, 2023, 22:32:16 NACHMITTAGS
Hallo,

aber wie diese Einrichtung grundsätzlich funktioniert und was wie vom Tubus gesteuert bzw. geschaltet wird, weiß vermutlich auch niemand - oder?

Abgesehen davon terndiert vermutlich die Chance, eine solche Einrichtung zu bekommen, gegebn Null.

Hezrliche Grüße
Peter
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: SNoK / Stephan Krall in August 11, 2023, 23:02:49 NACHMITTAGS
Lieber Peter,

wenn ich das richtig verstanden habe, schaltet der Spiegel im Moment des Blitzens auf Blitz, ansonsten auf Lampenhaus. Das ist genau das, was ich im Moment per Hand am Spiegelkasten mache. Ich ergänze sozusagen mein DMRB um ein menschliches D.

Grüße
Stephan
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: Peter V. in August 11, 2023, 23:12:34 NACHMITTAGS
Lieber Stephan,

...weil Du nur zum Blitzen auf den Strahlenteiler umschaltest? Ansonsten mit Spiegel beobachtest? Dann kannst Du aber nicht bei sich bewegenden Objekten, die schnell das Bildfeld verlassen, blitzen..oder? Das funktioniert dann doch nur bei mehr oder weniger ortsständigen Organismen, oder sehe ich da etwas falsch?

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: SNoK / Stephan Krall in August 11, 2023, 23:31:33 NACHMITTAGS
Lieber Peter,

Du kennst mich noch nicht, ich bin schnell (-; Ich gestehe aber, dass ich bei wirklich schnellen Objekten das Scharfstellen über den Monitor mit LiveView mache.

Grüße in die Nacht,
Stephan
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: TStein in August 12, 2023, 00:18:19 VORMITTAG
Hallo Stephan,
darf ich trotzdem noch etwas Prinzipielles fragen, welche Okulare verwendest du am Dmr?
Die Standard 10x25 oder vllt. die 16x. Oder hat dein Mikroskop einen Vergrößerungswechsler?
Die könnten die Bildhelligkeit u.u sehr stark herabsetzen.
Ich habe übrigens ein Dmrxa und auch den Nachfolger Dm6000, sowie ein inverses Dmi6000.
Der hier letztens angeführte Klappspiegel vom Dmrd sollte wahrscheinlich nicht so schwer anzusteuern sein, die alten Dmrs und auch die mit Dmrd-Option waren elektronisch noch nicht so kompliziert.
LG Tino
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: SNoK / Stephan Krall in August 12, 2023, 00:30:44 VORMITTAG
Lieber Tino,

ich habe die 10x Okulare. Einen Vergrößerungswechsler habe ich nicht. Und elektronisch ist bei meinem DMRB noch überhaupt nichts. Auch Innen alles ziemlich simple Mechanik.

Grüße
Stephan
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: A. Büschlen in August 12, 2023, 06:54:23 VORMITTAG
Hallo,

vorne weg: ich habe keine Erfahrung in der Protisten-Mikroskopie und deren Dokumentation unter Anwendung einer Blitzeinrichtung am Mikroskop. Deshalb kann ich in Sachen Blitz am Mikroskop auch nicht mitreden.-

Beachtet: Das LEICA DM R gab es in unterschiedlichen Ausführungen und deshalb auch mit unterschiedlichen Bezeichnungen. Die Bezeichnung LEITZ DM RD trägt nur das vollautomatischem Photosystem. Dies beinhaltet:
- motorisiertes Variozoom 0,9x - 2,5x stufenlos.
- 1 Ausgang mit C-Mount.
- 2 Ausgänge für Grossformat und Kleinbild.
- Prozessgesteuerte Belichtungsmessung integral oder über ein 49-Felder-Messsystem.
- vollautomatische Blitzeinrichtung.
- RS-232-C Schnittstelle.
- Das LEITZ DM RD wird über ein externes Schaltgerät gesteuert.
- Das Firmenlogo ist hier mit LEITZ geschrieben und nicht mit LEICA.

Das war 1993!

In der Zeit der digitalen Fotografie am Mikroskop ist das LEITZ DM RD nicht die optimalste Basis um eine digitale Kamera mit Blitz am Mikroskop zu betreiben.

Was wir oben im Beitrag 39 auf dem von mir gezeigten Bild sehen ist, dass damals der Blitz einfach und unkompliziert am Stativ angebaut werden konnte.

Viele Grüsse

Arnold



Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: TStein in August 12, 2023, 09:10:13 VORMITTAG
Hallo Stephan,
mglw kann man nochmal schauen, ob vllt doch der 45° Umlenkspiegel mit der Polarisation des reflektierten Lichts Probleme macht. Wenn man nämlich in die Nähe des sogenannten Brewster-Winkels (bei Glas etwa 50-55°) kommt, wird aus dem unpolarisierten Licht der Lampe nach der 45° Reflexion ziemlich stark s-polarisiertes Licht. Für das Dik muss das Licht ja zuvor auch durch einen definiert orientierten Polarisator und wenn das Licht in der falschen Polarisation ankommt, sperrt der Polarisator mglw recht stark. Dann ist es nämlich nicht mehr unerheblich, ob die Lampe nach oben steht oder 90° gedreht waagerecht am Würfel hängt. Es gibt aber auch spezielle Strahlteilerschichtsysteme, welche diese Polarisationseffekte minimieren. Könnte also sein, dass bei dir ein "hochwertiger" Strahlteiler drin ist. Das kann man aber leicht testen, indem man den Dik und den Analysator ausschwenkt und den unteren Polarisator mal dreht und schaut, ob sich die Helligkeit gravierend ändert.
LG Tino
PS. Rechtschreibung korrigiert.
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: Peter V. in August 12, 2023, 11:17:42 VORMITTAG
Hallo Tino,

welch ein Geistes-Blitz!  ;) Das ist ein interessanter Aspekt, den ich gar nicht bedacht habe. Strahlenteiler haben in der Tat einen polarisierenden Effekt, der auch manchmal bei Polanwendungen stört (weshlab zum Beispiel der alte Orthomat von Leitz, der mit Polmikroskopen ausgeliefert wurde, einen Depolarisator eingebaut hat). 

Ich habe jetzt gerade (das DMR habe ich nicht zu Hause) an einer einzelnen Blitzeinrichtung mittels Taschenlampe und Polfilter getestet und in der Tat ist es offenbar nicht gleichgültig, wie das Lampenhaus zum Mikroskopgehäuse orientiert ist. Es kommt je nach Lage des Polfilters zu einer deutlichen(!) Reduzierung der Helligkeit.

Stephan sollte vielleicht einmal ausprobieren, ob und wie stark es sich bemerkbar macht, wenn der die Blitzeinrichtung in die vom Hersteller vorgsehene "Gebrauchslage" dreht.  Falls ja, helfen bei Stephans Verhältnissen wohl nur noch Fäustel und Meißel  :D

Herzliche Grüße
Peter

Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: TStein in August 12, 2023, 12:23:35 NACHMITTAGS
Hallo Peter, Hallo Stephan,
unter Umständen ist auch die senkrechte Orientierung schlecht für die Kühlung der Lampe, könnte ein Grund für die verschmorte Lampenfassung sein. Hatte ich zwar auch nicht so erwartet, aber bei mir passiert selbst bei längerer Maximalleistungseinstellung der Lampe noch nichts.
LG Tino
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: Peter V. in August 12, 2023, 12:51:54 NACHMITTAGS
Hallo Tino,

Zitat von: TStein in August 12, 2023, 12:23:35 NACHMITTAGS
Hallo Peter, Hallo Stephan,
unter Umständen ist auch die senkrechte Orientierung schlecht für die Kühlung der Lampe, könnte ein Grund für die verschmorte Lampenfassung sein. Hatte ich zwar auch nicht so erwartet, aber bei mir passiert selbst bei längerer Maximalleistungseinstellung der Lampe noch nichts.
LG Tino

Da spiegelt sich bei Dir ja heute ein Gedanken-Blitz nach dem anderen ein  :D. Klar, diese Anbringung der Lampe dürfte (da "Wärme" ja nach oben steigt) einen Wärmestau bewirken, da nun oben keine Lüftungssschlitze sind.

Ich denke, wir (bzw. Du zu mind. 80 Prozent) haben damit die Ursache für Stephans Licht- und Wärmeprobleme gefunden - leider keine Lösung.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: SNoK / Stephan Krall in August 12, 2023, 13:42:24 NACHMITTAGS
Lieber Tino, lieber Peter und der Rest des Forums,

habemus papam würden die Katholiken sagen. Da ich aber Atheist bin, sage ich: Ich hab's! Noch bevor ich Eure neuen Beiträge las, habe ich vorhin überlegt, ob ich das Lampenhaus testweise schon mal in die korrekte Lage gedreht hatte. Hatte ich wohl - aus Platzgründen - nicht. Ich stellte dann fest, dass meine Arbeitplatte gar nicht festgeschraubt ist. Also habe ich sie einige Zentimeter nach vorne gezogen, das Lampenhaus gedreht...und die Sonne ging auf. Es ist also tatsächlich nicht egal, wie das Lampenhaus orientiert ist. Was die Belüftung angeht, hatte ich seinerzeit daran natürlich auch gedacht. Aber das ist wohl nur indirekt ein Problem. Insofern, weil ich wegen des geringen Lichts bei hohen Vergrößerungen immer voll aufgedreht hatte. Und das hat dann vielleicht überhitzt.

Jetzt hat sich der ganze Diskussionsfaden für mich doch noch gelohnt! Nur die Besucherritze hinter der Platte ist deutlich größer geworden. Weil die Platte vorne etwas weiter übersteht, und auch, damit sie nicht verrutscht, habe ich hinten noch eine Klemme angebracht. Und aus Freude, mit Tränen in den Augen (Quatsch) habe ich dann gleich noch vom Testpräparat ein Foto gemacht, das ich zusammen mit der neuen Installation anhänge. Jetzt steht der Blitz allerdings hochkant. Und da der in einer Halterung sitzt, die ich anders nur anschrauben kann, wenn ich neue Löcher bohre, muss er erstmal so bleiben. Aber ich glaube, das macht nichts aus.

Viele Grüße und vielen Dank an alle, die intensiv an der Lösung mitgerarbeitet haben,
Stephan

Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: TStein in August 12, 2023, 14:00:59 NACHMITTAGS
Na dann steht dem nächsten Blitzermarathon nichts entgegen, gratuliere.
LG Tino
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: A_Wedemeyer in August 12, 2023, 16:41:01 NACHMITTAGS
Hallo,

hat jemand den Blitz aus der Anleitung für das Stativ DM R wie von Arnold gepostet mal "in echt" gesehen?
Eindeutig ein modifizierter Metz 45er, wahrscheinlich ein CT3 - kann jemand etwas genaues zur Modifikation sagen? (Speziell: wurde nur die Frontscheibe durch eine Scheibe mit Loch und Ringschwalbe ersetzt und hinten ein Befestigungsblech angebracht oder wurde mehr verändert? Wurde die neue Frontscheibe innen verspiegelt?)

Viele Grüße
Axel
Titel: Re: Blitzeinspiegelung
Beitrag von: Jürgen Boschert in August 12, 2023, 17:03:05 NACHMITTAGS
Hallo Axel,

so wie ich das sehe wurde da an dem CT45 überhaupt nichts modifiziert, der wurde ienfach nur in den Adapter eingesetzt und dort mittels zweier Schrauben festgeklemmt.