Blitzeinspiegelung

Begonnen von SNoK / Stephan Krall, August 07, 2023, 23:09:05 NACHMITTAGS

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A. Büschlen

Hallo,

ich habe keine Erfahrung mit Blitzeinrichtungen am Mikroskop. Auch steht bei mir auf der "Möchte haben Liste" eine Blitzeinrichtung nicht zu oberst. Trotzdem interessiert mich das Thema.
Ein Frage beschäftigt mich: Für welche Anwendungen wurden die originalen Blitzeinrichtungen der Mikroskophersteller entwickelt?

Viele Grüsse

Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Peter V.

Lieber Arnold,

genau kenne ich die Historienicht, aber ich gehe davon aus, dass sie für den gleichen Zweck entwickelt wurde, für den sie noch heute eingesetzt wird: "Einfrieren" beweglicher Objekte.

Zitathttp://www.klaus-henkel.de/seriefoto8.html

Hezrliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

SNoK / Stephan Krall

Lieber Peter,

ich verwende den Blitz nicht nur bei beweglichen Objekten. Ich habe am Pillersee z. B. auch Zieralgen geblitzt, wenn ich diese bei 100x im DIK betrachtet habe, und dann die Lichtverhältnisse ohne Blitz schlecht werden.

Grüße
Stephan
Mikroskope: Leica DMRB, Leitz Dialux (beide mit DIK), Lomo MBD-1 ("Für-alle-Fälle-Mikroskop")
Stemis: Zeiss 508, Wild Heerbrugg M5
Kameras: Sony alpha 6500 und 6400
Webseite: https://kralls.de
Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=41749.msg308026#msg308026

TStein

#18
Hallo in die Runde,

wie schon oben geschrieben gilt das Abstandsquadratgesetz nur für eine sich von einem Punkt ausbreitende Kugelwelle. Bei einem ideal kollimierten (bzw. parallelen) Strahlenbündel bleibt die Helligkeit konstant. Ich kenne mich zwar mit Blitzlampenmodulen von DSLRs nicht so aus, aber hier kommt vorne eigentlich kein schön kollimierter Parallelstrahl raus, sondern die sogenannte Leitzahl des Blitzes gibt im groben an, wie stark, oder wie schwach die Optik des Blitzmoduls das Licht auffächert. Man möchte ja meistens keinen Spot erzeugen, sondern das Bildfeld des jeweiligen Kamera-Objektives homogen ausleuchten. Daher ist ein kurzer Abstand wahrscheinlich doch eher von Vorteil, oder man baut die kleine Blitzlampe direkt in den Fokus einer separaten Beleuchtungsoptik.
Aber wenn der Stephan eigentlich nur das Verhältnis der Helligkeit der Standardlampe zum Blitz erhöhen möchte und entsprechend Spielraum hat, sollte man am besten das Teilungsverhältnis des Strahlteilers auf die Standardlampe erhöhen. Das sollte recht einfach mit einer schnöden planparallelen Glasplatte auf 45° gehen, da wäre das Teilungsverhältnis dann in Transmission (Lampenhaus) 90-95% und in (90°) Reflexion (Blitz) 5%. Man kann dann unter Umständen Probleme mit der Polarisation bekommen, es sollte aber eigentlich nicht problematisch sein.

Vg Tino
P.s Rechtschreibung korrigiert     

3D Alfons

Hallo Mikroblitzer,
Einige brauchen helles, Andere fast kein Pilotlicht.
Was ist denn nun sinnvoll?
Grüße Alfons

3D Alfons

Frage
Kann es sinnvoll sein mit einem beweglichen Spiegel entweder Beleuchtung oder Blitz alleine zu verwenden?
Grüße Alfons

A. Büschlen

Lieber Peter,

danke für den Hinweis zur Publikation von K. Henkel.

Gruss Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Schraube

Hallo Stephan

Ich verwende, wie weiter oben verlinkt, das Lampenhaus seitlich montiert in Originalkonfiguration. Von gerade hinten kommt dann direkt der Blitz an das Gehäuse. Um möglichst wenig Blitzleistung zu verlieren, habe ich dies zugunsten des Blitzen so eingerichtet.

Zur Einspiegelung des Pilotlichtes verwende ich immer noch ein Objektträger-Glas. Das Licht vom Blitz kommt also gerade durch, das vom Pilotlicht wird über die Objektträger eingespiegelt. Beim Pilotlicht verliere ich sicher massiv Leistung, ich schätze, dass noch 30% ankommt.

Interessanterweise reicht mir das aber gut aus für die Beobachtung im Okular, auch mit DIC beim 100er. Meistens lasse ich auch die Teilung im Trino aktiv.

Blöde Frage, aber vielleicht: Kann es sein, dass du versehentlich noch einen ND-Filter zugeschaltet hast? Es gibt bei mir davon deren zwei:
- einen am Filterblock unten auf der rechten Seite am Gehäuse, in der Nähe vom Power-Schalter
- einen auf der linken Seite bei der Lichtintensitätssteuerung.

Grus
Roli
Mikroskop: Leica DMRE
Website: https://www.mikrokosmos.gallery

Peter V.

#23
Lieber Stephan,

Zitat von: SNoK in August 09, 2023, 11:06:51 VORMITTAG
Lieber Peter,

ich verwende den Blitz nicht nur bei beweglichen Objekten. Ich habe am Pillersee z. B. auch Zieralgen geblitzt, wenn ich diese bei 100x im DIK betrachtet habe, und dann die Lichtverhältnisse ohne Blitz schlecht werden.

Grüße
Stephan

Das kann natürlich von Vorteil sein. Wenn man mit DIC, 100er und Strahlenteilertrino arbeitet, kommt man schon auf recht lange Belichtungszeiten. Nun könnte man ja denken, dass es bei statischen Objektiven wie einer sich scheinbar kaum bewegenden Alge wenig negativ auswirkt. Wenn man aber im Lifeview die Lupe einschaltet ist man erstaunt, wie ausgeprägt doch noch die Mikrobewegung scheonbar statischer Objekte ist, was sich sicher auch auf die Schärfe auswirkt.

@Tino: Ideal wäre es sicherlich, wenn es technisch eine Möglichkeit gäbe, mit normalem  Licht bzw. der üblichen Lichtstärke beim Mikroskopieren zu beabachten und zum Zeitpunkt der Aufnahme bzw. der Blitzauslösung Sekundenbruchteile vorher das Beaobachtungslicht "blitzartig"  ;) auszuschalten. Das ist aber wohl technisch nicht realisierbar, schon gar nicht bei Halogen, die Leuchstääke nimmt ja beim Ausschalten erst relativ "langsam" ab.

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Jürgen Boschert

Hallo zusammen,

Zitat... schon gar nicht bei Halogen, die Leuchtsräke nimmt ja bei Ausschalten erst relativ "langsam" ab. ...

und schiebt sich dann ins Rote. Mit LEDs sollte das aber möglich sein und wurde -wenn ich mich recht erinnere- von einem Forumsmitglied auch realisiert.
Beste Grüße !

Jürgen

junio

Zitat von: TStein in August 09, 2023, 11:18:12 VORMITTAG
Das sollte recht einfach mit einer schnöden planparallelen Glasplatte auf 45° gehen, da wäre das Teilungsverhältnis dann in Transmission (Lampenhaus) 90-95% und in (90°) Reflexion (Blitz) 5%. 

Hallo Tino
mit 5% Blitzlicht kommt man aber nicht weit.

Grüße von Jürgen

SNoK / Stephan Krall

Liebe Erleuchtete,

ich freue mich, wie Ihr alle mit kreativen Lösungen kommt. Ein richtiges Licht ist mir aber noch nicht aufgegangen.

Diana
ZitatDeswegen meinte ich, mal mit LED versuchen. Du hast doch eine 18W LED am Dialux, oder? Stell die doch mal als Pilotlicht hin, vielleicht wirds dann besser.

Hab's probiert, die LED ist nicht besser als die originale Halogenbirne.


Roli
ZitatBlöde Frage, aber vielleicht: Kann es sein, dass du versehentlich noch einen ND-Filter zugeschaltet hast? Es gibt bei mir davon deren zwei:
- einen am Filterblock unten auf der rechten Seite am Gehäuse, in der Nähe vom Power-Schalter
- einen auf der linken Seite bei der Lichtintensitätssteuerung.

Daran hatte ich natürlich auch schon gedacht, ist aber alles ausgeschaltet.


Tino
ZitatAber wenn der Stephan eigentlich nur das Verhältnis der Helligkeit der Standardlampe zum Blitz erhöhen möchte und entsprechend Spielraum hat, sollte man am besten das Teilungsverhältnis des Strahlteilers auf die Standardlampe erhöhen. Das sollte recht einfach mit einer schnöden planparallelen Glasplatte auf 45° gehen, da wäre das Teilungsverhältnis dann in Transmission (Lampenhaus) 90-95% und in (90°) Reflexion (Blitz) 5%.

Nett gemeint, aber ich bastele nicht an dem Spiegelkasten von Leitz rum, so dramatisch ist meine Situation nicht.



Übrigens ist noch niemand auf die Idee gekommen, ob ich nicht vielleicht Grünen Star habe. Wäre doch auch eine Möglichkeit. Allerdings war ich gerade bei der Augenärztin. Ist noch nicht ganz soweit.

Um nun abschließend zu zeigen, dass ich die Situation letztlich im Griff habe, hänge ich ein Bild an, dass ich eben mit dem 40x PlanApo Öl im DIK gemacht habe. Nichts besonderes, nur Testudinella patina. Aber mit dunkelstem DIK und dadurch ganz attraktiv.

Grüße
Stephan

Mikroskope: Leica DMRB, Leitz Dialux (beide mit DIK), Lomo MBD-1 ("Für-alle-Fälle-Mikroskop")
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Webseite: https://kralls.de
Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=41749.msg308026#msg308026

Lupus

Hallo,

dass die normale Beleuchtung ("Pilotlicht") bei Verwendung teildurchlässigen Spiegeln und Trinokulartubus (bei sowieso schon lichtschluckenden Beobachtungsverfahren) ziemlich gering werden kann sollte klar sein. Und sehr unterschiedlich je nach verwendeter Technik. Bei Blitzeinblendung mittels Stahlteiler 25% Resttransmission/75% Blitzanteil und einer Fototubus-Aufteilung 30% Okular/70% Foto stehen schließlich bei 100 W Lampenleistung nur noch äquivalente 7.5 W Lampenleistung am Okular zur Verfügung. Wer dagegen mit Doppelkollektor o.ä. Konstruktionen arbeitet und eventuell sogar beim Fotografieren eine 100%/100% Umschaltung am Fototubus vornimmt, hat die vollen 100 W zur Verfügung.

ZitatVerdopplung des Lichtweges gleich vierfach geringere Lichtintensität. Wobei allerdings der Lichtweg im Vergleich zur gesamten Strecke nur minimal durch den Spiegelkasten verlängert wird, andererseits wird dadurch auch die ursprüngliche Berechnung des Lichtweges durch die Konstrukteure gestört (Der Lampenkollektor ist ja durch den Spiegelkasten weiter nach hinten versetzt und nicht dort, wo er hinkonstruiert wurde).
Der Beleuchtungsstrahlengang, speziell nach Köhler, erfolgt jedenfalls bei richtiger Auslegung nach den Abbildungsgesetzen der Optik, eine unmittelbare Abstandsabhängigkeit durch die Lichtweglänge existiert nicht. Die kann aber indirekt gegeben sein, wenn die optischen Komponenten speziell bei Umbauten nicht optimal entworfen wurden und dann Licht an Blenden oder Linsenfassungen abgeblockt wird.
Z.B. bildet bei Beleuchtungssystemen im Fuß der Mikroskope für ein hinten angebautes Lampenhaus, also sehr langem Strahlengang bis zur Leuchtfeldblende am Lichtaustritt (entweder unter dem Kondensor z.B. beim Zeiss Standard oder kurz vor dem dortigen Umlenkspiegel wie beim Leitz Orthoplan), der Kollektor die Lampenleuchtfläche im "Unendlichen" ab. D.h. das Strahlenbündel ist zumindest näherungsweise parallel ohne Querschnittsvergrößerung über die zu überbrückende Strecke. Vor der Leuchtfeldblende ist dann eine weitere Hilfslinse eingebaut, die die Lichtquelle auf die Aperturblende des Kondensors abbildet. Jedenfalls verhält sich diese Art Beleuchtungsstrahlengang ähnlich dem Strahlengang von Unendlich-Mikroskopen zwischen Objektiv und Tubuslinse, der Anbau der Blitzeinspiegelung zwischen Lampengehäuse und Mikroskop hat dadurch wenig Einfluss.

Das eigentliche Problem ist, die richtige Kollektoroptik für die Anpassung der Blitzröhre zu finden.

Hubert

SNoK / Stephan Krall

Lieber Hubert,

danke für die detaillierten Ausführungen. Bei mir gibt es am Tubus drei Einstellungen: 100 Vis, 50/50, und 100 Kamera. Wenn ich also gleichzeitig ein Bild in den Okularen haben möchte, bei zugeschaltetem Blitz, kommen bei mir rechnerisch 15 % Pilotlicht an. Die Helligkeit hängt natürlich auch davon ab, wie weit ich das Licht aufdrehe. Aber selbst auf der höchsten Stufe ist es noch etwas wenig.

Da das Leica DMR in seinen verschiedenen Ausführungen vor 20 Jahren ein high end Forschungsmikroskop war, werden die Techniker sich das mit dem Licht schon genau überlegt haben. Und ohne den Spiegelkasten gibt es ja auch genug Licht. Und mit dem Spiegelkasten auch, wenn ich nur das Lampenlicht einspiegele. Erst wenn ich den Blitz zuschalte, reduziert sich das. Im Spiegelkasten sitzt noch eine Kollektorlinse. Die und der halbdurchlässige Spiegel sind alles, was zusätzlich in den Strahlengang kommt. Und ich meine, die Linse hätte ich auch schon mal entfernt, ohne wesentliche Effekt.

Ich glaube jetzt, es ist einfach so, wie es ist. Und damit kann ich eigentlich leben. Ich wollte nur mal hören, ob ich grundsätzlich was falsch gemacht habe. Aber das ist wohl nicht der Fall.

Viele Grüße und vielen Dank,
Stephan
Mikroskope: Leica DMRB, Leitz Dialux (beide mit DIK), Lomo MBD-1 ("Für-alle-Fälle-Mikroskop")
Stemis: Zeiss 508, Wild Heerbrugg M5
Kameras: Sony alpha 6500 und 6400
Webseite: https://kralls.de
Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=41749.msg308026#msg308026

junio

#29
Hallo Stephan,
Du hast zwar schon das abschließende Bild gemacht und uns auch wissen lassen, dass alles nicht so ganz schlimm ist.
Dennoch habe ich mich gerade noch einmal ans Mikroskop gesetzt: 

Zeiss Standard WL, 12 V 100 Watt-Leuchte mit 11V betrieben, Spiegelkasten mit 30% Beobachtungslicht, Planachromat 100 DiK, Trinotubus 20% Beobachtung, beide Okulare zusätzlich mit Interferenz-Graufiltern 0,5 bestückt. Rechnerisch ergibt sich eine Dämpfung der Lampenleistung auf weit unter 10%.
Ergebnis: eine Beobachtung der Szene für die Fotografie war bei streng eingestelltem DIK immer noch recht gut möglich.
Letztlich müssen wir noch auf den Test von Peter warten, denn er hat das vergleichbare Mikroskop und den Spiegelkasten und wird uns (hoffentlich) noch berichten.

Bei Deiner Bemerkung zum Augenstar (nicht dem grünen sondern dem grauen) fiel mir noch ein, dass auch ein Prisma, das beide Okulare "bedient" einen grauen Star haben könnte.

Lieber Hubert, danke für Deinen Exkurs zum Beleuchtungssystem und zu den (geringen) Auswirkungen bei Verlängerung der Lichtwege. So ein Spiegelhaus verlängert den Lichtweg um ca. 10cm. Meine Beobachtung ist, dass aber ein bisschen Beleuchtungsapertur verloren geht. Das kann man bei den starken Objektiven in der hinteren Brennebene ausmachen. Der Blitz wiederum leuchtet die hintere Brennebene voll aus. Beim Doppelkollektor sind beide Ausleuchtungssituationen gleich perfekt.

Das von Dir genannte Problem der richtigen Blitzkollektoroptik betrachte ich als nicht so maßgebend. Die Lichtquelle Blitzröhre ist (nach meiner Interpretation) mit einer punktförmigen Lichtquelle nicht zu vergleichen, sondern in erster Linie einfach nur großflächig hell (Spiegel hinter der Röhre, Streuscheibe vor der Röhre). Ich bin mit einem Kollektortyp für Spiegelkästen und Doppelkollektoren für alle möglichen Mikroskope und Lampenhäuser gut gefahren. Aber das ist die Praxis und ich möchte mit dieser Bemerkung einfach die potentiellen Blitzbastler etwas ermuntern und sie nicht an der Auslegung der Blitzkollektoroptik scheitern sehen.

Beste Grüße von Jürgen, der wieder viel gelernt hat.