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Foren => Mikroskopie-Forum => Thema gestartet von: D.L.1995 in Januar 01, 2011, 19:33:24 NACHMITTAGS

Titel: EUROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: D.L.1995 in Januar 01, 2011, 19:33:24 NACHMITTAGS
Hallo ihr Lieben,
ich heiße Dominik und bin 15 jahre alt.
Ich interessiere mich seit längerem fürs mikroskopieren.

Ich hätte einige Fragen bezüglich eines Mikroskops dass ich mir eventuell kaufen möchte.
Es geht um : EUROMEX monokulares Mikroskop XE.5645
Ist dieses Mikroskop für anfänger zu empfeheln?
Meine zweite Frage bezieht sich auf den ausdruck anti-fungus beschichtet .
Was bedeutet das ?

Schonmal im vorraus dankeschön :)
Lg
Titel: Re: UROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: Rawfoto in Januar 01, 2011, 20:35:20 NACHMITTAGS
Schoenen Abend

Zu Deiner zweiten Frage kann ich Dir helfen, da geht um eine "anti Pilzbeschichtung". Diese Beschichtung soll also verhindern das Pilze sich auf der Glasoberflaeche bilden/festsetzen ...

Gruesse aus Wien

Gerhard
Titel: Re: UROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: Bernhard Lebeda in Januar 01, 2011, 20:47:38 NACHMITTAGS
Zitat von: D.L.1995 in Januar 01, 2011, 19:33:24 NACHMITTAGS

Ich hätte einige Fragen bezüglich eines Mikroskops dass ich mir eventuell kaufen möchte.
Es geht um : EUROMEX monokulares Mikroskop XE.5645
Ist dieses Mikroskop für anfänger zu empfeheln?


Hallo Dominik

im Prinzip schon, ich persönlich finde es etwas zu teuer. Vielleicht wäre das Novex SH 45 eine Alternative

http://www.mikroskop-shop.de/html/sh-45.html

Wieviel kannst Du denn ausgeben?


Viele Mikrogrüse

Bernhard
Titel: Re: UROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: Werner Jülich in Januar 01, 2011, 20:57:15 NACHMITTAGS
Sehr geehrter Herr Lebeda,
Sie sollten dann aber vielleicht noch betonen, dass das von ihnen vorgeschlagene Novex in einer anderen, niedrigeren Klasse spielt und ein Preisvergleich alleine etwas schwierig ist.
Soweit mir bekannt hat das Euromex einen Kreuztisch, das Novex dagegen einen Objektführer der eher einfachen Sorte. Ausserdem unterscheiden sich die Antriebe nicht unerheblich.

Dominik, Deine Auswahl ist vertretbar, der Mehrpreis zum Novex meiner Meinung nach gerechtfertigt.

Werner Jülich
Titel: Re: UROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: Bernhard Lebeda in Januar 01, 2011, 22:46:11 NACHMITTAGS
Zitat von: Werner Jülich in Januar 01, 2011, 20:57:15 NACHMITTAGS
Sehr geehrter Herr Lebeda,
Sie sollten dann aber vielleicht noch betonen, dass das von ihnen vorgeschlagene Novex in einer anderen, niedrigeren Klasse spielt und ein Preisvergleich alleine etwas schwierig ist.
Soweit mir bekannt hat das Euromex einen Kreuztisch, das Novex dagegen einen Objektführer der eher einfachen Sorte. Ausserdem unterscheiden sich die Antriebe nicht unerheblich.


Lieber Herr Jülich

Einspruch stattgegeben!

Ich möchte allerdings schon sagen, dass ich das kleine Novex (das früher mal von Eschenbach kam) eine Weile als Reisemikroskop hatte. Die Qualität ist absolut vertretbar. Der Objektführer ist etwas schlicht, zugegeben.

Ich sag es mal anders, denn darauf wollte ich eigentlich hinaus: wer bereit ist  350 € auszugeben, dem würde ich niemals ernsthaft ein monokulares Euromex empfehlen!


Viele Grüsse

Bernhard
Titel: Re: UROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: Bernhard Lebeda in Januar 01, 2011, 22:46:46 NACHMITTAGS
Doppelposting-bitte löschen
Titel: Re: UROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: Peter V. in Januar 01, 2011, 22:50:47 NACHMITTAGS
ZitatIch sag es mal anders, denn darauf wollte ich eigentlich hinaus: wer bereit ist  350 € auszugeben, dem würde ich niemals ernsthaft ein monokulares Euromex empfehlen!

Lieber Bernhard,

Stimmt! Weil man dafür schon ein gebrauchtes "richtiges" Mikroskop bekommt!!!

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: UROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: Lothar Lammfromm in Januar 02, 2011, 00:44:49 VORMITTAG
Hallo Dominik!

Ich finde deine Wahl durchaus vertretbar, jedenfalls unter der Voraussetzung, dass es unbedingt ein Neugerät sein sollte...

Aber: Als Anfänger (und ich denke: gerade als Anfänger) sollte man nicht gleich "sein ganzes Pulver" (d.h. das fürs Hobby verfügbare Geld) gleich am Anfang verpulvern. Einerseits weiß man i.d.R. erst im Laufe seines Hobbies genauer, was man genau haben möchte, andererseits ist der Wertverlust eines Neugeräts doch recht hoch - und 355 Euro sind alles in allem doch schon recht viel Geld.

Ich mache dir daher zwei Gegenvorschläge:

1. Du holst dir gleich ein Zeiss Standard GFL mit vernünftiger Objektivausstattung - für ca. 320 bis 350 Euro

Damit hast du ein superrobustes und hochqualitatives Mikroskop, das nicht nur besser ist als das Euromex (mechanisch und optisch), sondern auch weitaus wertbeständiger und praktisch beliebig ausbaubar.

2. Du holst dir für ca. 70 Euro ein gebrauchtes (und gut erhaltenes) Steindorff-Mikroskop bzw. für max. 125 Euro ein vollständig ausgestattetes (4 Objektive, Kreuztisch, Beleuchtung) gebrauchtes Leitz SM. Thilo Immel hat gerade eines im Angebot, allerdings würde ich das nicht nehmen, weil das für die Beleuchtung notwendige Trafo fehlt.

Vorteil Variante 1: Sehr viel besser geht es nicht - extrem wertbeständig
Vorteil Variante 2: Es bleibt Geld übrig für dein Hobby (z.B. für Färbelösungen, Zubehör u.ä.) - und du kannst erst einmal ruhig abwarten, wie sich dein Hobby - und deine Bedürfnisse dabei - entwickeln.

Eigentlich mag ich die Mikroskope von Novex und Euromex - aber vernünftige Gebrauchtgeräte sind in Sachen Preis-/Leistungsverhältnis und Wertbeständigkeit deutlich besser. Hier im Forum findest du auch die Berater, die du bei einem Gebrauchtkauf UNBEDINGT (!) brauchst.

P.S.
Du hast eine PM von mir
Titel: Re: UROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: rhamvossen in Januar 02, 2011, 10:54:18 VORMITTAG
Hallo,

ZitatDu holst dir gleich ein Zeiss Standard GFL mit vernünftiger Objektivausstattung

Etwas stimmt doch nicht ganz: warum soll einem 15 jährigen gleich mit einem Zeiss GFL oder etwas änliches anfangen? Was ist denn nicht gut an ein monokulares Mikroskop? Ich finde es blödsin das ein 15 jährige neuling mit einem "labor" Mikroskop anfangen sollte. Ein gutes gebrauchtes monokulares Mikroskop ist bereits für etwa 50 EUR zu bekommen (Euromex, Olympus) auf der private Markt, zumindest hier in Holland, das soll in Deutschland doch auch möglich sein? Einen grauen Euromex ist hier bereits für 25 EUR zu bekommen, ohne Kondensor und Kreutztisch. Bis Objektiv 40/0.65 kan man arbeiten ohne Kreutztisch und ein Kondensor ist dan auch noch nicht echt nötig. Dan bleibt noch viel Geld überich fur andere sachen die man später sicher nötig hat. Anfangen sollte man "einfach". Jemand der seinem ersten Auto kauft beginnt auch nicht mit einem Ferrari. Grüsse,

Rolf
Titel: Re: UROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: treinisch in Januar 02, 2011, 12:38:19 NACHMITTAGS
Hallo Rolf,

ein wahres  Wort!
Aber!

Ich habe nach sechs Jahren Violine zum ersten Mal auf einer richtig teuren gespielt,
oh je, da wären mir fast die Tränen gekommen.

Beim Mikroskopieren ist es sicher ähnlich! Wie habe ich damals vor langer langer
Zeit meinem Spielzeugmikroskop entgegengefiebert, und wie groß war die Enttäuschung!

Neulich auf der Didakta habe ich bei einem Lehrmittelaussteller durch allerhand auch teure
Mikroskope geschaut und war einfach nur entsetzt! So weckt man definitiv keine Liebe!

Wenn D.L.1995 das Geld hat, warum nicht? Der Betrag entspricht wohl etwa 5 Tagen Malle,
das erscheint mir nicht unvernünftig.

Viele liebe Grüße

Timm
Titel: Re: UROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: Peter V. in Januar 02, 2011, 14:09:52 NACHMITTAGS
Hallo!

ZitatNeulich auf der Didakta habe ich bei einem Lehrmittelaussteller durch allerhand auch teure
Mikroskope geschaut und war einfach nur entsetzt! So weckt man definitiv keine Liebe!

So ist es! Unfassbar, was für klapperige Teile das oft sind.

Mich haben seinerzeit glücklicherweise sowohl auf dem Gymnasium als auch später im Kurssal während des Studiums nur hammerschlaggraue eckige SM-Lux von Leitz begleitet - kein Vergleich zu den aktuellen Dünnblech- und Plastik-"Lehrmittel"-Mikroskopen.
Und die sehen manchmal schon nach wenigen Stunden im Unterrichtsbetrieb völlig verhunzt aus und sind ein Fall für die Tonne.

Aber wo stünden heutzutage noch 20.000 EUR zur Verfügung, um eine Schule mit einem auch nur ansatzweise vergleichbar guten Mikroskop-Klasensatz auszrüsten ( wobei ich nicht einmal glaube, dass ein z.B. Primostar so robust und langlebig wäre wie seinerzeit das SM-Lux ).
Und selbst, wenn irgendwo ein Förderverein diese Summe aufbrächte, würde sie sicherlich eher für die Neuausstattung des Informatikraumes verwendet, sicherlich aber nicht für Mikroskope.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: EUROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: Werner Jülich in Januar 02, 2011, 14:58:58 NACHMITTAGS
Die Didacta kann man sich schenken, im Zeitalter des Internets erhalten die Lehrer die Infos, die sie für eine Entscheidung brauchen.
Zur Lebensdauer der Mikroskope ist zu sagen.
Die hochgelobten alten Leitz, HM-LUX und SM-LUX werden wegen Ersatzteilmangel nach und nach ausgemustert. Es waren und sind erstklassige Schulmikroskope, die aber nach Aussagen vieler Lehrer der heutigen Jugend nicht modern genug sind.
Zur Beleuchtung will ich mich nicht äussern, es waren andere Zeiten.

Zum Primo Star. Ich sehe kein Problem bezüglich der Nutzungsdauern, im Gegenteil. Das externe Netzteil und der simple Austausch der Leuchtmittel wird langfristig die Wartungskosten senken. Die Modellpflege tut ein Übriges, also keine Sorgen.

Was die Mittel betrifft, da gibt es große Schwankungen. Berufskollegien oder naturwissenschaftlich ausgerichtete Gymnasien stellen erhebliche Mittel zur Verfügung, die durchaus mal 20000 Euro erreichen oder übersteigen können, warum auch nicht, auf die Nutzungsdauer gerechnet sind das 1000 Euro pro Jahr, wo ist also das Problem.  Ausserdem gehen viele Schulen dazu über schrittweise in Qualität zu investieren und viele Fördervereine ziehen mit.

Werner Jülich
Titel: Re: EUROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: Peter V. in Januar 02, 2011, 15:09:06 NACHMITTAGS
Hallo Herr Jülich,


ZitatDie hochgelobten alten Leitz, HM-LUX und SM-LUX werden wegen Ersatzteilmangel nach und nach ausgemustert.

Na ja, nachdem sie nun oftmals an die 40 Jahre auf dem Buckel haben - klar, irgendwann ist mal Schluss mit der Ersatzteilversorgung.


ZitatZur Beleuchtung will ich mich nicht äussern, es waren andere Zeiten.

Das wäre dann doch eine schöne Aufgabe für eine AG in Physik, die noch vorhandenen alten SM-Luxe auf LED umzubauen. Obwohl...ich bin mir sicher, dass es da wieder irgendeinen Erlass gibt, der so einen hochgefährlichen Umabu verbietet  ;)


ZitatZum Primo Star. Ich sehe kein Problem bezüglich der Nutzungsdauern, im Gegenteil. Das externe Netzteil und der simple Austausch der Leuchtmittel wird langfristig die Wartungskosten senken. Die Modellpflege tut ein Übriges, also keine Sorgen.

Zweifelsohne haben Sie ungleich mehr Erfahrung als ich, aber meinen Sie, dass es auch auf Dauer so einen rauhen Umgang "abkann" wie z.B. die graue -luxe?
Zudem wäre ein Primostar an einer Schule auch schon gehobene Ausstattung, und dieses Mikroskop kommt sicher nicht an jedem Gymnasium bei Neuanschaffungen in Betracht.


ZitatWas die Mittel betrifft, da gibt es große Schwankungen. Berufskollegien oder naturwissenschaftlich ausgerichtete Gymnasien stellen erhebliche Mittel zur Verfügung, die durchaus mal 20000 Euro erreichen oder übersteigen können, warum auch nicht, auf die Nutzungsdauer gerechnet sind das 1000 Euro pro Jahr, wo ist also das Problem.  

Auch hier haben Sie natürlich einen ganz anderen Einblick als ich. Aber Sie kenen sicher auch Gymnasien, an denen
die mikroskopische Ausstattung aus 10 Eschenbach Kolleg SH-irgendwas besteht, davon 5 mit wackeligem oder verbogenem Objektführer, der sich allenfalls noch als Objektträger-Abschußrampe eignet.

ZitatAusserdem gehen viele Schulen dazu über schrittweise in Qualität zu investieren und viele Fördervereine ziehen mit
.

Wollen wir mal hoffen, dass sich dieser Trend fortsetzt.

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: EUROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: Werner Jülich in Januar 02, 2011, 15:21:04 NACHMITTAGS
Ich muß noch eine Bemerkung zum Thema Lebensdauer machen.
Ganz unwichtig sind die Benutzer und die Verantwortlichen natürlich auch nicht.
Da gibt es halt das ganze pralle Leben.

Werner Jülich
Titel: Re: EUROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: Peter V. in Januar 02, 2011, 15:25:10 NACHMITTAGS
Lieber Herr Jülich,

ZitatIch muß noch eine Bemerkung zum Thema Lebensdauer machen.
Ganz unwichtig sind die Benutzer und die Verantwortlichen natürlich auch nicht.
Da gibt es halt das ganze pralle Leben.

Werner Jülich

...auch zu meiner Oberstufenzeit vor 30 Jahren gab Schüler, die den Mikroskopen erst die richtige "Hammerschlaglackierung" verpaßt haben   ;)

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: EUROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: knipser009 in Januar 02, 2011, 16:55:59 NACHMITTAGS
Zitat von: Werner Jülich in Januar 02, 2011, 14:58:58 NACHMITTAGS

Was die Mittel betrifft, da gibt es große Schwankungen. Berufskollegien oder naturwissenschaftlich ausgerichtete Gymnasien stellen erhebliche Mittel zur Verfügung, die durchaus mal 20000 Euro erreichen oder übersteigen können,


Hallo

nur eine kleine Randbemerkung :

Ich unterrichte Biologie u Chemie an einem mittelgroßen saarländischen mathem.-naturwissenschaftlichen Gymnasium. Der gesamte Schuletat für alle Fächer sowie für Mobiliarersatz, Elternbriefe, etc,  betrug für das Jahr 2010   € 29.000.-  Davon erhielt die Biologie € 1.200.-  . Das reicht gerade umgerechnet für € 0,85.- pro Biologiestunde.
( Ich habe neulich meinen Biologie"stunden"etat überschritten : mir ist ein 400ml Becherglas zu Bruch gegangen.   ;-))  )

Wolfgang
Titel: Re: EUROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: Werner Jülich in Januar 02, 2011, 17:12:07 NACHMITTAGS
Diese Fälle gibt es natürlich auch. Ich schrieb nicht von Gleichverteilung, Ihre Schule liegt halt möglicherweise am unteren Ende der Bandbreite und vielleicht brauchen Sie zur Zeit auch keine neuen Mikroskope, so eine isolierte Zahl sagt erst einmal nicht, dass es bei Ihnen an der Ausstattung hapert.

Werner Jülich
Titel: Re: EUROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: piu58 in Januar 02, 2011, 17:59:10 NACHMITTAGS
Zitat von: knipser009 in Januar 02, 2011, 16:55:59 NACHMITTAGS

nur eine kleine Randbemerkung :

  Davon erhielt die Biologie € 1.200.- 

Hier im Osten ist es noch schlimmer. Meine Frau ist Biologie/Chemie-Lehrerin. Oft war ihr Jahresetat im Bereich um 200€. Dafür kann man gerade mal ein paar zerbrochene Glaswaren ersetzen.Neulich war sie überglücklich, die oft völlig defekten Rathenow-Mikroskope durch einen Satz Schülermikroskope im 100€-Bereich ersetzen zu dürfen. Darauf musste sie viele Jahre warten.

Ich habe durch eines durchgeschaut: Optisch brauchbar bis gut, Vergößerung bis 400x, Feinfokussierung und  Kondensor ist vorhanden, vernünftige LED-Beleuchtung. Da kann man zwar nichts erweitern, aber andereseits eine ganze Menge sehen.
Der Kondensor geht freilich weder zu verstellen noch zu justieren. Es gibt auch keinen Kreuztisch, das ist vielleicht die größte Einschränkung. Dafür kann man das Gerät in einen Rucksack packen, unterwegs auf einem Baumstumpf benutzen: Ein Akku ist eingebaut.
Titel: Re: EUROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: rhamvossen in Januar 02, 2011, 20:45:56 NACHMITTAGS
Hallo,

Spielzeugmikroskope und Dünnblech- und Plastik-"Lehrmittel"-Mikroskopen wurde hier genannt. Die habe ich nicht gemeint. Ich meinte die älteren schwarzen oder grauen Euromex oder Olympus Mikroskope. Zum Beispiel diesem Euromex:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/55156_31362478.jpg)

Hatte ich gekauft für 25 EUR. Da ist weninger plastic an diesem Mikroskop als meinem Zeiss Standard. Es hat keinen Kondensor. Es ist ein großes Missverständnis zu glauben, dass mit einer solchen Mikroskop ein schlechteres Bild wird erhalten. Timm, der Schritt von diesem billig Euromex zu Zeiss Standard ist kleiner dann du denkst! Die folgenden  Foto's sind gemacht mit diesem Mikroskop und mit einem Olympus u725 SW camera auf ein Stativ.

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/55156_10793206.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/55156_39868276.jpg)

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/55156_23986610.jpg)

Zum letzten, P angulatum mit schiefe beleuchtung. Auch ohne Kondensor kan man mit das 40x Objektiv genug Auflösung bereichen:

(https://www.mikroskopie-forum.de/pictures002/55156_43926945.jpg)

Und das soll nicht gut genug sein für einem 15 jährigen anfanger? Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Re: EUROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: liftboy in Januar 02, 2011, 20:54:54 NACHMITTAGS
Hallo Rolf,
Du sprichst mir  aus der Seele!
Das ist wie beim Angeln; da kauft man auch nicht gleich die teuere Hochseeausrüstung.
Ich habe mit einem billigen Kleinstjapaner angefangen. Da habe ich vielleicht nicht alles gesehen; aber ich wusste ja auch nicht, was es zu sehen gibt!
Meiner Meinung nach ist die heutige Erwartungshaltung zu groß; der Schüler will mit einem Billigmikro in Bereiche des REM vordringen (Realitätsverlust!)
Gruß
Wolfgang
Titel: Re: EUROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: Peter V. in Januar 02, 2011, 21:11:42 NACHMITTAGS
Halllooooo!!???

Ich glaube, die letzten Poster - so sehr sie auch Recht haben! - haben die Eingangsfrage nicht gelesen. Dort ging es um ein neues Euromex in der Preisklasse von um die 350(!!!) EUR und nicht um ein gebrauchtes Euromex für 25 EUR!

Und die Frage war hier nicht, ob etwas "reicht", sondern ob man nicht für den gleichen Betrag etwas Besseres bekommt. Und warum sollte man einem 15-Jährigen von einem Standard abraten - nur, weil man meint, der braucht das noch nicht?

Ich habe vor ca. 2 - 3  Jahren einer Mutter eines sehr ernsthaft wirkenden 12-jährigen Mädchens nach persönlichem Gespräch und "Probemikroskopieren" bei mir geraten, eines der schönen grauen monokularen KF-2, die von einem Händler seinerzeit noch zu sehr moderaten Preisen im Angebot  hatte, zu kaufen. Es wurde auch gekauft. Und ich denke immer noch, dass das ein guter Ratschlag war - auch für eine 12-Jährige!!! ( Muss doch glatt  mal nachfragen, was daraus eigentlich geworden ist, ob das Mädchen "bei der Stange" geblieben ist  .... )

Im Übrigen halt ich es für den völlig falschen Ansatz, immer zu sagen, für einen xx-jährigen reicht ein einfaches Mikroskop, der braucht keinen Kreuztisch, und die Optik kann auch so lala sein.
Gerade ein erfahrener Mikroskopiker kann mit einem schlechten Bild mehr anfangen und kommt eher mit einem mechanisch schlechten Mikroskop zurecht als ein Anfänger. Zumal mal "den" nicht mehr für die Mikroskopie begeistern muss! Der kann auch mal mit Mängeln leben und kompensiert die durch seine Erfahrung und sein Wissen, dass es auch "besser" sein kann. Zumal auch ein Erfahrener viel eher mit den Unzulänglichkeiten umgehen kann, wenn etwas wackelt oder sich die Objektebene ständig verschiebt oder der Objektführer labberig ist...
Ein "Profi" kanns halt auch mit schlechtem Werkzeug - ein Anfänger nicht...!!!!  ;)
Ein Erwachsener hat auch eine ganz andere Motorik.
Und der Anfänger hat mit einem Hufeisenstativ eher Probleme, wenn ihm das Deckglas auf der etwas zu reichlich aufgetragenen Wasserprobe wegfließt.
Nein - gerade der Anfänger braucht ein "gutes" Mikroskop mit einem "guten" Bild, und damit meine ich natürlich nicht Planapos und 22er-Sehfelder :-)

Ich denke, gerade die oftmals erste negative Erfahrung mit "grottigen" Geräten schreckt viele Jugendliche ab.

Jedenfalls habe ich auch wieder bei unserem Arbeitskreis gesehen, dass gerade Anfänger, die noch nie ein Mikroskop in den Händen hatten, sich eher schwertun, mit den kleinen Schulmikroskopen und den spillerigen Obejktführerchen zurecht zu kommen.
Bei diesen kleinen Mikroskopen ist es oft so, dass sich irgendeine unbedachte Bewegung, ein ganz leichtes Ruckeln am "Mikrosköpchen" oder an irgendeinem Trieb sofort dahingehend auswirkt, dass das Objekt wieder unscharf oder nicht mehr im Strahlengang ist.

Aber ganz abgesehen von meinem obigen flammenden Statement:

Das von Rolf gezeigte Euromex-Hufeisenstativ ist gut, erstaunlich schwer und solide. Ich habe es bei Hans-Jürgen Voss im Arbeitskreis mal gesehen und ausprobiert. Obwohl man für 135 EUR auch schon wieder... ( aber ich sag nichts mehr ). Wenn allerdings Rolf mir sagt, wo man es für 25 bekommt, nehme ich es auch SOFORT  ;)

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: EUROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: rhamvossen in Januar 02, 2011, 21:50:33 NACHMITTAGS
Hallo Peter,

ZitatWenn allerdings Rolf mir sagt, wo man es für 25 bekommt, nehme ich es auch SOFORT

In Holland wirden auf Markrplatz oft die grauen oder schwarzen Euromex Mikroskope angeboten für 25-35 EUR. Gerade steht einen schwarzen Euromex auf Marktplatz für 25 EUR (Google mal "marktplaats" und suche nach "Euromex microscoop"). So etwas soll in Deutschland doch auch zu bekommen sein? Wo es mich um geht ist das ich 350 EUR für einem 15 jährigen viel Geld finde, ich hätte es früher nicht. Und ich wollte nur sagen dass so ein billigen gebrauchtes Mikroskop nicht inferiör sein darf. Beste Grüsse,

Rolf
Titel: Re: EUROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: Werner Jülich in Januar 02, 2011, 22:05:46 NACHMITTAGS
Lieber Peter V.
wenn Sie mal von dem ganzen Papierkram die Nase voll haben und eine neue Herausforderung suchen, der letzte Beitrag könnten fast als Bewerbung durchgehen, wir suchen, wie bekannt ständig geeignete Mitarbeiter.
Spaß beiseite, das ist doch genau der Punkt. Die Schwerpunkte sind anders, der erfahrene Hase wird im Zweifel mit dem mechanisch klapprigen Mikrosköpchen besser klar kommen und bei der Stange bleiben als der Einsteiger, der sich erst noch zurechtfinden muß.
Das gleiche Theater haben wir doch bei Billigstfernrohren genauso und wenn ich an manchen Schrotthaufen denke, der als ideales Anfängerauto angesehen wird, da frage ich mich manchmal, ob da was im Hirn falsch verdrahtet ist.

Das Nachwuchsproblem erklärt sich unter anderem auch dadurch, dass viele Anfängergeräte nur für eine Sache wirklich gut geeignet sind, nämlich zum Abgewöhnen.

Werner Jülich
Titel: Re: EUROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: Peter V. in Januar 02, 2011, 22:31:25 NACHMITTAGS
Lieber Herr Jülich,

danke für Ihr Angebot  ;)

ZitatDas gleiche Theater haben wir doch bei Billigstfernrohren genauso und wenn ich an manchen Schrotthaufen denke, der als ideales Anfängerauto angesehen wird,

Mal völlig OT, aber weil sie mir hier so aus dem Herzen sprechen:
Das habe ich auch nie verstanden, warum man oftmals meint, gerade Denjenigen, die das mit Abstand höchste Unfallrisiko haben, möglichst genau die "Kisten" zu kaufen, in denen die Chance, einen Unfall zu überleben, am geringsten ist!

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: EUROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: Bernhard Lebeda in Januar 02, 2011, 22:33:29 NACHMITTAGS
Zitat von: piu58 in Januar 02, 2011, 17:59:10 NACHMITTAGS
Zitat von: knipser009 in Januar 02, 2011, 16:55:59 NACHMITTAGS

nur eine kleine Randbemerkung :

 Davon erhielt die Biologie € 1.200.-

Hier im Osten ist es noch schlimmer. Meine Frau ist Biologie/Chemie-Lehrerin. Oft war ihr Jahresetat im Bereich um 200€. Dafür kann man gerade mal ein paar zerbrochene Glaswaren ersetzen.Neulich war sie überglücklich, die oft völlig defekten Rathenow-Mikroskope durch einen Satz Schülermikroskope im 100€-Bereich ersetzen zu dürfen. Darauf musste sie viele Jahre warten.

Ich habe durch eines durchgeschaut: Optisch brauchbar bis gut, Vergößerung bis 400x, Feinfokussierung und  Kondensor ist vorhanden, vernünftige LED-Beleuchtung. Da kann man zwar nichts erweitern, aber andereseits eine ganze Menge sehen.
Der Kondensor geht freilich weder zu verstellen noch zu justieren. Es gibt auch keinen Kreuztisch, das ist vielleicht die größte Einschränkung. Dafür kann man das Gerät in einen Rucksack packen, unterwegs auf einem Baumstumpf benutzen: Ein Akku ist eingebaut.


Ach, Uwe , Du steckst hinter piu58!! Avatar macht es möglich-einer der grössten Astro Cracks wo gibt!! Drüben im "schwarzen Forum" heiße ich übrigens bernsky  ;D

Schön Dich hier zu sehen, was bleibst einem bei dem Mistwetter auch anderes übrig als zu mikroskopieren!!

Viele Mikro-Astrogrüsse

Bernhard
Titel: Re: EUROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: Peter V. in Januar 02, 2011, 22:45:37 NACHMITTAGS
ZitatMeiner Meinung nach ist die heutige Erwartungshaltung zu groß; der Schüler will mit einem Billigmikro in Bereiche des REM vordringen (Realitätsverlust!)

Hallo Wolfgang,

das schafft er ja auch fast - wenn man der "Musterrechnung" mancher ebay-Händler Glauben schenkt, welch phantastische Vergrößerungen mit ihren Geräten möglich sind  ;D  ;D  ;D

Herzliche Grüße
Peter
Titel: Re: EUROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: Detlef Kramer in Januar 02, 2011, 23:18:57 NACHMITTAGS
Lieber Peter, lieber Herr Jülich,

zur Ehrenrettung von Rolf: das von ihm abgebildete Mikroskop ist doch kein billiges "Schüler-Mikroskop" sondern erscheint mir als ein gediegenes Hufeisenmikroskop mit DIN-Optik und passabler Beleuchtung. Ich wünsche es auch keinem Anfänger, wenn es irgendwie möglich ist, ihm ein "modernes" Gerät mit Schrägeinblick und Objektführer zur Verfügung zu stellen.

Aber mal ehrlich: wurden nicht alle, wirklich alle mikroskopischen Entdeckungen mit solchen Mikroskopen gemacht? Und Jugendliche kommen damit zu Recht!

Ich habe mit 17 meine elektrische Eisenbahn verkauft, um ein Kosmos-Humboldt zu erwerben. Dieses entspricht dem von Rolf gezeigten weitgehend. Ich habe damit einen wunderbaren Streifzug durch die Mikrowelt unternommen. Ich habe es übrigens noch und werde es auch nicht verkaufen - na ja, vielleicht an einen Schüler, der nicht das Kleingeld für ein Standard mit Bino hat. Aber, irgendwie haben wir alle Recht!

Herzliche Grüße und Gute Nacht,

Detlef
Titel: Re: EUROMEX monokulares Mikroskop XE.5645 und Forstelung
Beitrag von: wilfried48 in Januar 03, 2011, 00:40:50 VORMITTAG

ZitatIch habe mit 17 meine elektrische Eisenbahn verkauft, um ein Kosmos-Humboldt zu erwerben. Dieses entspricht dem von Rolf gezeigten weitgehend. Ich habe damit einen wunderbaren Streifzug durch die Mikrowelt unternommen. Ich habe es übrigens noch und werde es auch nicht verkaufen - na ja, vielleicht an einen Schüler, der nicht das Kleingeld für ein Standard mit Bino hat...

Lieber Detlef,

bei mir war es gerade umgekehrt. Als Schüler konnte ich mir meinen Traum Kosmos-Humboldt nicht leisten und ich habe ihn erst vor ein paar Jahren aus Nostalgie durch Tausch gegen ein einfaches Zeiss Standard erworben.
Wie neu in Original Holzkiste mit Metallemblem "Gesellschaft für Naturfreunde Stuttgart".

viele Grüsse
Wilfried