Komponenten LED-Beleuchtung

Begonnen von Bob, Mai 06, 2012, 12:11:33 NACHMITTAGS

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Bob

Hallo zusammen,

ich möchte mir eine LED-Beleuchtung bauen. Ich habe hier schon einiges gelesen, und tolle Ergebnisse gesehen.
Es gibt offenbar auch käuflich Lösungen, aber ich möchte mich da selbst etwas einarbeiten, um auch bei zukünftigen Projekten darauf zurückgreifen zu können.

Die folgende Eckdaten stelle ich mir vor:

-3W LED
-Versorgung über eine Hand voll AA oder AAA-Zellen
-Stark dimmbar (eine 0,5W-LED ist mir bei Hellfeld und kleiner Vergrößerung schon zu hell) ohne extreme Farbabweichungen oder Flackern
-Stromsparende Dimmung (Kein Verbrater)
-Keine Komplikationen mit Digitalkamera (Belichtungsmessung und Video-Modus)

Da ergeben sich einige Fragen:

Zum Treiber:
bei Conrad gibt es z.B diesen Baustein:

http://www.conrad.de/ce/de/product/180323/LED-TREIBER-SERIE-RCD-RCD-24-070

Der Treiber lässt sich über ein Poti dimmen und benötigt zur Anwendung nur noch wenig Hühnerfutter drumherum.

Frage: Habt Ihr Erfahrungen mit so einem oder einem ähnlichen Baustein oder IC und wie seid Ihr zufrieden?


Zur LED:

Was setzt Ihr für ein 3W-Modell ein (Typ und Lichtfarbe)?


Zur Lichtführung
Beim Fotovergrößerer gibt es zwei Typen: Diffusor- und Kondensor-Gerät, die beide gut, aber unterschiedlich sind in Kontrast, Empfindlichkeit gegenüber Verschmutzungen und dem letzten Quäntchen Bildschärfe.
Den Kondensor hat man beim Mikroskop ohnehin, aber es dürfte einen Unterschied machen, ob diffuses oder gerichtetes Licht hereinscheint.
Meine 0,5W (so es stimmt) Lidl- Fahrrad-LED-Leuchte dimme ich z. Zt. mit einem darübergelegten Stück Papier - das ergibt dann ein komplett anderes Bild.
Wie macht Ihr das?


Die Ausführung könnte ich mir insgesamt so vorstellen wie Nomarski-Bernds Nelson-Belechtung.
Die Möglichkeiten zur Herstellung von Gehäuse und Leiterplatten habe ich, aber je weniger Aufwand, desto lieber (Kinder betet, Vater lötet...).

Viele Grüße,

Bob

Nomarski

Hallo Bob,

nun siehst du, wie einfach es doch ist, viele und vor allem hohe Ansprüche zu stellen, aber wie schwierig es doch werden kann, diesen allen gerecht zu werden.
Nun gehörst du auch zu denen, die keine käuflichen Lösungen erwerben möchten, sondern es selber versuchen möchten, sie es, um eigene Erfahrungen zu sammeln, weil sie Spaß daran haben oder ganz einfach Kosten zu sparen, denn solche LEDs mit Adaptionen und Steuerungen bauen sich schließlich nicht von selbst. Zum Hühnerfutter, das man auch kaufen muß und vom Preis noch überschaubar ist kommt noch die Arbeitszeit dazu. Und eine Stunde ist schnell vergangen, ohne daß viel zu sehen ist...

Als LED haben sich bereits folgende Typen bewährt:
Cree XM-L T6, XR-E 7090 R2.
Man kann aber auch andere nehmen, es wäre nur von Vorteil, wenn man dazu auch ein Datenblatt hat. Bei den Billig-Taschenlampen ist das meistens nicht der Fall, wenn der Typ nicht gerade draufsteht.
Aus den Datenblättern läßt sich nämlich auch entnehmen, wie man die Stromversorgung aufbauen sollte.
Statt der Batteriezellen, die bei vielem Mikroskopieren auch kostenintensiv werden können würde ich lieber ein entsprechendes Steckernetzteil bevorzugen. Sie müssen eben nur vom Strom her ausreichend belastbar sein, also etwa 1,5A.
Wenn du scheinbar nicht löten willst, dann kauf dir eben ein passendes Fertigmodul, wo deben der LED die Stromversorgung nur das Potentiometer zum Dimmen angeschlossen werden muß. Ich löte dagegen lieber eine kleine Schaltung zusammen, die Teile sind zwar billiger, das Löten kostet Zeit, aber dafür kann ich jedes Bauteil ersetzen und habe es nicht mit Blackboxen zu tun.

Viele Grüße
Bernd

Eckhard F. H.

ZitatIch löte dagegen lieber eine kleine Schaltung zusammen

Hallo Bernd,
woher beziehst Du die elektronischen Komponenten dafür?
Gruß EFH

Nomarski

Hallo EFH,

einiges dafür bekommt man bei Conrad, das andere eben bei anderen Versandhändlern. Gibt ja mehrere.

Gruß
Bernd

Nomarski

In der Tat sehr praktisch, aber wie kriege ich sowas in ein Rohr mit 20mm Innendurchmesser?  ???

Detlef Kramer

Hier ein Tipp, der nicht von mir stammt, sondern von einem sehr guten Freund. Aber das funktioniert gut, habe es selbst mehrfach erfolgreich angewandt - kein Flackern bei der Digi-Fotografie:

http://www.leds.de/LED-Zubehoer/Strom-und-Spannung/, Artikel 95013 + 95019. Die LED kauft man am besten auf Star-Platine montiert und klebt sie (mit Wärmeleitkleber) oder schraubt sie (dann Wärmeleitpaste nicht vergessen) auf einen möglichst massiven Alu- oder Messing- Zylinder als Kühlkörper; ein passender Kühlkörper für Halbleiter tut es natürlich auch.

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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Nomarski

Aber 35mm lang. Vielleicht läßt die sich ja falten.. ;D

Nomarski


Bastian

Hallo Bob,

der Baustein den Du da zeigst ist eigentlich ganz gut geeignet und wenn Du nur Proben ansiehst, die sich nicht bewegen (Tümpeln) wohl gut geeignet, da man auch mit langen Belichtungszeiten arbeiten kann. Warum? Der PWM Dimmer arbeitet nur mit 200 Hz, wenn ich das Datenblatt richtig verstanden habe, das wirst Du wohl als wunderschöne "Jalousien", oder als ungleichmäßig ausgeleuchtete Bilder in Deinen Bildern festhalten können.

Wolfgang,
was kosten denn die ZMDI Teile? Ich konnte auf der Webseite nichts finden. Liefern die überhaupt an Normalbürger? Das Demokit konnte ich auch nicht finden, was ich schade finde, denn es scheint ein gutes Bauteil zu sein. Mit dem Chip alleine könnte man auch schon eine Menge Spaß haben (:

Detlef,
die Sachen sehen auch ganz gut aus, wie ich finde. Einzig, die PWM Frequenz von 2500 Hz ist grenzwertig, wenn jemand sehr kurz belichtet: bei 1/1000 steht die Chance schon 1:2,5 dass man eine "Aus-Phase" im Bild erwischt.

Schönen Gruß,
Bastian



Bastian

Wolfgang,
ZitatIch hoffe schon das ich Normal bin
ob Du normal bist oder nicht kann ich natürlich nicht beurteilen bedanke mich aber für die Info. Dann wird man wohl mal den Distri anschreiben müssen.- Nicht dass ich mit meinen Bauteilen nicht  zufrieden wäre, aber es gibt ja vielleicht trotzdem schon wieder was Besseres (:
Hast Du das denn wirklich als Normalo da angefragt, oder als Profi in dem Bereich in dem Du arbeitest (: Da machen die Distris schon ganz gerne Unterschiede: Wenn klar ist daß man einmalig 5 Stück will, geht das Interesse oft gegen Null, wenn man denn überhaupt Antwort bekommt.

Bastian

Detlef Kramer

Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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Bob

Hallo Detlef,

na das ist doch mal ein konkreter Vorschlag! Ich habe mir heute dort ein paar Teile zum experimentieren bestellt, unter Anderem eine andere Konstantstromquelle, die, wie ich aus den Kundenbeurteilungen lesen kann, auch mit einem Poti dimmbar ist. Die Effekte auf Lichtfarbe und -kontinuität werde ich einfach mal ausprobieren.

Beste Grüße,

Bob

Detlef Kramer

Hallo Safari,
ZitatDas ist schon richtig, aber mit Bescheidenheit wird leider kein Geld verdient und es werden keine Termine gehalten. Da muss schon mal Druck ausgeübt werden. Da lässt man schon mal Entwicklungsingenieure aus Japan immer und immer wieder nach Deutschland kommen und 2 Stündige tägliche Telefonkonferenzen bei denen die Japaner über die Fortschritte berichten müssen sind auch nicht selten. Wenn Bescheidenheit meine Stärke wäre, wäre ich buddhistischer Mönch geworden.

Könntest Du denn diese grandiosen Beziehungen uns, der Mikroskopie-Gemeinde, irgendwie zu Gute kommen lassen? Ansonsten: Is ja toll und das war's denn.

Nix für ungut,
Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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Pommbaer

Wäre es nicht denkbar einfach aus einer LED-Taschenlampe, die es teilweise ja schon sehr günstig gibt, eine Beleuchtung zu bauen ? Bauteile sind da ja quasi alle vorhanden.

Philipp

Bob

Hallo Phillip,

so habe ich es mit einer Fahrrad-Lampe von Lidl gemacht, die angeblich 0,5W hat (nicht nachgemessen).
Ergebnis: Bei schwachen Objektiven zu viel Licht, mit einem Stück Papier darüber gut. Vor großem Vorteil wäre also ein Dimmer, der relativ weit herunterregeln kann, ohne dass es zu Nebenwirkungen kommt. Ich werde da einfach mal ein Poti zwischenschalten. Dann noch mehr Leistungsreserve, eine Netzteil-Buchse, eine Ladebuchse und so wäre es prima. So etwas will ich mir die Tage mal aus ein paar Komponenten zusammenbauen, die gerade auf dem Weg zu mir sind.

Bei den starken Taschenlampen sehe ich folgende bedenkenswerte Punkte:
-Keine oder nur grobe Dimmbarkeit
-Zum Teil sehr kleine Akkuzellen für die Leistung =>Da sind Standard-Zellen schnell kaputt
-Kühlung bei Dauerbetrieb gut genug?
-LED-Typ oft nicht oder zweifelhaft angegeben => Wieviel Lumen aus den Watts herauskommen hängt aber schon davon ab
-Es gibt auch LEDs, die UV-Licht abgeben, wäre gefährlich fürs Auge, sollte man sich Gedanken drüber machen

Die Chinesen bauen wirklich beeindruckende Taschenlampen, aber für's Mikroskop sind m. E. alle Details ein Stück am Ziel vorbei gebaut, da sind sie ja auch nicht für gedacht.

Gruß

Bob