Oedogonium - was bewegt sich in diesen Zellen?

Begonnen von Bernd Kaufmann, Juni 05, 2012, 16:06:54 NACHMITTAGS

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Bernd Kaufmann

Hallo,

beim Spiel mit verschiedenen Kontrastverfahren und der Polarisation fielen mir glitzernde, sich bewegende Teilchen in verschiedenen jungen Zellen einer Oedogonium sp. auf. Ich hoffe, dass man auf dem kleinen Video sehen kann, was da passiert: http://www.youtube.com/watch?v=9CBPpXOsZE8
Viele Grüße
Bernd ©¿©
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Lieber per Du.

Eckhard F. H.

Hallo Bernd,
zwar kann ich nichts zur Erkenntnis beitragen, aber auf ähnliches blitzloses Gewusel in einigen Pilzsporen der gleichen Art verweisen. Als wäre Kleingetier in eine Plastiktüte gepfercht und suche ein Entkommen. Im normalen Hellfeld zu beobachten.
Gruß EFH

Bernd Kaufmann

Zitataber auf ähnliches blitzloses Gewusel in einigen Pilzsporen der gleichen Art verweisen. Als wäre Kleingetier in eine Plastiktüte gepfercht und suche ein Entkommen. Im normalen Hellfeld zu beobachten.

Hallo Eckhard,

das Blitzen kommt erst durch die Polarisation zustande. Aber jetzt, wo Du das sagst, fällt mir ein, dass ich das beschriebene Gewusel auch schon in Algenzellen gesehen habe und mir sicher war, dass das nichts mit der Brownschen Molekularbewegung zu tun hatte, zumal es immer in einzelnen Zellen zu sehen war und in Nachbarzellen Ruhe herrschte. Zwar sah das Gewusel auch nicht zielgerichtet aus, aber ich hatte den Eindruck, dass die Bewegungen nicht durch äußere Einflüsse angestoßen wurden. Die schwarzen Kügelchen, die ich da sah, könnten Bakterien gewesen sein, schienen mir aber auch wieder zu schnell zu sein. Wie auch immer, die nächste Begegnung werde ich aufnehmen. Danke für Deinen Beitrag!
Viele Grüße
Bernd ©¿©
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Eckhard F. H.

Hallo Bernd,
Deine Beschreibung und Einschätzung deckt sich perfekt mit der meinen.
Gruß - EFH

rekuwi

Hallo Bernd,

Oedogonium enthält Pyrenoide. Die sind glänzend und doppelbrechend und bewegen sich auch. Nur so als weitere Meinung  ;).

Liebe Grüße
Regi

Bernd Kaufmann

Zitat
Oedogonium enthält Pyrenoide. Die sind glänzend und doppelbrechend und bewegen sich auch. Nur so als weitere Meinung  ;).

Liebe Regi,

das wusste ich bis jetzt nicht - eine sehr wertvolle Information für mich. Herzlichen Dank dafür! Da das Filmchen ja nur ganz junge Zellen zeigt, könnte das mit der Größe auch hinkommen. Andere Pyrenoide, die ich sah, sind sehr viel größer und wenn ich mich nicht irre, auch nicht doppelbrechend. Aber nach diesem Hinweis werde ich verstärkt darauf achten und öfter mal den Analysator einschwenken.

PS: Hast Du eventuell eine spezielle Quelle zu den Pyrenoiden bei Oedogonium? Die kommen nämlich sehr häufig in Aquarien vor und können ohne sichtbare "Kappenbildung" oft nur schwer identifiziert werden.
Viele Grüße
Bernd ©¿©
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Detlef Kramer

Hallo Bernd,

ich weiß nicht, ob dies Deine Frage trifft: die Pyrenoide selbst bestehen aus einem Protein, der Phoshoenolpyruvat-Carboxylase. Die ist natürlich nicht doppelbrechend. Aber sie liegt bei zahlreichen Algen konzentriert als Klümpchen in den Chloroplasten vor und ist dann mit Stärke assoziiert. Und die ist natürlich doppelbrechend. In Deinem Fall würde ich persönlich eher auf kleine anorganische Kristalle in der Vakuole tippen, denn die Pyrenoide sind ja in den Chloroplasten ortsgebunden. Aber genau weiß ich es auch nicht.

Herzliche Grüße
Detlef

Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

Vorstellung: Hier klicken

Bernd Kaufmann

Hallo Detlef,

vielen Dank für Deinen Beitrag! Der Stärkenachweis bei verschiedenen Algen ist eines meiner nächsten größeren Vorhaben und ich denke, dass dabei etwas mehr Licht ins Dunkel kommen wird. Wie es aussieht, wird wieder mal nur der Versuch kluch machen, aber es ist ja kein Problem, bei jedem Präparat mal kurz die Polarisation zu nutzen. Nochmals herzlichen Dank!
Viele Grüße
Bernd ©¿©
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