Wie ermittele ich die Tubuslänge meines Mikroskopes?

Begonnen von fraureuter, Februar 23, 2009, 19:53:53 NACHMITTAGS

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Detlef Kramer

Hallo Herr Nowack,

zu 1: ja, genau das habe ich geschrieben

zu 2: nein, das kann ich nicht bestätigen. Lesen sie, bitte in der Mikrofibel nach. Ich selbst bin da eigentlich, so, wie es Peter V. beschrieben hat, immer sehr pragmatisch vorgegangen. Aber, vielleicht finde ich ja mal die Zeit, das genauer zu überprüfen.

Herzlichen Gruß

Detlef Kramer
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fraureuter

Hallo nochmal,
ich lese immer "nachfokussieren". Es stellt sich mir die Frage, was nun damit gemeint ist. Ich nehme an: Das korrigierende Scharfstellen des Bildes nach Objektivwechsel. Das ist doch in der Regel ärgerlich und ein Phänomen bei schlampig gebauten Objektiven oder solchen, die schlicht nicht zueinanderpassen. Selbst bei grotesker Zusammenstellung von Okular/Tubus/Objektivgruppe, wobei alle Objektive zueinander passen, sollte, selbst bei erbärmlichster Bildqualität, ein Nachfokussieren kaum nötig sein (halt im "normalen" Rahmen). Mit der Tubuslänge würde ich (als Laie) das nicht unbedingt in Verbindung bringen.
Vielmehr ist es spannend für mich, ob eine falsche Tubuslänge bei höherer oder niedrigerer Vergrößerung Schaden anrichtet. Ich war davon ausgegangen, daß ich mich bis 60:1 auf sicherem Terrain bewege, was mir von Herrn Jülich auch bestätigt wurde (oh Gott, hoffentlich hab ich ihn da auch richtig verstanden...). Ab da wird es wohl kritisch, und zwar umso schlimmer, je besser (Zitat Mikrofibel: Hochgezüchteter) das jeweilige Objektiv ist.
Ich würde gerne korrigiert werden, wenn ich Unsinn schreibe. Ich schlafe sonst schlecht.
Gruß
Martin
Nichts ist so klein, als dass es nicht auch gegessen werden könnte.

Peter V.

#17
Hallo Martin,

zunächst einmal freue ich mich, daß Du mit der Optik des Biomed zufrieden bist. Die EF-Objektive und Periplane sind ja auch wirklich eine gute Optik. Daß Du mit ihnen "fremdgehen" würdest, wußte ich gar nicht.
Und wenn Du mit der Bildqualität an dem 170mm-Fremdmikroskop zufrieden bist, freu Dich einfach! Denn das ist kein Wunder und wahrscheinlich hast Du auch keine trüben Augen. Lassen wir mal alle theoretischen Betrachtungen außen vor. De facto ist es so, daß man keinen nennenswerten Qualitätsunterschied bemerkt! Wesentlich größer als der Qualitätsunterschied bei "falscher" Tubuslänge ist der Qualitätsunterschied verschiedener Objektive an sich.
Ich habe jetzt gerade nochmal ein 40er Objektiv von Zeiss ( 160 mm ) mit einem 40er NPL am Leitz Ortholux ( 170mm ) an einem botanischen Schnitt verglichen. Ich kann absolut KEINEN Qualitätsunterschied erkennen!!! Und: Beide Objektive sind praktisch parfokal, der Unterschied am Feintrieb beträgt nicht mehr als bei verschiedenen Objektiven gleicher Tubuslänge auch. Ich weiß also nicht, woher die Information stammt, man müsse da über Gebühr nachfokussieren. Ich kann das zumindest hier nicht nachvollziehen. Ich wünsche weiterhin viel Spaß mit dem reanimierten Schätzchen!

Herzliche Grüße
Peter


Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Detlef Kramer

Hallo,

das ist meine Erfahrung aus der Praxis und gilt tatsächlich nur für die Objektive < 10 x. Im Augenblick kann ich das physikalisch nicht erklären, aber ich habe es oft bemerkt. Ein besonders kritsches Beispiel: ich arbeite oft mit einem alten Orthoplan mit Planobjektiven und Periplan-Okularen mit einer viel zu leichtgängigen Dioptrienverstellung. Wenn die sich hereindrehen und damit die Tubuslänge verkürzen, muss ich beim Übergang von 4 x auf 10 x ungewöhnlich stark nachfokussieren. Das gleiche konnte ich vor ein paar Tagen an meinem Standard mit einem fremden Trinotubus feststellen, der wohl nicht ganz exakt die richtige Tubuslänge aufweist, beim Umschalten von 2,5 x auf 4 x.

Herzliche Grüße

Detlef Kramer
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Peter V.

Hallo Detlef,

ich werde mal versuchen, das heute Abend mit niedrig vergrößernden Objektiven am Ortholux nachzuvollziehen.

Herzliche Grüße
Peter

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Eckhard F. H.

#Ich lese immer "nachfokussieren". Es stellt sich mir die Frage, was nun damit gemeint ist. Ich nehme an: Das korrigierende Scharfstellen des Bildes nach Objektivwechsel.#
Hallo Martin!
Typischer Fall rationaler Kommunikation: Verwendung vorgestanzter Wortketten ohne eigenen Bezug zu deren Inhalt. Fokus = Brennpunkt. Deswegen macht das Wort ´fokussieren´ eigentlich nur Sinn bei Zoomoptiken. In der Mikroskopie/Fotografie ist meinses Wissens mit dem Begriff die Anpassung der Bildweite an die Dingweite gemeint. Korrektur erbeten.
Gruß - E. Nowack

fraureuter

Na, Herr Nowack,
Wikipedia sagt mir, daß "fokussieren" soviel wie "Scharf stellen, bündeln" ist, abgeleitet vom "Zentrum des Interesses". Das hat mit "Zoom" im ersten Moment so rein gar nichts zu tun. Mag sein, daß ich nach einigen Eierlikören in ein paar Stunden anders darüber denke....;-)
Unter "Fokus" kommt die Datenbank dann richtig aus dem Kreuz und beschreibt - vereinfacht - den Fokus schlicht als Brennpunkt, wie Sie messerscharf erkannt haben. Ich kann auch mit einer Lupe "fokussieren" - ohne daß man das "zoomen" nennen würde, vielmehr betrachte ich als Fotograf das Zoomen als das stufenloses "Heranholen" eines Objekts mittels Linsenverschiebung. Im Idealfall bleibt das Objekt dann im Focus. Ich benutze aber schon lange keine Zoomoptiken mehr, fokussiere jedoch regelmäßig. Manchmal auch mit Autofocus.
Wenn ich "fokussieren" meine, will ich "scharf stellen" sagen (was sonst), dabei aber einen gebildeten Eindruck machen. Nächstes mal sage ich aber wieder "scharf stellen". Ohne Zoom. Nun suche ich allerdings immer noch verzweifelt die vorgestanzte Wortkette....
Herzlichste Grüße
Martin

Nichts ist so klein, als dass es nicht auch gegessen werden könnte.