Eine Frage zu einen Mikrotomeigenbau

Begonnen von Johannes Kropiunig, März 22, 2013, 18:45:47 NACHMITTAGS

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the_playstation

Hallo Martin,

Nichts gegen Steinzeit-Klingen. ;D
Sie sind nicht sehr bruchfest aber dafür SEHR scharf.
Die Realität wird bestimmt durch den Betrachter.

wilfried48

Haa....lt,

Johannes ist Tischler und kein Steineklopfer  ;D

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

Johannes Kropiunig

Hallo,

auf eure Lästereien gehe ich nicht näher ein, nur so viel.

Rohmaterial hätte ich sogar da.  ;) ;)

Viele Grüße,
Johannes
Biologische Mikroskop: Zeiss Standard 16
Stereomikroskop: Lomo MBS 10
Kameras:  EOS 1100D, EOS 1000D, EOS 1000Da, und EOS 350Da Peltier gekühlt

Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich daran erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen.
Laotse

hebi19

#18
Bitte wieder zurück zum Thema ....... niemand will ein flintstone-microtome zum Saurier-schneiden !!

Fakt ist, dass aktuelle (neue) deutsche Mikrotome im Preisbereich gößerer Motorräder liegen (also u.a. recht geringer WAF), und der vielgerühmte Gebrauchtmarkt von Markengeräten leergekauft und der Rest rar und ziemlich teuer ist (z.B. Tischmikrotom knapp 400 Euro). Im "botanischen" Bereich gibts noch was zu kaufen (u.a. beim Inder ein Handmikrotom, den Euromex-Nachbau, beiders evtl ergänzt mit dem detlevschem SHK-Klingenhalter.
Für den zoologischen Bereich und bei Botanik z.B. für Holzschnitte ist aktuell der Einstieg wohl sehr schwer - hier sind ja auch die Anforderungen höher.

Ich finde im Forum 2 Wege/2 Fragestellungen um doch zu einem "einigermaßen preisgünstigen, für zoologische Histologie geiegnetem" Mikrotom zu kommen:  Selbstbau - gut gelöst mit dem "betoniertem Mikrotom" oder "ein Kauf vom Inder" - wobei die Inder-Lösung zwar als Fragestellung auftaucht, aber noch niemand scheint ein solches Rotationsmikrotom echt getestet zu haben für Paraffinschnitte ?? (zumindest habe ich noch nichts drüber gefunden)

Ich habe zuhause keine Drehbank, keine Ständerbohrmaschiene und schon gar keine CNC-Fräse. Ich habe keine Übung mehr im Feilen (das Feilen des "obligatorischen U-Stahls" im Praktikum liegt inzwischen 35 Jahre zurück). Von daher stellt sich die Frage: gibt es eine Möglichkeit, mit im allgemeinen Handel verfügbaren Einzelteilen (ebay, Baumarkt etc) und haushaltsüblichen Werkzeugen ein entsprechendes Mikrotom selber zu bauen ?? Was ist dafür der "minimale Einsatz" ??

Das mit Erfindungsgeist, Phantasie und "Mut" erstaunliche Möglichkeiten gefunden werden können ist meine Überzeugung. Ich besitze z.B. eine Bauanleitung für einen Seismographen, welcher Schwingungen im Bereich von Bruchteilen von Mikrometern messen und aufzeichnen kann, aufgebaut aus baumarktüblichen Teilen und etwas Elektronik (mit Anschluß an die Soundkarte des PC) mit einem Einkaufswert so zwischen 50 und 100 Euro.
Der Ansatz von Jürg (Braun) gefällt mir in dieser Richtung sehr gut !!

Soviel meine Gedanken zum Thema

Martin
Grüße von
Martin alias hebi19

Motic BA-300, div Lomo, Stereo-Mikroskop noname

Daniel Steiner

Hallo,
als Erbauer des "berühmten Beton-Schlittenmikrotoms"  ;) muss ich mich wohl hier kurz zu Wort melden.
Ich bin sicher, dass es mit etwas Findigkeit und Geschick auch ohne Drehbank und Säulenbohrmaschine möglich ist, etwas Ähnliches herzustellen, das seinen Zweck erfüllt (anstelle des Probenhalters liesse sich z.B. ein kleiner Schraubstock verwenden). Dabei sollte man keinen fundamentalistisch-selbstbauerischen Ansatz verfolgen und durchaus auf im Handel verfügbare Teile zurückgreifen. Wieviel Prozent des Geräts schliesslich "von Grund auf selbstgeschaffen" ist, ist doch egal, wenns nur funktioniert. Käufliche Teile bieten doch manchmal höhere Funktionssicherheit als irgendeine Bastelei. Ich habe inzwischen mit den vorhandenen Eigenheiten meines Geräts umgehen gelernt und freue mich immer, wenn ich damit arbeite (inzwischen Routine, da es sehr oft im Gebrauch steht). Ich vermute mal, dass auch teuer gekaufte Geräte ihre Eigenheiten haben, mit denen man sich erst vertraut machen muss, um gute Ergebnisse zu erzielen. Auch ein teuer gekauftes tolles Supergerät garantiert noch keine erstklassigen Resultate.
Soweit meine eher allgemeinen Überlegungen zum Selbstbau.

Herzliche Grüsse, Daniel

Jürg Braun

Hallo Johannes

Hast Du einmal Zeit gefunden um das Projekt weiter zu bringen?

Schnippelnde Grüsse

Jürg

Johannes Kropiunig

Hallo Jürg,

nicht wirklich, im Moment steckt es, in etwa, in diesem Stadium fest.

Durch die vielen, sicher nicht ganz unberechtigten, kritisches Zweifeln wurde mir auch, um ehrlich zu sein, etwas an Motivation genommen.

Viele Grüße,
Johannes
Biologische Mikroskop: Zeiss Standard 16
Stereomikroskop: Lomo MBS 10
Kameras:  EOS 1100D, EOS 1000D, EOS 1000Da, und EOS 350Da Peltier gekühlt

Sag es mir - und ich werde es vergessen. Zeige es mir - und ich werde mich daran erinnern. Beteilige mich - und ich werde es verstehen.
Laotse

Alfons Renz

Liebe Mikrotom-Bauer,

Technisch am einfachsten zu realisieren wäre der Selbstbau eines 'rocking-microtoms' (=> http://www.unimuseum.uni-tuebingen.de/38dinge/dinge19.html), welches schon Charles Darwin's Sohn als Geschäftsidee vermarktete (Cambridge scientific instruments). Es beruht auf der Selbstzentrierung von V-förmigen Lagern, einem genial einfachen Vorschub und einem konstruktiv wohl recht leicht umsetzbaren Konstruktionsprinzip,welches ohne komplizierte Gleitlager und Mikrometerspindel auskommt. Nachteil ist die geringere Schnittbreite und Tiefe.

Alfons

the_playstation

#23
Hallo,

Ich werde meine Unimat SL Drehbank dafür benutzen.
http://www.flickr.com/photos/36445783@N07/4328721132/lightbox/
http://www.practicalmachinist.com/vb/attachments/f25/70862d1361832449-unimat-sl-db200-trade-soth-bend-mill-attachment-image.jpg
Motor, ... lassen sich sehr schnell und einfach mit 2 Schrauben für den Mikrotom-Einsatz demontieren.
In ca. 20-30 Sekunden.

Es lassen sich Rotationsschnitte durchführen durch Montage eines rotierenden Messers an der Spindel.
Oder man montiert ein Messer feststehend auf dem Tisch und schiebt den Schlitten ohne Leitspindel
am Messer vorbei. Über den Querschlitten läßt sich die Schnittdicke exakt einstellen.
Als Messer werde ich ein extrem scharfes ZDP198 oder Leo2 Damast Messer
(gehärtete und geschliffene Rohplatte) verwenden.
Die hält ewig, ist härter als Glas und bleibt schön scharf.
Alternativ wird das Messer auf dem Schlitten befestigt und das Schnittgut z.B. in einem daneben stehenden Schraubstock, Halterung, ...

Das Prinzip sollte auch mit jeder anderen Mini-Drehbank funktionieren.
Und eine Drehbank ist in der Regel recht präziese.

Die Anschaffung einer Mini-Drehbank ist zwar recht teuer (nur für ein Mikrotom).
Aber man kann Sie dann ja auch für andere Zwecke verwenden.

EDIT: Eine andere Alternative wäre eine Fliesenschneidemaschine.
Zumindest die Gleitbahn und der Schlitten sind verwendbar.
Ich dachte an ein solches Model:
http://ecx.images-amazon.com/images/I/41Qg%2Bbi11lL.jpg

Liebe Grüße Jorrit.
Die Realität wird bestimmt durch den Betrachter.

Lupus

Hallo,

wenn es nicht gerade ein Schlittenmikrotom sein muss, kann man bei materialgerechter Konstruktion durchaus auch aus Holz ein brauchbares Mikrotom bauen:

Ich war auf der Suche nach einem einfachen, auch für Kinder geeigneten Mikrotom mit guter Zugänglichkeit der Objektklemmung und geführtem Messer. Ursprünglich wollte ich ein modifiziertes Hand-Zylindermikrotoms mit einem einarmigen Hebel zur Messerführung und einem ebenfalls durch ein Hebelsystem nachgeführten Objekthalter (wegen der Spielfreiheit) bauen. Nach weiteren Modifikationen des Konzeptes (Messer fest, Objekt geführt u.a.) entstand eine Konstruktion wie das folgende Foto zeigt. Die Funktion ist sehr ähnlich wie beim sog. Schaukel-Mikrotom bzw. dem "Cambridge rocking-microtome", aber einfacher im Aufbau und ohne automatischer Objektnachstellung.



Das Mikrotom besteht im Wesentlichen aus Holzwerkstoff und einigen Schrauben, bei etwa 20 € Materialeinsatz. Das teuerste war die schwarze Farbe, aber die musste sein, damit es zu meinem etwas antiquierten schwarzen Mikroskop passt  ;) . Einziger Nachteil ist nur, dass man konstruktionsbedingt keine "ziehenden Schnitte" machen kann.

Hubert