Neues Gerät aus Olaf's Konstruktionsbüro

Begonnen von Reinhard, Juni 02, 2020, 12:38:54 NACHMITTAGS

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olaf.med

Hallo Bernd,

ich denke Reinhard benötigt eine große Schichtdicke, um ausreichende Extinktion zu erhalten. Da ist ein solches Röhrchen von der Geometrie her schon optimal für größtmögliche Schichtdicke bei kleinstem Volumen.

Herzliche Grüße, Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

Reinhard

Hallo Bernd,

wenn ich Deine Technik richtig verstehe, soll das nach Art des Tauchkolorimeters nach Dubosque funktionieren ??
Da bin ich, mit Verlaub, bei diesen Mengen sehr (sehr, sehr) skeptisch.  ;)
Es gilt ja das "Lambert-Beer'sche Gesetz", wonach die Sicherheit der Bestimmung proportional mit der Schichtdicke steigt.
In meinen Röhrchen erreicht man so mindestens 10 mm "Höhe".
Außerdem: auch bei wässrigen Lösungen verschwinden 10 µl im "Null,Nichts", insbesondere, wenn sie flach auf einem OT liegen.
Oder, ich habe Deinen Vorschlag nicht verstanden.

Viele Grüße
Reinhard

seit wann ist Kunst ein Fehler ?



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www.mikrochemie.net

ortholux

Noch ne Idee: das abgeschliffene Röhrchen auf ein größeres Deckglas stellen und von außen ringförmig Kleber aufbringen. Dann abschleifen. Das geht zwar nicht ohne Überstand. Dafür hast Du keinen Kleber im Röhrchen.

Nur so'ne Idee...
Wolfgang

reblaus

Als Vorversuch (ob sich größerer Aufwand lohnt): Kleines Fetzelchen von der hauchdünnen, glasklaren Haushaltsfolie über das plangeschliffene Unterende ziehen ...

B.Neuhaus

Lieber Reinhard,

der von Rolf (reblaus) angesprochene Meniskus lässt sich vermeiden, wenn man ein Röhrchen bis zum oberen Rand auffüllt, weil dann eine plane Oberfläche entsteht. Eventuell müssten dann die Röhrchen gekürzt werden, um auf die geringen Volumina von wenigen Mikrolitern zu kommen.

Ich habe mal Meiofauna-Individuen in Mikrotiterplatten vereinzelt und konnte mit einem Stereomikroskop völlig ohne Verzerrungen bis zum Boden der Vertiefungen schauen, wenn die Wasseroberfläche oben plan war, aber eben auch nur dann. Klar sind die Vertiefungen der Mikrotiterplatten deutlich größer als Deine Röhrchen, aber das Prizip der planen Oberfläche sollte für beide Fälle gelten.

Viele Grüße,
Birger

bernd552

Zitat von: olaf.med in Juni 03, 2020, 12:07:29 NACHMITTAGS
ich denke Reinhard benötigt eine große Schichtdicke, um ausreichende Extinktion zu erhalten. Da ist ein solches Röhrchen von der Geometrie her schon optimal für größtmögliche Schichtdicke bei kleinstem Volumen.
Herzliche Grüße, Olaf

Hallo Olaf,

ok, ich verstehe.

Aber auch hier wäre Silicon geringerer Shore A Härte mit seinen guten Dichteigenschaften denkbar, einfach eine glatte Ebene (z.B. Kunststoffplatte) mit hoch stehenden Nadeln/ Drahtstücken (ähnlich wie ein Fakir-Kissen) des gewünschren Durchmessers in einer Wanne so hoch mit Silikon auffüllen, wie die Flüssigkeissäulenhöhe gewünscht ist.
Diese ausgehärtete Silikon-Lochplatte auf ein Objektträger o.ä. gelegt, saugt sich flüssigkeitsdicht fest und wenn gewünscht kann die gefüllte Silikonkappilare oben mit einem Deckglassplitter o.ä. plan abgedeckt werden.

Ich muß mich bremsen, bei solchen Fragestellungen gehen einem Dauerbastler einfach die Pferde durch ;)

LG
Bernd

Reinhard

#21
Hallo zusammen,

für das Arbeiten in "capillary cones" (~1,3mm und weniger) ist es unabdingbar, "repellents" einzusetzen, insbesondere dann, wenn
man mit einer Kapillarpipette Flüssigkeiten in das cone hereinbringen oder aus ihm abziehen will.
Die Kapillarkräfte sorgen nicht nur dafür, daß die bereits ins cone gebrachte Flüssigkeit sofort an der Pipette hochkriecht, sondern auch
dafür, daß Flüssigkeit, die in der Pipette bleiben soll, aus ihr herausgezogen wird. Eine Dosierung im nL(Nanoliter)-Bereich ist so kaum
zu bewerkstelligen.
Anfangs hatte ich versucht, das Problem zu verkleinern, indem ich die cones in geschmolzenem Paraffin gebadet und dann getrocknet habe:
eine beträchtliche "Sauerei".
Wirklich Spaß macht die Mikrochemie erst seit dem "Rain-X"-Tipp von Jon.
Welche Auswirkungen diese Behandlung in den cones hat, zeigt das untenstehende Bild:
Hier sieht man ein behandeltes "capillary cone" (InnenD:1,3mm), eingespannt in einem Mikromanipulator. Von links her ragt eine Kapillarpipette
in die wässrige Lösung, die eine vollkommen plane Oberfläche ohne Meniskus hat.
Man kann die Pipette immer wieder eintauchen und herausziehen, ohne daß die Flüssigkeit "kriecht oder zieht".





Um zum ursprünglichen Problem zurückzukommen: Ich werde die Mikrokuvetten mit "Rain-X" behandeln, um so den Meniskus, der für
die Ringe verantwortlich zu sein scheint, auszuschalten.

Viele Grüße
Reinhard

seit wann ist Kunst ein Fehler ?



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