Botanik: Eine unerwünschte Schönheit - Rhus typhina *

Begonnen von Fahrenheit, Oktober 19, 2018, 21:36:50 NACHMITTAGS

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Rawfoto

Hallo Steffen

Dein faszinierendes Ergebnis wirft auch bei mir Fragen auf, allerdings im ersten Schritt zur Aufnahmetechnik ...

Verstehe ich das richtig, du fertigst seriell Aufnahmen mit unterschiedlichen Filterwürfel an?
Dann werden die Ergebnisse unterschiedlichen Farbkanälen zugewiesen oder mittels Ebenentechnik überlagert?

Wenn ich das richtig verstanden habe schreit das natürlich nach eigenen Versuchen ...

Bin gespannt auf deine Rückmeldung, liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

d65

Hallo Jörg,

da bin ich leider überfragt. Mit der Beschriftung Deiner Bilder oben hast Du gezeigt, dass Du Dich in Pflanzenanatomie deutlich besser auskennst als ich. Meine Botanik-Kurse sind doch schon eine Weile her, und seit dem ist viel vergessen.

Chlorophyll im äußeren Bereich scheint sinnvoll, zumindest stimmen die Fluoreszenzeigenschaften. Insgesamt müssen es mindestens drei verschiedene Substanzen sein, denn in blau, grün und dunkelrot sind es ja jeweils unterschiedliche Strukturen, die leuchten. Orange kann vielleicht auch eine Mischung des grünen und dunkelroten Kanals sein, man sieht kaum Strukturen, die nur orange sind.

Hallo Gerhard,
Jein. Im Prinzip hast Du Recht, aber es ist im Detail komplizierter. Es ist ein Quadband-Filterwürfel (also Strahlteiler für 4 Kanäle), der zusätzlich mit Anregungsfilterrad und Emissionsfilterrad gekoppelt ist. Vorteil ist Geschwindigkeit, die kleinen Räder wechseln sehr viel schneller als ein großer Filterwürfelrevolver. Trotzdem hat die gesamte Aufnahme noch 25 min gedauert, für 4x5 Positionen mit je 30 z-Ebenen und 4 Farben (12 bit). Da liegen wir dann bei 8 GB.
Die Kamera ist schwarzweiß, also sind alle Farben Pseudofarben - die ich allerdings spektral passend ausgewählt habe. Mit 1392x1040 Pixeln ist der Kamera-Chip noch eher klein, daher die vielen Positionen. Da ist erfreulicherweise Besserung in Sicht, so dass wir da noch schneller werden können.
Das ganze ist jetzt eher kein System, was man sich zu Hause hinstellen würde, aber im Institut sind wir recht gut ausgestattet. Es hat Vorteile, wenn der Beruf zum Hobby wird - oder war es anders rum?
Das gezeigte Bild ist das Ergebnis von eigentlich drei Verschmelzungsvorgängen: Erstens die z-Stacks der verschiedenen Positionen zu einem großen z-Stack. Zweitens dann die Extraktion der jeweils scharfen Bereiche mit der "Extended depth of field"-Funktion in nur noch eine Ebene. Bis da hin sind die Farbkanäle noch getrennt und werden einfach nur zusammen angezeigt. Ich könnte also die zugeordneten Farben noch wechseln. Die resultierende Tiff-Datei hat in diesem Fall 5378 x 5009 pixel und 'nur' noch 78 MB. Das ist eine normale RGB-Datei, die Farben sind also quasi endgültig, die dritte Verschmelzung. Wenn es nur 3 Farbkanäle wären könnte man die sauber nach rot-grün-blau aufteilen, aber da es in meinem Fall vier sind geht das nicht. Die Tiff-Datei habe ich mit IrfanView bei 70%Qualität und jpg gerade so unter die für's Forum zulässigen 1024 kb bekommen.
Ich hoffe das beantwortet die Frage?

Liebe Grüße
Steffen

Rawfoto

Danke Steffen

Ist zwar nicht die Antwort die ich bekommen wollte, aber die Welt ist ja oft komplizierter als angenommen .-)

Liebe Grüße

Gerhard

PS: und wieder etwas dazu gelernt :-)
Gerhard
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d65

Wobei ich noch ergänzen möchte: Wenn man in der Lage ist, gescheite Schnitte anzufertigen kann man wohl mit einem einfachen Fluoreszenzmikroskop zum gleichen Ergebnis kommen. Aber Schnitte sind leider nicht so meine Kernkompetenz. Die z-Stapel sind hier nur erforderlich, um die unebene Oberfläche einfangen zu können (freihändig mit Rasierklinke abgeschnitten). Wenn das nicht ist bleiben die 20 Positionen - oder man nimmt sich ein dünneres Ästchen, dann bleiben es weniger. Die kann man dann noch per Hand einstellen und in Photoshop oder ähnlich zusammenfügen. Also, Gerhard, nicht entmutigen lassen :-)

In meinem Fall hab ich das durchaus auch als Testlauf für das ganze Technikgedöns gemacht, um zu sehen ob es funktioniert wie erhofft.

Liebe Grüße
Steffen