Frage an Zeiss IM35-Experten: Ausrüstung für hohe Aperturen

Begonnen von Peter V., Februar 03, 2022, 09:22:04 VORMITTAG

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Jürgen Boschert

Hallo Peter,

muss mich (und auch Klaus Schloter) hier korrigieren bzgl. der Ausgleichsstücke zur Anhebung des Tisches. Man muss den Tisch abnehmen. Dann werden die 3 Zapfen abgeschraubt. Die Ausgleichsstücke werden eingedreht und in diese dann die Zapfen. Es handelt sich bei den Ausgleichsstücken also einfach um Gewindeverlängerungen, die um 11 mm auftragen, sollte damit drehtechnisch einfacher sein als speziell geformte Zapfen drehen zu müssen.
Beste Grüße !

JB

Peter V.

Hallo in die Runde,

wioe ich gerade feststelle, hat anscheinend eines der beiden  IM35 bereits diesen Höhenausgleich (siehe Bild).

Bitte auch noch einmal diese Bilder anschauen:

Zitathttps://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=43242.msg318952#msg318952

Sehe ich es richtig, dass das "Zwischenstück" mit der Blende in dem "Beleuchtungsturm" bei den beiden IM35 nur an einer anderen Stelle sitzt (warum auch immer..)?

Und noch eine Frage: Ich kann auch am IM25 die ganz normalen 0.9er-DIK-Kondensoren einsetzen, oder? Weiß zufällig jemand, wie die Orientierung der Prismen korrekt wäre? In der Position für die Tubuskopfgeräte oder in der Position für die Standards?

Herzliche Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

reblaus

Lieber Peter -

das gedeiht doch!
Die Leuchtfeldblende muss oben unter der Leuchte sitzen (siehe auch Handbuch). Ob sie unten stört weiß ich nicht.
Ein 0,9-Kondensor kann problemlos verwendet werden, wenn die Mediumschicht im Präparat nicht zu hoch ist. Notfalls muss man - horribile dictu - vom Köhlerritual abweichen und die Frontlinse höher stellen als erlaubt. In gewissen Grenzen stört das den DIK kaum und Ph noch weniger.
Die Stellung des Kondensors ist zumindest beim Ausprobieren nicht kritisch, weil genug Freiraum zum Drehen um 180° vorhanden ist. Siehe mein Foto - leider weiß ich nicht mehr, wes Typs dessen Kondensoren damals waren. Polfilter steht ost-west, Analysator (unter dem Revolver) nord-süd.

Viel Vergnügen

Rolf

Jürgen Boschert

Hallo Peter,

1. Die Beleuchtungsrohre sind bei beiden Geräten prinzipiell an der richtigen (selben) stelle, nur einmal verkehrt herum. Die Leuchtfeldblende sollte beim Lampenhaus sein.

2. Eines Deimer im35 hat tatsächlich schon eine Tischerhöhung.

3. 0,9-er Kondensoren mit DIC-Prismen aus der 160mm-Serie ?! Sind mir auf die Schnelle keine bekannt. Du meinst wahrscheinlich die 1,4-er. Die werkseitige Prismenorientierung im Kondensor müsste eigentlich gehen, angepasst werden muss -zur Feinjustierung- die Orientierung der Objektivschieber, das geht über eine Verstellmöglichkeit in den Stühlchen.
Du brauchst aber für das IM 35 unbedingt den passenden Analysatorschieber, da die Schieberausrichtung am IM35 anders ist als bei den anderen Standards; bei diesem Typ der Inversmikroskope wird der Schieber ja in 0-W-Richtung eingeführt, bei den aufrechten Mikroskopen in 45°. Das bedeutet, dass der Polfilter im Schieber entsprechend anders ausgerichtet sein muss.
Beste Grüße !

JB

chishoro

Guten Abend,

Ich habe eine weile lang das Zeiss 160 mm DIK System an einem inversen Zeiss ICM 405 betrieben - das ist im wesentlichen mit dem IM 35 baugleich ausser dass man zusätzliche 4x5 zoll Mittelformat Filme belichten konnte.

Als zu den Erfahrungen noch folgendes:

1) die Leuchtfeldblende gehört beim durchlicht DIK ans obere Ende des Beleuchtungsrohrs.
2) Vorgesehen sind die DIK Kondensoren der Standardreihe - entweder mit 0.63 NA Kondensorkopf oder 1.4 Kondensorkopf - diese haben auch jeweils andere kondensorseitige DIK prismen - man kann die Kondensorköpfe nicht einfach austauschen und
     jeweils den gleichen DIK erhalten.
3) Die Kondensorprismen werden in der Tubuskopfstellung wie beim Universal betrieben
4) Man beachte das die Objektivprimsen mit der Aufschrift nach unten eingelegt werden müssen.
5) Der Polfilter Schieber der als Analysator verwendet wird ist nicht mit jenen aus der Standardreihe baugleich - die Rille ist auf der anderen Seite eingefräst.

Von den Abstandstücken die den Tisch erhöhen habe ich mal eine Serie anfertigen lassen - da die CNC Maschine ja schon lief dann einige zusätzliche - ich habe glaube ich noch irgendwo einen Reservesatz - behaupte aber nicht dass diese baugleich mit dem Original welche ich nie hatte sind.

Letztlich aber noch ein Tip bzgl. hochaperturigem DIK am inversen Zeiss IM 35. Das ist machbar gedacht war aber eher die Verwendung von Objektiven mit hohen Arbeitsabstand und entsprechend hoher Schnittweite des Kondensors. Wird mit Immersionsobjektiven, allenfalls mit Immersion des Kondensors am IM 35 oder ICM 405 gearbeit ergeben sich folgende Probleme:

Es ist fast unmöglich die Frontlinse des Objektives beim drehen des Revolvers zu beobachten - man verkratzt dieses deshalb schnell am Einschub des Tisches.
Ahnliche Probleme beim Kondensor beim Präparatetausch - dieser muss in der Regel weggeklappt werden und sorgfältig wieder in Stellung gebracht werden - sonst drückt das hohe Gewicht der Lampe und des Beleuchtungsrohrs die Frontlinse des Kondensors in das
präparat.
Statt das Präparat zu immergieren muss statt dessen das Objektiv immergiert werden um dann das Präparat draufzulegen - ausserdem hat das Immersionsmittel die Tendenz dem Objektiv entlang herunterzulaufen und den Revolver zu verschmutzen.

Ehrlich gesagt - wenn es nicht einen sehr guten Grund gibt hochaperturigen DIK am inversen Mikroskop zu machen würde ich es sein lassen und statt dessen ein Standard oder Universalstativ dazukaufen - im Vergleich zur DIK Ausrüstung sind die ja relativ billig zu haben.

         Gruss,

              Rory




reblaus

Stimmt - hatte mich oben vertippt, ich hatte natürlich den 0,63-Kondensor verwendet (46 52 73 - DIK-K. für große Schnittweite).
Mit dem 1,4 geht es im Prinzip auch, zwar einfach mit gewendeten Dauerpräparaten - aber zum Tümpeln recht umständlich mit sehr dünnen Küvetten, die oben und unten Deckglas haben:

Habe auch versucht, den 1,4er einzutauchen, aber das gibt dann beim Fokussieren eine derartige Strömung über dem Gefäßboden, dass man wenig sieht.
Gruß
Rolf

P.S. @Rory: Es wäre mir neu, dass die Kondensorprismen anders eingelegt werden müssen als beim Gebrauch des Kondensors am aufrechten Mikroskop - beim inversen steht ja der Kondensor selbst auf dem Kopf ...

Peter V.

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Jürgen Boschert

Beste Grüße !

JB