gemischt-valente Kupferverbindung …

Begonnen von Heiko, Dezember 26, 2022, 21:29:51 NACHMITTAGS

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Heiko

... Chevreul-Salz, Kupfer(I,II)-sulfite-Dihydrat CuSO3·Cu2SO3·2H2O

Liebe Chemie-Begeisterte,

Kupfer(II)-sulfat-Pentahydrat und Natriumsulfit im Mikromaßstab auf dem Objektträger und dem Ceran-Feld in der Küche reichen aus, um diese Substanz zu erhalten.
Hier ist die Reaktion makroskopisch gezeigt: https://www.youtube.com/watch?v=CitNalVs01M
Und ja, das rote Zeuch ist gemeint, auch wenn sich im ersten Foto ganz unstöchiometrisch ein Ausgangsstoff ,,inkrustiert" hat.

Viele Grüße,
Heiko

Reinhard

#1
Lieber Heiko,

sehr schöne Photos von einem sehr interessanten Versuch.
Ich frage mich dann gleich, ob man auf diese Weise einen netten Nachweis für das Anion Sulfit in der Hinterhand hätte,
und wie wohl die gemischt-valente Verbindung von Cu(I/II) SO4 (xH2O) aussehen könnte.
Im Gegensatz zum Chevreul-Salz ist es aber im Szabó nicht verzeichnet, so daß ich annehme, es läßt sich nicht
darstellen.
Chrevreul, ein damals angesehener französischer Chemiker, hat das Mischsalz mit der für Cu-Verbindungen ungewöhnlichen
Farbe (außer Cu2O) 1812 beschrieben; der zur gleichen Zeit in Rußland untergehenden "grande armée" wird es kaum
eine Hilfe gewesen sein.

Schönen Wochenstart
Reinhard
seit wann ist Kunst ein Fehler ?



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witweb

Hallo Heiko,

sehr interessant! Und die Bilder - besonders das erste gefällt mir sehr!

Viele Grüße

Michael

Dieser Post wurde aus recycelten Elektronen erstellt
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olaf.med

... ja, das erste ist grandios, vor allem die wunderschöne Zwillingsbildung. Da sollte man einmal mit dem Heiztisch am Mikroskop experimentieren. Wahrscheinlich würde man eine Phasenumwandlung mit Verschwinden der Zwillinge beim Aufheizen und erneute Zwillingsbildung bei der Abkühlung beobachten.

Herzliche Grüße,

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

Heiko

Lieber Reinhard, Michael & Olaf,

vielen Dank für Euere Antworten.
Die Reduktion von Kupfer(II) à la FEHLING oder BENEDICT ist ja eine geläufige Sache ... und spielte auch in diesem Versuch eine gewisse Rolle: Schon das Mischen der beiden Lösungen bei Zimmertemperatur führt zur Farbänderung also Reduktion der Kupfer(II)-Ionen. Allerdings war bei mikroskopischer Überprüfung lediglich mikrokristallines gelb-braunes Kupfer(I) sichtbar. Erst durch Erhitzen bildeten sich auch die roten Kristalle. An einigen Stellen fiel auf, dass diese Chevreul-Kristalle offenbar Höfe in das umgebende Kupfer(I)-oxid gefressen hatten.
Die bläulich grauen Kristall-Zwillinge hielt ich für überschüssiges Natriumsulfit, konnte heute aber mit der Reinsubstanz diese Morphen nicht ,,nachbauen". Es ist demnach auch an das Oxidationsprodukt zu denken.
Übrigens scheint die Reaktion im Ansatz auch mit Kupfer(II)-nitrat zu funktionieren – es bilden sich die schon bekannten rötlichen Sphäroide.

Viele Grüße,
Heiko   

Heiko

Hallo für einen Nachtrag.

Da der Lösungsfilm im Nitrat-Präparat noch intakt ist – Hygroskopie einmal vorteilhaft – haben sich auch hier noch Chevreul-Kristalle gebildet, zwar recht klein, dafür aber wohl definiert und wiederum mit deutlichem Dichroismus.

Viele Grüße,
Heiko