Überholung DIC-Kondensor von Zeiss West endlich - gibt es Fallstrricke?

Begonnen von Peter V., Mai 08, 2025, 09:27:11 VORMITTAG

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Peter V.

Hallo,

ich habe einen DIC-Revolverkondensor von Zeiss West endlich aus dem Standard-System, und zwar das Modell, das nicht eine Aperturblende hat, sondern bei dem jedes Revolverauge mit einer eigenen kleinen Irisblende ausgestattet ist. Dieser Revolver läuft sehr haklelig und blockiert manchmal, muss also überholt werden. Ich wollte gestern nur zum Nachschauen den Deckel abschrauben, was offenbar schon voraussetzt, dass die gesamte Kondensorlinse entfernt werden muss, wozu es eines speziellen Werkzeugs bedarf. Bevor ich da mit einem untauglichen Hilfswerkezug wie z.B. einem Zirkel etc. "herummache", bitte ich lieber jemanden, der mehr Erfahrung hat.
Bevor ich also den Kondensor in berufenere Hände zur Überholung gebe, wollte ich die zahlreichen Experten für Zeiss endlich, die es hier im Forum gibt, fragen, ob es bei der Demontage dieser vermutlich nicht ganz unkomplexen Teils irgendwelche Fallstricke gibt, die man besser vorher weiß?

Herzliche Grüße
Peter
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reblaus

Lieber Peter -

vor >10 Jahren habe ich mehrere solcher Kondensoren wieder hergerichtet. Wenn ich mich recht erinnere, muss man die Kondensorlinse bzw. deren Halter nicht unbedingt entfernen um den Deckel abzunehmen. Wenn die Zentralschraube entfernt ist, kann man diesen etwas anheben und dann seitlich herausziehen (Zentrieknopf etc. vorher entfernen). Ein Gefummel ist es allemal.
Problematisch ist eher das Zerlegen und Reinigen der vielen Irisblenden, falls diese verklebt und blockiert sind - da weicht man dann gerne von der goldenen Regel ab, dass die Blendenlamellen nicht geölt werden dürfen sondern im trockenen Zustand wieder eingesetzt werden müssten.

Viel Erfolg

Rolf

Dr. Jekyll

Hallo Peter,

soweit ich mich erinnere gibt es bei zumindest einigen Zeiss Revolverkondensoren eine kleine gefederte Kugel. Diese dient dem Einrasten an der gewünschten Position.
Leider habe ich schon lange keinen solchen Revolver mehr zerlegt und kann Dir deshalb nicht mehr sagen wo sie sitzt. Aber Vorsicht ist geboten (Angstwanne!!!).
Geht sie verloren, habe ich gegebenenfalls Ersatz 😉
Beste Grüße
Harald

Jürgen Boschert

Hallo zusammen,

die von Harald erwähnte Kugel ist i.d.R. kein großes Problem. Sie ist zwar federnd gelagert, aber sehr tief und meist in viel Fett. Sie ist exzentrisch gelagert in der Hohlschraube, die zur Führung der vorderen Verstellmöglichkeit (silberne runde Rändelscheibe) dient; die Kugel greift in Schlitze an der Unterseite der Revolverscheibe und verschiebt wegen der exzentrischen Lagerung bei Drehen der Rändelscheibe auch die Position der Revolverscheibe. Die Gängigkeit der Verstellung wird durch eine kleine Klemmschraube eingestellt die man nur durch die Bohrung am Rand der Rändelscheibe erreichen kann.
Wo ich davor warnen möchte ist zum einen das vollständige Zerlegen so kleiner Irisblenden mit so vielen Lamellen, wie sie hier verbaut sind; da mache ich das so, dass ich die komplette Irisblende in ein LöMi eintauche und dabei wdh. öffnen und schließe. Das würde aber bei einem älteren INKO-Kondensor den Ausbau der DIC-Primen erfordern, wovor ich ebenfalls warnen möchte: Im Gegensatz zu den Kondensoren des neueren DIC sind die Prismen hier dafür nicht vorgesehen und haben daher auch keine Zentrierhilfen, Sie sind sowohl in der Höhe über ein Feingewinde als auch in der Achse frei verstellbar; beim Zusammenbau wird das dann ganz schön frickelig bis man das wieder richtig eingestellt hat.
Beste Grüße !

JB

Stephan Hiller

Hallo Peter,

vor vielen Jahren habe ich meinen ersten DIK Kondensor komplett zerlegt und auch die Blendenlamellen über allen DIK Prismen ausgebaut, gereinigt und wieder eingebaut. Eine Arbeit die vielleicht nur Elektronenmikroskopikern mit extrem ruhigen Händen zuzumuten ist. Wenn man extrem ruhige Hände hat und die entsprechende Geduld aufbringt kann man das machen aber es ist schon eine Herausforderung - auch für geübte Feinmechaniker! Hat man den Kondensor erst mal so weit zerlegt dass der Blenden-Stellring abgenommen werden kann, kann durch betätigen der einzelnen kleinen Blendenhebel schnell beurteilt werden ob ein Ausbau mit Reinigung notwendig ist. Da in diesem Kondensor 4 (!) Blenden von einem Stellring angetrieben werden müssen sie alle rel. leicht laufen, sonst ist kein vernünftiges Arbeiten mit dem Kondensor möglich.  Was die kleine federgelagerte Kugel angeht, die schon erwähnt wurde, und die die Raststellungen definiert ist Vorsicht geboten. Bei diesem ersten Kodensor ist sie mir in hohem Bogen in den Raum geschleudert worden und war für immer verloren.
Die Prismen würde ich auch nicht anrühren. Sie waren bei meinem Kondensor mit Schraubringen gesichert und ich habe sie nicht ausgebaut. Wenn man das doch machen muss (warum auch immer) dann würde ich auf jeden Fall vorher die Position mit einem Strich markieren.
Falls du dieses Jahr nach Inzigkofen kommst könntest du einem Beitrag von mir beiwohnen, der sich mit dem Zerlegen und Reinigen von Zeiss Revolverkondensoren beschäftigt. Ich mache jedes Jahr einen solchen Reparaturbeitrag mit wechselnden Themen immer Abends für Interessierte. Die letzten beiden Jahre ging es um Junior Fokustriebe und Objektivrevolver. Ich bemühe mich immer um Themen die mit einem Minimalaufwand an Kenntnissen und ohne Spezialwerkzeug durchgeführt werden können. In manchen Fällen braucht man aber leider auch mal ein spezielles Werkzeug. Meist genügen aber die passenden Schraubenzieher das richtige Reinigungsmittel und das geeignete Fett um verharzte Komponenten wieder instandzusetzen. Und natürlich ist es immer gut das live von jemandem gezeigt zu bekommen der's schon öfter gemacht hat und die kleinen Fallstricke kennt (z.B welche Schrauben ein Linksgewinde haben).

Grüße

Stephan     

Ralf Feller

#5
Hallo Peter, liebe Kollegen,
ich habe gerade mal meinen Zeiss INKO (Version ohne Stühlchen) hervorgeholt.
Auch bei mir sind die Irisblenden schwer gängig, das eigentliche Problem ist aber
dass sich der darunterliegende Ring für die Prismen I, II, III und IIII immer mit dreht.
Durch häufiges öffnen und schließen der Iris geht es leichter, ob hier Wärme hilft
weiß ich nicht, ist mir wegen der Prismen zu riskant.
Aber verwendet man DIC nicht immer mit voll geöffneter Iris wie beim Leitz?
Wozu also diese verstellbaren Irisblenden?
Ich arbeite nicht oft mit dem alten INKO, Leitz ist einfacher, also habe ich nicht
so viel Erfahrungen damit, obwohl mir mal gute Bilder gelungen sind.
Der Zeiss-Meister bei Immel kann vielleicht so etwas überholen, würde wohl teuer.
LG Ralf

Da habe ich noch etwas gefunden
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=33966.0