Microval 5-fach Objektivrevolver öffnen

Begonnen von Maria, Oktober 15, 2025, 19:18:23 NACHMITTAGS

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Maria

Ich hatte in den letzten Tagen zwei 5-fach Objektivrevolver bei Ebay ersteigert. Beide für mein Lg, Ng und Lumipan. Heute sind sie angekommen. Nach dem Auspacken und einschieben stellte ich gleich fest, dass der graue Microval gar nicht geht. Das ist ein Stilbruch. Den grauen nehme ich jetzt als Reserve.

Da ich ja gerne schraube, kamen beide auch nicht an meinen Schraubendrehern vorbei. Der schwarze original zu der Reihe lief ein bisschen unrund. Ich kenne diese Art von Objektivrevolver gut. Also die Mittelschraube gelöst und die Drehscheibe an der richtigen Stelle abgezogen. Es sieht gut aus. Ich habe die Führung für die Einrastzunge hauchdünn gefettet zusammengesetzt und alles läuft wie ,,neu".

Bei dem grauen Microval war es so, dass der wirklich irgendwie mahlte und schwer ging. Aber den hatte ich noch nie geöffnet. Da viel mir der wunderbare Bericht von Gerd zum ,,Lg" ein. In der Anleitung hat er zum Objektivrevolver drauf hingewiesen, dass diese Revolver auch kugelgelagert sein können und man solle beim Öffnen eine Schüssel drunter stellen. Gut dass ich das gemacht habe. Ich habe den Revolver geöffnet, die Scheibe abgezogen und mir kamen gefühlt 100 Kugeln Durchmesser 1 mm entgegen. Komischerweise waren die Kugeln teilweise auf der Abdeckung innen und nicht in der Führungsrille. Alles klar: da hat jemand auf gemacht, das Elend gesehen und gleich wieder verschlossen. Dann habe ich erst mal alles mit Waschbenzin gereinigt. Die Rille für die 100 Kugeln habe ich mit Zahnstochern gereinigt. Will ja nicht Metall auf Metall reiben. Dann habe ich Fett in die Rille gebracht und Kugel an Kugel gelegt und gebetet, dass ich keine verloren habe. Aber es blieben welche übrig  :-\ . Dann habe ich die Kugeln noch mal alle eng an eng gelegt und alle waren verbaut. Schnell die Abdeckung drauf und Schrauben anziehen. Dann habe ich mich im Stuhl zurück gelehnt und den ersten Dreh gemacht. Die Drehscheibe lief wunderbar genau wie ich es haben wollte. Und da war er der wunderbare ,,Jena-Klick". Sauber klar und hell. Und ich drehe immer noch..... ;D  ;D .

Was lernen wir daraus: beim Öffnen eines Objektivrevolvers immer eine Schale drunter stellen. Man weiß nie.... ;) .

Übrigens: Ich lege 10x lieber eine Runde Kugeln 1mm als 1x Leuchtfeldblende legen.... ;)

 :)  :)  :) .


LG
Maria

Gerd Schmahl

Hallo Maria,
Glückwunsch, dass es so gut geklappt hat!
Wie hast Du die Kugeln gelegt- Mit Pinzette oder mit etwas Fett am Zahnstocher?
Lg Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Maria

#2
Hallo Gerd,

es gibt bei dem Revolver ja zwei unterschiedliche Kugelgrößen. Die in der Achse haben 1.5 mm und auf der Scheibe 1 mm. Zuerst habe ich die in der Achse gelegt: eingefettet und positioniert. Die müssen halten, weil ich die Scheibe für die 1 mm umdrehen muss. Wenn die rausfallen, habe ich später beim Zusammensetzen ein  Problem. Bei den 1 mm habe ich die Rille gefettet und dann die Kugeln mit Pinzette und Fett am Zahnstocher gelegt. Manchmal haben mehrere Kugeln zusammen am Zahnstocher geklebt. Dann konnte ich mehrere gleichzeitig legen. Also dieser Revolver Jena ist eine Meisterleistung. Die gewölbte Form dann noch die Kante ist ästhetisch ein Traum. Dann die Befestigungsschraube nach hinten gelegt. Die Schraube in Schraube zur Justierung. Auch die Zunge für die Rasterung tolle Idee mit dem Blech. Ich bastle seit 20 Jahren an Zeiss West Standards rum. Zeiss West hat auch Kugellager. Aber da sind die Kugeln viel größer und weniger. Also Respekt vor diesem Objektivrevolver. Schön, so etwas mal live gesehen zu haben. Bevor ich hier noch ins Schwärmen komme höre ich jetzt auf ;D  ;D .

Übrigens: Bei den ZIPPO Feuerzeugen im Werk gibt es eine Frau, die den Klang des Zippos beim Öffnen und Schließen anhört und prüft. Stimmt der Klang nicht, geht das Feuerzeug zurück. Vielleicht gab es bei Zeiss auch jemand, der sich den Zeiss-Klick angehört hat. Also es ist ein toller Klang. Einfach mal die Scheibe ohne Objektive drehen und dann der Rasterung zuhören. Ich besitze einige von diesen Zippos wegen des Klangs. Egal....

Ich glaube rauszuhören, dass Du Gerd das auch schon mal mit Pinzette und/oder Zahnstocher gemacht hast.... ;) . Sei ehrlich: ist doch schöner als Leuchtfeldblende legen....

LG
Maria 

Gerd Schmahl

Hallo Maria,
ja, klar habe ich auch schon Kugellager gelegt. Das Problem waren dabei eher fehlende Kugeln. Ich bevorzuge den Zahnstocher mit Fett. Inzwischen habe ich auch schon genügend Blenden gelegt, dass mich das nicht mehr erschreckt.

Der Klang von Präzision war schon immer ein wichtiges Kriterium der Überprüfung seiner Funktion, ob beim Schiffsdiesel, der Webmaschiene (wo oft Blinde arbeiteten!) oder eben bei Mikroskopen. Ich mag es auch, wenn es beim Herausziehen eines Okulares leicht ploppt, weil es wirklich ganz genau in das Tubusrohr passt und wenn es ganz langsam wieder hineingleitet, weil die Luft erst über eine winzige Bohrung entweichen muss, damit es absinken kann.

LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Maria

#4
Hallo Gerd,

ja jeder hat so seine Methode ob bei den Kugeln legen oder Leuchtfeldblende. Gut 👍 zu wissen, dass du gut Blenden kannst. Das werde ich gleich an dich weiterleiten..;D. Besonders ekelig sind die Blenden Zeiss Ost: viele und klein :( . Die habe ich noch nie aufgemacht und werde ich auch nicht. Den Flop beim Ausziehen eines Objektives hört man aber nur, wenn der Revolver voll belegt ist(Vakuum). Das gleiche beim Einsetzen. Das entweichen der Luft ist nur spürbar wenn alle Objektive im Revolver sind.Egal belassen wir es dabei. Diese philosophischen Betrachtungen interessieren das Forum kaum....
 ;) .
LG
Maria

Gerd Schmahl

Hallo Maria,
ZitatDen Flop beim Ausziehen eines Objektives hört man aber nur, wenn der Revolver voll belegt ist(Vakuum). Das gleiche beim Einsetzen. Das entweichen der Luft ist nur spürbar wenn alle Objektive im Revolver sind
Das gild aber nur für die ganz einfachen Mikroskope, die einen senkrechten Einblick haben. Bei denen mit schrägeinblick sind Prismen zwischen Objektiv und Okular, die abdichten.
LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

schmidt

Mal dumme Frage ist es nicht einfacher ein Objektiv raus zu schrauben als raus zu ziehen ?
stehe da gerade auf dem Schlauch
Mikroskope:
Lomo Biolam Ph+; DF; HF-Abbe; Epi HF/DF/Pol; Epi-Fl; //Biolar DIK, IK, Ph variabel+-//
Nikon Eclipse -U  HF; DIK, Ph+, Epi-Fl//
MBS 10

Kay Hoerster

Ich fühle mit euch  ;D  ;D  ;D
Bei mir ist es schon 15 Jahre her, dass ich mich an die Revolver gemacht habe. Wie die Zeit vergeht...

Viele Grüße Kay
Mit freundlichen Grüßen
Kay

liftboy

Hallo erstmal,

ZitatMal dumme Frage ist es nicht einfacher ein Objektiv raus zu schrauben als raus zu ziehen ?
stehe da gerade auf dem Schlauch

Gruß nach Sangershausen :-) ja nee is klar, das Okular ist gemeint.

@ all
jaja, die Kugeln im Revolver sind mir auch schon auf die Füße gefallen (nicht nur Bildlich).
Mewine Russen sind da etwas schlichter gestrickt (in Sibirien hat man nicht mal eben neue Kugeln zur Hand); das läuft einfach auf einem Kegel (der gern verharzt).
Mir ist mal ein Mikro in die Finger geraten: keine Beschriftung, nur eine Seriennummer. Alles ließ auf Lomo schließen, war dann aber doch Buchuresti; will sagen: Revolver abgeschraubt und dann die Kugeln eingesammelt...
wenig lustig :-(
Zeiss/J ist auch anspruchsvoll (jedenfalls der 5er) Kugeln im Außenkranz und dann innen nochmal welche.

Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

Jürgen Boschert

Hallo liebe Objektivrevolver-Freaks,

zur Demontage und zum Zusammenbauen sind die Zeiss-Jena-Revolver m.E. ein Graus: Zwei verschiedene Kugelgrößen kleinster Durchmesser für die beiden Lager, dazu ohne Käfige und zahlreiche Schlupflöcher, durch die sich die Kügelchen verdrücken können.

Zeiss-West ist da sehr viel angenehmer; für einen Siebenfachrevolver brauche ich da etwa eine halbe Stunde.

Nun habe ich schon viele verschiedene Fabrikate überarbeitet. Das mit Abstand Wertigste, das mir untergekommen ist, sind die Revolver von Vickers für die Serie Mikroplan/Photoplan: Alles aus dem Vollen gefräst und vollständig aus Edelstahl; das äußere Lager hat Kugeln von ca. 4mm Duchmesser, die Zentralachse ist mit einer gefederten Kugel realisiert. Die Federrastung ist genau so wie bei Zeiss-Jena. Wenn die Stative und Triebe genauso verarbeitet sind, dann sind die wirklich für die Ewigkeit.
Beste Grüße !

Jürgen