Interessante Pilzfunde 182 – Steinreizker-Parasit

Begonnen von Bernd Miggel, Oktober 08, 2026, 13:39:42 NACHMITTAGS

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Bernd Miggel

Steinreizker-Parasit (Hypomyces lateritius, Syn.: Peckiella lateritia)

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Bild 1 - Lactarius-salmonicolor-Hypomyces lateritus (1) - 1zu1 Udo Schäfer.jpg
Bild 1 – Hypomyces lateritius auf Lachsreizker. Foto: Udo Schäfer.

Bei Hypomyces lateritius handelt es sich um einen Ascomyceten, und zwar einen Kernpilz (Pyrenomycet), der die Fruchtschicht rotmilchender Reizker befallen kann. Durch den Befall werden die Lamellen des Milchlings stark verformt bzw. in ihrem Wachstum derart behindert, dass die Hutunterseite sehr hell und nahezu glatt erscheint. Die befallenen Pilze sind angeblich trotz des Befalls essbar (DÄHNKE 1993).
In der Roten Liste gefährdeter Großpilze Deutschlands (2016) wird die Art nicht bewertet.
Den in den Bildern 1 und 2 dargestellten Fruchtkörper fand Udo Schäfer am 26. September 2026 im ,,Beschenhof-Wald" bei Schramberg im Mittleren Schwarzwald, bei Weißtanne auf stark oberflächenversauertem Muschelkalkboden.

Bild 2 - Lactarius-salmonicolor-Hypomyces lateritus (1) - Udo Schäfer.jpg
Bild 2 – Blick auf die Perithecienöffnungen (Ostiolen) von Hypomyces lateritius. Foto: Udo Schäfer.

Bild 3 - L. deterrimus mit H. lateritius - Hagen Graebner, Wikipedia.org.jpg
Bild 3 - L. deterrimus mit H. lateritius. Foto: Hagen Graebner

Lizenz Bild 3: Steinreizker1.jpg: Hagen Graebner derivative work: Ak ccm (talk), 2011-11-09 Lactarius deterrimus Hypomyces lateritius, CC BY-SA 3.0


Die folgende Beschreibung erfolgt in Anlehnung an MUNK 1957:

Stroma blass ockerfarben, mit einer kompakten Textur aus eher schmalen, undeutlichen, runzeligen, hellbräunlichen Zellen.
Perithecien eingesenkt, nur mit ihren leicht konischen, kurzen Hälsen hervortretend; Durchmesser ca. 250 µm, Höhe 350 µm, etwas dunkler als das Stroma.
Peridie ca. 20 µm dick, sehr weich, aus zahlreichen Schichten stark abgeflachter, dünnwandiger Zellen bestehend.
Asci ca. 130 × 4–5 µm, streng zylindrisch, das Perithecium ausfüllend; Apex 3 µm dick; Apikalkappe stark entwickelt, exakt halbkugelig.
Ascosporen streng uniseriat (oder leicht schräg einreihig), 18–20 × 3–4 µm, subfusiform, an den Enden etwas abgestutzt und mit 2–3 µm langen, pfriemförmigen Anhängseln, anscheinend unseptiert; Epispor hyalin bis leicht gelblich, deutlich punktiert.

Bild 4 - Peckiella lateritia - Dähnke.jpg
Bild 4 – Hypomyces lateritius auf Lactarius salmonicolor. Foto: aus Dähnke 1993.

Weiterführende Literatur
•    DÄHNKE, R.M. (1993): 1200 Pilze in Farbfotos: 951.
•    Munk, A. (1957): Danish Pyrenomycetes. A Preliminary Flora. – Dansk Botanisk Arkiv 17: 73 & Fig. 14d.
•    https://de.wikipedia.org/wiki/Hypomyces_lateritius
•    https://wwwuser.gwdguser.de/~rjahn/Pilzbriefe/PB_Bd_7_18.pdf

Viel Vergnügen beim Anschauen!
Bernd


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